Dryopteridaceae
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Dryopteris filix-mas
Gewöhnlicher Wurmfarn
Mehr erfahren: Gewöhnlicher WurmfarnDryopteridaceae – vielseitige Wurmfarngewächse für Wald und Schattenbeet
Die Dryopteridaceae, auf Deutsch Wurmfarngewächse, gehören zu den Farnen innerhalb der Ordnung Polypodiales. Ihr Erscheinungsbild reicht von kräftigen, trichterförmigen Waldfarnen bis zu zierlichen Arten für Felsspalten oder alpine Standorte. Viele Vertreter prägen schattige Lebensräume, doch die Familie ist keineswegs auf feuchte Laubwälder beschränkt.
Je nach Gattung und Herkunft kommen auch Arten aus Gebirgen, saisonal trockenen Regionen, tropischen Wäldern und von felsigen Untergründen hinzu. Für den Garten sind sie vor allem wegen ihrer markanten Wedel, ihrer langen Lebensdauer und ihrer Eignung für strukturreiche Schattenpflanzungen bedeutsam.
Erkennungsmerkmale und Aufbau
Wurmfarngewächse sind ausdauernde Farne, die Sporen statt Samen bilden. Ihre Sprosse liegen meist als Rhizome am oder im Boden, können kriechend, aufsteigend oder kurz und aufrecht sein. Aus ihnen entspringen die Wedel oft büschelweise.
Junge Wedel rollen sich zunächst schneckenförmig ein und entfalten sich erst später. Die Blattspreiten sind je nach Art einfach gegliedert, gefiedert oder mehrfach fein geteilt. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Silhouetten: von breit-dreieckischen Wedeln bis zu schmalen, fast lederartigen Blättern.
Ein wichtiges Merkmal sind die Sporenlager, die auf der Unterseite der Wedel liegen. Sie sitzen meist entlang der Blattadern und sind häufig von einem dünnen Häutchen, dem Indusium, bedeckt. Dieses kann nierenförmig, rund, länglich oder kaum sichtbar sein; bei manchen Arten fehlt es.
Auch die Blattstiele und Rhizome tragen oft auffällige Schuppen. Für die genaue Bestimmung sind deshalb nicht nur Größe und Farbe, sondern auch die Form der Schuppen, die Anordnung der Fiederchen, die Nervatur und die Gestalt der Sporenlager entscheidend.
Vielfalt zwischen Wald, Fels und Tropen
Die Familie umfasst eine große Formenvielfalt und ist in gemäßigten, subtropischen und tropischen Gebieten vertreten. Ein Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt in Ostasien; daneben gibt es zahlreiche Vertreter in Europa, Nordamerika, Mittelamerika, Afrika und auf weiteren Kontinenten. Die meisten Arten wachsen terrestrisch, also im Boden.
Einige besiedeln Felsen, wenige leben als Epiphyten oder hemiepiphytisch an Bäumen. Zu den bekannten Gattungen zählen Dryopteris, Polystichum, Cyrtomium, Arachniodes, Gymnocarpium und Ctenitis. Dryopteris filix-mas, der Echte Wurmfarn, ist ein kräftiger, sommergrüner Farn der Nordhalbkugel.
Dryopteris carthusiana, der Dornige Wurmfarn, kommt unter anderem in feuchten Wäldern vor. Dryopteris erythrosora fällt im Austrieb durch rötliche bis kupferfarbene Wedel auf. Polystichum setiferum, der Weiche Schildfarn, besitzt elegant überhängende Wedel, während Polystichum polyblepharum mit glänzenden, fein gegliederten Blättern geschätzt wird.
Cyrtomium falcatum zeigt vergleichsweise feste, glänzende Fiederblättchen und wird in milden Regionen sowie als Kübelpflanze kultiviert. Diese Beispiele verdeutlichen die Bandbreite, ersetzen aber keine vollständige Artenübersicht.
Lebensräume und ökologische Rolle
Viele mitteleuropäische Wurmfarngewächse bevorzugen kühle bis mäßig warme, luftfeuchte Standorte mit humosem Boden. Sie wachsen in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern, in Schluchten oder an schattigen Bachufern. Andere Arten kommen mit kalkreichen Felsen, sauren Waldböden, montanen Regionen oder zeitweise trockeneren Bedingungen zurecht.
Deshalb darf die Bezeichnung Waldfarn nicht als einheitlicher Standortanspruch verstanden werden. Als ausdauernde Blattpflanzen tragen sie zur Struktur und zur Bodenbedeckung in schattigen Pflanzengesellschaften bei. Ihre Rhizome und Wurzeln stabilisieren den Oberboden, während die Wedel das Mikroklima in Bodennähe beeinflussen.
In natürlichen Lebensräumen wachsen viele Arten langsam und reagieren empfindlich auf starke Bodenverdichtung, abrupte Austrocknung oder die Zerstörung ihrer Wuchsorte. Die Sporenvermehrung erfolgt unabhängig von Blüten und Samen, benötigt für die Befruchtung aber ausreichend Feuchtigkeit auf dem Substrat.
Gärtnerische Bedeutung
Im Garten sind Dryopteridaceae wichtige Strukturpflanzen für Schatten- und Halbschattenbereiche. Sie bringen Blattmasse, ruhige Grüntöne und eine deutliche vertikale Gliederung in Beete, unter Gehölze, an Teiche oder in naturnahe Waldgärten. Größere Arten können als Solitär oder in kleinen Gruppen wirken; niedrigere Vertreter eignen sich für den Vordergrund, Steingärten oder schattige Mauern.
Immergrüne oder wintergrüne Arten behalten ihre Wedel länger und geben auch außerhalb der Hauptvegetationszeit Struktur. Besonders überzeugend sind Kombinationen mit Waldstauden, Gräsern, Funkien, Elfenblumen, Schaublättern oder Zwiebelpflanzen des Frühjahrs. Die Wedel bilden einen ruhigen Hintergrund für Blütenpflanzen und können zugleich kahle Bereiche unter Bäumen begrünen.
Durch ihre große Formenvielfalt lassen sich sowohl naturnahe als auch formalere Pflanzungen gestalten. Bei der Auswahl sollte jedoch die endgültige Größe berücksichtigt werden: Ein kompakter Farn aus dem Gartencenter kann sich über Jahre zu einer stattlichen Pflanze entwickeln.
Pflege: Artgerecht statt pauschal
Eine allgemeine Pflegeformel für alle Dryopteridaceae gibt es nicht. Viele Arten gedeihen am besten in humosem, lockerem und gleichmäßig leicht feuchtem Boden sowie im lichten Schatten. Einige, etwa Arten aus trockeneren oder felsigen Regionen, benötigen dagegen eine bessere Drainage und vertragen zeitweise trockenere Bedingungen.
Andere bevorzugen saure Substrate, während kalkverträgliche Arten auch in neutralen oder kalkhaltigen Böden wachsen. Vor dem Pflanzen lohnt sich deshalb ein Blick auf die Herkunft und das konkrete Standortprofil der Art. Der Boden sollte nicht unnötig verdichtet werden; eine Mulchschicht aus Laub oder reifem Kompost kann Feuchtigkeit und Bodenstruktur unterstützen.
Staunässe ist vor allem bei empfindlichen oder felsbewohnenden Arten problematisch. Im Frühjahr lassen sich vertrocknete alte Wedel entfernen, sofern sie nicht als Winterschutz oder für die natürliche Versamung stehen bleiben sollen. Teilung oder Vermehrung über Rhizomstücke ist bei manchen gärtnerischen Formen möglich, sollte aber vorsichtig und nur bei gut eingewachsenen Pflanzen erfolgen.

