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Altingiaceae

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Altingiaceae: Amberbäume zwischen Sumpfwald und Herbstgarten

Die Altingiaceae sind eine kleine, weltweit vor allem in warm-gemäßigten bis subtropischen Regionen verbreitete Pflanzenfamilie. Im Garten begegnet sie dir fast ausschließlich über die Gattung Liquidambar, zu der der Amerikanische Amberbaum gehört. Charakteristisch sind meist große, sommergrüne Bäume mit aromatischem Harz, auffälligem Herbstlaub und kugeligen Fruchtständen.

Trotz dieser gemeinsamen Merkmale unterscheiden sich die Arten deutlich in ihrer Herkunft, ihrer Blattform, ihrer Winterhärte und ihren Ansprüchen an den Standort.

Systematik und Umfang der Familie

Altingiaceae werden heute als eigenständige Familie innerhalb der Ordnung Saxifragales geführt. In älteren botanischen Darstellungen wurden die Amberbäume teilweise der Zaubernussgewächse-Familie Hamamelidaceae zugerechnet. Molekulare und morphologische Untersuchungen stützen jedoch die Abgrenzung als eigene Familie.

Die anerkannte Gattung der Familie ist Liquidambar. Kew führt derzeit 15 akzeptierte Arten in dieser Gattung. Die Bezeichnung Liquidambar in einer Gartennavigation verweist daher auf eine Gattung innerhalb der Familie und ist kein zusätzlicher taxonomischer Rang.

Beispiele wie Liquidambar styraciflua zeigen nur einen Ausschnitt aus der vorhandenen Vielfalt.

Typische Merkmale: Blätter, Blüten und Früchte

Die Vertreter der Altingiaceae sind überwiegend ausdauernde, verholzende Bäume. Besonders bekannt sind die wechselständig stehenden, einfachen Blätter von Liquidambar. Beim Amerikanischen Amberbaum sind sie häufig handförmig gelappt und erinnern in ihrer Silhouette an Ahornblätter, gehören botanisch aber nicht zu den Ahorngewächsen.

Je nach Art können die Blätter unterschiedlich tief gelappt sein; Liquidambar formosana besitzt beispielsweise oft dreilappige Blätter, während Liquidambar orientalis stärker eingeschnittene Blätter entwickeln kann. Die Blüten sind klein und meist wenig auffällig. Ihre Bedeutung liegt weniger im Zierwert als in der anschließenden Fruchtbildung.

Typisch sind kugelige, aus vielen kleinen Kapselfrüchten zusammengesetzte Fruchtstände, die bei Liquidambar styraciflua stachelig wirken und zahlreiche geflügelte Samen enthalten. Verletzte Pflanzenteile können aromatisches Harz oder Balsam absondern, worauf sowohl der Gattungsname als auch einige deutsche und englische Trivialnamen anspielen.

Verbreitung und natürliche Lebensräume

Das Areal der Gattung Liquidambar reicht von Teilen des östlichen Mittelmeerraums über China und Korea bis nach Südostasien sowie von den östlichen Vereinigten Staaten bis nach Mittelamerika. Diese weite Verbreitung erklärt, warum die Familie keine einheitlichen Standortbedingungen besitzt. Liquidambar styraciflua wächst in Nordamerika unter anderem in feuchten Flussniederungen, zeitweise überschwemmten Sümpfen und auf trockeneren Hochflächen.

Andere Arten stammen aus ostasiatischen Berg- und Waldregionen oder aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Die natürlichen Lebensräume reichen somit von feuchten Auen und Sumpfwäldern bis zu saisonal trockeneren Waldstandorten. Aus der Familienzugehörigkeit allein lässt sich deshalb nicht ableiten, dass jeder Amberbaum dauerhaft nasse Böden benötigt oder gleichermaßen trockenheitsverträglich ist.

Vielfalt innerhalb von Liquidambar

Der Amerikanische Amberbaum, Liquidambar styraciflua, ist das bekannteste Mitglied der Familie und besitzt ein großes natürliches Areal in den östlichen und südlichen Vereinigten Staaten sowie in Teilen Mexikos und Mittelamerikas. Seine glänzenden, meist fünf- bis siebenlappigen Blätter können im Herbst gelbe, orangefarbene, rote und purpurrote Töne annehmen. Liquidambar formosana aus China und Taiwan weicht unter anderem durch häufig dreilappige Blätter und eine eigene Ausprägung der Fruchtstände ab.

Liquidambar orientalis stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird im Deutschen auch Orientalischer Amberbaum oder Storaxbaum genannt. Liquidambar excelsa ist in Teilen Süd- und Südostasiens verbreitet und gehört zu den Arten, die in tropischeren Waldgebieten vorkommen. Diese Beispiele machen deutlich, dass Amberbäume keine einheitliche Gartenpflanzengruppe mit identischen Eigenschaften bilden.

Gärtnerische Bedeutung und Auswahl

Im Garten werden Amberbäume vor allem wegen ihres Laubs, ihrer markanten Wuchsform und der intensiven Herbstfärbung verwendet. Liquidambar styraciflua eignet sich als großer Solitär- oder Parkbaum, benötigt dafür aber ausreichend Raum. Die Art entwickelt ein ausgedehntes Wurzelsystem nahe der Bodenoberfläche und kann mit ihren Fruchtständen auf Wegen, Terrassen und Rasenflächen unerwünschten Reinigungsaufwand verursachen.

Für kleinere oder stärker frequentierte Bereiche sind deshalb säulenförmige Sorten oder Auslesen mit reduzierter Fruchtbildung interessanter; ihre Eigenschaften dürfen jedoch nicht pauschal auf die Wildart oder andere Liquidambar-Arten übertragen werden. Ein sonniger Standort und ein tiefgründiger, ausreichend feuchter, aber nicht dauerhaft vernässter Boden kommen dem Amerikanischen Amberbaum entgegen. In kalkreichen Böden kann es zu Eisenmangel und daraus folgender Aufhellung der Blätter kommen.

Junge Bäume reagieren empfindlicher auf das Umpflanzen als etablierte Exemplare. Bei der Auswahl solltest du daher Herkunft, Endgröße, Fruchtbildung, Winterhärte und Bodenverträglichkeit der jeweiligen Art oder Sorte prüfen, statt allein nach dem Familiennamen zu entscheiden.

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