Asternartige (Asterales)
7 Pflanzenporträts



Pflanzengruppe auswählen
Pflanzen dieser Gruppe kennenlernen
Asternartige (Asterales): eine vielfältige Ordnung von Körbchenblütlern und Glockenblumen
Die Asternartigen, botanisch Asterales, verbinden sehr unterschiedliche Blütenpflanzen. Besonders bekannt sind die Korbblütler (Asteraceae) und die Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Daneben gehören weitere Familien zur Ordnung, darunter Goodeniaceae, Menyanthaceae, Stylidiaceae und Calyceraceae.
Gemeinsamkeiten zeigen sich vor allem in Blütenbau, Pollenübertragung und bestimmten chemischen Merkmalen; im Erscheinungsbild reicht die Gruppe jedoch von kleinen einjährigen Kräutern bis zu Sträuchern und ungewöhnlichen Inselpflanzen.
Erkennungsmerkmale und innere Vielfalt
Asterales lassen sich nicht an einem einzigen äußeren Merkmal erkennen. Viele Vertreter besitzen zwittrige, meist fünfzählige Blüten mit einer verwachsenen Kronröhre. Die Staubblätter stehen häufig eng an der Krone oder bilden eine funktionelle Einheit um den Griffel.
Für die Ordnung werden außerdem gemeinsame molekulare und anatomische Merkmale herangezogen, darunter die häufige Bildung von Fruktanen wie Inulin und bestimmte Besonderheiten des Leitgewebes. Solche Merkmale sind für die Bestimmung im Garten weniger auffällig als die Blütenstände, zeigen aber, weshalb sehr verschieden wirkende Pflanzen verwandtschaftlich zusammengefasst werden. Die Ordnung umfasst neben den beiden besonders artenreichen Familien auch kleinere, geografisch stärker begrenzte Gruppen.
Deshalb sind Asterales eine Orientierung über Verwandtschaft, aber keine einheitliche Pflegegruppe.
Die Korbblütler: viele Blüten wirken wie eine einzige
Die Asteraceae, auch Compositae genannt, sind die auffälligste Familie der Asterales. Ihr charakteristisches Körbchen ist kein Einzelblütenorgan, sondern ein dichter Blütenstand aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Hüllblätter umgeben den Blütenboden; außen können Zungenblüten sitzen, während im Zentrum Röhrenblüten stehen.
Bei Sonnenblumen, Ringelblumen, Margeriten und vielen Astern entsteht dadurch der Eindruck einer großen Einzelblüte. Andere Korbblütler besitzen nur Röhrenblüten oder stark reduzierte Randblüten. Die Familie umfasst Kräuter, Halbsträucher, Sträucher, Kletterpflanzen und selten auch kleine Bäume.
Nach der Blüte entwickeln viele Arten trockene Früchte, deren Pappus die Ausbreitung durch den Wind unterstützt. Für den Garten bedeutet diese Vielfalt eine breite Auswahl: Sonnenblumen liefern markante Sommerblüten und Samen, Schafgarben eignen sich für trockene Beete, während Herbstastern vor allem spät im Jahr Farbe und Nahrung für Insekten bieten. Die Ansprüche unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen den Gattungen.
Die Glockenblumengewächse: von der Wiese bis zur tropischen Insel
Campanulaceae fallen meist durch ihre glocken-, trichter- oder röhrenförmigen Blüten auf. Zur Familie gehören unter anderem Campanula, Lobelia, Adenophora und Wahlenbergia. Viele Arten sind krautige Stauden oder einjährige Pflanzen; daneben gibt es verholzende und ungewöhnliche Inselvertreter.
Ein wichtiges Merkmal ist die spezialisierte Pollenübertragung: Pollen kann an Griffelhaaren gesammelt oder durch Bewegungen des Griffels aus einer von Staubblättern gebildeten Röhre herausbefördert werden. Die Blütenfarben reichen häufig von Weiß über Blau und Violett bis zu Rosatönen. In europäischen Gärten sind Glockenblumen für Mauerkronen, Steingärten, Wiesen und naturnahe Staudenpflanzungen bedeutsam.
Polsterbildende Arten bevorzugen oft durchlässige, eher magere Plätze, während höhere Wiesen-Glockenblumen mit frischerem Boden zurechtkommen. Lobelien sind keine pauschale Ergänzung für denselben Standort: Manche werden als einjährige Beet- und Balkonpflanzen kultiviert, andere stammen aus feuchten oder tropischen Lebensräumen und benötigen entsprechend andere Bedingungen.
Lebensräume und geografische Muster
Asterales sind weltweit verbreitet. Korbblütler besiedeln fast alle Klimazonen und Lebensräume, von Wüsten und Steppen über alpine Matten bis zu Wäldern und tropischen Gebieten. Ihre Artenvielfalt zeigt sich besonders in offenen, sonnigen Landschaften, in denen schnelle einjährige Pflanzen ebenso vorkommen wie langlebige Stauden.
Campanulaceae besitzen ebenfalls eine weite Verbreitung, mit wichtigen Diversitätszentren in Eurasien und den Anden. Zahlreiche Lobelioideae sind auf Inseln spezialisiert, darunter die hawaiischen Inseln. Andere Familien der Ordnung haben deutlich kleinere Areale: Goodeniaceae sind überwiegend in Australien verbreitet, während einzelne Gattungen pantropisch vorkommen.
Diese geografischen Muster erklären, weshalb sich die Kulturansprüche innerhalb der Asterales so stark unterscheiden. Eine alpine Glockenblume, eine australische Strauchpflanze und eine tropische Lobelie benötigen weder denselben Boden noch dieselbe Temperaturführung.
Gärtnerische Bedeutung und sinnvoller Umgang
Für den Garten sind Asterales vor allem wegen ihrer Blütenwirkung, langen Saison und ökologischen Funktion interessant. Viele Asteraceae bieten leicht zugänglichen Nektar und Pollen, andere bilden energiereiche Samen für Vögel oder eignen sich als Würz-, Heil- und Nutzpflanzen. Bei Campanulaceae sind offene Glocken- und Röhrenblüten wichtige Nahrungsquellen für unterschiedliche Bestäubergruppen.
Entscheidend ist die Auswahl nach Herkunft und Standort statt nach der gemeinsamen Ordnung. Sonnenhungrige Steppenstauden brauchen meist mehr Licht und bessere Drainage als feuchtigkeitsliebende Lobelien. Einige Korbblütler versamen sich reichlich und können in kleinen Beeten dominant werden, während manche Glockenblumen durch Ausläufer oder Selbstaussaat größere Flächen besiedeln.
Bei der Pflanzplanung helfen deshalb Angaben zu Lebensform, Bodenfeuchte, Winterhärte und Ausbreitungsverhalten. Die Asterales liefern keine einheitliche Pflegeanleitung, sondern eine besonders vielseitige botanische Gruppe, in der sich passende Pflanzen für viele Gartenmilieus finden lassen.






