Phaseolus
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Phaseolus: Bohnen zwischen Nutzpflanze und botanischer Vielfalt
Die Gattung Phaseolus gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und umfasst die eigentlichen Bohnen im engeren botanischen Sinn. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in den Amerikas, mit einem Schwerpunkt in Mexiko, Mittelamerika und den nördlichen Teilen Südamerikas. Für den Garten ist vor allem Phaseolus vulgaris, die Gartenbohne, von Bedeutung.
Doch die Gattung ist deutlich vielfältiger: Sie reicht von kurzlebigen, aufrecht wachsenden Kräutern bis zu ausdauernden Kletterpflanzen und umfasst Arten für unterschiedliche Klimaräume, Böden und Nutzungsformen.
Botanische Merkmale der Gattung
Phaseolus-Arten sind meist krautige Pflanzen, die einjährig oder ausdauernd leben. Einige wachsen aufrecht oder eher buschig, andere bilden lange, windende Triebe und benötigen eine Kletterhilfe. Seltener kommen niederliegende Formen sowie Pflanzen mit verdickten oder verholzenden Wurzeln vor.
Typisch sind dreiteilige Blätter mit Nebenblättern. Die einzelnen Fiederblättchen können rundlich, eiförmig oder zugespitzt sein und unterscheiden sich je nach Art deutlich in Größe und Behaarung. Die Blüten stehen meist in traubigen Blütenständen, häufig an den Knoten der Triebe.
Wie bei vielen Schmetterlingsblütlern bestehen sie aus Fahne, Flügeln und Kiel. Die Farben reichen von Weiß und Gelb bis zu Rot, Violett und verschiedenen Mischungen. Nach der Bestäubung entwickeln sich zweiklappige Hülsen, die je nach Art schmal, gebogen, abgeflacht oder nahezu zylindrisch sein können.
In ihnen reifen wenige bis zahlreiche Samen. Diese Samen zeigen eine große Formen- und Farbvielfalt: Es gibt weiße, cremefarbene, braune, rote, schwarze, gesprenkelte und mehrfarbige Bohnen.
Vielfalt und wichtige Vertreter
Die Gattung ist taxonomisch nicht völlig statisch. Je nach Bearbeitung und Datenstand werden unterschiedlich viele Arten anerkannt; Plants of the World Online führt für Phaseolus derzeit 87 akzeptierte Arten. Die Beispiele aus dem Gartenbau bilden deshalb nur einen kleinen Ausschnitt der Gattungsvielfalt.
Am bekanntesten ist Phaseolus vulgaris, die Gartenbohne. Zu ihr gehören Buschbohnen und Stangenbohnen ebenso wie viele Sorten für grüne Hülsen, Trockenbohnen oder Körnerbohnen. Botanisch handelt es sich dabei nicht um verschiedene Arten, sondern um unterschiedliche Zuchtformen und Nutzungstypen derselben Art.
Phaseolus coccineus, die Feuerbohne, fällt durch kräftigen Wuchs und auffällige Blüten auf. Sie wird häufig als Kletterpflanze kultiviert und kann unter geeigneten Bedingungen ausdauernder sein als die gewöhnliche Gartenbohne. Weitere bedeutende Nutzpflanzen sind Phaseolus lunatus, die Limabohne, und Phaseolus acutifolius, die Teparybohne.
Sie unterscheiden sich in ihren Ansprüchen und ihrer Anpassung an Wärme oder Trockenheit. Nicht jede bekannte „Bohne“ gehört jedoch zu Phaseolus: Mungbohne, Augenbohne und einige andere Kulturpflanzen werden heute anderen Gattungen, insbesondere Vigna, zugeordnet.
Ursprung und natürliche Lebensräume
Wildarten von Phaseolus kommen ausschließlich in den Amerikas vor. Das natürliche Areal reicht von den Vereinigten Staaten über Mexiko und Mittelamerika bis in Teile Südamerikas. Die Pflanzen besiedeln dabei keine einheitliche Umwelt.
Manche Arten wachsen in saisonal trockenen Landschaften, andere in feuchteren Gebieten oder in montanen Regionen. Entsprechend unterschiedlich sind Wuchsform, Lebensdauer, Blütezeit und Reaktion auf Hitze, Trockenheit oder kühle Nächte. Viele Arten sind an Waldränder, lichte Gehölze, Grasländer oder gestörte Standorte angepasst.
Kletternde Formen nutzen Sträucher und andere Pflanzen als Stütze, ohne selbst parasitisch zu leben. Die dreiteiligen Blätter und die auffälligen Schmetterlingsblüten verbinden die Gattung äußerlich, sagen aber wenig über die konkreten Standortansprüche einer einzelnen Art aus. Für die Bestimmung sind deshalb zusätzlich Blütenstand, Hülsen, Samen, Behaarung und Wuchsform wichtig.
Bedeutung für Ernährung und Garten
Phaseolus vulgaris zählt zu den weltweit wichtigsten Körnerleguminosen. Junge Hülsen werden als Gemüse geerntet, ausgereifte Samen dienen als lagerfähiges Grundnahrungsmittel. Buschbohnen bleiben vergleichsweise kompakt und eignen sich für Beete mit begrenzter Höhe.
Stangenbohnen nutzen den Raum nach oben, brauchen aber eine stabile Rankhilfe und regelmäßige Ernte. Bei Feuerbohnen stehen neben der Ernte auch Blütenwirkung und vertikale Gartengestaltung im Vordergrund. Die Hülsenfrüchtler leben grundsätzlich in enger Verbindung mit stickstoffbindenden Bodenbakterien, die in Wurzelknöllchen vorkommen können.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Bohne unter allen Bedingungen automatisch den Boden stark verbessert. Die tatsächliche Wirkung hängt unter anderem von vorhandenen Bakterienstämmen, Boden, Klima und Pflanzenentwicklung ab. Als Gartenpflanzen sind Bohnen vor allem wegen ihrer essbaren Hülsen oder Samen, ihres schnellen Wachstums und ihrer Eignung für Mischkultur interessant.
Was bei der Kultur zu unterscheiden ist
Die Pflege lässt sich nicht pauschal auf alle Phaseolus-Arten übertragen. Die gewöhnliche Gartenbohne ist frostempfindlich und wird in Mitteleuropa meist als einjährige Sommerpflanze kultiviert. Sie benötigt einen warmen, hellen Standort und einen lockeren, ausreichend feuchten, aber nicht dauerhaft nassen Boden.
Stangenformen brauchen eine Kletterhilfe; Buschformen benötigen diese Unterstützung normalerweise nicht. Feuerbohnen können kräftiger und längerlebig wachsen, reagieren aber ebenfalls empfindlich auf Frost und kalte Böden. Limabohnen verlangen meist mehr Wärme und eine längere Vegetationszeit.
Teparybohnen sind an heißere und trockenere Bedingungen angepasst und sollten nicht nach den gleichen Bewässerungsmaßstäben wie feuchtigkeitsliebende Gartenbohnen behandelt werden. Entscheidend ist daher immer die Art oder Sorte: Herkunft, Wuchsform und Ernteziel bestimmen, wie viel Platz, Wärme, Wasser und Unterstützung eine Pflanze tatsächlich braucht.
