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Hylocomiaceae

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Hylocomiaceae: großwüchsige Wald- und Bodenmoose mit feinem Federzweig

Die Hylocomiaceae sind eine Familie der Laubmoose innerhalb der Ordnung Hypnales. Viele ihrer Vertreter bilden ausgedehnte, lockere Teppiche oder kräftige Rasen am Waldboden. Sie fallen weniger durch Blüten oder auffällige Fruchtstände als durch ihre Größe, die oft federartige Verzweigung und verschiedene Grün-, Gelb- und Rottöne auf.

Die Familie ist vor allem in kühl-gemäßigten bis subarktischen Regionen verbreitet; einige Gattungen und Arten kommen außerdem in Gebirgen wärmerer Gebiete vor. Das Rotstängelmoos Pleurozium schreberi ist ein besonders bekanntes Beispiel, die hier vorgestellte Gruppe umfasst jedoch deutlich mehr als dieses eine Moos.

Erkennungsmerkmale der Familie

Hylocomiaceae gehören überwiegend zu den pleurokarpen Moosen. Das bedeutet, dass die sporentragenden Seitenäste seitlich an kriechenden oder aufsteigenden Sprossen entstehen. Dadurch bilden viele Arten flächige Matten, lockere Polster oder verzweigte, an kleine Federn erinnernde Rasen.

Die Stängel können kriechend, aufsteigend oder teilweise aufrecht wachsen und sind oft unregelmäßig bis regelmäßig gefiedert verzweigt. Bei manchen Vertretern erscheinen die Stängel rötlich oder rotbraun. Die Blätter der Hauptsprosse unterscheiden sich häufig von den kleineren Blättern an den Seitenzweigen.

Typisch sind eiförmige bis lanzettliche Blätter mit zugespitztem oder stumpferem Ende. Die Blattränder können glatt, fein gezähnt oder deutlicher gesägt sein. Je nach Gattung sind die Blätter mehr oder weniger längsfaltig; die Mittelrippe ist doppelt, einfach, gegabelt oder nur schwach ausgeprägt.

Für eine sichere Bestimmung reichen Farbe und Wuchsform allein deshalb meist nicht aus. Blattstellung, Verzweigung, Blattgrund und mikroskopische Zellmerkmale müssen zusammen betrachtet werden.

Vielfalt und taxonomische Einordnung

Die Familie ist taxonomisch anspruchsvoll und wurde in der Vergangenheit mehrfach unterschiedlich abgegrenzt. Fachwerke behandeln je nach Konzept verschiedene Gattungen innerhalb der Hylocomiaceae. Zu den bekannten Namen gehören unter anderem Hylocomium, Pleurozium, Hylocomiadelphus und Hylocomiastrum.

Auch die Abgrenzung einzelner Gattungen hat sich durch morphologische und molekulare Untersuchungen verändert. So wird das früher häufig als Rhytidiadelphus triquetrus bezeichnete Moos heute in maßgeblichen Datenbanken als Hylocomiadelphus triquetrus geführt. Pleurozium ist daher ein Beispiel innerhalb der Familie und nicht mit der gesamten Gruppe gleichzusetzen.

Das Rotstängelmoos Pleurozium schreberi besitzt meist rötliche Sprosse, locker gefiederte Zweige und bildet ausgedehnte, gelb- bis graugrüne Matten. Weitere Vertreter zeigen andere Wuchsformen: Hylocomium kann deutlich stufig aufgebaute, mehrjährig wirkende Sprosse entwickeln, während großblättrige Arten aus verwandten Gattungen kräftige, struppige Rasen bilden können. Beispiele aus vorhandenen Profilen veranschaulichen die Gruppe, stellen aber keine vollständige Artenliste dar.

Lebensräume und Standortansprüche

Viele Hylocomiaceae besiedeln den Boden von Nadel- und Mischwäldern, Heiden, Moor- und Waldrandgesellschaften. Besonders häufig sind sie auf humusreichen, sauren oder nährstoffarmen Böden. Geeignete Unterlagen können auch freiliegender Mineralboden, Steine, morsches Holz oder die unteren Bereiche von Baumstämmen sein.

Pleurozium schreberi ist in borealen und kühl-gemäßigten Wäldern weit verbreitet und kommt sowohl in feuchteren Beständen als auch an trockeneren, offenen Stellen vor. Kalkreiche Standorte meidet es meist. Die Familie ist dennoch ökologisch nicht einheitlich.

Einige Arten bevorzugen frische, schattige Waldstandorte, andere tolerieren trockenere, lichtreichere Flächen. Gebirgsarten können in montanen oder subalpinen Lebensräumen auftreten. Deshalb lässt sich aus der Familienzugehörigkeit kein einheitlicher Wasser- oder Lichtbedarf ableiten.

Für die Bestimmung im Gelände sind Begleitvegetation, Bodenreaktion, Feuchtigkeit und Waldstruktur oft ebenso hilfreich wie die sichtbaren Moosmerkmale.

Ökologische Bedeutung

Als flächig wachsende Bodenmoose tragen Hylocomiaceae zur Struktur der Streu- und Humusschicht bei. Ihre Matten bedecken den Boden, halten Feuchtigkeit an der Oberfläche und schaffen kleinräumige Lebensräume für zahlreiche wirbellose Tiere und Mikroorganismen. Sie können außerdem Keimstandorte für junge Pflanzen bilden, wobei die Wirkung stark von Art, Standort und Konkurrenz abhängt.

Pleurozium schreberi gilt als charakteristischer Bestandteil vieler saurer Wald- und Heidegesellschaften und kann auf nährstoffarme, saure Bodenverhältnisse hinweisen. Ein solcher Zeigerwert ist jedoch nicht mit einer exakten Bodenanalyse gleichzusetzen. Vorkommen und Vitalität hängen zusätzlich von Licht, Streuauflage, Störung, Feuchte und regionalem Klima ab.

In trockenen Sommern können die Pflanzen stark austrocknen und anschließend bei neuer Feuchtigkeit wieder aktiv werden.

Gärtnerische Bedeutung und Umgang

Im Garten sind Hylocomiaceae vor allem dort interessant, wo naturnahe, schattige oder waldartige Pflanzungen gestaltet werden. Ihre ruhigen Grün- und Rottöne können Steine, Totholz, Wurzeln und humose Bodenflächen verbinden. Besonders großflächig wachsende Arten eignen sich eher für eine beobachtende, naturbezogene Gestaltung als für streng abgegrenzte Beete.

Mehrere Arten werden wegen ihres attraktiven Aussehens und ihrer flächigen Wuchsweise auch für dekorative Zwecke gesammelt oder genutzt. Eine pauschale Pflegeempfehlung wäre jedoch falsch. Arten von sauren, nährstoffarmen Waldböden reagieren anders als Vertreter frischer, schattiger oder montaner Standorte.

Vor einer Ansiedlung sollten deshalb Substrat, Feuchtigkeit, Licht und regionale Herkunft berücksichtigt werden. Meist ist es sinnvoller, vorhandene Moose zu schonen, statt sie aus der Natur zu entnehmen. Auf verdichteten, regelmäßig gedüngten oder stark kalkhaltigen Gartenböden verlieren viele Hylocomiaceae ihre Standortvorteile.

In geeigneten Bereichen genügt dagegen oft, Laub vorsichtig zu entfernen, Austrocknung zu vermeiden und Konkurrenz durch kräftige Stauden oder Gräser gering zu halten.

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