Nelkenartige (Caryophyllales)
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Echtes Seifenkraut
Details: Echtes SeifenkrautNelkenartige (Caryophyllales): eine vielfältige Ordnung zwischen Wüste, Küste und Staudenbeet
Die Nelkenartigen, wissenschaftlich Caryophyllales, bilden eine große und weltweit verbreitete Ordnung der Bedecktsamer. Zu ihr gehören so unterschiedliche Pflanzen wie Nelken, Kakteen, Amarantgewächse und Knöterichgewächse. Die Bezeichnung ist deshalb vor allem eine botanische Verwandtschaftsangabe und kein Hinweis auf ein einheitliches Erscheinungsbild.
Für den Garten sind die Caryophyllales besonders interessant, weil sie Blütenstauden, trockenheitsverträgliche Sukkulenten, Nutzpflanzen, Wildstauden und ungewöhnliche Spezialisten aus sehr verschiedenen Lebensräumen vereinen.
Eine Ordnung mit vielen Gesichtern
Caryophyllales umfassen deutlich mehr als die vier häufig verwendeten Orientierungsgruppen Caryophyllaceae, Cactaceae, Amaranthaceae und Polygonaceae. Zur Ordnung zählen außerdem unter anderem Mittagsblumengewächse, Portulakgewächse, Bleiwurzgewächse, Sonnentaugewächse und Kannenpflanzen. Die genannten Familien sind daher keine gleichrangigen Untergruppen im praktischen Sinn, sondern Beispiele für wichtige Linien innerhalb einer sehr breit gefassten Ordnung.
Je nach taxonomischer Datenbank und Bearbeitungsstand können Familiengrenzen und Zuordnungen im Detail unterschiedlich dargestellt werden. Gemeinsam ist den Mitgliedern vor allem ihre evolutionäre Verwandtschaft, nicht ein bestimmter Wuchs- oder Pflegeanspruch.
Merkmale: gemeinsame Grundzüge und starke Abweichungen
Viele Caryophyllales besitzen vergleichsweise auffällige, oft fünfzählige Blüten oder Blütenhüllen. Häufig entstehen trockene Früchte, etwa Kapseln, Nüsschen oder einsamige Früchte. Diese Merkmale treffen jedoch nicht auf jedes Mitglied in gleicher Ausprägung zu.
Kakteen besitzen stark umgebildete Sprosse und Dornen, während ihre Laubblätter weitgehend zurückgebildet sind. Amaranthgewächse zeigen oft unscheinbare Einzelblüten in dichten Blütenständen, können aber durch farbige Hochblätter sehr dekorativ wirken. Knöterichgewächse fallen häufig durch knotig gegliederte Triebe und eine charakteristische Blütenhülle auf.
Nelkengewächse tragen dagegen oft deutlich erkennbare Blüten mit Kelch, Kronblättern und bei manchen Gattungen auffälligen Nebenblättern. Bei mehreren Linien kommen Betalaine als Blüten- oder Pflanzenfarbstoffe vor; sie sind jedoch kein pauschales Merkmal aller Caryophyllales.
Von alpinen Matten bis zur heißen Wüste
Die Lebensräume der Ordnung reichen von gemäßigten Wiesen und Küstenregionen bis zu tropischen Regenwäldern, Hochgebirgen und extrem trockenen Wüsten. Viele Kakteen stammen aus den Amerikas und sind an lange Trockenzeiten, intensive Sonne und seltene, aber ergiebige Niederschläge angepasst. Vertreter der Aizoaceae besiedeln ebenfalls trockene Gebiete und bilden häufig sukkulente Blätter.
Amaranthaceae kommen in warmen, trockenen oder salzbeeinflussten Regionen ebenso vor wie in nährstoffreichen Ruderalfluren. Polygonaceae sind besonders vielseitig: Zu ihnen gehören krautige Wiesenpflanzen, Kletterpflanzen, Sträucher und Arten feuchter Standorte. In derselben Ordnung finden sich zudem fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau und Kannenpflanzen, die in nährstoffarmen, oft dauerhaft feuchten Böden einen ganz anderen Lebensrhythmus entwickelt haben.
Gärtnerische Bedeutung der wichtigsten Gruppen
Die Caryophyllaceae liefern zahlreiche klassische Garten- und Balkonpflanzen. Nelken, Leimkräuter, Seifenkraut und Hornkräuter verbinden meist auffällige Blüten mit einer großen Spannweite von einjährigen Pflanzen bis zu ausdauernden Stauden. Viele Arten eignen sich für sonnige, eher durchlässige Beete, doch feuchteverträgliche Vertreter und schattenliebende Arten sind ebenfalls vorhanden.
Eine einheitliche Pflege lässt sich deshalb nicht ableiten. Kakteen und andere sukkulente Caryophyllales sind vor allem für Sammlungen, sonnige Gefäße und geschützte Außenplätze bedeutend. Entscheidend sind artspezifische Winterhärte, ein mineralisches Substrat und ein zur Jahreszeit passender Wasserhaushalt.
Tropische Kakteen und Wüstenkakteen dürfen nicht gleich behandelt werden. Amaranthaceae bereichern Zierbeete, Bauerngärten und Nutzgärten. Fuchsschwanz, Celosien, Amarant und verwandte Pflanzen bieten auffällige Blütenstände oder farbige Blätter.
Einige Arten werden als Gemüse, Körnerpflanzen oder Gewürzpflanzen genutzt. Polygonaceae sind mit Rhabarber, Buchweizen, Ampfer und verschiedenen Zierknöterichen sowohl im Nutzgarten als auch in naturnahen Anlagen vertreten. Bei stark wachsenden Knöterichen ist die konkrete Artwahl wichtig, weil nicht jede Gartenform für kleine Flächen geeignet ist.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Bei Caryophyllales sollte die Pflege immer von der jeweiligen Familie, Gattung und Art ausgehen. Eine Nelke aus einem trockenen, sonnigen Lebensraum benötigt andere Bedingungen als eine feuchtigkeitsliebende Art der gleichen Ordnung. Kakteen verlangen in der Wachstumszeit zwar Licht und Wasser in angemessenen Abständen, reagieren aber empfindlich auf dauerhafte Nässe.
Sonnentau und Kannenpflanzen benötigen dagegen spezielle, nährstoffarme Substrate und eine konstante Feuchtigkeitsversorgung. Amaranth- und Polygonaceae-Arten können je nach Herkunft nährstoffreiche Böden, Trockenheit, Feuchtigkeit oder Salz tolerieren. Für den Garten bedeutet das: Nicht die gemeinsame Zugehörigkeit zu Caryophyllales entscheidet über den Standort, sondern die ökologische Herkunft und die Anpassungen der einzelnen Pflanze.
Als Ordnung zeigen die Nelkenartigen vor allem, wie unterschiedlich erfolgreiche Pflanzenlinien auf Sonne, Trockenheit, Nährstoffarmut, Feuchtigkeit und menschliche Nutzung reagieren können.











