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Passionsblumengewächse (Passifloraceae)

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Passionsblumengewächse (Passifloraceae): faszinierende Blüten, Kletterpflanzen und tropische Vielfalt

Die Passionsblumengewächse, botanisch Passifloraceae, sind eine formenreiche Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Malpighiales. Bekannt sind sie vor allem durch die auffälligen Blüten der Gattung Passiflora, doch die Familie umfasst auch weniger bekannte Sträucher, Kräuter und Kletterpflanzen. Ihr gemeinsames Erscheinungsbild wird besonders von wechselständigen Blättern, häufigen Ranken und ungewöhnlich gegliederten Blüten geprägt.

Für den Garten sind sie deshalb zugleich Zierpflanzen, Nutzpflanzen und botanische Beobachtungsobjekte.

Erkennungsmerkmale der Familie

Viele Passifloraceae wachsen als krautige oder verholzende Kletterpflanzen. Bei zahlreichen Arten sitzen unverzweigte Ranken in den Blattachseln und ermöglichen das Festhalten an Zweigen, Spalieren oder anderen Stützen. Daneben gibt es aufrecht wachsende Kräuter, Sträucher und vereinzelt kleine Bäume.

Die Blätter stehen meist wechselständig und können ungeteilt, gelappt oder tief geteilt sein. Bei verschiedenen Arten tragen die Blattstiele auffällige Drüsen, die als Nektarien wirken können. Das auffälligste Blütenmerkmal ist bei vielen Familienmitgliedern die Corona.

Dabei handelt es sich um einen oder mehrere Kreise aus Fäden, Schuppen oder anderen Ausbildungen außerhalb der Staubblätter. Zusammen mit Kelch- und Kronblättern entsteht das typische, oft sehr kunstvolle Erscheinungsbild der Passionsblumen. Der Fruchtknoten ist oberständig und meist einkammerig; die Früchte sind Beeren oder Kapseln.

Die Samen besitzen häufig einen fleischigen Arillus oder sind von Fruchtfleisch umgeben.

Vielfalt und taxonomische Einordnung

Passifloraceae gehören zu den Malpighiales. Die heute verwendete Familienabgrenzung umfasst nach der bei Kew Plants of the World Online akzeptierten Gliederung zahlreiche Gattungen, darunter Passiflora, Adenia, Turnera und Malesherbia. In älteren oder anders abgegrenzten Systemen wurden einzelne dieser Gruppen teilweise als eigene Familien behandelt.

Deshalb können Angaben zur Gattungs- und Artenzahl je nach taxonomischer Auffassung voneinander abweichen. Passiflora ist die bekannteste und artenreichste Gattung der Familie. Sie umfasst Kletterpflanzen mit sehr unterschiedlichen Blättern, Blütenformen und Früchten.

Die Blaue Passionsblume, Passiflora caerulea, ist ein verbreitetes Beispiel für eine dekorative Art. Andere Passiflora-Arten werden wegen ihrer essbaren Früchte angebaut, etwa Arten aus der Gruppe der Maracuja- und Grenadillenpflanzen. Die Beispiele stehen jedoch nur für ausgewählte Vertreter und bilden nicht die gesamte Vielfalt der Familie ab.

Lebensräume und ökologische Beziehungen

Der Schwerpunkt der Passifloraceae liegt in tropischen und subtropischen Regionen. Besonders vielfältig ist die Familie in den Neotropen, also in den tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas. Passiflora-Arten besiedeln dort unterschiedliche Lebensräume, von lichten Wäldern und Waldrändern bis zu Gebüschen und gestörten Standorten.

Andere Gattungen besitzen Verbreitungszentren in Afrika, Asien oder auf Inseln. Die Blütenbiologie ist ebenso vielfältig wie der Wuchs. Blüten können einzeln erscheinen oder in Blütenständen stehen und werden je nach Art von Insekten, Vögeln oder anderen Tieren besucht.

Größe, Farbe, Duft, Nektarangebot und Aufbau der Corona beeinflussen, welche Bestäuber angesprochen werden. Auch die Früchte unterscheiden sich deutlich: Manche sind klein und unscheinbar, andere fleischig, aromatisch und für Tiere oder den Menschen attraktiv. Die Samen werden häufig durch Tiere verbreitet, die das Fruchtfleisch aufnehmen.

Bedeutung für den Garten

Im Garten werden Passifloraceae vor allem wegen ihrer ungewöhnlichen Blüten und ihres oft schnellen Kletterwuchses geschätzt. Passiflora kann Pergolen, Rankgitter, Mauern oder geschützte Sitzplätze begrünen und bringt dabei eine tropisch anmutende Wirkung in den Außenraum. Die Blüten der Blauen Passionsblume verbinden weiße bis bläuliche Blütenblätter mit einem auffälligen Fadenkranz und einer deutlich hervortretenden Blütenmitte.

Die Ansprüche dürfen jedoch nicht pauschal auf die gesamte Familie übertragen werden. Viele tropische Arten benötigen dauerhaft warme Bedingungen und werden in Mitteleuropa eher im Gewächshaus oder als Kübelpflanzen kultiviert. Bei Passiflora caerulea hängt die Eignung für eine dauerhafte Pflanzung im Freien stark vom örtlichen Klima, vom Mikrostandort und vom Winterschutz ab.

Fruchttragende Arten werden zudem nach anderen Kriterien ausgewählt als reine Zierformen: Entscheidend sind unter anderem Bestäubung, Wärmeangebot und die Länge der Vegetationsperiode.

Auswahl und verantwortungsvolle Kultur

Für die Gartengestaltung sollte zuerst geklärt werden, ob eine Art als Zierpflanze, Fruchtpflanze oder botanische Besonderheit eingesetzt werden soll. Arten mit starkem Klettertrieb brauchen eine stabile Rankhilfe und ausreichend Raum; kompaktere oder strauchige Vertreter lassen sich anders verwenden. Auch die Blattform kann ein Auswahlkriterium sein, denn neben ganzrandigen Blättern kommen bei Passiflora mehrfach gelappte Formen vor.

Wichtig ist eine artbezogene Kultur: Lichtbedarf, Temperaturtoleranz, Wasseransprüche, Rückschnitt und Überwinterung können innerhalb der Familie erheblich variieren. Bei der Anschaffung helfen daher ein korrektes Artnamensschild und Angaben aus einer seriösen Gärtnerei mehr als die allgemeine Bezeichnung „Passionsblume“. So lässt sich die faszinierende Vielfalt der Passifloraceae nutzen, ohne unterschiedliche Lebensweisen und Standortansprüche miteinander zu verwechseln.

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