Malvenartige (Malvales)
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Malvenartige (Malvales): vielfältige Blütenpflanzen für Garten, Landschaft und Tropen
Die Malvenartigen, botanisch Malvales, sind eine artenreiche Ordnung der Bedecktsamer. Im Garten begegnen dir vor allem Vertreter der Malvengewächse (Malvaceae) und der Zistrosengewächse (Cistaceae): von ausdauernden Stauden und Halbsträuchern bis zu Gehölzen mit auffälligen Blüten. Die Bezeichnung Malvales ist eine systematische Ordnung und keine einheitliche Pflegegruppe.
Zwar verbinden einige Blütenmerkmale und chemische Inhaltsstoffe die enthaltenen Familien, doch Ansprüche an Boden, Wasser, Winterhärte und Schnitt können stark voneinander abweichen.
Systematik und Vielfalt
Malvales umfasst nach heutiger, molekular gestützter Gliederung deutlich mehr als nur die beiden hier als Untergruppen geführten Familien Malvaceae und Cistaceae. Zur Ordnung gehören je nach taxonomischer Abgrenzung unter anderem auch Thymelaeaceae und Dipterocarpaceae. Die beiden Gruppen dieses Ratgebers sind deshalb als gärtnerische Orientierung zu verstehen, nicht als vollständige Darstellung der Ordnung und auch nicht als gleichrangige botanische Einheiten innerhalb einer einzelnen Familie.
Malvaceae bilden eine besonders vielfältige Familie mit Kräutern, Stauden, Sträuchern und Bäumen. Cistaceae sind wesentlich kompakter und umfassen acht anerkannte Gattungen, darunter Cistus, Helianthemum, Fumana und Tuberaria.
Typische Merkmale der Malvaceae
Viele Malvengewächse besitzen wechselständige Blätter, Nebenblätter und eine handförmige oder gelappte Nervatur. Häufig findet sich eine Behaarung aus einfachen, sternförmigen oder schuppenartigen Haaren. Ein verbreitetes Erkennungsmerkmal ist Schleim in verschiedenen Pflanzenteilen.
Die Blüten sind oft deutlich sichtbar, radiärsymmetrisch und besitzen zahlreiche Staubblätter, die zumindest teilweise zu einer Staubblattsäule verbunden sein können. Beispiele aus dem Garten sind die Wilde Malve (Malva sylvestris), Strauchhibiskus (Hibiscus syriacus), Stockrose (Alcea rosea), Stockmalve (Lavatera beziehungsweise Malva im weiteren gärtnerischen Sprachgebrauch) und Linden, die botanisch ebenfalls in die weit gefasste Familie Malvaceae eingeordnet werden. Die Früchte unterscheiden sich stark: Manche Arten bilden Spaltfrüchte, andere Kapseln oder fleischige Früchte.
Typische Merkmale der Cistaceae
Zistrosengewächse sind überwiegend krautige Pflanzen oder kleine Sträucher. Charakteristisch sind meist fünf freie Kronblätter, die sich häufig nur für kurze Zeit öffnen, sowie zahlreiche Staubblätter. Die Blätter können gegenständig oder wechselständig sein und wirken bei einigen Arten graugrün, weil sie dicht behaart sind.
Die Früchte sind meist vielklappige, lokulizide Kapseln. In der Natur konzentriert sich die Familie vor allem auf warmgemäßigte Gebiete Eurasiens, Nordafrikas und Nordamerikas; ein Schwerpunkt liegt im Mittelmeerraum. Cistus-Arten sind typische Vertreter trockener, sonniger Landschaften.
Helianthemum-Arten, im Deutschen häufig Sonnenröschen genannt, werden als Zierpflanzen kultiviert. Ihre niedrigen, teppichbildenden Formen passen besonders in Steingärten, Mauerkronen und trockene Beete.
Lebensräume und ökologische Strategien
Die Ordnung Malvales besiedelt sehr unterschiedliche Lebensräume. Innerhalb der Malvaceae reichen die Standorte von offenen Ruderalflächen und nährstoffreichen Wiesen bis zu tropischen Wäldern, Savannen und feuchten Flussauen. Einige Arten sind kurzlebige Pionierpflanzen, andere entwickeln langlebige Holzstrukturen.
Die Cistaceae zeigen dagegen häufig eine stärkere Spezialisierung auf warme, lichtreiche und zeitweise trockene Standorte. Zistrosen können mit nährstoffarmen, steinigen Böden zurechtkommen und sind in Regionen mit sommerlicher Trockenheit verbreitet. Diese Unterschiede erklären, weshalb ein allgemeiner Pflegehinweis für alle Malvales nicht sinnvoll wäre.
Auch innerhalb der Malvaceae schwanken die Ansprüche erheblich: Eine Wiesenmalve ist anders zu behandeln als ein tropischer Hibiskus oder eine Linde.
Gärtnerische Bedeutung und passende Standortwahl
Malvaceae bieten eine große Auswahl an Blütenfarben, Wuchsformen und Verwendungszwecken. Malven, Stockrosen und Hibiskus setzen auffällige Akzente in Staudenbeeten und Bauerngärten; Linden sind bedeutende Park- und Straßenbäume. Viele Blüten werden von Bienen, Hummeln und anderen Insekten besucht, wobei der konkrete Wert von Blütenbau, Blütezeit und Standort abhängt.
Cistaceae eignen sich vor allem für sonnige, durchlässige und eher trockene Gartenbereiche. Sonnenröschen werden nach der Blüte meist nur leicht in Form gehalten, während Zistrosen in Mitteleuropa wegen ihrer begrenzten Winterhärte einen geschützten Platz und je nach Art zusätzlichen Winterschutz benötigen können. Bei Malvengewächsen sollte die Pflege ebenfalls artspezifisch erfolgen: Manche Stauden kommen mit durchschnittlichem Gartenboden aus, Gehölze brauchen dauerhaft Platz, und frostempfindliche Arten werden häufig als Kübel- oder Saisonpflanzen kultiviert.
Entscheidend sind daher immer der konkrete Pflanzenname, die Herkunft der Art und die Angaben des jeweiligen Profils.


