Tropaeolaceae
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Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae): auffällige Blütenpflanzen aus den Neotropen
Die Kapuzinerkressengewächse, botanisch Tropaeolaceae, sind eine kleine, eigenständige Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Kreuzblütlerartigen. Im Garten begegnet dir vor allem die Gattung Tropaeolum mit der bekannten Großen Kapuzinerkresse. Hinter diesem vertrauten Sommerblüher steht jedoch eine vielfältige Gruppe neotropischer Pflanzen, deren Vertreter von einjährigen Rankpflanzen bis zu ausdauernden Arten mit knolligen Wurzeln reichen.
Ihre auffälligen Blüten, oft schildförmigen Blätter und unterschiedlichen Lebensräume machen die Familie auch botanisch interessant.
Verwandtschaft und Umfang der Familie
Tropaeaceae werden heute als anerkannte Familie innerhalb der Ordnung Brassicales geführt. Sie sind damit unter anderem mit den Kreuzblütlergewächsen und den Kaperngewächsen verwandt, gehören aber nicht selbst zu den klassischen Kreuzblütlern. Die Abgrenzung der Familie und die Zahl ihrer Gattungen wurden in der botanischen Literatur unterschiedlich behandelt.
Kew führt Tropaeolaceae als kleine neotropische Familie und nennt neben Tropaeolum weitere, deutlich kleinere Gattungen. Für die gärtnerische Orientierung ist vor allem Tropaeolum entscheidend. Plants of the World Online führt für diese Gattung derzeit 93 akzeptierte Arten.
Die hier genannten Beispiele sind deshalb keine vollständige Artenliste, sondern verdeutlichen die Bandbreite der Gruppe.
Typische Merkmale: Blätter, Blüten und Früchte
Viele Tropaeolaceae sind krautige Pflanzen mit kletterndem, windendem oder niederliegendem Wuchs. Bei mehreren Arten sitzen die Pflanzen auf verdickten oder knolligen Wurzeln, während die verbreitete Große Kapuzinerkresse meist als einjährige Gartenpflanze kultiviert wird. Die Blätter stehen wechselständig und sind einfach.
Häufig sind sie schildförmig aufgebaut: Der Blattstiel setzt dann nicht am Rand, sondern innerhalb der Blattfläche an. Je nach Art können die Blätter auch gelappt oder handförmig gegliedert sein. Besonders charakteristisch sind die auffälligen, meist einzeln in den Blattachseln stehenden Blüten.
Sie besitzen fünf Kelchblätter, von denen eines zu einem Sporn verlängert sein kann, sowie fünf Kronblätter. Die Blüten sind oft zygomorph, also nur entlang einer bestimmten Achse symmetrisch, und zeigen kräftige Gelb-, Orange-, Rot- oder Rosatöne. Typisch sind außerdem acht freie Staubblätter und ein oberständiger, dreifächeriger Fruchtknoten.
Die Früchte zerfallen bei vielen Arten in drei einsamige Teilfrüchte.
Herkunft und natürliche Lebensräume
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Familie liegt in den Neotropen. Die meisten Arten kommen in Südamerika vor, besonders in den Andenländern und in den Hochlagen angrenzender Regionen. Das Spektrum reicht von Mexiko und Mittelamerika bis nach Bolivien, Brasilien und in den Süden Südamerikas.
Diese geografische Herkunft erklärt, warum die Familienmitglieder sehr unterschiedliche Lebensformen entwickelt haben. Einige Tropaeolum-Arten wachsen in feuchten Bergwäldern, an Waldrändern oder in offenen Andenlandschaften. Andere besiedeln eher trockene, saisonal geprägte Standorte.
Arten mit knolligen Wurzeln können ungünstige Jahreszeiten in unterirdischen Speicherorganen überdauern. Die Große Kapuzinerkresse stammt aus Südamerika und wird heute weltweit als Zier- und Nutzpflanze kultiviert; in verschiedenen warmen Regionen ist sie auch außerhalb ihres ursprünglichen Areals verwildert. Aus der Verbreitung einzelner Gartenpflanzen lässt sich jedoch nicht auf die Lebensraumansprüche der gesamten Familie schließen.
Vielfalt innerhalb von Tropaeolum
Die Gattung Tropaeolum umfasst sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder. Tropaeolum majus, die Große Kapuzinerkresse, bildet lange, weiche Triebe, rundliche Blätter und auffällige Blüten mit einem deutlichen Sporn. Sie wird im Garten meist als schnell wachsende einjährige Pflanze eingesetzt.
Tropaeolum minus bleibt im Allgemeinen kompakter und wird ebenfalls als Gartenpflanze verwendet. Tropaeolum peregrinum, die Kanarische Kapuzinerkresse, fällt durch ihre kletternde Wuchsform und gelbe Blüten auf. Tropaeolum speciosum ist eine ausdauernde Art mit roten Blüten, die in milden Regionen als Kletterpflanze kultiviert werden kann.
Ein botanisch und kulturgeschichtlich bedeutender Vertreter ist Tropaeolum tuberosum, die Knollige Kapuzinerkresse. Ihre unterirdischen Speicherorgane werden in den Anden traditionell als Nahrung genutzt. Diese Beispiele zeigen, dass Tropaeolaceae nicht nur aus sommerblühenden Beetpflanzen bestehen, sondern auch aus ausdauernden, knollenbildenden und stärker spezialisierten Arten.
Gärtnerische Bedeutung und differenzierte Verwendung
Im Garten ist vor allem Tropaeolum majus wegen seines schnellen Wachstums, der leuchtenden Blüten und der essbaren Pflanzenteile beliebt. Junge Blätter, Blüten und unreife Früchte werden traditionell verwendet; ihr würziger Geschmack erinnert an Kresse. Die unreifen Früchte können ähnlich wie Kapern eingelegt werden.
Für Salate und Dekoration nutzt du nur Pflanzen aus sicherer, unbelasteter Kultur und solltest individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigen. Als Zierpflanze eignet sich die Große Kapuzinerkresse für Spaliere, Zäune, Balkonkästen und den Rand von Gemüsebeeten. Ihre Triebe können ranken oder überhängen, abhängig von Sorte und Standort.
Nicht alle Familienmitglieder sind jedoch gleich unkompliziert. Viele frostempfindliche Tropaeolum-Arten werden bei uns einjährig kultiviert, während knollenbildende oder ausdauernde Arten besondere Kulturbedingungen, durchlässige Substrate oder einen geschützten Standort benötigen. Arten aus kühleren Bergregionen lassen sich nicht automatisch wie die wärmeliebende Große Kapuzinerkresse behandeln.
Auch die Blütenform, Wuchshöhe und Ruhephase unterscheiden sich deutlich. Als botanische Gruppe verbinden die Tropaeolaceae daher spektakuläre Gartenwirkung mit einer bemerkenswerten Anpassung an die verschiedenen Landschaften der Neotropen.

