Citrus
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Citrus: Zitrone, Orange und viele verwandte Duft- und Fruchtgehölze
Die Gattung Citrus gehört zur Familie der Rautengewächse und umfasst immergrüne Bäume und Sträucher mit aromatischen Blättern, oft duftenden Blüten und charakteristischen Beerenfrüchten, die botanisch als Hesperidien bezeichnet werden. Zu Citrus zählen bekannte Nutzpflanzen wie Zitrone, Mandarine, Orange, Limette, Pampelmuse und Zitronatzitrone, daneben zahlreiche weniger verbreitete Wildarten, Hybriden und Sorten. Die Gattung ist botanisch anspruchsvoll, weil sich viele Kulturformen über lange Zeit kreuzten und ihre Namen je nach taxonomischer Auffassung unterschiedlich behandelt werden.
Für den Garten ist Citrus deshalb weniger eine einheitliche Pflegegruppe als eine vielfältige Sammlung wärmeliebender Gehölze mit ähnlichen Grundmerkmalen, aber teils deutlich unterschiedlichen Ansprüchen.
Botanische Merkmale
Citrus-Arten wachsen meist als kleine bis mittelgroße, immergrüne Bäume oder Sträucher. Junge Zweige können kantig sein und bei vielen Vertretern Dornen tragen. Die Blätter stehen wechselständig und besitzen auffällige Öldrüsen, die beim Zerreiben den typischen Zitrusduft freisetzen.
Je nach Art sind die Blätter einfach, einblättrig aufgebaut oder bei einigen verwandten Formen dreiteilig. Häufig ist der Blattstiel mehr oder weniger geflügelt, was besonders bei der Unterscheidung einzelner Arten und Verwandtschaftsgruppen hilfreich sein kann. Die meist weißen Blüten stehen einzeln oder in kleinen Büscheln in den Blattachseln.
Sie besitzen gewöhnlich vier oder fünf Kronblätter und zahlreiche Staubblätter. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine dickschalige, segmentierte Frucht mit saftgefüllten Fruchtfleischbläschen. Schale, Blätter, Blüten und Fruchtfleisch enthalten ätherische Öle und andere aromatische Inhaltsstoffe.
Vielfalt und Beispiele
Die in Gärten bekannteste Vertreterin ist die Zitrone, botanisch Citrus × limon. Sie gilt nach der heute verwendeten Kew-Einordnung als kultivierte Hybride aus Beteiligung von Citrus maxima, Citrus medica und Citrus reticulata. Zu den weiteren wichtigen Kulturpflanzen gehören die Mandarine Citrus reticulata, die Pampelmuse Citrus maxima, die Zitronatzitrone Citrus medica, die Kaffirlimette Citrus hystrix und die Kumquat Citrus japonica.
Auch die Limette Citrus × aurantiifolia sowie die Bitterorange Citrus × aurantium werden häufig unter dem Sammelbegriff Zitrus geführt. Diese Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Früchte ausfallen können: von kleinen, dünnschaligen Limetten über große Pampelmusen bis zu stark gefurchten oder fingerförmigen Früchten. Die genannten Arten und Hybriden sind keine vollständige Liste.
Kew führt für Citrus rund 30 akzeptierte Arten, daneben existieren zahlreiche Hybriden, Sorten und historische Synonyme.
Natürliche Lebensräume und Herkunft
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung reicht nach Kew von der Himalaya-Region über Süd- und Südostasien bis nach Südchina, Japan, Malesien, Australien und in den südwestlichen Pazifik. Citrus ist damit keine ursprünglich mediterrane Gattung, obwohl viele Kulturformen heute eng mit Landschaften rund um das Mittelmeer verbunden sind. Wildarten kommen in unterschiedlichen Lebensräumen vor, darunter tropische und subtropische Wälder, Sekundärvegetation und Regionen mit saisonal wechselnder Feuchtigkeit.
Einige Vertreter wachsen im Tiefland, andere erreichen Höhenlagen bis etwa 1000 Meter. Diese breite ökologische Streuung erklärt, warum sich Citrus nicht vollständig über einen einzigen Standorttyp beschreiben lässt. Gemeinsam ist den meisten Arten jedoch die Vorliebe für frostfreie oder nur sehr milde Winter, ausreichend Licht und eine längere warme Wachstumsperiode.
Bedeutung für Garten und Ernährung
Citrus verbindet Zierwert und Nutzwert auf besondere Weise. Immergrüne Blätter, glänzende Kronen, weiße Blüten und farbige Früchte machen die Gehölze zu attraktiven Kübelpflanzen für Terrasse, Wintergarten oder geschützte Innenhöfe. In milden Regionen können einzelne Arten auch ausgepflanzt werden.
Wirtschaftlich gehören Zitrusfrüchte zu den bedeutendsten Obstkulturen weltweit. Früchte werden frisch gegessen, zu Säften verarbeitet, eingekocht oder für Marmeladen, Süßspeisen und Würzmittel verwendet. Auch die Schalen und Blätter spielen eine Rolle, weil sie aromatische Öle liefern.
Im Garten können Citrus-Blüten zudem für Menschen besonders eindrucksvoll sein, da sie häufig intensiv duften. Der ökologische Wert ist dagegen stark vom Standort und von der jeweiligen Art abhängig; Citrus sollte nicht pauschal als heimisches oder besonders trockenheitsverträgliches Gehölz eingeordnet werden.
Gärtnerische Unterschiede innerhalb der Gattung
Die Gemeinsamkeiten der Gattung dürfen nicht über ihre Unterschiede hinwegtäuschen. Zitronen tragen unter geeigneten Bedingungen oft über längere Zeit Blüten und Früchte, während andere Citrus-Typen ausgeprägtere Ruhephasen zeigen. Kumquats sind vergleichsweise kompakt und werden häufig als Kübelpflanzen kultiviert.
Pampelmusen und andere großfrüchtige Formen können deutlich mehr Platz benötigen. Auch die Kältetoleranz variiert; sie hängt außerdem von Alter, Gesundheitszustand, Unterlage, Feuchtigkeit und Dauer der Kälte ab. Eine allgemeine Empfehlung wie „alle Citrus hell und warm überwintern“ ist daher nur ein Ausgangspunkt.
Für die konkrete Pflanze sollten Art, Sorte und Herkunft berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind ein heller Standort, ein gut drainierter Wurzelbereich und ein vorsichtiger Umgang mit winterlicher Nässe. Während der Wachstumszeit kann der Wasser- und Nährstoffbedarf bei stark tragenden Pflanzen deutlich höher liegen als bei langsam wachsenden oder frisch umgetopften Exemplaren.
Citrus ist somit eine botanisch verwandte, gärtnerisch aber keineswegs völlig einheitliche Gruppe.



