
Bubikopf (Soleirolia soleirolii)
Der Bubikopf bildet aus zarten, kriechenden Trieben dichte, frischgrüne Polster. Seine winzigen, rundlichen Blätter machen ihn zu einer beliebten Zimmerpflanze, die besonders in Schalen, Terrarien und hängenden Gefäßen …
Bubikopf – kurz vorgestellt
Der Bubikopf bildet aus zarten, kriechenden Trieben dichte, frischgrüne Polster. Seine winzigen, rundlichen Blätter machen ihn zu einer beliebten Zimmerpflanze, die besonders in Schalen, Terrarien und hängenden Gefäßen weich über den Rand wächst. Bei ausreichend milden Bedingungen eignet sich Soleirolia soleirolii auch als bodendeckende Gartenpflanze.
- Die unscheinbaren Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln und werden leicht übersehen.
- Wichtig für eine lange Kultur sind gleichmäßige Feuchtigkeit, hohe Luftfeuchte und ein heller Standort ohne pralle Mittagssonne.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- Rosales
- Familie
- Urticaceae
- Gattung
- Soleirolia
- Art
- Soleirolia soleirolii
Bubikopf pflegen
Sonnenlicht
hell, keine MittagssonneHeller bis halbschattiger Platz; vor heißer Mittagssonne schützen, da feine Blätter schnell austrocknen und vergilben.
Wasserbedarf
gleichmäßig leicht feuchtSubstrat gleichmäßig leicht feucht halten.
Frosthärte
RHS H4RHS führt die Art unter H4.
Bodentyp
humos und drainiertLockere, humose und gut drainierte Erde mit mineralischem Anteil verwenden.
pH-Wert
sauer bis alkalischDie Art toleriert saure, neutrale und alkalische Substrate.
Giftigkeit und Sicherheit
ungiftig
Die konsultierte toxikologische Datenbank führt Soleirolia soleirolii als ungiftige Pflanze. Pflanzenteile sollten trotzdem nicht absichtlich verzehrt werden.
Weitere Pflegetipps
- Trockene Triebpartien bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden.
- Verfilzte Polster gelegentlich auslichten, damit Luft zwischen den Trieben zirkuliert.
- Für höhere Luftfeuchte das Gefäß auf feuchten Blähton stellen.
- Blätter möglichst nicht dauerhaft nass halten, besonders bei dichter Belaubung.
- Im Wachstum sparsam mit einem schwach dosierten Grünpflanzendünger versorgen.
- Wasser: Erst gießen, wenn die Oberfläche gerade abzutrocknen beginnt; überschüssiges Wasser ablaufen lassen.
- Winterhärte: In Deutschland, Österreich und der Schweiz hängt die Freilandüberwinterung stark von Mikroklima, Schutz und Dauerfrost ab.
- Boden: Verdichtete Mischungen fördern Wurzelschäden und sollten verbessert werden.
- pH-Wert: Entscheidend sind Struktur, Luftführung und ein gleichmäßiger Feuchtehaushalt.
- Wuchshöhe: Die Triebe bleiben meist wenige Zentimeter hoch; je nach Kultur werden etwa 2 bis 10 Zentimeter Höhe und deutlich größere Breite erreicht.
- Wuchs: Schnell wachsend und mattenbildend. Die Triebe kriechen, wurzeln an den Knoten und können Gefäße oder angrenzende Flächen rasch ausfüllen.
- Lebensdauer: Ausdauernde, meist immergrüne Staude. In frostgefährdeten Außenlagen kann das Laub zurückgehen, während geschützte Pflanzenteile erhalten bleiben.
- Pflegeaufwand: Bei gleichmäßiger Feuchtigkeit unkompliziert. Schwieriger wird die Kultur bei trockener Heizungsluft, Staunässe, starker Sonne oder häufigem Austrocknen.
Pflanzen und Umtopfen
- Einen flachen Topf mit Abzugslöchern und lockerer, humoser Erde wählen.
- Beim Einsetzen den Wurzelballen nur so tief setzen wie zuvor.
- Mehrere Teilstücke mit etwas Abstand pflanzen, damit sie zusammenwachsen.
- Im Garten einen geschützten Platz ohne austrocknende Mittagssonne wählen.
- Nach dem Pflanzen angießen, Staunässe jedoch sofort vermeiden.
Überwintern
- Im Zimmer hell und möglichst gleichmäßig temperiert weiterkultivieren.
- Im Freiland nur an geschützten, milden Stellen versuchen.
- In frostgefährdeten Regionen wird die Pflanze häufig zurückgedrängt oder oberirdisch geschädigt.
- Topfpflanzen vor längerem Frost geschützt, aber nicht völlig trocken halten.
- Nach Winterschäden abgestorbene Triebe vorsichtig entfernen und den Neuaustrieb abwarten.
Vermehrung
- Im Frühjahr oder Sommer durch Teilung dichter Polster vermehren.
- Bewurzelte Triebabschnitte direkt auf feuchte Erde legen.
- Stecklingsstücke an mehreren Knoten auf das Substrat drücken.
- Das Gefäß hell, warm und gleichmäßig feucht aufstellen.
- Samen sind möglich, spielen bei der Zimmerkultur aber eine untergeordnete Rolle.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Soleirolia soleirolii ist eine immergrüne, mattenbildende Staude mit sehr feinen, kriechenden und an den Knoten wurzelnden Trieben. Die kleinen, rundlichen Blätter sitzen dicht an den Sprossen. Im Topf hängen die Triebe über den Rand, im Beet breitet sich die Pflanze flach aus.
Die Blüten sind winzig und wenig auffällig.
Blüte
Blütenfarben
Wildart: weißlich bis blass rosafarben beziehungsweise rosa-weiß. Für gärtnerische Farbvarianten der Blüten liegen keine belastbaren Belege vor; bekannte Sorten unterscheiden sich vor allem durch die Laubfarbe.
Blütenform
Die Blüten erscheinen einzeln in den Blattachseln und sind bei dichtem Laub nur schwer zu erkennen. Die Art ist einhäusig: An den unteren Knoten sitzen überwiegend weibliche, darüber männliche Blüten. Männliche Blüten besitzen eine vierteilige Blütenhülle und Staubblätter; weibliche Blüten sind von verwachsenen Hüllblättern umgeben.
Nach der Befruchtung entsteht eine kleine, glänzende, einsamige Frucht. Die Blüte fällt meist in den Sommer.
Meist Sommerblüte, in Mitteleuropa abhängig von Licht, Wärme und Kulturbedingungen ungefähr Juni bis August.
Herkunft und Lebensraum
Die Art stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum, insbesondere von den Balearen, aus Korsika und Sardinien. Dort wächst sie in feuchten, schattigen bis halbschattigen Bereichen und an geschützten Stellen. In Mitteleuropa kann sie an milden Standorten verwildern.
Verwendung
Der Bubikopf eignet sich für helle Wohnräume, feuchte Badezimmer, Terrarien, Pflanzschalen und Unterpflanzungen. Im Garten passt er an geschützte, schattige Stellen, in Mauerritzen, Steingärten sowie als niedriger Lückenfüller zwischen größeren Pflanzen.
Wissenswert
Der botanische Gattungsname erinnert an den korsischen Pflanzensammler Joseph-François Soleirol. Die Art kann sich aus kleinsten bewurzelungsfähigen Triebteilen weiterverbreiten. Neben der grünen Wildform werden Sorten mit gelblichem, cremefarbenem oder silbrig panaschiertem Laub kultiviert.
Soleirolia soleirolii – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum wird der Bubikopf in der Mitte braun?
Braune Stellen im Inneren entstehen oft durch zu dichte, schlecht belüftete Polster oder ungleichmäßige Wasserversorgung. Entferne abgestorbenes Material, teile sehr kompakte Bestände und stelle eine gute Luftzirkulation sicher, ohne Zugluft zu erzeugen.
Was tun bei Trauermücken im Bubikopf-Topf?
Trauermücken werden durch dauerhaft nasses Substrat begünstigt. Lasse die obere Schicht zwischen den Wassergaben etwas abtrocknen, entferne abgestorbene Pflanzenteile und stelle Gelbtafeln zur Kontrolle auf. Bei starkem Befall sollte die Erde geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge treten beim Bubikopf auf?
Die Art gilt allgemein als wenig schädlingsanfällig. Bei trockener Raumluft können dennoch Spinnmilben auftreten. Feine Gespinste, blasse Blätter oder punktförmige Aufhellungen kontrollieren, die Pflanze absondern und zunächst gründlich mit Wasser abbrausen.
Grundpflege
Warum verliert mein Bubikopf plötzlich Blätter?
Häufig sind Austrocknung, trockene Heizungsluft oder direkte Mittagssonne die Ursache. Kontrolliere zusätzlich die Wurzeln auf Staunässe. Stark geschädigte Triebe zurücknehmen, das Substrat gleichmäßig anfeuchten und die Pflanze hell, aber ohne heiße Sonne aufstellen.
Wie oft muss ich Soleirolia soleirolii gießen?
Nicht nach einem starren Kalender gießen, sondern den Topf regelmäßig prüfen. Die Oberfläche darf leicht abtrocknen, der Ballen sollte jedoch nicht vollständig austrocknen. Überschüssiges Wasser aus Übertopf oder Untersetzer nach wenigen Minuten entfernen.
Verträgt der Bubikopf ein Südfenster?
Ein Südfenster ist nur mit Abstand, hellem Vorhang oder seitlicher Beschattung geeignet. Pralle Mittagssonne kann die feinen Blätter ausbleichen und den Wasserverlust stark erhöhen. Ost- und Westfenster sind meist einfacher zu handhaben.
Wie viel Luftfeuchtigkeit braucht die Pflanze?
Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit unterstützt das Wachstum, besonders in beheizten Räumen. Besser als häufiges Besprühen ist ein feuchter Standort mit guter Luftbewegung. Dauerhaft nasse Blätter und schlecht belüftete Ecken erhöhen das Risiko für Fäulnis.
Praktische Pflege
Muss ich den Bubikopf zurückschneiden?
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht zwingend nötig. Kürze lediglich kahle, beschädigte oder über den gewünschten Bereich hinauswachsende Triebe. Die abgeschnittenen, gesunden Stücke kannst du für die Vermehrung verwenden, sofern sie mehrere Knoten besitzen.
Wann sollte ich den Bubikopf umtopfen?
Umtopfen ist sinnvoll, wenn der Ballen vollständig durchwurzelt ist, Wasser sofort durchläuft oder die Pflanze trotz Pflege schnell austrocknet. Wähle einen nur wenig größeren, flachen Topf und verwende frische, lockere Erde mit guter Drainage.
Wie vermehre ich den Bubikopf durch Teilung?
Teile ein dichtes Polster vorsichtig in mehrere Stücke, die jeweils Triebe und Wurzeln enthalten. Setze die Teilstücke sofort in feuchte Erde und halte sie in den ersten Wochen gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
Kann ich Bubikopf aus Stecklingen ziehen?
Ja. Lege gesunde Triebabschnitte mit mehreren Knoten auf feuchte Erde und drücke sie leicht an. Bei hoher Luftfeuchte und hellem Schatten bilden die Knoten meist rasch Wurzeln.
Das Substrat darf währenddessen nicht austrocknen.
Warum blüht mein Bubikopf nicht?
Die winzigen Blüten werden leicht übersehen und erscheinen vor allem bei ausreichend Licht und aktivem Wachstum. Zu dunkle Standorte, starke Trockenheit oder ein sehr dichter Bestand können die Blüte einschränken. Eine fehlende Blüte ist bei Zimmerpflanzen nicht ungewöhnlich.
Standort und Sicherheit
Ist der Bubikopf giftig für Katzen und Hunde?
Die konsultierte toxikologische Datenbank führt Soleirolia soleirolii als ungiftige Pflanze. Trotzdem sollte Haustieren kein regelmäßiger Pflanzenverzehr ermöglicht werden, da auch ungiftige Pflanzenteile Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.
Kann der Bubikopf Hautreizungen verursachen?
Soleirolia soleirolii besitzt keine Brennhaare wie viele andere Vertreter der Brennnesselgewächse. Eine individuelle Kontaktreaktion ist dennoch nie völlig auszuschließen. Bei empfindlicher Haut beim Teilen oder Rückschnitt vorsichtshalber Handschuhe tragen.
Pflanzen und Umtopfen
Kann der Bubikopf dauerhaft ins Gartenbeet?
In milden, geschützten Lagen ist eine Kultur im Freiland möglich. Geeignet sind feuchte, schattige bis halbschattige Plätze ohne Staunässe. In Regionen mit regelmäßigem Frost bleibt die Topfkultur sicherer, weil die Pflanze leichter geschützt werden kann.
Eignet sich Soleirolia soleirolii für ein Terrarium?
Ja, der Bubikopf passt gut in feuchte, helle Terrarien ohne direkte Sonne. Verwende eine drainierte Substratschicht und verhindere stehendes Wasser. Regelmäßig lüften, damit die dichte Matte nicht dauerhaft nass bleibt und faulende Stellen entstehen.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- www.vetpharm.uzh.ch
- botanik-bochum.de
- hortflora.rbg.vic.gov.au
- www.smmflowers.org
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

