
Bergulme (Ulmus glabra)
Die Bergulme ist ein stattlicher, sommergrüner Laubbaum für große Gärten, Parkanlagen und naturnahe Gehölzpflanzungen. Sie entwickelt eine breit ausladende Krone, auffallend große, raue Blätter und eine graue Borke, …
Bergulme – kurz vorgestellt
Die Bergulme ist ein stattlicher, sommergrüner Laubbaum für große Gärten, Parkanlagen und naturnahe Gehölzpflanzungen. Sie entwickelt eine breit ausladende Krone, auffallend große, raue Blätter und eine graue Borke, die im Alter längsrissig wird. Ihre unscheinbaren Blüten erscheinen noch vor dem Laubaustrieb und werden überwiegend durch den Wind bestäubt.
Wegen ihrer späteren Endgröße und der Anfälligkeit vieler Ulmen gegenüber der Holländischen Ulmenkrankheit braucht sie einen dauerhaft passenden Standort mit ausreichend Raum.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- RosalesRosenartige
- Familie
- UlmaceaeUlmengewächse
- Gattung
- UlmusUlmen
- Art
- Ulmus glabra
Bergulme pflegen
Sonnenlicht
Sonne bis HalbschattenEin heller bis halbschattiger Platz mit ausreichend Abstand zu Gebäuden, Wegen und Nachbargehölzen fördert eine gleichmäßige Kronenentwicklung.
Wasserbedarf
Frischer BodenDer Boden sollte im Wurzelbereich gleichmäßig frisch bleiben.
Frosthärte
Für D/A/CH geeignetIn den meisten Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz überwintert die Art zuverlässig.
Bodentyp
Nährstoffreicher LehmGeeignet sind lockere, nährstoffreiche Lehm-, Sand- oder Kalkböden.
pH-Wert
Sauer bis alkalischDie Art toleriert saure, neutrale und alkalische Böden, entwickelt sich aber oft besonders gut auf basenreicheren Substraten.
Giftigkeit und Sicherheit
Für Menschen, Haustiere und Weidetiere liegt hier keine ausreichend belastbare artspezifische Einstufung vor. Pflanzenteile vorsichtshalber nicht verzehren.
Weitere Pflegetipps
- Die Baumscheibe in den ersten Jahren frei von stark zehrender Konkurrenz halten
- Bei längerer Trockenheit langsam und durchdringend wässern
- Eine lockere Mulchschicht auflegen, aber Abstand zum Stamm lassen
- Schnittmaßnahmen auf Totholz, beschädigte Äste und notwendige Erziehung beschränken
- Werkzeuge nach Arbeiten an erkrankten Ulmen gründlich reinigen
- Wasser: Bei Sommerdürre junge Bäume langsam und durchdringend wässern.
- Winterhärte: Junge Exemplare an zugigen oder spätfrostgefährdeten Plätzen schützen.
- Boden: Verdichtete Schichten vor der Pflanzung aufbrechen und dauerhaft nasse Stellen meiden.
- Wuchshöhe: Je nach Standort kann der Baum etwa 30 bis 45 Meter erreichen und eine sehr breite Krone entwickeln.
- Wuchs: Die Bergulme wächst in der Jugend zügig. Das endgültige Großbaumformat wird erst nach vielen Jahren erreicht und verlangt frühzeitige Standortplanung.
- Lebensdauer: Sommergrüner, langlebiger Baum mit frühem Blattaustrieb, Blüte vor dem Laub und Samenreife im späten Frühjahr.
- Pflegeaufwand: Bei passendem Raum und ausreichender Bodenfeuchte pflegeleicht. Krankheiten, Trockenstress und spätere Platzprobleme können den Pflegeaufwand deutlich erhöhen.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Herbst oder zeitigen Frühjahr pflanzen, solange der Boden frostfrei ist
- Einen Standort mit dauerhaft ausreichendem Kronen- und Wurzelraum wählen
- Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben
- Verdichtete oder staunasse Bereiche vor dem Pflanzen tiefgründig lockern
- Nach dem Einsetzen gründlich einschlämmen und die Baumscheibe mulchen
Überwintern
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Bergulme grundsätzlich winterhart.
- Junge Bäume profitieren in exponierten Lagen von einem geschützten Pflanzplatz und einer Mulchschicht gegen starke Bodenwechsel.
- Spätfröste können den frühen Austrieb schädigen.
Vermehrung
- Reife Samen im späten Frühjahr möglichst frisch aussäen
- Samen nur kurz lagern, da ihre Keimfähigkeit rasch abnimmt
- Sämlinge in den ersten Jahren gleichmäßig feucht halten
- Sorten und besondere Formen durch Veredelung vermehren
- Stecklingsvermehrung ist möglich, aber nicht zuverlässig
- Jungpflanzen vor Konkurrenz durch Gras und dichtes Unkraut schützen
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Ulmus glabra bildet einen großen Baum mit breit gerundeter bis kuppelförmiger Krone und weit ausladenden Ästen. Die dunkelgrünen Blätter sind groß, doppelt gesägt, oberseits rau und an der Basis deutlich asymmetrisch. Junge Rinde ist grau und glatt, ältere Borke wird graubraun und rissig.
Im Herbst färbt sich das Laub meist gelb.
Blüte
Blütenfarben
Wildart: purpurrot bis rotbraun, besonders durch die Staubbeutel geprägt. Bei gärtnerischen Formen wie 'Lutescens' sind abweichende Blütenfarben nicht ausreichend belegt; diese Formen werden vor allem wegen ihrer Laubfärbung kultiviert.
Blütenform
Die zwittrigen Blüten sitzen dicht an älteren Zweigen und erscheinen vor den Blättern. Sie besitzen keine auffälligen Kronblätter; sichtbar sind vor allem die purpurroten bis rotbraunen Staubbeutel und die schmalen, verwachsenen Blütenhüllblätter. Nach der Windbestäubung entwickeln sich flache, geflügelte Früchte.
In Mitteleuropa liegt die Blüte meist im März oder April, abhängig von Höhenlage, Witterung und dem Beginn des Frühjahrs.
Meist März bis April, örtlich auch bis Mai. Die Blüte beginnt vor dem Laubaustrieb und verschiebt sich mit Höhenlage, Frühjahrstemperatur und regionalem Klima.
Bestäuber und Blütenbesucher
Honigbiene
Apis melliferaPollenangebot der früh erscheinenden Blüten · Frühjahr
Honigbienen sind als Blütenbesucher der Bergulme belegt. Die Art wird jedoch überwiegend durch den Wind bestäubt, sodass Insektenbesuche nicht mit einer grundsätzlichen Insektenbestäubung gleichzusetzen sind.
Herkunft und Lebensraum
Die Bergulme ist in Europa bis Westsibirien sowie im nordwestlichen und nördlichen Iran heimisch. Sie wächst in kühlen, feuchten Wäldern, auf steinigen Hängen und in der Nähe von Flüssen und Bachläufen, bevorzugt häufig basenreiche Böden.
Verwendung
Geeignet für große Grundstücke, Parks, Feldgehölze, Waldränder und naturnahe Pflanzungen. Die Art bietet Struktur, Samen und Lebensraum für verschiedene Tiere. Für kleine Hausgärten, enge Straßenräume und Bereiche unter Leitungen ist sie wegen ihrer späteren Ausmaße ungeeignet.
Wissenswert
Die Bergulme blüht vor dem Blattaustrieb. Ihre Früchte sind flache, geflügelte Nussfrüchte mit zentral sitzendem Samen. Anders als manche andere Ulmen bildet sie nur selten Wurzelausläufer, kann sich aber reichlich über Samen verjüngen.
Ulmus glabra – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Welche Krankheit ist bei Bergulmen besonders wichtig?
Die Holländische Ulmenkrankheit kann auch Bergulmen befallen und zum Absterben führen. Typische Warnzeichen sind plötzlich welkende Blätter, abgestorbene Kronenteile und ringförmige Verfärbungen im Holz. Verdächtige Bäume sollten nicht selbst großflächig bearbeitet werden.
Ziehen Sie einen Baumpflegebetrieb oder die zuständige Pflanzenschutzberatung hinzu.
Was tun bei welken Blättern im Sommer?
Prüfen Sie zuerst Bodenfeuchte, Stammverletzungen und den Zustand einzelner Äste. Bei gleichmäßigem Welken kann Trockenstress vorliegen, bei einzelnen Kronenteilen kommen Leitungsbahnschäden oder Krankheiten infrage. Wässern Sie nicht pauschal täglich, sondern beobachten Sie den Verlauf.
Rasch fortschreitendes Welken erfordert eine fachkundige Untersuchung.
Warum verfärbt sich das Laub früh gelb?
Eine gelbe Herbstfärbung ist bei der Bergulme normal. Bereits im Sommer auftretende oder nur einzelne Kronenteile betreffende Verfärbungen können dagegen auf Trockenstress, Wurzelschäden, Schädlingsbefall oder eine Krankheit hinweisen. Prüfen Sie Bodenfeuchte und Blattunterseiten.
Bei zusätzlichem Welken oder Triebsterben sollte ein Fachbetrieb den Baum begutachten.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge können auftreten?
An Bergulmen können unter anderem Blattläuse, Borkenkäfer, Gallmilben und Schildläuse auftreten. Einzelne Tiere sind nicht automatisch behandlungsbedürftig. Kontrollieren Sie zunächst Blattunterseiten, Zweige und Stamm auf Häutungsreste, Gallen oder Bohrmehl.
Bei starkem Befall sollte die Ursache bestimmt werden, bevor ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird.
Grundpflege
Wie oft muss eine junge Bergulme gegossen werden?
Gießen Sie junge Bäume bei trockenem Wetter durchdringend, statt täglich kleine Mengen zu verteilen. Kontrollieren Sie die Feuchte im Wurzelbereich und wässern Sie erneut, sobald die obere Schicht deutlich abgetrocknet ist. Bei älteren Bäumen ist zusätzliche Wassergabe vor allem während langer Sommerdürre nötig.
Verträgt die Bergulme Staunässe?
Kurzzeitig feuchte Böden werden besser toleriert als dauerhaft verdichtete Nässe. In Bereichen, in denen Wasser lange steht und kaum abläuft, leidet das Wurzelwerk. Verbessern Sie den Boden vor der Pflanzung oder wählen Sie einen anderen Platz.
Frische, luftige und tiefgründig lockere Böden sind zuverlässiger.
Braucht die Bergulme Dünger?
Auf tiefgründigem, nährstoffreichem Boden ist meist keine regelmäßige Düngung nötig. Zeigt der Baum schwachen Austrieb oder blasse Blätter, lassen Sie zuerst Boden, Wasserhaushalt und Wurzelraum prüfen. Eine dünne Kompostgabe im Frühjahr kann sinnvoll sein.
Übermäßige Stickstoffgaben fördern weiches Wachstum und lösen Standortprobleme nicht.
Wann blüht die Bergulme?
Die Blüte fällt meist in den März oder April und beginnt vor dem Laubaustrieb. In höheren Lagen, bei kaltem Frühjahr oder später Schneeschmelze kann sie später einsetzen. Die Blüten sind klein und unauffällig, purpurrot bis rotbraun und sitzen in dichten Büscheln an älteren Zweigen.
Kann man Bergulmen aus Samen ziehen?
Ja, die Vermehrung aus frischem Samen ist möglich und für die Art besonders naheliegend. Die geflügelten Früchte reifen im späten Frühjahr und verlieren ihre Keimfähigkeit rasch. Säen Sie sie daher möglichst bald aus und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.
Sämlinge können genetisch unterschiedlich ausfallen.
Praktische Pflege
Muss eine Bergulme regelmäßig geschnitten werden?
Ein regelmäßiger Formschnitt ist normalerweise nicht erforderlich. Entfernen Sie nur abgestorbene, gebrochene, sich kreuzende oder ungünstig wachsende Äste. Größere Eingriffe sollten frühzeitig und fachgerecht erfolgen, weil starke Schnittwunden bei einem Großbaum problematisch sein können.
Nicht während starker Hitze oder bei Frost schneiden.
Soll die Baumscheibe gemulcht werden?
Eine lockere Schicht aus geeignetem organischem Material hält Feuchtigkeit und vermindert Konkurrenz durch Gras. Lassen Sie rund um den Stamm einige Zentimeter frei, damit die Rinde trocken bleibt. Erneuern Sie den Mulch bei Bedarf, ohne ihn jedes Jahr zu einer dicken, luftundurchlässigen Schicht aufzubauen.
Lässt sich eine bestimmte Sorte zuverlässig vermehren?
Besondere Formen werden nicht zuverlässig durch Samen erhalten. Für die sortenechte Vermehrung kommen Veredelung oder, je nach Form, Stecklinge infrage. Die Bewurzelung von Stecklingen kann schwanken.
Bei wertvollen oder seltenen Gehölzformen ist der Kauf einer geprüften Baumschulpflanze meist sicherer als eigene Experimente.
Braucht eine junge Bergulme Winterschutz?
In den meisten Regionen ist kein dauerhafter Winterschutz nötig. Junge Bäume an zugigen Standorten profitieren jedoch von einer Mulchschicht über dem Wurzelbereich und bei Bedarf einem lockeren Stammschutz gegen Wildverbiss. Vermeiden Sie luftdichte Materialien.
Besonders wichtig bleibt ausreichende Bodenfeuchte vor gefrorenem Boden.
Standort und Sicherheit
Ist die Bergulme für Menschen giftig?
Für eine verlässliche artspezifische Einstufung der Bergulme liegen hier keine ausreichenden Daten vor. Deshalb sollten Blätter, Rinde, Blüten und Früchte nicht gegessen oder als Hausmittel verwendet werden. Kinder und Haustiere sollten nicht zum Kauen an Zweigen angeregt werden; unbekannte Beschwerden gehören in ärztliche oder tierärztliche Hände.
Pflanzen und Umtopfen
Wie viel Platz braucht eine Bergulme?
Planen Sie langfristig einen sehr großen, freien Standraum ein. Die Bergulme kann eine Höhe von etwa 30 bis 45 Metern und eine breite Krone erreichen. Halten Sie deutlichen Abstand zu Gebäuden, Leitungen, befestigten Flächen und anderen Großbäumen.
Ein kleiner Garten ist für diese Art meist ungeeignet.
Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt?
Die günstigste Zeit liegt im Herbst nach dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Der Boden muss frostfrei und bearbeitbar sein. Containerpflanzen können grundsätzlich länger gesetzt werden, benötigen dann aber eine besonders sorgfältige Wasserversorgung, bis sich neue Wurzeln gebildet haben.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.kew.org
- www.rhs.org.uk
- besjournals.onlinelibrary.wiley.com
- www.ucc.ie
- www.woodlandtrust.org.uk
- www.paldat.org
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.





