Wenn die Tage im herbstlichen Garten kürzer werden, steht eine der lohnendsten Arbeiten für uns Pflanzenfreunde an. Das Teilen von Stauden ist eine einfache Methode, um deine Beete zu verjüngen und kostenlos neue Pflanzen zu gewinnen. Mit ein paar Handgriffen sorgst du dafür, dass deine grünen Lieblinge im nächsten Frühjahr wieder voller Kraft austreiben.
Warum der Herbst die beste Zeit zum Teilen ist
Der herbstliche Boden speichert noch die Wärme des Sommers und bietet zusammen mit den regelmäßigen Regenfällen ideale Bedingungen für das Wurzelwachstum. Deine Pflanzen haben jetzt genug Zeit, um sich an ihrem neuen Standort zu etablieren, bevor der erste harte Frost einsetzt. Da die oberirdischen Teile der Stauden bereits einziehen, konzentriert sich die gesamte Energie auf die Bildung neuer, feiner Faserwurzeln.
Durch das Teilen verjüngst du ältere Stauden, die in der Mitte oft verkahlen und blühfaul werden. Du schenkst ihnen praktisch ein zweites Leben und regst sie zu neuem, kräftigem Wachstum an. Zudem ist diese Methode der Vermehrung völlig kostenlos und schont deinen Geldbeutel bei der Neugestaltung deiner Beete.
Hier siehst du im direkten Vergleich, warum die herbstliche Teilung so viele Vorteile für deinen Garten bietet:
| Kriterium | Teilen im Herbst | Teilen im Frühjahr |
|---|---|---|
| Bodenfeuchtigkeit | Hoch durch natürlichen Regen | Oft wechselhaft und trocken |
| Wurzelwachstum | Sehr aktiv vor dem Winter | Muss mit dem Blattaustrieb konkurrieren |
| Pflegeaufwand | Gering, kaum zusätzliches Gießen | Hoch, tägliches Wässern nötig |
Nutze diese goldene Jahreszeit, um deine Beete optimal auf das nächste Jahr vorzubereiten. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum du jetzt aktiv werden solltest:
- Die Pflanzen wachsen dank der feuchten Erde besonders schnell an.
- Verkahlte Staudenmitten werden entfernt und die Pflanze verjüngt sich.
- Du erhältst vitale Jungpflanzen für leere Stellen im Beet.
So teilst du deine Stauden Schritt für Schritt

Für diese Arbeit brauchst du lediglich einen scharfen Spaten, eine Grabgabel und eventuell ein scharfes Messer für hartnäckige Wurzeln. Wähle für dein Vorhaben am besten einen bewölkten Tag aus, damit die freigelegten Wurzeln nicht durch die Sonne austrocknen. Bereite auch die neuen Pflanzlöcher direkt vor, damit die Teilstücke schnell wieder in die schützende Erde kommen.
Ich mache das in meinem eigenen Garten immer so, dass ich den Wurzelballen großzügig mit der Grabgabel aushebe, um die feinen Wurzeln zu schonen. Bei robusten Arten wie den Taglilien steche ich dann einfach mit zwei Grabgabeln Rücken an Rücken mitten durch den Ballen, um ihn sanft auseinanderzuhebeln. Diese Methode schont die Pflanze und spart mir im Vergleich zum schweren Spaten eine Menge Kraft.
Halte dich einfach an diese unkomplizierten Schritte, um deine Stauden erfolgreich zu vermehren:
- Grabe die Pflanze mit reichlich Sicherheitsabstand rundherum aus.
- Schüttle die lose Erde vorsichtig ab, um die Struktur der Wurzeln zu erkennen.
- Teile den Ballen in faustgroße Stücke mit jeweils mindestens zwei Knospenanlagen.
- Entferne vertrocknete oder kranke Pflanzenteile vor dem Wiedereinsetzen.
Setze die gewonnenen Teilstücke sofort wieder auf derselben Tiefe in die Erde ein und drücke sie leicht an. Ein kräftiges Angießen schlämmt die Erde an die Wurzeln und schließt störende Hohlräume im Boden. Eine feine Mulchschicht schützt die frisch gepflanzten Stauden zusätzlich vor dem Austrocknen und vor starkem Frost.
Diese 5 Stauden lassen sich jetzt leicht vermehren
Nicht jede Staude verträgt die Teilung im Spätjahr gleich gut, doch einige Klassiker eignen sich jetzt hervorragend dafür. Diese robusten Arten nutzen die herbstliche Ruhephase optimal, um am neuen Platz sofort anzuwurzeln. Wenn du diese Pflanzen im Spätherbst teilst, belohnen sie dich im kommenden Sommer mit einer wahren Blütenpracht.
Probiere es einfach mal mit diesen fünf unkomplizierten Arten aus, die fast immer gelingen:
- Funkien (Hosta): Ihre fleischigen Wurzeln lassen sich leicht mit dem Spaten trennen.
- Taglilien (Hemerocallis): Die dichten Horste vertragen das Teilen besonders gut und blühen danach umso schöner.
- Frauenmantel (Alchemilla mollis): Lässt sich kinderleicht auseinanderziehen und schließt schnell Lücken.
- Pfadfinder-Aster (Aster): Herbstblühende Astern teilst du am besten direkt nach der Blüte für vitale neue Triebe.
- Schafgarbe (Achillea): Ihre flachen, Ausläufer bildenden Wurzeln wachsen extrem schnell wieder an.
Achte beim Einpflanzen darauf, den Boden mit etwas reifem Kompost aufzubessern, um den Pflanzen den Start zu erleichtern. Die Nährstoffe im Kompost regen das Wurzelwachstum an, ohne die zarten Neutriebe im Winter zu überdüngen. Ein halbschattiger Platz ist für die meisten dieser geteilten Arten in den ersten Wochen ideal.
Halte die Erde in den ersten zwei Wochen nach dem Einpflanzen gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe. So ermöglichst du den feinen Faserwurzeln, sich fest im Erdreich zu verankern. Schon bald wirst du sehen, wie sich dein Garten durch diese einfache Maßnahme im nächsten Jahr von seiner schönsten Seite zeigt.
Häufig gestellte Fragen zum Teilen von Stauden
Hier findest du die wichtigsten Antworten auf die häufigsten Fragen rund um dein Abenteuer im Garten. 🍂 🌱 ✂️ Mit diesem praktischen Wissen gelingt dir die Arbeit garantiert ohne Probleme.
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Fragen und die passenden Antworten für dich kompakt zusammen:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wann ist der beste Zeitpunkt? | Ideal sind die Monate September und Oktober, vor dem ersten Frost. |
| Wie oft sollte man teilen? | Empfehlenswert ist das Teilen alle drei bis fünf Jahre zur Verjüngung. |
| Welche Stauden teilt man nicht? | Stauden mit tiefen Pfahlwurzeln wie Pfingstrosen vertragen das Teilen schlecht. |
Falls du dir bei einer bestimmten Pflanze unsicher bist, schaue dir einfach das Wurzelsystem genauer an. Flachwurzler und horstbildende Arten sind fast immer perfekte Kandidaten für eine herbstliche Teilung. Vermeide es jedoch, frisch gepflanzte Stauden bereits im ersten Jahr wieder zu stören, da sie zuerst richtig einwurzeln müssen.
Denke daran, dass frisch geteilte Pflanzen im ersten Winter etwas empfindlicher auf starken Frost reagieren können. Eine schützende Schicht aus trockenem Laub oder etwas Reisig bewahrt die Neulinge vor eisigen Winden. So kommen deine Pflanzen sicher durch die kalte Jahreszeit und starten im Frühling voll durch.
Das Teilen von Stauden im Herbst ist eine wunderbare Möglichkeit, deinem Garten mit minimalem Aufwand neues Leben einzuhauchen. Mit den richtigen Handgriffen vermehrst du deine Lieblingspflanzen ganz einfach selbst und schaffst eine harmonische Vielfalt im Beet. Schnapp dir also deinen Spaten, nutze die milden Herbsttage und freue dich schon jetzt auf ein üppig blühendes nächstes Jahr.
Quellen
- When should I divide my perennials (extension.illinois.edu)
- How to grow Asters / RHS Growing Guide (rhs.org.uk)
- Dividing Perennials (extension.illinois.edu)

