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Phaseolus coccineus
Feuerbohne (Phaseolus coccineus). Standort: Volle Sonne.
PflanzenlexikonFabaceaePhaseolus

Feuerbohne (Phaseolus coccineus)

Die Feuerbohne ist eine kräftige Kletterpflanze für sonnige Gemüsebeete, große Kübel und Rankgerüste. Ihre scharlachroten Blüten erscheinen in auffälligen Trauben, anschließend entwickeln sich lange, flache Hülsen. Je nach …

Feuerbohne – kurz vorgestellt

Die Feuerbohne ist eine kräftige Kletterpflanze für sonnige Gemüsebeete, große Kübel und Rankgerüste. Ihre scharlachroten Blüten erscheinen in auffälligen Trauben, anschließend entwickeln sich lange, flache Hülsen. Je nach Sorte blüht sie auch weiß, rosa oder zweifarbig.

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird sie meist einjährig kultiviert, obwohl sie unterirdisch Knollen bilden kann.
  • Für eine reiche Ernte braucht sie einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, eine stabile Kletterhilfe und während Blüte und Hülsenbildung gleichmäßig feuchte Erde.

Taxonomische Einordnung

Abteilung
TracheophytaGefäßpflanzen
Ordnung
FabalesSchmetterlingsblütenartige
Familie
FabaceaeHülsenfrüchtler
Gattung
Phaseolus
Art
Phaseolus coccineus

Feuerbohne pflegen

Sonnenlicht

Volle Sonne

Ein vollsonniger, möglichst windgeschützter Platz fördert kräftiges Wachstum, eine lange Blüte und zuverlässigen Hülsenansatz.

Wasserbedarf

Gleichmäßig feucht

Halte die Erde besonders ab Knospenbildung bis zur Ernte gleichmäßig feucht.

Frosthärte

Frostempfindliche Sommerkultur

Im mitteleuropäischen Garten wird die Feuerbohne überwiegend als frostempfindliche Sommerkultur angebaut.

Bodentyp

Tiefgründig und humos

Ideal ist ein tiefgründiger, humoser und nährstoffreicher Boden mit guter Wasserspeicherung.

pH-Wert

Neutral bis schwach sauer

Ein neutraler bis schwach saurer Boden ist geeignet.

Weitere Pflegetipps

  • Junge Ranken frühzeitig an die Kletterhilfe führen.
  • Hülsen regelmäßig pflücken, solange sie jung und zart sind.
  • Übermäßig stickstoffreiche Düngung vermeiden, weil sie vor allem Blattmasse fördert.
  • Bei Trockenheit den Boden gründlich durchdringend wässern.
  • Kranke oder stark befallene Blätter zeitnah entfernen und nicht kompostieren.
  • Licht: Leichter Schatten ist möglich, mindert aber meist Ertrag und Blütenfülle.
  • Wasser: Gieße morgens den Wurzelbereich und vermeide häufiges Benetzen der Blätter.
  • Winterhärte: Der oberirdische Teil stirbt bei Frost ab; eine sichere Freilandüberwinterung ist nicht vorauszusetzen.
  • Boden: Verdichtete oder staunasse Flächen vor der Pflanzung gründlich lockern und verbessern.
  • pH-Wert: Bei deutlich saurem Boden kann eine Bodenanalyse zeigen, ob eine maßvolle Kalkgabe erforderlich ist.
  • Wuchshöhe: Die Ranken erreichen je nach Sorte und Kulturführung mehrere Meter Länge. Verwende ein ausreichend hohes, stabiles Gerüst und sichere es gegen Wind und das Gewicht nasser Pflanzen.
  • Wuchs: Das Wachstum beginnt bei warmem Boden zügig und verläuft während des Sommers kräftig. Regelmäßiges Anleiten verhindert ein Verknoten der Triebe und verbessert die Belichtung.
  • Lebensdauer: Die Art kann einjährig oder mehrjährig wachsen, wird in Mitteleuropa aber meist einjährig kultiviert. In frostfreien Regionen können unterirdische Knollen mehrere Jahre überdauern.
  • Pflegeaufwand: Bei passender Wärme, ausreichend Wasser und einer stabilen Rankhilfe ist die Kultur unkompliziert. Probleme entstehen vor allem durch kalte Böden, Trockenstress, Schnecken und unregelmäßige Ernte.

Pflanzen und Umtopfen

  • Rankgerüst vor der Aussaat oder Pflanzung standsicher aufstellen.
  • Nach den letzten stärkeren Frösten ins Freiland setzen.
  • Einen sonnigen, windgeschützten Platz mit tief gelockertem Boden wählen.
  • Pro kräftigem Rankstab nur wenige Pflanzen setzen, damit die Ranken gut belüftet bleiben.
  • Vorgetriebene Jungpflanzen vorsichtig pflanzen, da die Wurzeln empfindlich auf Störung reagieren.

Überwintern

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist vor dem ersten stärkeren Frost abernten.
  • Oberirdische Triebe nach dem Absterben entfernen und kompostieren.
  • Knollen nur in milden Lagen und gut drainiertem Boden versuchsweise überwintern.
  • Für eine sichere Kultur im Folgejahr Samen trocken und kühl lagern.
  • Kübel frostfrei, trocken und möglichst hell einräumen, falls Knollen erhalten werden sollen.

Vermehrung

  • Die Vermehrung erfolgt zuverlässig durch Samen.
  • Große, gesunde Bohnen im Frühjahr direkt in Töpfe oder ins Beet säen.
  • Samen etwa 3 bis 5 Zentimeter tief ablegen.
  • Vorkultur erst beginnen, wenn ein heller, frostfreier Platz vorhanden ist.
  • Eigene Samen nur von vollständig ausgereiften, trockenen Hülsen gewinnen.

Wuchs und Aussehen

LaubDreiteilige, grüne Blätter mit großen, breit eiförmigen bis rhombischen Fiederblättchen.
ZierwertAuffällige Blütentrauben und lange, flache Hülsen verbinden Zier- und Nutzwert.
WachstumDas Wachstum beginnt bei warmem Boden zügig und verläuft während des Sommers …
HöheDie Ranken erreichen je nach Sorte und Kulturführung mehrere Meter Länge. Verwende …
LebensdauerDie Art kann einjährig oder mehrjährig wachsen, wird in Mitteleuropa aber meist …

Blattfarben

Grün

Gartenstil

🌱 Nutzgarten🌱 Bauerngarten🌱 Cottage-Garten🌱 Kübelgarten🌱 Sichtschutzpflanzung

Phaseolus coccineus bildet eine windende, starkwüchsige Ranke mit dreiteiligen, grünen Blättern. Die Triebe können je nach Typ mehrere Meter lang werden. Aufrechte Blütentrauben stehen seitlich an den Trieben.

Nach der Blüte folgen flache, grüne Hülsen mit mehreren Samen. Zierwert und Nutzwert lassen sich bei dieser Bohne besonders gut verbinden.

Blüte

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Blütenfarben

ScharlachrotRotbraunWeißRosaZweifarbig

Die Wildform blüht überwiegend scharlachrot bis rotbraun. Bei gärtnerischen Formen sind außerdem weiße, rosafarbene und zweifarbige Blüten belegt.

Blütenform

Aufrechte, achselständige TraubeForm der Blüte
DuftNoch keine verlässliche Angabe
BlütengrößeDie Standardblüte der Wildform ist etwa 14 bis 19 Millimeter lang und 14 bis 19 Millimeter breit.2 / 3
AllergenpotenzialNoch keine verlässliche Angabe
PollentypNoch keine verlässliche Angabe

Die Feuerbohne bildet kurze bis deutlich verlängerte, aufrechte Trauben mit mehreren Blütenknoten. Die Blüten sind schmetterlingsblütig aufgebaut und besitzen eine große, rundliche Fahne sowie seitliche Flügel und einen gekrümmten Schiffchenbereich. Bei der Wildform sind die Blüten überwiegend scharlachrot bis rotbraun.

Gartenformen zeigen zusätzlich weiße, rosafarbene oder zweifarbige Blüten. Die Blüte steht meist über dem Blattwerk und ist dadurch gut sichtbar.

In Mitteleuropa meist von Juni bis September, abhängig von Aussaatzeit, Wärme, Sorte und Standort. Kühle Sommer können den Blühbeginn verzögern.

Bestäuber und Blütenbesucher

Honigbiene

Apis mellifera

Nektar und Pollen · Sommer

Honigbienen wurden als Besucher und wirksame Bestäuber von Feuerbohnenblüten dokumentiert. Regelmäßiger Insektenbesuch kann Hülsenansatz und Samenertrag verbessern.

Hummeln

Bombus spp.

Nektar und Pollen · Sommer

Arten der Gattung Bombus gehören zu den belegten Besuchern und Bestäubern von Feuerbohnenblüten. Ihre kräftige Körpergröße passt zum komplexen Blütenbau.

Holzbienen

Xylocopa spp.

Nektar und Pollen · Sommer

Holzbienen wurden bei der Blütennutzung von Phaseolus coccineus beobachtet. In Untersuchungen konnten Besuche dieser Gattung den Hülsen- und Samenertrag beeinflussen.

Herkunft und Lebensraum

Die Art stammt aus Mexiko bis Nicaragua und wächst dort in höher gelegenen, saisonal trockenen Gebieten, häufig in lichten Wäldern, Gebüschen und an Bachläufen. Im mitteleuropäischen Garten benötigt sie frostfreie Sommerbedingungen.

Verwendung

Die jungen Hülsen werden gekocht als Gemüse verwendet. Ausgereifte Samen eignen sich nach vollständigem Durchgaren als Trockenbohnen. Außerdem begrünt die Feuerbohne Rankgerüste, Zäune und Sichtschutzbereiche und liefert während der Blüte Nahrung für bestimmte bestäubende Insekten.

Wissenswert

Die Blüten sitzen in traubigen Blütenständen und besitzen einen auffälligen, für Schmetterlingsblütler typischen Blütenbau. Insektenbesuche können den Hülsen- und Samenertrag deutlich verbessern. Die Art wird in kühlen Regionen meist einjährig genutzt, kann aber unter günstigen Bedingungen unterirdische Speicherorgane ausbilden.

Häufige Fragen

Häufige Probleme

Was hilft gegen Schnecken an Feuerbohnen?

Schnecken fressen besonders junge Triebe und frisch gesetzte Pflanzen. Kontrolliere die Beete abends, entferne Verstecke und schütze gefährdete Pflanzen mit einer passenden Barriere. Gieße morgens statt abends und halte den unmittelbaren Pflanzenfuß übersichtlich.

Bei starkem Befall müssen junge Pflanzen bis zum kräftigen Austrieb besonders geschützt werden.

Warum wachsen Feuerbohnen nur langsam?

Kalte Erde, niedrige Nachttemperaturen, verdichteter Boden oder Wassermangel bremsen das Wachstum. Feuerbohnen starten erst bei ausreichend warmer Witterung kräftig. Lockere den Boden vorsichtig, halte ihn gleichmäßig feucht und schütze junge Pflanzen bei kalten Nächten.

Eine verspätete Aussaat entwickelt sich oft schneller als eine zu frühe.

Schädlinge und Krankheiten

Welche Schädlinge treten an Feuerbohnen auf?

Feuerbohnen können von Blattläusen, Schnecken und gelegentlich Bohnenrost betroffen sein. Prüfe junge Triebe und Blattunterseiten regelmäßig. Kleine Blattlauskolonien lassen sich oft durch Abstreifen oder einen kräftigen Wasserstrahl reduzieren.

Stark geschädigte Pflanzenteile entfernen und bei Pilzproblemen für bessere Luftzirkulation sowie trockenes Laub sorgen.

Grundpflege

Welche Rankhilfe braucht die Feuerbohne?

Verwende ein stabiles Gerüst, hohe Stäbe, ein fest verankertes Netz oder ein Bohnentipi. Die Ranken werden mehrere Meter lang und bilden mit Laub und Hülsen eine erhebliche Windlast. Stelle die Rankhilfe vor der Pflanzung auf und führe junge Triebe früh daran entlang.

Warum blüht meine Feuerbohne, bildet aber keine Hülsen?

Ursachen können kalte Nächte, Trockenstress, übermäßige Stickstoffdüngung oder fehlender Insektenbesuch sein. Halte den Wurzelbereich gleichmäßig feucht, dünge nicht zu stickstoffbetont und pflanze möglichst an einen warmen, sonnigen Platz. Bei anhaltend ungünstigem Wetter kann sich der Hülsenansatz deutlich verzögern.

Wie oft muss ich Feuerbohnen gießen?

Gieße nicht nach einem festen Kalender, sondern sobald die obere Erdschicht abtrocknet. Während Blüte und Hülsenbildung steigt der Wasserbedarf deutlich. Durchdringendes Gießen ist wirksamer als kleine tägliche Mengen.

Eine Mulchschicht aus geeignetem organischem Material kann die Feuchtigkeit im Boden länger halten.

Muss ich Feuerbohnen düngen?

Arbeite vor der Pflanzung reifen Kompost in den Boden ein. Bei normal fruchtbarer Erde reicht meist eine zurückhaltende Nachdüngung. Vermeide hohe Stickstoffgaben, weil sie üppige Blätter fördern und den Hülsenansatz beeinträchtigen können.

Bei schwachem Wachstum ist zunächst die Bodenfeuchte zu prüfen, bevor zusätzlicher Dünger eingesetzt wird.

Wie gewinne ich Saatgut von Feuerbohnen?

Wähle gesunde, sortentypische Pflanzen aus und lasse einige Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen. Ernte sie erst, wenn sie trocken wirken, löse die Samen aus und trockne sie einige Tage nach. Beschrifte das Saatgut mit Sorte und Erntejahr.

Lagere es anschließend trocken, dunkel und für Schädlinge unzugänglich.

Praktische Pflege

Wann ernte ich junge Feuerbohnenhülsen?

Pflücke junge Hülsen regelmäßig, sobald sie gut entwickelt, aber noch zart und möglichst fadenarm sind. Werden sie zu groß, werden die Schoten faserig und die Pflanze investiert stärker in Samenreife. Kontrolliere die Pflanzen deshalb während der Haupternte mehrmals pro Woche und brich die Hülsen vorsichtig ab.

Kann ich Feuerbohnen als Trockenbohnen nutzen?

Ja. Lass dafür einige Hülsen vollständig ausreifen, bis sie trocken und papierartig werden. Ernte sie bei trockenem Wetter und trockne die ausgelösten Samen anschließend gründlich nach.

Trockenbohnen müssen vor dem Essen ausreichend gekocht werden. Rohe, lediglich eingeweichte oder unzureichend erhitzte Samen sind nicht sicher.

Kann die Feuerbohne im Garten überwintern?

In Mitteleuropa wird die Feuerbohne meist einjährig kultiviert, weil Frost den oberirdischen Teil zuverlässig schädigt. Unterirdische Knollen können in milden, gut drainierten Lagen gelegentlich erhalten bleiben, sind aber nicht sicher winterhart. Für eine verlässliche Nachzucht sammelst du besser reife Samen und lagerst sie trocken und kühl.

Was mache ich nach der Ernte mit den Pflanzen?

Nach dem ersten stärkeren Frost oder dem vollständigen Ende der Ernte schneidest du die abgestorbenen oberirdischen Triebe ab. Gesunde Pflanzenteile können kompostiert werden. Bei Verdacht auf starken Pilzbefall gehören die betroffenen Reste nicht in den Hausgartenkompost.

Entferne außerdem alte Bohnenhülsen, damit keine Samen unkontrolliert ausfallen.

Standort und Sicherheit

Sind rohe Feuerbohnen giftig?

Rohe Hülsen, rohe Samen und rohe Blätter enthalten Lektine, die Übelkeit, Erbrechen und Bauchbeschwerden auslösen können. Auch lediglich eingeweichte Bohnen sind nicht ausreichend sicher. Verzehre Hülsen und Samen nur vollständig gegart.

Bei Beschwerden nach dem Verzehr roher Pflanzenteile solltest du unverzüglich eine medizinische Beratungsstelle oder ein Giftinformationszentrum kontaktieren.

Dürfen Hunde Feuerbohnen fressen?

Rohe Hülsen und Bohnen können auch für Hunde schädlich sein und sollten nicht verfüttert werden. Sichere alle Erntekörbe und Küchenabfälle vor dem Zugriff. Nach einer Aufnahme roher Pflanzenteile beobachte das Tier nicht nur selbst, sondern wende dich bei Beschwerden oder größerer Menge an eine tierärztliche Praxis.

Pflanzen und Umtopfen

Wann säe ich Feuerbohnen aus?

Säe Feuerbohnen im Freiland erst nach den letzten stärkeren Frösten, wenn der Boden bereits warm ist. In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt der passende Zeitraum meist im Mai. Eine Vorkultur ist ab April möglich, wenn die Jungpflanzen hell und frostfrei stehen und beim Auspflanzen nicht stark durchwurzelt sind.

Wie tief werden Feuerbohnen gesät?

Lege die Samen etwa 3 bis 5 Zentimeter tief in lockere Erde. Zu flache Saat trocknet leicht aus, während sehr tiefe Saat in kaltem oder nassem Boden schlecht keimt. Nach dem Säen gründlich angießen und die Erde bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten, ohne Staunässe zu erzeugen.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

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