Kiefernartige (Pinales)
2 Pflanzenporträts


Pflanzengruppe auswählen
Pflanzen dieser Gruppe kennenlernen
Kiefernartige (Pinales): Nadelgehölze mit großer ökologischer und gärtnerischer Vielfalt
Die Kiefernartigen, botanisch Pinales, umfassen eine wichtige Gruppe der Nadelgehölze. In diesem Gartenblues-Ratgeber steht vor allem die Familie der Kieferngewächse, Pinaceae, im Mittelpunkt. Sie prägt viele Wälder der Nordhalbkugel und reicht von niedrigen, kriechenden Gebirgsformen bis zu hohen, langlebigen Waldbäumen.
Typisch sind nadelartige Blätter, zapfenartige Samenstände und eine meist immergrüne Erscheinung. Dennoch ist die Gruppe keineswegs einheitlich: Lärchen werfen ihre Nadeln ab, Tannen unterscheiden sich deutlich von Fichten, und Kiefern zeigen eine bemerkenswerte Formenvielfalt. Die Einordnung als Navigation-Gruppe dient dabei der Orientierung und ist keine vollständige Darstellung aller taxonomischen Auffassungen zu Pinales.
Merkmale und grundlegender Bauplan
Pinaceae sind holzige Pflanzen, überwiegend Bäume, seltener strauchförmige oder niedrig wachsende Gebirgsgewächse. Ihre Blätter sind meist nadelförmig und sitzen je nach Gattung einzeln, in Büscheln oder an Kurztrieben. Bei Kiefern stehen die Nadeln typischerweise in Bündeln, während sie bei Fichten einzeln an kleinen, holzigen Blattpolstern sitzen.
Tannen tragen ebenfalls einzeln stehende Nadeln, die jedoch meist flacher wirken und an der Unterseite häufig helle Streifen besitzen. Die Samenanlagen liegen nicht in Fruchtknoten, sondern auf Schuppen der weiblichen Zapfen. Deshalb bilden diese Pflanzen keine Früchte im botanischen Sinn.
Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch den Wind. Männliche Zapfen setzen große Mengen an Pollen frei, während die reifenden Samenzapfen je nach Gattung aufrecht stehen, hängen oder sich nach der Reife öffnen.
Vielfalt innerhalb der Kieferngewächse
Die Familie Pinaceae umfasst mehrere gut unterscheidbare Gattungen. Pinus, die Kiefern, reicht von der heimischen Waldkiefer Pinus sylvestris bis zu alpinen Arten wie der Zirbelkiefer Pinus cembra und wärmeliebenden mediterranen Kiefern. Picea, die Fichten, ist durch meist spitz zulaufende Kronen und hängende Zapfen gekennzeichnet.
Abies, die Tannen, besitzt häufig aufrechte Zapfen, die am Baum zerfallen und daher selten als vollständige Zapfen am Boden zu finden sind. Larix, die Lärchen, nimmt eine Sonderstellung ein: Die weichen Nadeln erscheinen in Büscheln und färben sich im Herbst goldgelb, bevor sie abfallen. Weitere wichtige Gattungen sind Cedrus, die Zedern, Pseudotsuga, die Douglasien, sowie Tsuga und einige weniger bekannte asiatische Gattungen.
Diese Beispiele zeigen nur einen Ausschnitt und bilden keine vollständige Artenliste.
Lebensräume und ökologische Anpassungen
Kieferngewächse besiedeln sehr unterschiedliche Lebensräume. Viele Arten wachsen in borealen und gemäßigten Wäldern, andere kommen in trockenen Mittelmeerlandschaften, an Küsten oder in Hochgebirgen vor. Kiefern können häufig nährstoffarme, sandige oder trockene Böden tolerieren und bilden dort Pionierbestände.
Lärchen sind an kalte Regionen und kurze Vegetationszeiten angepasst. Tannen bevorzugen vielerorts frischere, tiefgründigere Böden und eine gleichmäßigere Wasserversorgung, während Fichten je nach Art von montanen Wäldern bis in den hohen Norden reichen. Die Nadeln reduzieren im Vergleich zu großen, dünnen Laubblättern die Verdunstung; Harzkanäle schützen viele Arten vor Verletzungen und Fraß.
Außerdem leben zahlreiche Pinaceae in enger Verbindung mit Mykorrhizapilzen. Diese Partnerschaften können die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen verbessern und sind für die Entwicklung vieler Waldbestände bedeutend.
Bedeutung für Mensch und Landschaft
Kiefernartige gehören zu den wirtschaftlich und kulturell wichtigsten Nadelgehölzen. Holz von Kiefern, Fichten, Tannen, Lärchen und Douglasien wird unter anderem im Bauwesen, für Möbel, Papier und Verpackungen verwendet. Aus bestimmten Arten werden Harze, ätherische Öle oder Samen gewonnen; Zirbelnüsse sind ein bekanntes Beispiel für essbare Samen.
In der Landschaft prägen Pinaceae große Waldregionen, Gebirgslandschaften und historische Parkanlagen. Ihre immergrünen Kronen bieten ganzjährig Struktur, während Zapfen, Rinde und Nadeln auch für die Tierwelt und den Bodenhaushalt Bedeutung haben. Zugleich sind reine Bestände nicht automatisch ökologisch besonders stabil.
Standortgerechte Mischwälder können gegenüber Trockenheit, Stürmen, Schädlingen und anderen Belastungen widerstandsfähiger sein als einförmige Pflanzungen.
Gärtnerische Verwendung und Auswahl
Für den Garten sollte nicht einfach gelten, dass alle Kiefernartigen sonnig, trocken und anspruchslos stehen möchten. Die Ansprüche unterscheiden sich deutlich zwischen den Gattungen und Arten. Viele Kiefern benötigen tatsächlich viel Licht und kommen mit durchlässigen, eher mageren Böden zurecht.
Tannen und manche Fichten entwickeln sich dagegen besser auf ausreichend frischen, tiefgründigen Böden; Staunässe bleibt dennoch problematisch. Lärchen brauchen Platz für ihre spätere Kronenentwicklung und verlieren im Winter ihre Nadeln, was bei der Gestaltung berücksichtigt werden sollte. Zedern und Douglasien können stattliche Dimensionen erreichen und sind deshalb eher für große Gärten, Parks oder Landschaftsräume geeignet.
Für kleinere Grundstücke stehen kompakte Sorten und langsam wachsende Formen zur Verfügung, doch auch sie sollten nach ausgewachsener Breite und Höhe ausgewählt werden. Wichtig sind außerdem Herkunft, Winterhärte, Bodenreaktion und die örtliche Wasserversorgung. Ein sonniger Standort allein ersetzt keine passende Boden- und Klimawahl.

