
Kirschpflaume (Prunus cerasifera)
Die Kirschpflaume ist ein früh blühender, sommergrüner Kleinbaum oder Großstrauch aus der Familie der Rosengewächse. Im zeitigen Frühjahr erscheinen zahlreiche weiße Blüten, oft noch bevor sich das Laub …
Kirschpflaume – kurz vorgestellt
Die Kirschpflaume ist ein früh blühender, sommergrüner Kleinbaum oder Großstrauch aus der Familie der Rosengewächse. Im zeitigen Frühjahr erscheinen zahlreiche weiße Blüten, oft noch bevor sich das Laub vollständig entwickelt. Später reifen je nach Herkunft oder Sorte kleine, runde Früchte in Gelb, Orange, Rot oder dunklen Purpurtönen.
- Die Art eignet sich als Solitär, Fruchtgehölz, Sichtschutz und Vogelnährgehölz.
- Sie wächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz meist zuverlässig, braucht aber ausreichend Platz und sollte wegen möglicher Ausläufer regelmäßig kontrolliert werden.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- RosalesRosenartige
- Familie
- RosaceaeRosengewächse
- Gattung
- Prunus
- Art
- Prunus cerasifera
Kirschpflaume pflegen
Sonnenlicht
Volle Sonne bevorzugtEin vollsonniger Standort fördert Blüte, Fruchtbildung und eine dichte Krone.
Wasserbedarf
Bei Trockenheit tief wässernNach dem Pflanzen regelmäßig wässern, später nur bei anhaltender Trockenheit.
Frosthärte
Mitteleuropa meist winterhartIn Mitteleuropa gewöhnlich zuverlässig winterhart.
Bodentyp
Durchlässig und mäßig nährstoffreichMäßig nährstoffreicher, durchlässiger Lehmboden ist ideal.
pH-Wert
Sauer bis alkalisch verträglichDie Kirschpflaume verträgt saure, neutrale und alkalische Böden.
Giftigkeit und Sicherheit
Für Menschen und Haustiere: Fruchtfleisch reifer Früchte essbar; Steine und Samen nicht verzehren. Zerkauen oder Zermahl
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Das reife Fruchtfleisch gilt als essbar, der Stein und die darin enthaltene Samenanlage dürfen nicht zerkaut oder verzehrt werden. Laub und Stängel nicht essen.
Weitere Pflegetipps
- In den ersten zwei bis drei Standjahren bei Trockenheit durchdringend wässern.
- Eine lockere Mulchschicht aus Kompost oder Laub hält die Bodenfeuchte, darf aber nicht am Stamm anliegen.
- Triebe unterhalb der Veredlungsstelle und unerwünschte Wurzelausläufer früh entfernen.
- Nach der Blüte nur bei Bedarf auslichten; stärkere Schnitte besser im Sommer ausführen.
- Fallobst zeitnah auflesen, wenn Wespen, Fäulnis oder unerwünschte Selbstaussaat vermieden werden sollen.
- Licht: Leichter Halbschatten wird toleriert, kann aber die Blüten- und Fruchtleistung verringern.
- Wasser: Staunässe vermeiden, weil dauerhaft nasse Böden die Wurzeln schwächen.
- Winterhärte: Spätfröste können die frühe Blüte und junge Austriebe schädigen, besonders in Senken und exponierten Frostlagen.
- Boden: Sandige oder tonige Böden lassen sich mit Humus verbessern, solange Wasser zuverlässig abfließen kann.
- pH-Wert: Extreme Verdichtung und dauerhaft kalkreiche, trockene Aufschüttungen können das Wachstum dennoch begrenzen.
- Wuchshöhe: Je nach Herkunft und Erziehungsform etwa 5 bis 12 Meter hoch, bei breiter Krone. Vor dem Pflanzen die spätere Ausdehnung großzügig einplanen.
- Wuchs: Zügiger Wuchs mit aufrechter bis rundlicher Krone. Jungpflanzen können zahlreiche Seitentriebe oder Wurzelausläufer bilden und benötigen gelegentlich Erziehungsschnitt.
- Lebensdauer: Sommergrüner, ausdauernder Kleinbaum oder Großstrauch. Blüte im zeitigen Frühjahr, Fruchtreife meist im Sommer; der genaue Zeitpunkt variiert mit Klima und Sorte.
- Pflegeaufwand: Pflegeleicht, wenn der Standort durchlässig und ausreichend hell ist. Regelmäßige Kontrolle auf Ausläufer, Krankheiten und Platzbedarf bleibt bei älteren Pflanzen sinnvoll.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Herbst oder im zeitigen Frühjahr pflanzen, solange der Boden frostfrei und nicht vernässt ist.
- Einen sonnigen bis leicht geschützten Platz mit ausreichend Abstand zu Gebäuden, Wegen und Nachbarpflanzen wählen.
- Das Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie den Wurzelballen ausheben und verdichtete Erde lockern.
- Veredlungsstellen deutlich oberhalb der Bodenoberfläche halten.
- Nach dem Pflanzen gründlich einschlämmen und die Baumscheibe in den ersten Jahren frei von Konkurrenz halten.
Überwintern
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist robust und winterhart; die regionale Winterhärte hängt von Höhenlage, Exposition und Kleinklima ab.
- Junge Bäume in rauen Lagen mit einer lockeren Mulchschicht schützen, den Stamm aber frei halten.
- Früh austreibende Blüten können durch Spätfrost geschädigt werden; geschützte Lagen fördern den Fruchtansatz.
- Nach starken Schneefällen nasse Äste vorsichtig entlasten, besonders bei mehrstämmigen Exemplaren.
- Keine späten Stickstoffgaben ausbringen, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Vermehrung
- Für Sorten ist Chip-Veredelung oder Kopulation die zuverlässigste Methode.
- Stecklinge können im Frühsommer unter gespannter Luft und mit Bodenwärme bewurzelt werden.
- Aussaat ist möglich, ergibt aber keine sortenechten Nachkommen und benötigt eine Kälteperiode.
- Ausläufer können im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr abgetrennt und verpflanzt werden.
- Sämlinge entwickeln sich unterschiedlich und können stärker zur Ausläuferbildung neigen.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Prunus cerasifera wächst aufrecht, rundlich und oft mehrstämmig. Die sommergrünen Blätter sind elliptisch bis eiförmig, fein gesägt und bei der Wildart meist grün. Zierformen tragen dunkelrote bis purpurfarbene Blätter.
Die Rinde junger Zweige ist glatt und glänzend, ältere Stämme werden graubraun und längsrissig. Die rundlichen Steinfrüchte erinnern an kleine Pflaumen und reifen im Sommer.
Blüte
Blütenfarben
Wildart überwiegend weiß; gärtnerische Farbvarianten weiß, blassrosa bis rosa beziehungsweise rötlich rosa.
Blütenform
Die Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr, meist im März oder April, häufig mit dem beginnenden Laubaustrieb oder kurz davor. Sie besitzen fünf Kronblätter und zahlreiche Staubblätter. Bei der Wildart sind die Blüten überwiegend weiß; gärtnerische Formen können weiß bis rosa blühen.
Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich rundliche Steinfrüchte, deren Reifezeit und Färbung je nach Herkunft, Sorte und Witterungsverlauf variieren.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist März bis April; in milden Lagen früher, in höheren oder kalten Lagen später. Spätfrost kann die Blüte schädigen.
Bestäuber und Blütenbesucher
Honigbienen und Wildbienen
ApidaeNektar und Pollen der früh erscheinenden Blüten · März bis April
Dokumentierte Blütenbesucher an Prunus cerasifera; die frühe Blüte kann bei günstiger Witterung eine wichtige Nahrungsquelle sein.
Hummeln
Bombus spp.Blütenressourcen im zeitigen Frühjahr · März bis April
Hummeln wurden als Blütenbesucher der Kirschpflaume beobachtet, besonders während warmer, windarmer Frühlingstage.
Schwebfliegen
SyrphidaeBlütennektar und Pollen · März bis April
Schwebfliegen gehören zu den dokumentierten Besuchergruppen der Blüten von Prunus cerasifera.
Käfer
ColeopteraPollen und Blütengewebe · März bis April
Käfer werden als weitere Besucher der Blüten genannt; eine artspezifische Besucherangabe liegt nicht vor.
Herkunft und Lebensraum
Die Art stammt aus Südosteuropa, Westasien und dem Kaukasus. Sie besiedelt lichte Gehölzränder, offene Landschaften und gestörte Standorte. In Mitteleuropa wächst sie häufig verwildert an Wegen, Hecken und Siedlungsrändern.
Verwendung
Geeignet als freiwachsender Solitär, Fruchtgehölz, Blütenbaum, Vogelnährgehölz sowie für informelle Hecken und Sichtschutzpflanzungen. Die Früchte können reif frisch verarbeitet oder eingekocht werden, sofern die Steine entfernt werden.
Wissenswert
Die Kirschpflaume wird seit Jahrhunderten kultiviert und dient auch als Unterlage für andere Prunus-Arten. Dunkellaubige Sorten wie 'Atropurpurea' oder 'Nigra' verbinden frühe Blüte mit auffälligem Laub.
Prunus cerasifera – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum blüht die Kirschpflaume nicht?
Mögliche Ursachen sind zu wenig Licht, ein sehr junger Baum, übermäßiger Stickstoff, Spätfrost oder ein starker Rückschnitt im falschen Zeitraum. Auch Trockenstress im Vorjahr kann die Knospenbildung beeinträchtigen. Prüfe zuerst Standort, Wasserversorgung und Schnittzeitpunkt, bevor gedüngt wird.
Warum fallen die Früchte vorzeitig ab?
Fruchtfall kann durch Trockenheit, Spätfrost, unzureichende Bestäubung, starken Fruchtbehang oder Krankheiten ausgelöst werden. Gleichmäßige Bodenfeuchte während Blüte und Fruchtentwicklung hilft. Befallene Früchte sollten entfernt werden.
Bei regelmäßig starkem Ausfall sind Standort, Kronengesundheit und Sorteneigenschaften zu prüfen.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge treten häufig auf?
RHS nennt insbesondere Blattläuse, darunter die Pflaumenblattlaus, sowie Raupen. Kontrolliere junge Triebe und Blattunterseiten regelmäßig. Einzelne Kolonien können oft mechanisch entfernt werden.
Bei stärkerem Befall sollten im Hausgarten zunächst zugelassene, möglichst nützlingsschonende Maßnahmen nach aktueller Gebrauchsanleitung eingesetzt werden.
Welche Krankheiten können auftreten?
Möglich sind unter anderem Schrotschuss- beziehungsweise Blattkrankheiten, Silberblattkrankheit, Bakterienkrebs, Blütenwelke und Hallimasch. Gute Luftzirkulation, sauberes Schnittwerkzeug und das Entfernen kranker Pflanzenteile senken das Risiko. Stark geschädigte Äste nicht bei feuchter Witterung schneiden.
Grundpflege
Wie viel Sonne braucht die Kirschpflaume?
Ein vollsonniger Platz ist ideal, weil er Blüte, Fruchtansatz und Kronenentwicklung unterstützt. Leichter Halbschatten wird toleriert, führt aber häufig zu weniger Blüten und einer lockereren Krone. In heißen Regionen hilft ein windgeschützter Standort, wenn der Boden gleichmäßig frisch bleibt.
Wie oft muss eine Kirschpflaume gegossen werden?
Junge Bäume benötigen während der ersten zwei bis drei Jahre bei Trockenheit eine gründliche Wassergabe. Später reicht meist zusätzliches Wässern bei länger anhaltender Hitze. Lieber selten und durchdringend gießen als täglich kleine Mengen verteilen.
Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Welcher Boden ist geeignet?
Geeignet sind durchlässige, mäßig nährstoffreiche Lehm-, Sand- oder Tonböden. Verdichtete Flächen sollten vor dem Pflanzen tief gelockert werden. Kompost verbessert leichte Böden, während grober mineralischer Anteil den Wasserabzug in schweren Böden fördern kann.
Dauerhaft nasse Standorte sind ungeeignet.
Muss die Kirschpflaume gedüngt werden?
Auf normalen Gartenböden genügt meist eine jährliche dünne Kompostgabe im Frühjahr. Übermäßiger Stickstoff fördert weiche Langtriebe und kann die Blüten- und Fruchtbildung aus dem Gleichgewicht bringen. Bei schwachem Wachstum sollte zuerst eine Bodenanalyse erfolgen, statt vorsorglich stark zu düngen.
Praktische Pflege
Wann wird die Kirschpflaume geschnitten?
Leichte Korrekturen sind nach der Blüte möglich, stärkere Eingriffe sollten vorzugsweise im Sommer erfolgen. Entferne abgestorbene, sich kreuzende oder nach innen wachsende Äste. Wurzelausläufer und Triebe unterhalb der Veredlungsstelle werden möglichst früh und vollständig beseitigt.
Warum bildet der Baum viele Ausläufer?
Kirschpflaumen können sorten- und unterlagenabhängig Wurzelausläufer bilden, besonders nach starkem Rückschnitt oder Verletzungen. Junge Ausläufer werden direkt an ihrem Ansatz entfernt. Bloßes Abschneiden an der Bodenoberfläche fördert oft neues Austreiben.
Bei starkem Auftreten sollte die Ursache fachlich geprüft werden.
Was mache ich mit Fallobst?
Reife Früchte sollten bei Bedarf zeitnah aufgelesen werden, besonders unter Wegen, Spielbereichen und Sitzplätzen. Entferne faulende Früchte aus der Krone und vom Boden, um Wespen und Fäulniserreger weniger anzulocken. Für die Verarbeitung nur gesunde Früchte verwenden und alle Steine sorgfältig entfernen.
Standort und Sicherheit
Sind die Früchte essbar?
Das reife Fruchtfleisch der Kirschpflaume ist essbar und kann frisch oder verarbeitet verwendet werden. Der Stein muss vollständig entfernt werden. Steine und Samen dürfen nicht zerbissen, zermahlen oder verzehrt werden.
Für Kinder und Haustiere sollten heruntergefallene Früchte mit Stein nicht zugänglich bleiben.
Ist die Kirschpflaume für Haustiere giftig?
Eine pauschale Giftigkeit der gesamten Pflanze ist nicht belegt. Das Fruchtfleisch gilt als essbar, während Steine und Samen nicht gefressen werden dürfen. Auch Laub und Stängel gehören nicht in den Napf.
Bei Aufnahme zerkauter Steine oder größerer Pflanzenmengen ist tierärztlicher Rat erforderlich.
Pflanzen und Umtopfen
Wann ist die beste Pflanzzeit?
Containerpflanzen können grundsätzlich länger gesetzt werden, am günstigsten sind jedoch der Herbst und das zeitige Frühjahr. Gepflanzt wird nur bei frostfreiem, bearbeitbarem Boden. Nach dem Einsetzen wird gründlich eingeschlämmt.
Eine Mulchschicht hält Feuchtigkeit, darf aber nicht direkt am Stamm liegen.
Wie viel Platz braucht die Kirschpflaume?
Je nach Herkunft, Sorte und Erziehung kann die Krone mehrere Meter breit werden. Zu Mauern, Wegen und Leitungen sollte deshalb großzügiger Abstand eingeplant werden. Für Hecken sind regelmäßige Schnitte nötig.
Bei Solitärpflanzungen wirkt die natürliche, breit ausladende Form meist besser.
Quellen und Bildnachweise
- www.gbif.org
- www.rhs.org.uk
- burkeherbarium.org
- landscapeplants.oregonstate.edu
- www.calflora.org
- plants.ces.ncsu.edu
- www.poison.org
- forest.jrc.ec.europa.eu
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.





