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Boraginales

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Echium vulgare
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Boraginales: eine vielfältige Ordnung mit rauen Blättern und auffälligen Blüten

Boraginales ist eine Pflanzengruppe, die im Garten vor allem durch bekannte Vertreter der Familie Boraginaceae auffällt. Dazu gehören unter anderem Natternköpfe, Borretsch, Vergissmeinnicht, Beinwell und zahlreiche weitere Kräuter, Sträucher und Bäume. Der Name bezeichnet eine botanische Ordnung und ist damit keine einheitliche Pflegegruppe: Zwischen kurzlebigen Wildblumen, ausdauernden Stauden, Gehölzen und wärmeliebenden Arten bestehen deutliche Unterschiede.

Gemeinsame Merkmale liegen eher in Blütenbau, Fruchtentwicklung und Verwandtschaft als in einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Botanische Einordnung und Abgrenzung

Boraginales gehört zu den bedecktsamigen Pflanzen innerhalb der Asteriden. In gängigen modernen Klassifikationen wird die Familie Boraginaceae der Ordnung zugeordnet. Ihre Abgrenzung wurde in der Wissenschaft mehrfach verändert.

Gruppen, die früher als eigenständige Familien wie Hydrophyllaceae oder Ehretiaceae behandelt wurden, werden je nach System teilweise in eine weit gefasste Boraginaceae einbezogen oder getrennt dargestellt. Deshalb können Angaben zur Zahl der Familien, Gattungen und Arten je nach taxonomischer Quelle voneinander abweichen. Für die Gartenpraxis ist die Ordnung vor allem als Orientierung nützlich: Sie verbindet verwandte Pflanzengruppen, ersetzt aber keine genaue Bestimmung auf Familien-, Gattungs- oder Artniveau.

Typische Merkmale der Gruppe

Viele Vertreter besitzen einfache, wechselständig angeordnete Blätter und eine deutlich raue, steife Behaarung. Diese Behaarung entsteht durch einzellige oder mehrzellige Haare und ist besonders bei zahlreichen krautigen Arten auffällig. Die Blüten stehen häufig in eingerollten, später aufrecht wachsenden Blütenständen, die als Wickel oder skorpionsschweifartige Wickel bezeichnet werden.

Bei einigen Arten sind diese Strukturen jedoch weniger deutlich ausgeprägt. Die Blüten können röhren-, trichter- oder radförmig sein und erscheinen je nach Gattung in Blau, Violett, Rosa, Weiß, Rot oder Gelb. Häufig sitzen die Staubblätter in der Kronröhre.

Die Früchte bilden sich bei vielen krautigen Boraginaceae als mehrere kleine Teilfrüchte, während andere Linien Steinfrüchte hervorbringen. Auch der Wuchs ist variabel: Neben einjährigen und zweijährigen Kräutern gibt es ausdauernde Stauden, Halbsträucher, Sträucher und Bäume.

Vielfalt und Lebensräume

Boraginales ist weltweit verbreitet, mit Schwerpunkten in gemäßigten, mediterranen und subtropischen Regionen. Vertreter besiedeln trockene Felsfluren, offene Wälder, Küsten, Steppen, Ruderalstellen, Wiesen und gestörte Böden. Einige Gattungen sind an saisonale Trockenheit angepasst, andere bevorzugen frische Waldränder oder feuchte Standorte.

Der Gewöhnliche Natternkopf, Echium vulgare, ist ein gutes Beispiel für eine zweijährige, lichtliebende Art. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Xinjiang. Im ersten Jahr bildet er meist eine Blattrosette, im folgenden Jahr erscheinen die rau behaarten Stängel und die violettblauen Blütenstände.

Die Gattung Echium umfasst daneben Arten mit sehr unterschiedlicher Gestalt, darunter kurzlebige Kräuter, ausdauernde Pflanzen und große, teils strauchige Formen. Diese Spannweite zeigt, weshalb sich Pflegeangaben nicht ohne Weiteres von einer Art auf die gesamte Ordnung übertragen lassen.

Bedeutung für Gärten und Tiere

Viele Boraginales sind wegen ihrer Blüten und ihrer oft langen Blütezeit wertvolle Bestandteile naturnaher Pflanzungen. Der Gewöhnliche Natternkopf eignet sich für sonnige Wildblumenflächen, Kiesgärten, trockene Säume und durchlässige Beete. Seine Blüten werden von verschiedenen bestäubenden Insekten besucht.

Auch Borretsch, Borago officinalis, ist als auffällige einjährige Gartenpflanze und als Nahrungsquelle für Insekten bekannt. Vergissmeinnicht, Myosotis, bringt kleinere Blüten in eher frische Pflanzsituationen ein, während Beinwell, Symphytum, mit kräftigem Laub und ausdauerndem Wuchs andere Ansprüche stellt. In wärmeren Regionen oder geschützten Gärten können weitere Natternkopf-Arten mit ungewöhnlicher Höhe und exotischem Charakter kultiviert werden.

Bei der Auswahl sollte jedoch die Winterhärte berücksichtigt werden, denn mediterrane oder inselbewohnende Arten reagieren oft empfindlicher auf Kälte und winterliche Nässe als mitteleuropäische Vertreter.

Gärtnerische Auswahl und differenzierte Pflege

Für die meisten lichtliebenden Echium-Arten sind volle Sonne, ein gut drainierter Boden und eher mäßige Nährstoffversorgung günstig. Der Gewöhnliche Natternkopf kommt mit sandigen, steinigen oder kalkhaltigen Böden zurecht und wird meist aus Samen gezogen. Nach der Blüte kann er sich am passenden Standort selbst aussäen.

Das ist erwünscht, wenn eine lockere Wildpflanzenfläche entstehen soll, kann in kleinen Beeten aber begrenzt werden. Andere Boraginales benötigen dagegen humosere, frischere Böden oder gleichmäßige Bodenfeuchte. Vergissmeinnicht und viele Beinwell-Arten lassen sich daher nicht nach dem trockenen Standortmodell des Natternkopfs behandeln.

Bei rau behaarten Arten kann die Haut bei empfindlichen Personen gereizt werden; beim Pflanzen und Zurückschneiden sind Handschuhe sinnvoll. Außerdem sollten einzelne Arten nur dort verwendet werden, wo ihre Selbstaussaat und ihr Ausbreitungsverhalten zur Gestaltung passen. Die Ordnung Boraginales bietet somit sowohl robuste Wildpflanzen als auch anspruchsvollere Zierformen, verlangt aber eine Auswahl nach konkreter Art, Herkunft und Standort.

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