Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae)
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Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae): vielseitige Farne für feuchte Schattenplätze
Die Sumpffarngewächse, wissenschaftlich Thelypteridaceae, bilden eine artenreiche Gruppe meist krautiger Farne. Der deutsche Name ist allerdings nur eine Orientierung: Nicht alle Vertreter wachsen in Sümpfen, und die Gruppe umfasst ebenso Arten feuchter Wälder, Bachufer, Bergregionen und tropischer Lebensräume. Für Gartenblues.de dient Thelypteridaceae als Navigationsgruppe, nicht als eigenständige Aussage über eine unumstrittene moderne Systematik.
Je nach taxonomischer Datenbank werden einzelne Gattungen und Arten unterschiedlich eingeordnet. Ein gut bekanntes Beispiel innerhalb dieser Gruppe ist der Buchenfarn Phegopteris connectilis.
Erkennungsmerkmale der Gruppe
Sumpffarngewächse sind ausdauernde Gefäßpflanzen ohne Blüten und Samen. Wie andere Farne vermehren sie sich über Sporen, die in Sporangien auf der Unterseite oder am Rand der Wedel entstehen. Viele Vertreter besitzen ein Rhizom, das kurz aufsteigend, kriechend oder bei manchen Arten auch länger ausläuferartig sein kann.
Dadurch bilden sie häufig Horste oder lockere Bestände, ohne einen verholzenden Stamm auszubilden. Die Wedel sind je nach Gattung einfach gefiedert, tief fiederschnittig oder stärker gegliedert. Typisch für zahlreiche Vertreter sind relativ zarte, grüne Blattflächen und kleine Haare an Blattstielen, Rippen oder Adern.
Die Sporenlager, Sori genannt, können rund, länglich oder entlang der Blattadern angeordnet sein. Bei Phegopteris fehlen die Sori häufig von einem Schleier, dem Indusium, der bei anderen Farnen die jungen Sporangien schützt. Solche Merkmale sind für die Bestimmung wichtig, im Garten aber meist weniger auffällig als Wuchsform und Wedelgestalt.
Vielfalt und taxonomische Einordnung
Thelypteridaceae umfasst nach traditioneller Auffassung zahlreiche Gattungen, darunter Thelypteris und Phegopteris. Floristische Werke behandeln Phegopteris als klar unterscheidbare Gattung mit meist tief gegliederten Wedeln, deren Fiedern teilweise durch schmale Flügel am Wedelstiel miteinander verbunden sind. Zu den weiteren kennzeichnenden Merkmalen gehören kriechende Rhizome, einfache oder gegabelte Blattadern und Sori nahe den Enden der Adern.
Moderne Datenbanken können dieselben Pflanzen jedoch anders platzieren. Kew Plants of the World Online führt Phegopteris connectilis derzeit in einer abweichenden übergeordneten Zuordnung und verzeichnet Thelypteridaceae als Synonym von Aspleniaceae. Andere floristische Bearbeitungen, darunter die Flora of North America und die Flora of China, behandeln Phegopteris weiterhin innerhalb der Thelypteridaceae.
Für eine Gartenübersicht ist deshalb entscheidend, die verwendete Gruppe transparent als Orientierungshilfe zu verstehen. Wissenschaftliche Namen und Synonyme sollten bei Kauf, Bestimmung und Naturschutzangaben jeweils mit einer aktuellen Datenbank abgeglichen werden.
Lebensräume und ökologische Ansprüche
Die Gruppe zeigt eine bemerkenswerte Spannweite. Vertreter kommen in der gemäßigten Nordhalbkugel ebenso vor wie in tropischen und subtropischen Regionen. Je nach Art besiedeln sie feuchte Waldböden, schattige Bachränder, sumpfige Standorte, nasse Wiesen, Felsnischen oder montane Wälder.
Tropische Arten können deutlich größer werden und dauerhaft feuchtwarme Bedingungen benötigen, während gemäßigte Arten den Winter als Rhizom überdauern. Der Buchenfarn Phegopteris connectilis ist ein gutes Beispiel für einen gemäßigten Vertreter. Er besitzt ein lang kriechendes Rhizom und einzelne, voneinander entfernte Wedel.
Die Blattspreite ist dreieckig bis schmal dreieckig und tief fiederschnittig; die unteren Fiedern können abstehen oder leicht zurückgebogen sein. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht über große Teile der subarktischen und gemäßigten Nordhalbkugel. Er wächst vor allem auf feuchten, meist sauren Böden in schattigen Wäldern und kann auch schattige Felsspalten besiedeln.
Der Name Buchenfarn beschreibt eine typische Umgebung, bedeutet aber nicht, dass die Art ausschließlich unter Buchen vorkommt.
Bedeutung für den Garten
Für naturnahe Gärten sind geeignete Vertreter vor allem als Strukturpflanzen für Schattenbeete, Gehölzränder, kühle Böschungen und feuchte Gartenbereiche interessant. Ihre Wedel bringen eine ruhige, fein gegliederte Textur ein und können den Boden unter Bäumen oder an Bachläufen optisch verbinden. Arten mit kriechenden Rhizomen eignen sich eher für größere Flächen oder Bereiche, in denen eine allmähliche Ausbreitung erwünscht ist.
Horstbildende Arten bleiben dagegen besser an einem festen Platz. Der Buchenfarn ist wegen seiner eher zierlichen, locker verteilten Wedel kein Ersatz für großwüchsige Schmuckfarne. Er passt vielmehr in naturhafte Pflanzungen mit Waldcharakter.
Seine Ansprüche an Feuchtigkeit, Schatten und häufig saure Bodenverhältnisse sollten ernst genommen werden. In trockenen, sonnigen oder stark verdichteten Beeten verliert er an Vitalität. Für kalkreiche Standorte oder trockene Rabatten sind andere Farne oder trockenheitsverträglichere Schattenpflanzen meist die bessere Wahl.
Quellen
Die Angaben zur Gruppe, zu Phegopteris und zum Buchenfarn beruhen auf den aufgeführten Fachquellen. Sie dokumentieren zugleich, dass die taxonomische Einordnung je nach Datenbank und Bearbeitung unterschiedlich ausfallen kann.

