
Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea)
Die Blaue Passionsblume ist eine auffällige, schnell wachsende Kletterpflanze mit exotisch geformten Blüten, handförmig gelappten Blättern und orangegelben Früchten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gedeiht sie an …
Blaue Passionsblume – kurz vorgestellt
Die Blaue Passionsblume ist eine auffällige, schnell wachsende Kletterpflanze mit exotisch geformten Blüten, handförmig gelappten Blättern und orangegelben Früchten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gedeiht sie an warmen, geschützten Plätzen besonders zuverlässig im Kübel, Wintergarten oder an einer sonnigen Hauswand. Im milden Weinbauklima kann sie ausgepflanzt überwintern, in raueren Regionen friert der oberirdische Zuwachs jedoch zurück.
Eine Rankhilfe, gleichmäßige Wasserversorgung und ein durchlässiger Boden fördern Blütenreichtum und einen gesunden Austrieb.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- MalpighialesMalpighienartige
- Familie
- PassifloraceaePassionsblumengewächse
- Gattung
- PassifloraPassionsblumen
- Art
- Passiflora caerulea
Blaue Passionsblume pflegen
Sonnenlicht
Sonne, windgeschütztEin vollsonniger, windgeschützter Platz fördert die Blütenbildung.
Wasserbedarf
Gleichmäßig feuchtWährend des Wachstums gleichmäßig feucht halten und bei trockener Witterung gründlich gießen.
Frosthärte
Schutz vor starkem FrostDie Winterfestigkeit hängt stark von Mikroklima, Pflanzenalter und Winterschutz ab.
Bodentyp
Humos und drainiertJeder humose, nährstoffreiche und gut drainierte Gartenboden ist geeignet.
pH-Wert
Sauer bis alkalischDie Art verträgt saure, neutrale und alkalische Böden.
Giftigkeit und Sicherheit
Mittlere Vergiftungsgefahr bei Verzehr von Blättern, Stängeln oder unreifen Früchten; besonders relevant für Menschen, K
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Blätter, Stängel und unreife Früchte können cyanogene Glykoside enthalten. Die reife Frucht gilt als essbar, sollte aber nicht mit unreifen Pflanzenteilen verwechselt werden.
Weitere Pflegetipps
- Verblühte Blüten regelmäßig entfernen, wenn keine Früchte gewünscht sind.
- Lange Seitentriebe im Frühjahr einkürzen und an der Rankhilfe neu ordnen.
- Im Sommer bei Trockenheit durchdringend wässern.
- Kübelpflanzen während der Wachstumszeit regelmäßig, aber maßvoll düngen.
- Für gute Luftzirkulation sorgen, besonders in geschützten Gewächshauslagen.
- Licht: Leichter Halbschatten wird toleriert, führt aber meist zu weniger Blüten und schwächerem Wachstum.
- Wasser: Im Winter sparsamer wässern, ohne den Wurzelballen vollständig austrocknen zu lassen.
- Winterhärte: Etablierte Pflanzen können milde Winter überstehen, während Frost oberirdische Triebe deutlich zurückfrieren lässt.
- Boden: Schwere Böden mit Kompost und grobem mineralischem Material lockern, damit keine Staunässe entsteht.
- pH-Wert: Wichtiger als ein bestimmter pH-Wert sind eine gute Drainage, ausreichende Nährstoffversorgung und gleichmäßige Bodenfeuchte.
- Wuchshöhe: An geeigneten Rankhilfen kann die Blaue Passionsblume etwa 8 bis 12 Meter Höhe erreichen. Im Kübel bleibt sie bei regelmäßigem Rückschnitt meist deutlich kleiner.
- Wuchs: Die Kletterpflanze wächst kräftig und bildet lange Triebe mit Ranken. Ein stabiles Gerüst und regelmäßiges Ordnen verhindern, dass die Triebe ineinander verfilzen.
- Lebensdauer: In warmen Regionen wächst sie ausdauernd und teils immergrün. In mitteleuropäischen Wintern kann sie laubabwerfend werden oder bis zum Boden zurückfrieren und im Frühjahr neu austreiben.
- Pflegeaufwand: Bei Sonne, Wärme, Rankhilfe und gleichmäßiger Wasserversorgung ist die Kultur unkompliziert. Schwieriger sind kalte, nasse Winter sowie dauerhaft schattige oder zugige Standorte.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Frühjahr nach den letzten stärkeren Frösten pflanzen.
- Einen sonnigen, windgeschützten Platz vor einer Süd- oder Westwand wählen.
- Das Pflanzloch mit reifem Kompost und grobem Material für Drainage verbessern.
- Den Wurzelballen ebenerdig einsetzen und anschließend gründlich einschlämmen.
- Triebe früh an einem stabilen Rankgerüst befestigen.
Überwintern
- Im Freiland nur an geschützten, wärmebegünstigten Plätzen auspflanzen.
- Den Wurzelbereich im Herbst dick mit Laub, Kompost oder Rindenmaterial abdecken.
- Junge Pflanzen zusätzlich mit Vlies und einer Reisigauflage schützen.
- Kübel hell, frostfrei und eher kühl überwintern.
- Im Winter deutlich weniger gießen, Staunässe aber vermeiden.
Vermehrung
- Im Frühjahr weiche Stecklinge mit mindestens zwei Blattknoten schneiden.
- Stecklinge in durchlässiges, gleichmäßig feuchtes Anzuchtsubstrat setzen.
- Die Gefäße hell und warm, aber ohne pralle Mittagssonne aufstellen.
- Alternativ Samen ausreifen lassen, reinigen und frisch aussäen.
- Sämlinge erst nach ausreichender Bewurzelung einzeln eintopfen.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Die Blaue Passionsblume bildet lange, windende Triebe mit spiralig eingerollten Ranken. Ihre glänzenden, meist fünf- bis siebenlappigen Blätter sind sattgrün. Einzelne, schalenförmige Blüten erscheinen an langen Stielen und zeigen einen weißen bis blassrosa Grund mit auffälliger blauer und purpurfarbener Nebenkrone.
Nach der Blüte können orangegelbe, eiförmige Früchte entstehen.
Blüte
Blütenfarben
Bei der Wildart reicht der Blütengrund von Weiß bis Blassrosa; die Nebenkrone ist blau, weiß und purpurfarben. Gärtnerische Formen und Auslesen können weißere oder stärker rosa wirkende Blüten zeigen. Die Auslese 'Constance Elliot' wird als weißblühend beschrieben.
Blütenform
Die Blüten sitzen einzeln an langen Stielen und sind schalen- bis tellerförmig geöffnet. Fünf Kelch- und fünf Kronblätter bilden einen weißen bis blassrosa Grund. Darüber liegt eine auffällige Nebenkrone aus mehreren Fadenreihen, außen blau, zur Mitte hin weiß und an der Basis purpurfarben.
Im Zentrum ragen fünf Staubblätter mit gelbgrünen Antheren sowie drei purpurfarbene Griffel hervor.
In Mitteleuropa meist vom Frühsommer bis in den Frühherbst. Der Beginn und die Dauer hängen von Wärme, Licht, Überwinterung, Pflanzenalter und Rückschnitt ab.
Bestäuber und Blütenbesucher
Bienen
ApiformesNektar und auffällige Blütenstruktur · Sommer bis Frühherbst
Bienen werden als Blütenbesucher der Blauen Passionsblume genannt. Die offenen Einzelblüten bieten Zugang zu den zentral angeordneten Fortpflanzungsorganen.
Schmetterlinge
LepidopteraBlütenressourcen und Wirtspflanzenbezug der Gattung · Sommer bis Frühherbst
Schmetterlinge werden als von den Blüten angezogene Besucher beschrieben. Zusätzlich dient Passiflora in geeigneten Regionen bestimmten Schmetterlingsarten als Nahrungspflanze für Raupen.
Herkunft und Lebensraum
Passiflora caerulea stammt aus subtropischen Regionen von Bolivien über Brasilien bis nach Nordargentinien. Dort wächst sie als ausdauernde, kletternde Liane in Wäldern, Gehölzen und warmen, lichtreichen Standorten.
Verwendung
Geeignet für Rankgitter, Pergolen, Spaliere, Zäune, Wintergärten und große Kübel. Sie eignet sich als dekorativer Sichtschutz und für mediterrane oder exotisch gestaltete Gärten. Die Früchte sind essbar, gelten jedoch als geschmacklich wenig attraktiv und sollten wegen möglicher Inhaltsstoffe nicht unreif verzehrt werden.
Wissenswert
Die ungewöhnliche Blütenstruktur gab der Gattung ihren Namen: Priester deuteten einzelne Blütenteile als Symbole der Passion Christi. Die Art kann in milden Lagen immergrün bleiben, verliert in kälteren Regionen aber häufig ihr Laub und oberirdische Triebe.
Passiflora caerulea – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum werden die Blätter gelb?
Gelbe Blätter können durch Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel oder Lichtmangel entstehen. Prüfe zuerst die Feuchtigkeit und den Wasserabzug. In einem dauerhaft nassen Substrat faulen Wurzeln leichter.
Bei Kübelpflanzen helfen ein Abzugsloch, lockeres Substrat und vorsichtig angepasste Wassergaben.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge können auftreten?
Unter geschützten Bedingungen können vor allem saugende Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben auftreten. Kontrolliere Blattunterseiten und junge Triebe regelmäßig. Ein heller, luftiger Standort und gleichmäßige Wasserversorgung erschweren Massenvermehrungen.
Stark befallene Pflanzenteile sollten entfernt und die Pflanze abgespült werden.
Grundpflege
Warum blüht meine Blaue Passionsblume nicht?
Häufig fehlen direkte Sonne, Wärme oder eine ausreichende Nährstoffversorgung. Auch ein zu starker Rückschnitt zur falschen Zeit kann Blütenansätze entfernen. Stelle die Pflanze an eine sonnige Hauswand, versorge sie im Sommer regelmäßig mit Wasser und schneide ältere Triebe vorzugsweise im Frühjahr.
Wie viel Sonne braucht Passiflora caerulea?
Ideal ist ein vollsonniger, windgeschützter Standort mit einer warmen Süd- oder Westausrichtung. Leichter Halbschatten wird vertragen, reduziert aber meist die Blütenzahl. Hinter Glas oder an einer stark aufgeheizten Wand muss die Pflanze bei großer Hitze trotzdem ausreichend gegossen werden.
Wie oft muss ich die Passionsblume gießen?
Gieße im Sommer immer dann gründlich, wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist. Kübel trocknen deutlich schneller aus als ausgepflanzte Exemplare. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können.
Im Winter wird sparsamer gegossen, besonders bei kühler, lichtarmer Überwinterung.
Praktische Pflege
Wann und wie wird Passiflora caerulea geschnitten?
Ein kräftiger Formschnitt erfolgt im Frühjahr, sobald sich der Austrieb zeigt. Kürze lange oder erfrorene Triebe ein und entferne schwaches Holz. Im Sommer können überlange Seitentriebe vorsichtig geordnet werden.
Nicht alle frischen Triebe entfernen, da daran später Blüten entstehen können.
Kann die Blaue Passionsblume draußen überwintern?
In milden, geschützten Lagen ist eine Überwinterung im Freiland möglich. Junge Pflanzen und Exemplare an zugigen Standorten sind empfindlicher. Schütze den Wurzelbereich mit einer dicken Mulchschicht und die Triebe bei angekündigtem Starkfrost mit Vlies.
Oberirdische Frostschäden sind möglich.
Wie überwintert eine Passionsblume im Kübel?
Stelle den Kübel hell, frostfrei und möglichst kühl auf. Gieße nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Dünge im Winter nicht.
Vor dem Einräumen sollte die Pflanze auf Schädlinge kontrolliert und bei Bedarf leicht zurückgeschnitten werden.
Wie lässt sich die Blaue Passionsblume vermehren?
Geeignet sind weiche Stecklinge im Frühjahr sowie Samen aus reifen Früchten. Stecklinge bewurzeln in einem luftigen, feuchten Substrat an einem hellen, warmen Platz. Sämlinge wachsen anfangs langsam und können von der Mutterpflanze abweichende Blütenmerkmale zeigen.
Standort und Sicherheit
Sind die Früchte der Blauen Passionsblume essbar?
Reife Früchte werden als essbar beschrieben, schmecken jedoch meist fade. Blätter, Stängel und unreife Früchte können cyanogene Glykoside enthalten. Deshalb nur eindeutig reife Früchte verwenden, Pflanzenteile nicht roh probieren und die Pflanze von Kindern sowie Haustieren fernhalten.
Pflanzen und Umtopfen
Wann wird die Blaue Passionsblume ausgepflanzt?
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr nach den letzten stärkeren Frösten. So kann die Pflanze vor dem ersten Winter ein kräftiges Wurzelsystem bilden. Wähle einen geschützten Platz an einer warmen Wand und installiere die Rankhilfe bereits vor dem Einsetzen.
Welche Rankhilfe ist geeignet?
Verwende ein stabiles Rankgitter, gespannte Drähte oder ein Gerüst an Wand, Zaun oder Pergola. Die Pflanze klettert mit Ranken und benötigt Halt an dünnen, waagerechten oder senkrechten Elementen. Glatte Wände können die Ranken nicht zuverlässig tragen.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- plants.ces.ncsu.edu
- weeds.dpi.nsw.gov.au
- vicflora.rbg.vic.gov.au
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.




