
Sellerie (Apium graveolens)
Sellerie ist eine vielseitige Nutzpflanze aus der Familie der Doldenblütler. Je nach Kulturform werden vor allem gebleichte Blattstiele, aromatische Blätter, Samen oder die verdickte Wurzel genutzt. Die Art …
Sellerie – kurz vorgestellt
Sellerie ist eine vielseitige Nutzpflanze aus der Familie der Doldenblütler. Je nach Kulturform werden vor allem gebleichte Blattstiele, aromatische Blätter, Samen oder die verdickte Wurzel genutzt. Die Art Apium graveolens umfasst sowohl den Wildsellerie als auch die Ausgangsformen von Stangen-, Blatt- und Knollensellerie.
- Für eine gute Ernte braucht die Pflanze nährstoffreichen Boden, gleichmäßige Feuchtigkeit und einen möglichst langen, frostfreien Anbauzeitraum.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelingt sie am zuverlässigsten mit vorgezogenen Jungpflanzen.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- ApialesDoldenblütlerartige
- Familie
- ApiaceaeDoldenblütler
- Gattung
- ApiumSellerie
- Art
- Apium graveolens
Sellerie pflegen
Sonnenlicht
Sonne bis HalbschattenEin sonniger bis leicht halbschattiger Platz fördert kräftige Blattstiele und gleichmäßiges Wachstum.
Wasserbedarf
Gleichmäßig feuchtDer Boden muss während der gesamten Kulturzeit gleichmäßig feucht bleiben.
Frosthärte
Frostschutz für JungpflanzenJunge Pflanzen reagieren empfindlich auf Kälte und können nach längeren Kältephasen schossen.
Bodentyp
Humos und nährstoffreichIdeal ist ein humoser, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden.
pH-Wert
Schwach sauer bis neutralEin schwach saurer bis neutraler Gartenboden ist geeignet.
Giftigkeit und Sicherheit
Allergenes Lebensmittel; allergische Reaktionen können bei empfindlichen Menschen mild bis schwer verlaufen. Pflanzensaf
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Sellerie ist ein Lebensmittel, aber ein anerkannter Auslöser teils schwerer Allergien. Beim Umgang mit Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen und Sonnenlicht eine Hautreaktion auftreten.
Weitere Pflegetipps
- Während der gesamten Wachstumszeit gleichmäßig feucht halten
- Beete regelmäßig von konkurrenzstarken Unkräutern befreien
- Bei Gefäßkultur im Sommer regelmäßig flüssig nachdüngen
- Außen stehende Pflanzen bei Bedarf mit Papier oder Karton bleichen
- Welke oder fleckige Blätter frühzeitig entfernen
- Sellerie und Knollensellerie nicht jährlich am selben Platz anbauen
- Licht: In heißen Lagen schützt leichter Nachmittagsschatten vor übermäßiger Verdunstung.
- Wasser: Schon kurze Trockenphasen können faserige Stiele, Wachstumsstockungen oder vorzeitiges Schossen begünstigen.
- Winterhärte: Im Herbst rechtzeitig ernten oder mit Vlies und Mulch vor Frost schützen.
- Boden: Vor dem Pflanzen reifen Kompost oder gut verrotteter Mist einarbeiten; verdichtete Staunässe sollte dennoch vermieden werden.
- pH-Wert: Bei unbekanntem pH-Wert lohnt sich eine Bodenanalyse, bevor Kalk oder andere Bodenverbesserer eingesetzt werden.
- Wuchshöhe: Die Wildart wird meist etwa 10 bis 50 Zentimeter hoch. Kulturformen unterscheiden sich deutlich: Stangen-, Blatt- und Knollensellerie entwickeln je nach Sorte unterschiedliche Ausmaße.
- Wuchs: Sellerie wächst anfangs langsam und benötigt eine lange Kulturzeit. Gleichmäßige Wärme, regelmäßiges Wasser und nährstoffreicher Boden fördern die Bildung zarter Blattstiele oder kräftiger Wurzeln.
- Lebensdauer: Apium graveolens ist grundsätzlich zweijährig. Im ersten Jahr werden Blätter und Speicherorgane gebildet, im zweiten Jahr erscheinen Blütenstände und anschließend gerippte, hellbraune Früchte.
- Pflegeaufwand: Der Anbau ist mittelschwer, weil die Pflanzen langsam keimen und auf Kälte, Trockenheit sowie Nährstoffmangel empfindlich reagieren. Vorgezogene Jungpflanzen erleichtern den Einstieg deutlich.
Pflanzen und Umtopfen
- Jungpflanzen erst nach dem letzten stärkeren Frost ins Freiland setzen
- Vor dem Auspflanzen etwa eine Woche schrittweise abhärten
- In nährstoffreichen, feuchten Boden mit Kompost pflanzen
- Im Block etwa 23 Zentimeter Abstand in beide Richtungen einhalten
- Nach dem Pflanzen gründlich angießen und mit Vlies schützen
- Gefäße nur mit ausreichendem Volumen und Wasserabzug verwenden
Überwintern
- Sellerie wird im mitteleuropäischen Garten meist als einjährige Nutzpflanze kultiviert und vor stärkeren Frösten geerntet.
- Späte Bestände lassen sich mit Vlies, einer dicken Mulchschicht oder einer geschützten Lage kurzfristig verlängern.
- Für eine Überwinterung bis zur Blüte braucht die Pflanze einen milden, möglichst frostgeschützten Standort und darf nicht austrocknen.
Vermehrung
- Aussaat unter Glas oder im Haus ab März beginnen
- Samen nur dünn mit Erde bedecken, da Licht die Keimung unterstützt
- Für die Keimung mindestens etwa 15 Grad Celsius bereitstellen
- Mit einer Keimdauer von bis zu drei Wochen rechnen
- Sämlinge nach mehreren echten Blättern einzeln topfen
- Eigene Samen erst von vollständig ausgereiften Dolden sammeln
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Sellerie bildet zunächst eine bodennahe Blattrosette aus kräftig grünen, aromatischen, gefiederten Blättern. Je nach Kulturform entwickeln sich fleischige Blattstiele, eine verdickte Speicherwurzel oder besonders würzige Blätter. Im zweiten Jahr wächst ein verzweigter Blütenstand auf und trägt zahlreiche sehr kleine, helle Einzelblüten.
Die Pflanze bleibt meist kompakt bis mittelgroß; die genaue Höhe hängt stark von Kulturform und Standort ab.
Blüte
Blütenfarben
Die Wildart blüht weiß, teils mit grünlicher Zeichnung an den Kronblättern. Für gängige Kulturformen sind keine zuverlässig belegten abweichenden Blütenfarben in den geprüften Fachquellen dokumentiert.
Blütenform
Im zweiten Jahr erscheinen endständige und seitliche, locker verzweigte zusammengesetzte Dolden. Die zahlreichen Einzelblüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und sehr klein. Sie besitzen fünf weiße, teils grünlich geäderte Kronblätter sowie fünf Staubblätter.
Die Blütenstände entwickeln sich über dem aromatischen Laub und reifen anschließend zu gerippten, hellbraunen Früchten mit Samen. Die Blüte ist für die Samenvermehrung wichtig, wird bei Ertragssorten jedoch meist vermieden.
Blüte gewöhnlich im zweiten Standjahr, meist im Sommer. Der genaue Zeitpunkt hängt von Aussaat, Kälteeinwirkung, Sorte und Standort ab; vorzeitiges Schossen kann nach Kältestress auftreten.
Bestäuber und Blütenbesucher
Schwebfliegen
SyrphidaeNektar und Pollen · Während der Blüte im Sommer
Schwebfliegen wurden in Untersuchungen zu bestäubenden Insekten an Doldenblütlern einschließlich Apium graveolens beobachtet.
Wildbienen
Andrenidae und HalictidaeNektar und Pollen · Während der Blüte im Sommer
Mehrere Wildbienengruppen, darunter Sandbienen und Furchenbienen, wurden als Blütenbesucher von Sellerie dokumentiert.
Herkunft und Lebensraum
Die Wildform wächst an feuchten, nährstoffreichen Standorten wie Marschwiesen, Ufern, Gräben und salzbeeinflussten Böden. Kultursellerie stammt von dieser Feuchtstandortpflanze ab und reagiert empfindlich auf anhaltende Trockenheit.
Verwendung
Stangensellerie wird roh, gedünstet oder gekocht verwendet. Knollensellerie würzt Suppen, Eintöpfe und Salate, während Blattsellerie vor allem als Küchenkraut dient. Reife Samen werden sparsam als Gewürz eingesetzt.
Die Pflanze eignet sich für Gemüsegärten, Hochbeete und große Gefäße mit zuverlässiger Wasserversorgung.
Wissenswert
Die Art ist zweijährig: Im ersten Jahr steht das Blatt- oder Speicherwachstum im Vordergrund, im zweiten Jahr die Blüte und Samenbildung. Kältereize während der Jungpflanzenphase können jedoch vorzeitiges Schossen auslösen. Die winzigen Blüten sitzen in zusammengesetzten Dolden, dem typischen Blütenstand vieler Doldenblütler.
Apium graveolens – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum werden Selleriestangen faserig und zäh?
Faserige Stangen entstehen vor allem durch Trockenheit, Überalterung oder langsames Wachstum bei Nährstoffmangel. Halte das Beet gleichmäßig feucht, ernte die Stangen rechtzeitig und versorge den Boden vor der Pflanzung mit reichlich organischer Substanz.
Was tun bei Blattflecken auf Sellerie?
Entferne Blätter mit trockenen oder ausgedehnten Flecken und vermeide lang anhaltende Blattnässe. Pflanze mit ausreichendem Abstand, sorge für Luftbewegung und baue Sellerie mehrere Jahre nicht am selben Standort an. Stark befallene Pflanzen sollten aus dem Beet genommen werden.
Schädlinge und Krankheiten
Was hilft gegen Schnecken an Sellerie?
Schnecken fressen besonders junge Selleriepflanzen. Kontrolliere das Beet regelmäßig am Abend, entferne Verstecke, halte die Umgebung übersichtlich und setze bei Bedarf zugelassene Schutzmaßnahmen nach Etikett ein. Eine gleichmäßige Kulturpflege verhindert, dass kleine Pflanzen überwuchert werden.
Wie erkenne ich die Selleriefliege?
Die Larven der Selleriefliege minieren im Blattinneren und hinterlassen helle, später vertrocknende Fraßgänge. Entferne befallene Blätter vollständig und entsorge sie nicht auf dem Kompost. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz erschwert den Zuflug, wenn es frühzeitig angebracht wird.
Grundpflege
Warum schießt Sellerie vorzeitig?
Vorzeitiges Schossen wird häufig durch Kälte während der Jungpflanzenphase, abrupte Temperaturwechsel oder ungünstige Tageslängen begünstigt. Halte Jungpflanzen warm, pflanze nicht zu früh aus und schütze sie nach dem Setzen mehrere Wochen mit Vlies oder einer Haube.
Wie oft muss Sellerie gegossen werden?
Gieße immer dann, wenn die oberste Bodenschicht abzutrocknen beginnt, und dringe mit dem Wasser bis in den Wurzelraum vor. Bei Hitze kann tägliches Wässern nötig sein. Mulch aus reifem Kompost verringert Verdunstung und stabilisiert die Bodenfeuchte.
Wie keimt Selleriesaat zuverlässig?
Säe in feines, feuchtes Substrat und bedecke die Samen nur sehr dünn, weil Licht die Keimung unterstützt. Halte das Saatgefäß warm, idealerweise ab etwa 15 Grad Celsius, und rechne mit bis zu drei Wochen Keimzeit. Nicht austrocknen lassen.
Welcher Standort eignet sich für Sellerie?
Wähle einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz mit humosem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden. Trockene Sandbeete sind ohne regelmäßige Bewässerung ungünstig. Eine geschützte Lage hilft, Kältestress und vorzeitiges Schossen bei Jungpflanzen zu vermeiden.
Praktische Pflege
Muss Sellerie gebleicht werden?
Selbstbleichende Sorten benötigen meist keine zusätzliche Maßnahme, besonders wenn sie eng im Block stehen. Für mildere, hellere Stangen kannst du einige Wochen vor der Ernte Papier oder Karton um die Blattstiele legen, ohne die Blätter vollständig abzudecken.
Wie ernte ich Stangensellerie richtig?
Schneide einzelne äußere Stangen knapp über dem Boden ab oder ernte die gesamte Pflanze, sobald die gewünschte Größe erreicht ist. Warte nicht zu lange, weil ältere Stangen zunehmend faserig werden. Bei drohendem Frost sollte die Ernte abgeschlossen sein.
Wann sollte Sellerie geerntet werden?
Stangen- und Blattsellerie werden meist ab dem Hochsommer bis in den Herbst geerntet, sobald die Pflanzen ausreichend groß sind. Knollensellerie bleibt länger stehen. Ernte vor stärkerem Frost oder schütze den Bestand kurzfristig mit Vlies und Mulch.
Standort und Sicherheit
Ist Sellerie für Menschen mit Allergien problematisch?
Sellerie gehört zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Reaktionen können Haut, Atemwege oder Verdauung betreffen und in schweren Fällen systemisch werden. Wer bereits auf Sellerie oder bestimmte Pollen und Doldenblütler reagiert, sollte neue Zubereitungen nicht unbedacht probieren.
Kann Sellerie Hautreizungen verursachen?
Pflanzensaft von Sellerie kann bei empfindlichen Menschen und anschließender Sonnenexposition phototoxische Reaktionen auslösen. Trage bei größeren Pflegearbeiten Handschuhe, wasche Saft rasch ab und bedecke betroffene Haut. Bei Blasen, starken Schmerzen oder ausgedehnter Rötung ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Pflanzen und Umtopfen
Wann wird Sellerie in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgepflanzt?
Setze vorgezogene Selleriepflanzen erst nach dem letzten stärkeren Frost ins Beet. In vielen Regionen ist das Ende Mai bis Anfang Juni, in milden Lagen früher. Entscheidend ist, dass die Pflanzen zuvor abgehärtet wurden und nachts nicht länger starkem Kältestress ausgesetzt sind.
Kann Sellerie im Topf wachsen?
Ja, sofern das Gefäß ausreichend groß ist, überschüssiges Wasser ablaufen kann und das Substrat Feuchtigkeit speichert. Stelle den Topf sonnig und windgeschützt auf. Kontrolliere im Sommer täglich die Feuchte und dünge bei kräftigem Wachstum etwa alle zwei Wochen moderat nach.
Darf Sellerie jedes Jahr am gleichen Platz stehen?
Besser nicht. Sellerie und Knollensellerie teilen sich Krankheiten und Schaderreger, weshalb eine mehrjährige Anbaupause sinnvoll ist. Wechsle in der Fruchtfolge den Standort und entferne Erntereste vollständig.
Auch enge Verwandte aus der Familie der Doldenblütler sollten nicht dauerhaft folgen.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- plants.ces.ncsu.edu
- burkeherbarium.org
- www.smmflowers.org
- www.efsa.europa.eu
- www.efsa.europa.eu
- dermnetnz.org
- apigw.eurekamag.com
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.




