GiftigDuftwicke (Lathyrus odoratus)
Die Duftwicke ist eine einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Mit ihren geflügelten Stängeln, verzweigten Ranken und auffällig duftenden Schmetterlingsblüten begrünt sie Spaliere, Zäune und Obelisken in …
Duftwicke – kurz vorgestellt
Die Duftwicke ist eine einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Mit ihren geflügelten Stängeln, verzweigten Ranken und auffällig duftenden Schmetterlingsblüten begrünt sie Spaliere, Zäune und Obelisken in kurzer Zeit. Die Wildart stammt aus Süditalien und Sizilien; im Garten wird sie vor allem wegen ihrer langen Blütenstiele, der großen Farbpalette und des intensiven Duftes kultiviert.
- Für eine reiche Blüte braucht sie einen hellen Platz, gleichmäßige Bodenfeuchte, nährstoffreiche Erde und regelmäßiges Pflücken.
- Ihre Samen und Hülsen dürfen nicht gegessen werden.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- FabalesSchmetterlingsblütenartige
- Familie
- FabaceaeHülsenfrüchtler
- Gattung
- LathyrusPlatterbsen
- Art
- Lathyrus odoratus
Duftwicke pflegen
Sonnenlicht
Sonniger bis heller PlatzEin heller, möglichst sonniger Platz fördert kompakte Triebe und zahlreiche Blüten.
Wasserbedarf
Gleichmäßig frisch haltenDen Wurzelbereich gleichmäßig frisch halten, besonders während Knospenbildung und Blüte.
Frosthärte
Meist einjährig kultiviertDie Duftwicke wird im deutschsprachigen Raum überwiegend einjährig kultiviert.
Bodentyp
Humos und gut drainiertIdeal ist humoser, nährstoffreicher und gut drainierter Boden mit verlässlicher Feuchtigkeit.
pH-Wert
Sauer bis alkalisch möglichDie Art toleriert saure, neutrale und alkalische Böden.
Giftigkeit und Sicherheit
Potentiell giftig bei größerer oder wiederholter Aufnahme; Samen und Hülsen besonders beachten. Für Menschen ist vor all
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Samen und Hülsen dürfen nicht gegessen werden. Nach größeren oder wiederholten Aufnahmen können Vergiftungserscheinungen auftreten; Schnittreste gehören weder in Tierfutter noch in erreichbare Nähe von Kindern.
Weitere Pflegetipps
- Verblühte Blüten und beginnende Hülsen regelmäßig entfernen.
- Lange Triebe früh mit weichem Bindematerial am Gerüst befestigen.
- Bei Trockenheit durchdringend gießen, ohne Staunässe zu erzeugen.
- Während des Wachstums regelmäßig flüssig düngen.
- Befallene Blätter rasch entfernen und für gute Luftbewegung sorgen.
- Licht: Leichter Mittagsschatten ist in sehr heißen Lagen möglich, darf aber die tägliche Lichtmenge nicht stark begrenzen.
- Wasser: Erst gießen, wenn die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist; dauerhaft nasse Erde verursacht Wurzelprobleme.
- Winterhärte: Herbstpflanzen können geschützt niedrige Temperaturen überstehen, doch Frost, Winterfeuchte und exponierte Lagen begrenzen die Überwinterung.
- Boden: Schwere Erde mit Kompost und mineralischem Strukturmaterial lockern; sehr trockene, magere Standorte führen zu schwächerem Wachstum.
- pH-Wert: Entscheidend sind Nährstoffgehalt, Wasserspeicherung und Drainage; eine Bodenanalyse ist bei sehr sauren oder stark kalkreichen Gartenböden sinnvoll.
- Wuchshöhe: Kletternde Sorten erreichen an Rankhilfen meist 1,5 bis 2,5 Meter. Dicht stehende Triebe früh anbinden und regelmäßig schneiden oder pflücken, damit die Pflanzen nicht auseinanderfallen.
- Wuchs: Das Wachstum beginnt nach der Keimung zunächst langsam und beschleunigt sich bei Wärme, Licht und ausreichender Bodenfeuchte. Ranken halten sich am Gerüst fest, zusätzliche Bindungen sichern lange Blütenstiele.
- Lebensdauer: Lathyrus odoratus ist eine einjährige Art und bildet innerhalb einer Saison Blätter, Blüten und Samen. Nach reichlicher Samenbildung lässt die Pflanze nach und stirbt ab.
- Pflegeaufwand: Bei passender Rankhilfe, gleichmäßiger Wasserversorgung und regelmäßiger Ernte ist die Kultur unkompliziert. Probleme entstehen vor allem durch Schnecken, Staunässe, Trockenstress und schlecht belüftete Bestände.
Pflanzen und Umtopfen
- Herbstsaat im September oder Oktober bringt meist frühere Blüten.
- Frühjahrssaat ist ab Februar geschützt oder ab März direkt möglich.
- Nach den letzten starken Frösten mit etwa 20 bis 30 Zentimetern Abstand auspflanzen.
- Vor dem Pflanzen ein stabiles Rankgerüst von Beginn an aufstellen.
- Kompost in den Boden einarbeiten, aber frischen Mist vermeiden.
Überwintern
- Als echte einjährige Pflanze stirbt die Duftwicke nach der Samenbildung ab.
- Junge Herbstpflanzen können in Deutschland, Österreich und der Schweiz in einem hellen Frühbeet oder ungeheizten Gewächshaus überwintern; in einem RHS-Versuch wurden Pflanzen bis etwa -4 °C als überlebensfähig beschrieben.
- Nässe und stärkere Fröste bleiben riskant.
- Nach dem Winter langsam abhärten und erst nach den letzten starken Frösten auspflanzen.
Vermehrung
- Ausschließlich über Samen vermehren.
- Samen etwa einen Zentimeter tief in nährstoffarme Aussaaterde legen.
- Bei ungefähr 15 °C keimen lassen und nach dem Auflaufen hell stellen.
- Jungpflanzen bei etwa 10 Zentimetern entspitzen, damit sie buschiger wachsen.
- Saatgut trocken, dunkel und kindersicher lagern, da die Samen nicht essbar sind.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Die einjährige, kletternde Pflanze bildet geflügelte, behaarte Stängel und erreicht an einer geeigneten Rankhilfe meist etwa 1,5 bis 2,5 Meter. Je Blatt stehen zwei ovale bis längliche Fiederblättchen; die Endfieder ist zu verzweigten Ranken umgebildet. Achselständige Trauben tragen meist ein bis drei große, schmetterlingsförmige Blüten.
Nach der Blüte entstehen behaarte Hülsen mit mehreren runden Samen.
Blüte
Blütenfarben
Wildart: vor allem rötlich-purpur bis violett, teils mit kontrastierenden Partien. Gärtnerische Farbvarianten: Weiß, Rosa, Korallenrot, Rot, Purpur, Violett, Blau, Orange, Lavendel und zahlreiche zweifarbige Kombinationen; Gelb ist nicht belegt.
Blütenform
Die zygomorphen Blüten besitzen fünf Kronblätter: eine vergrößerte Fahne, zwei seitliche Flügel und zwei verwachsene Kronblätter als Schiffchen. Der Blütenstand sitzt in den Blattachseln an einem meist längeren Stiel. Die Wildart zeigt überwiegend rötlich-purpurfarbene bis violette Blüten.
Züchtungen erweitern die Palette deutlich und bieten auch gewellte, gerandete, gesprenkelte sowie zweifarbige Formen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt die Hauptblüte meist im Frühsommer bis Sommer. Herbstsaat blüht häufig früher, Frühjahrssaat später; regelmäßiges Pflücken kann die Blüte bis in den Spätsommer verlängern.
Bestäuber und Blütenbesucher
Bienen
Blütenbesuch belegt, insgesamt jedoch selten · Zur Blüte im Frühsommer und Sommer
Untersuchungen ordnen Lathyrus-Arten überwiegend der Bienenbestäubung zu. Bei Lathyrus odoratus wurde zugleich ein seltener Besuch durch Bienen beschrieben, weil die eng geschlossenen Blüten den Zugang zu Pollen erschweren.
Herkunft und Lebensraum
Lathyrus odoratus stammt aus Süditalien und Sizilien. Die Art wächst ursprünglich in temperierten Lebensräumen und ist heute in vielen Regionen als Zierpflanze eingeführt oder verwildert anzutreffen. Im Garten bevorzugt sie frische, nährstoffreiche und gut drainierte Böden.
Verwendung
Duftwicken eignen sich für Spaliere, Zäune, Rankgitter, Obelisken und geschützte Balkongefäße. Besonders wertvoll sind sie als Schnittblumen, weil die langen Stiele und der Duft in der Vase zur Geltung kommen. Zwergsorten passen in Beete und größere Kübel.
Wissenswert
Der Artname odoratus weist auf den Duft hin. Die Blüte besteht wie bei anderen Schmetterlingsblütlern aus einer Fahne, zwei Flügeln und einer zweiblättrigen Schiffchenstruktur. Duftwicken sind nicht mit essbaren Erbsen gleichzusetzen: Ihre Hülsen und Samen sind für den Verzehr ungeeignet.
Lathyrus odoratus – Bilder
Giftig
GiftigHäufige Fragen
Häufige Probleme
Warum blüht meine Duftwicke kaum?
Häufige Ursachen sind zu wenig Licht, nährstoffarmer Boden, Trockenstress, fehlende Rankhilfe oder eine zu späte Aussaat. Auch nicht entfernte Hülsen bremsen die Neubildung von Blüten. Prüfe zuerst den Standort, halte den Boden gleichmäßig frisch und pflücke regelmäßig, bevor du stärker düngst.
Was hilft gegen Mehltau an Duftwicken?
Mehltau wird durch Trockenstress, warme Tage und schlecht belüftete Bestände begünstigt. Halte den Wurzelbereich gleichmäßig feucht, gieße möglichst bodennah und dünne dicht stehende Triebe aus. Stark befallene Blätter entfernen und nicht kompostieren, wenn die Krankheit im Bestand deutlich fortschreitet.
Warum werden Blätter gelb oder die Pflanzen welken?
Gelbe Blätter können durch Staunässe, Wurzelschäden, Trockenheit oder Nährstoffmangel entstehen. Prüfe zuerst die Bodenfeuchte und den Wasserabzug des Gefäßes. Welke Pflanzen trotz nasser Erde sollten nicht weiter gegossen werden; entferne beschädigte Teile und verbessere die Drainage, statt die Wassermenge zu erhöhen.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge treten an Duftwicken häufig auf?
Junge Duftwicken werden besonders gern von Schnecken gefressen. Zusätzlich können Blattläuse an Triebspitzen auftreten. Kontrolliere die Pflanzen regelmäßig, entferne einzelne Schädlinge von Hand und fördere gute Luftbewegung.
Bei starkem Befall sollten nur für Zierpflanzen zugelassene Maßnahmen nach Etikett eingesetzt werden.
Grundpflege
Brauchen Duftwicken zwingend eine Rankhilfe?
Ja, kletternde Duftwicken benötigen eine stabile Rankhilfe. Geeignet sind Spaliere, Netze, Obelisken, Bambusstäbe oder Reisig. Die Ranken halten sich zwar selbst fest, lange Triebe und Blütenstiele sollten zusätzlich locker angebunden werden, damit sie bei Wind nicht abknicken oder aus dem Gerüst fallen.
Wie oft muss ich Duftwicken gießen?
Der Boden sollte während Wachstum und Blüte gleichmäßig frisch bleiben. Gieße durchdringend, sobald die obere Schicht abgetrocknet ist, und kontrolliere Kübel an warmen Tagen täglich. Staunässe ist ebenso problematisch wie Austrocknung, weil beides Knospenabwurf, schwaches Wachstum oder Wurzelschäden begünstigt.
Wann sollte ich die Triebspitzen entspitzen?
Wenn junge Pflanzen ungefähr zehn Zentimeter hoch sind, kannst du die Triebspitzen vorsichtig ausbrechen. Dadurch verzweigen sie sich stärker und bilden einen buschigeren Aufbau. Bei bereits langen, dünnen Trieben ist eine stabile Rankhilfe wichtiger als ein später, starker Rückschnitt.
Praktische Pflege
Warum sollte ich verblühte Duftwicke regelmäßig pflücken?
Verblühte Blüten entwickeln sonst Hülsen und Samen. Regelmäßiges Pflücken oder Ausbrechen der verblühten Blüten lenkt die Energie zurück in neue Knospen und verlängert die Blüte. Schneide die Stiele, sobald ein bis zwei Blüten geöffnet sind, wenn du Duftwicken als Schnittblumen verwenden möchtest.
Können Duftwicken draußen überwintern?
Die Art ist einjährig und wird nach der Samenbildung meist entfernt. Herbstgesäte Jungpflanzen können in milden Lagen und geschützt vor Nässe niedrige Temperaturen überstehen. Sicherer ist ein helles Frühbeet oder ungeheiztes Gewächshaus.
Nach dem Winter langsam abhärten und erst spät ins Freiland setzen.
Wie dünge ich Duftwicken im Kübel und im Beet?
Im nährstoffreichen Beet genügt eine Grundversorgung mit Kompost und während der Blüte eine maßvolle Ergänzung. Im Kübel sind Nährstoffe schneller verbraucht; dort eignet sich während des Wachstums ein flüssiger Dünger nach Packungsangabe. Überdüngung mit viel Stickstoff fördert Blätter statt Blüten.
Standort und Sicherheit
Sind Duftwickensamen essbar?
Nein. Hülsen und Samen der Duftwicke dürfen nicht wie Erbsen gegessen werden. Größere oder wiederholte Samenaufnahme kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.
Bewahre Saatgut kindersicher auf und entferne reife Hülsen, wenn Kinder, Hunde oder Weidetiere Zugang zur Pflanze haben.
Dürfen abgeschnittene Duftwicken an Tiere verfüttert werden?
Nein. Schnittgut, Hülsen und Samen gehören nicht in den Futtereimer. Besonders bei wiederholter Aufnahme können Samen und Pflanzenteile für Pferde, andere Weidetiere und Haustiere problematisch sein.
Entsorge Pflanzenreste so, dass Tiere sie nicht aus Kompost, Beeten oder Abfallsäcken aufnehmen können.
Kann ich Duftwickenblüten für Speisen oder Getränke verwenden?
Nein, die Blüten sollten nicht als essbare Dekoration verwendet werden. Die Art wird als Zier- und Schnittpflanze kultiviert, während Samen und Hülsen ausdrücklich nicht zum Verzehr geeignet sind. Nutze für Speisen nur Pflanzen, deren Essbarkeit zuverlässig ausgewiesen ist.
Pflanzen und Umtopfen
Wann säe ich Duftwicken in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus?
Duftwicken können im Herbst oder Frühjahr ausgesät werden. Eine geschützte Herbstsaat im September oder Oktober führt häufig zu früheren Blüten. Frühjahrssaaten gelingen ab Februar unter Glas oder ab März direkt im Garten.
Junge Pflanzen erst nach den letzten stärkeren Frösten dauerhaft auspflanzen.
Welcher Abstand ist für Duftwicken geeignet?
Für Jungpflanzen sind etwa 20 bis 30 Zentimeter Abstand ein guter Richtwert. Der genaue Platzbedarf hängt von Sorte, Rankhilfe und gewünschter Dichte ab. Zu enger Stand verlängert die Blattnässe und verschlechtert die Luftzirkulation; zu weiter Stand erschwert eine geschlossene Begrünung.
Muss ich Duftwicken-Samen vor der Aussaat einweichen?
Ein Einweichen ist nicht zwingend erforderlich. Säe die Samen etwa einen Zentimeter tief in feuchte Aussaaterde und stelle sie hell, sobald sie gekeimt sind. Beschädige die Samenschale nicht grob, da Verletzungen Fäulnis fördern können.
Verwende nur Saatgut, das trocken und sauber gelagert wurde.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- www.poisonsinfo.health.qld.gov.au
- poisonousplants.ansci.cornell.edu
- climbers.lsa.umich.edu
- vicflora.rbg.vic.gov.au
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.
