
Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
Die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) ist ein heimisches, horstig wachsendes Süßgras für frische bis feuchte Gartenbereiche. Ihre schmalen, dunkelgrünen Blätter bilden einen dichten, wintergrünen Schopf, aus dem im Sommer …
Rasen-Schmiele – kurz vorgestellt
Die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) ist ein heimisches, horstig wachsendes Süßgras für frische bis feuchte Gartenbereiche. Ihre schmalen, dunkelgrünen Blätter bilden einen dichten, wintergrünen Schopf, aus dem im Sommer luftige Rispen aufragen. Das Gras passt besonders gut an Teichränder, in naturnahe Beete und in feuchte Wiesenpflanzungen.
Es bleibt über Jahre zuverlässig am Platz, ohne Ausläufer zu bilden, und bringt mit seinen beweglichen Blütenständen Struktur bis in den Winter.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- Poales
- Familie
- PoaceaeSüßgräser
- Gattung
- Deschampsia
- Art
- Deschampsia cespitosa
Rasen-Schmiele pflegen
Sonnenlicht
Sonne bis HalbschattenHeller Platz bis lichter Halbschatten fördert standfeste Halme und üppige Rispen.
Wasserbedarf
Gleichmäßig feuchter BodenDer Wurzelbereich sollte während der Wachstumszeit gleichmäßig feucht bleiben.
Frosthärte
Wintergrün und frosthartDie Art gilt in Mitteleuropa als zuverlässig winterhart.
Bodentyp
Humoser LehmHumoser Lehm oder nährstoffreicher, gut durchlässiger Gartenboden ist geeignet.
pH-Wert
Sauer bis neutralGeeignet sind saure bis neutrale Böden.
Giftigkeit und Sicherheit
Keine belegte Giftigkeit durch Inhaltsstoffe; bei Menschen besteht durch raue, scharfkantige Blätter und Halme ein mecha
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Keine bekannte Giftigkeit für Menschen oder Haustiere. Die scharf rauen Blattränder können bei direktem Kontakt jedoch mechanische Hautverletzungen verursachen.
Weitere Pflegetipps
- Im ersten Standjahr bei ausbleibendem Regen durchdringend wässern.
- Auf dauerhaft trockenen, heißen Standorten die Pflanze regelmäßig beobachten.
- Düngung nur bei sichtbar nährstoffarmem Boden sparsam einsetzen.
- Verblühte Rispen erst im Spätwinter entfernen, wenn der Wintersaspekt gewünscht ist.
- Horste teilen, sobald die Mitte verkahlt oder die Pflanze deutlich nachlässt.
- Licht: In tiefem Schatten kann der Wuchs lockerer werden und die Blüte schwächer ausfallen.
- Wasser: Kurzzeitige Trockenheit wird nach guter Einwurzelung toleriert, längere Dürre mindert jedoch die Vitalität.
- Winterhärte: Entscheidend sind ein eingewurzelter Horst, ein nicht vernässter Wurzelbereich und ausreichende Bodenfeuchte im Sommer.
- Boden: Schwere Erde vor dem Pflanzen lockern; dauerhaft stehendes Wasser vermeiden.
- pH-Wert: Kalkreiche Erde wird toleriert, sofern Feuchtigkeit und Bodenstruktur stimmen; eine starke Aufkalkung ist nicht nötig.
- Wuchshöhe: Je nach Herkunft und Standort erreicht die Rasen-Schmiele etwa 30 bis 150 Zentimeter. Zierformen können in ihrer Höhe und Rispenwirkung abweichen.
- Wuchs: Sie wächst horstig und langsam bis mittelstark. Bis zur vollen Wirkung vergehen meist mehrere Jahre; Ausläufer bildet sie nicht.
- Lebensdauer: Mehrjähriges, überwiegend wintergrünes Süßgras. Die Blätter bleiben in milden Wintern erhalten, während die alten Blütenhalme bis zum Rückschnitt stehen bleiben können.
- Pflegeaufwand: Pflegeleicht, wenn der Boden nicht austrocknet. Der wichtigste Pflegepunkt ist eine ausreichende Wasserversorgung während der Anwachsphase und bei sommerlicher Trockenheit.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Frühjahr oder Herbst pflanzen, solange der Boden offen und nicht gefroren ist.
- Pflanzloch ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben.
- Verdichteten Boden tief lockern und mit reifem Kompost verbessern.
- Horstoberfläche auf gleicher Höhe wie zuvor setzen.
- Nach dem Pflanzen gründlich einschlämmen und im ersten Jahr regelmäßig kontrollieren.
Überwintern
- Alte Halme bis zum Spätwinter stehen lassen; sie schützen den Horst und erhalten die Struktur.
- Ende Februar oder im zeitigen März handbreit über dem Boden zurückschneiden.
- In rauen Lagen ist kein spezieller Winterschutz erforderlich, sofern der Boden nicht vernässt.
- Kübelpflanzen vor dauerhaftem Durchfrieren des Wurzelballens schützen.
- Nach nassem Winter abgestorbene Blätter aus dem Horst herauskämmen.
Vermehrung
- Teilung großer Horste im zeitigen Frühjahr oder frühen Sommer durchführen.
- Wurzelstock mit Spaten in kräftige Teilstücke mit mehreren Trieben teilen.
- Teilstücke sofort wieder einsetzen und gleichmäßig feucht halten.
- Aussaat im Frühjahr oder Herbst direkt an Ort und Stelle möglich.
- Samen nur dünn bedecken, da die Keimlinge Licht benötigen.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Die Rasen-Schmiele bildet dichte, halbkugelige Horste mit rauen, schmalen Blättern. Die aufrechten bis leicht überhängenden Halme tragen lockere, federartige Rispen. Während der Blüte wirken sie silbrig-violett bis grünlich-golden, später strohfarben.
Die Samenstände bleiben lange dekorativ und bewegen sich schon bei leichtem Wind.
Blüte
Blütenfarben
Bei der Wildart sind silbrig-violette, grünliche und später gold- bis strohfarbene Rispen belegt. Gärtnerische Auslesen und Sorten werden zusätzlich mit bronze- oder goldtönigen Rispen beschrieben; diese Farbangaben beziehen sich auf die Blütenstände, nicht auf auffällige Einzelblüten.
Blütenform
Die Blüten erscheinen in lockeren, weit verzweigten Rispen, die zunächst grünlich bis silbrig-violett wirken. Die kleinen, meist zwei- bis dreiblütigen Ährchen sitzen an rauen, abstehenden Rispenästen. Im weiteren Verlauf hellen die Rispen auf und können grünlich-goldene, silbrige oder strohfarbene Töne annehmen.
Die feine Struktur bleibt nach der Blüte lange sichtbar und verleiht dem Horst eine bewegte, transparente Wirkung.
In Mitteleuropa meist Juni bis August. Der genaue Beginn hängt von Höhenlage, Frühjahrstemperatur, Bodenfeuchte und Sonneneinstrahlung ab; an kühlen Standorten kann sich die Blüte nach hinten verschieben.
Bestäuber und Blütenbesucher
Keine belegten tierischen Blütenbesucher angegeben. Die Rasen-Schmiele ist ein windbestäubtes Süßgras; ihre ökologische Bedeutung umfasst unter anderem die Nutzung als Raupenfutterpflanze durch bestimmte Tagfalter.
Herkunft und Lebensraum
Die Art besiedelt feuchte Wiesen und Weiden, Quellfluren, lichte Laubwälder, Moore, Flussufer und andere dauerhaft oder zeitweise feuchte Lebensräume. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht in gemäßigten und subarktischen Regionen weit über Europa hinaus.
Verwendung
Geeignet für feuchte Staudenbeete, Teichränder, naturnahe Pflanzungen, Wiesenbereiche und lichte Gehölzränder. Die Rispen lassen sich frisch oder getrocknet verwenden. Als heimisches Gras unterstützt die Art außerdem Lebensräume für bestimmte Schmetterlingsraupen.
Wissenswert
Die Blätter fühlen sich ungewöhnlich rau an und können bei unvorsichtigem Zugreifen die Haut schürfen oder schneiden. Kew nennt Deschampsia cespitosa als Futterpflanze für die Raupen des Ringelspanners? Nein - belegt sind die Raupen des Ringlets und des Graylings, zweier britischer Tagfalter.
Deschampsia cespitosa – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum blüht meine Rasen-Schmiele kaum?
Häufige Ursachen sind zu tiefer Schatten, Trockenstress, ein sehr junger Horst oder ein übermäßig dichter Pflanzenbestand. Prüfe außerdem, ob der Boden im Sommer ausreichend feucht bleibt. Nach einer Teilung oder Umpflanzung kann die Blüte eine Saison schwächer ausfallen, bevor sich die Pflanze erholt.
Warum liegen die Halme der Rasen-Schmiele um?
In tiefem Schatten, bei starkem Stickstoffangebot oder auf dauerhaft weichem, nassem Boden werden die Halme oft weniger standfest. Ein heller Standort, zurückhaltende Düngung und ein nicht staunasser Boden helfen. Sehr üppige Horste kannst du im zeitigen Frühjahr teilen, wenn die Mitte instabil wird.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge befallen Deschampsia cespitosa?
Die Art gilt im Garten allgemein als wenig schädlingsanfällig. Kontrolliere dennoch bei schwachem Wuchs die Halmbasis auf Fäulnis und die Blätter auf ungewöhnliche Verfärbungen. Schnecken verursachen an etablierten, derben Horsten meist keine größeren Schäden.
Chemische Behandlungen sind normalerweise nicht erforderlich.
Kann Rasen-Schmiele von Rost befallen werden?
Ein Rostbefall ist möglich, aber nicht regelmäßig zu erwarten. Entferne stark befallene Blätter, verbessere die Luftzirkulation und vermeide dauerhaft nasses Laub. Schneide die Pflanze nicht während feuchter Witterung.
Bei wiederkehrenden Problemen hilft oft ein luftigerer Standort mit weniger dichter Nachbarschaft.
Grundpflege
Wie oft muss die Rasen-Schmiele gegossen werden?
Im ersten Standjahr bei trockenem Wetter etwa einmal wöchentlich durchdringend wässern, statt täglich kleine Mengen zu geben. Später genügt meist der natürliche Niederschlag, solange der Boden nicht über längere Zeit austrocknet. In heißen Sommern braucht die Pflanze an sonnigen Standorten zusätzliche Wassergaben.
Kann Deschampsia cespitosa in voller Sonne wachsen?
Ja, ein sonniger Standort ist möglich, wenn der Boden ausreichend Feuchtigkeit hält. Bei trockener Hitze können Blätter und Rispen jedoch an Qualität verlieren. In Regionen mit heißen Sommern ist ein heller Platz mit etwas Nachmittagsschatten meist günstiger als ein vollständig ungeschützter Südrand.
Wie wird die Rasen-Schmiele geteilt?
Grabe den Horst im zeitigen Frühjahr oder frühen Sommer aus und teile ihn mit einem scharfen Spaten in mehrere Stücke. Jedes Teilstück sollte kräftige Triebe und Wurzeln besitzen. Setze die Stücke sofort wieder ein, drücke die Erde an und halte sie mehrere Wochen gleichmäßig feucht.
Wie werden Samen von Deschampsia cespitosa ausgesät?
Säe im Frühjahr oder Herbst direkt an Ort und Stelle auf fein vorbereiteten Boden. Drücke die Samen nur an oder bedecke sie höchstens sehr dünn, da die Keimlinge Licht benötigen. Halte die Aussaat gleichmäßig feucht und entferne konkurrierende Unkräuter vorsichtig, bis die Sämlinge kräftig sind.
Verträgt die Rasen-Schmiele zeitweise Staunässe?
Kurzzeitig feuchte oder nasse Bedingungen werden besser vertragen als von vielen anderen Ziergräsern. Dauerhafte Staunässe im verdichteten Boden kann jedoch die Wurzeln schädigen. Sorge deshalb für lockere Bodenstruktur und einen Wasserabzug, besonders in schweren Böden und bei Pflanzung im Kübel.
Praktische Pflege
Wann wird die Rasen-Schmiele zurückgeschnitten?
Der Rückschnitt erfolgt im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, idealerweise kurz vor dem Neuaustrieb. Schneide die alten Halme mit einer scharfen Schere oder Heckenschere handbreit über dem Boden ab. Im Herbst entfernst du nur kranke oder umgeknickte Pflanzenteile.
Muss die Rasen-Schmiele gedüngt werden?
Auf normalem Gartenboden ist regelmäßige Düngung meist nicht nötig. Bei sehr magerem oder ausgelaugtem Boden kann im Frühjahr eine dünne Kompostgabe ausreichen. Zu viel Stickstoff führt zu weichem, instabilem Wuchs und erhöht bei hohen Rispen die Gefahr des Auseinanderfallens.
Standort und Sicherheit
Ist die Rasen-Schmiele giftig für Kinder oder Haustiere?
Eine Giftigkeit durch Pflanzeninhaltsstoffe ist nicht belegt. Die Blätter und Halme sind jedoch rau und scharfkantig und können bei unvorsichtigem Greifen kleine Schnittverletzungen verursachen. An Spielbereichen solltest du die Pflanze deshalb nicht unmittelbar an schmalen Wegen oder Sitzplätzen pflanzen.
Kann man die Rasen-Schmiele als Tierfutter verwenden?
Für die private Fütterung von Haustieren ist die Art nicht als gezielte Futterpflanze zu empfehlen. Kew beschreibt eine Nutzung durch Pferde und Kaninchen vor allem bei knappem Nahrungsangebot, nennt aber auch eine häufige Vermeidung durch Rinder. Verwechslungen, Verschmutzung und ungeeignetes Schnittgut bleiben praktische Risiken.
Pflanzen und Umtopfen
Wann ist die beste Pflanzzeit?
Containerpflanzen können im Frühjahr oder Herbst gesetzt werden, solange der Boden offen und nicht gefroren ist. Das Frühjahr erleichtert die Beobachtung der Wasserversorgung, während Herbstpflanzungen bei ausreichend feuchter Erde gut einwurzeln. Sehr heiße, trockene Sommerwochen sind für das Pflanzen ungünstig.
Welcher Abstand ist zwischen mehreren Pflanzen sinnvoll?
Für eine geschlossene, aber nicht gedrängte Pflanzung sind ungefähr 50 bis 70 Zentimeter Abstand sinnvoll. Bei kleinen Sorten kann weniger genügen, bei kräftigen Herkünften mehr. Der Abstand sollte so gewählt werden, dass die Horste später zusammenwirken, ohne sich dauerhaft gegenseitig zu bedrängen.
Welche Pflanzen passen zur Rasen-Schmiele?
Geeignet sind Stauden mit ähnlichen Ansprüchen an frische bis feuchte Böden, etwa Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria), Mädesüß (Filipendula ulmaria) oder Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica). Kombiniere sie so, dass die lockeren Rispen sichtbar bleiben und die Partnerpflanzen den Horst nicht vollständig beschatten.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- plants.ces.ncsu.edu
- www.infoflora.ch
- www.floraweb.de
- botsoc.scot
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.





