
Aubergine (Solanum melongena)
Die Aubergine (Solanum melongena) ist ein wärmeliebendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelingt der Anbau besonders zuverlässig im Gewächshaus, Folientunnel oder …
Aubergine – kurz vorgestellt
Die Aubergine (Solanum melongena) ist ein wärmeliebendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelingt der Anbau besonders zuverlässig im Gewächshaus, Folientunnel oder an einer geschützten, sonnenwarmen Hauswand. Freilandpflanzen brauchen einen langen, warmen Sommer und dürfen erst nach ausreichend erwärmtem Boden ins Beet.
- Die auffälligen violetten Blüten erscheinen meist ab Frühsommer; daraus entwickeln sich je nach Sorte längliche, ovale, runde oder keulenförmige Früchte in unterschiedlichen Farben.
- Für eine gute Ernte sind gleichmäßige Wasserversorgung, nährstoffreicher Boden und ein windgeschützter Standort entscheidend.
- Kühle Nächte, Staunässe und Lichtmangel bremsen Wachstum, Blüte und Fruchtansatz deutlich.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- SolanalesNachtschattenartige
- Familie
- SolanaceaeNachtschattengewächse
- Gattung
- SolanumNachtschatten
- Art
- Solanum melongena
Aubergine pflegen
Sonnenlicht
Vollsonnig und geschütztVollsonniger, windgeschützter Platz mit möglichst vielen direkten Sonnenstunden; im Freiland sind warme Hauswände, Hochbeete und dunkle Mulchflächen vorteilhaft.
Wasserbedarf
Gleichmäßig feuchtWährend Blüte und Fruchtbildung gleichmäßig feucht halten.
Frosthärte
Frostempfindliche WarmzeitpflanzeFrostempfindliche Warmzeitpflanze; im deutschsprachigen Raum nur nach erwärmtem Boden und mit Schutz vor kalten Nächten ins Freie setzen.
Bodentyp
Humos und drainiertNährstoffreicher, humoser und gut drainierter Boden mit lockerer Struktur.
pH-Wert
Etwa pH 6,0–7,0Ein leicht saurer bis neutraler Boden ist geeignet; ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,0 wird für den Anbau empfohlen.
Weitere Pflegetipps
- Den Wurzelbereich gleichmäßig feucht halten, ohne dauerhaft nasse Erde zu verursachen.
- Nach dem Anwachsen regelmäßig mit einem organischen oder flüssigen Gemüsedünger versorgen.
- Reife Früchte laufend schneiden, damit neue Blüten und Früchte nachgebildet werden.
- Bei großen Sorten überzählige Seitentriebe nur zurückhaltend entfernen.
- Blätter und Früchte regelmäßig auf Fraßspuren, Blattläuse und Milben kontrollieren.
- Wasser: Morgens bodennah gießen und den Wurzelballen weder austrocknen noch dauerhaft vernässen lassen.
- Boden: Vor dem Pflanzen Kompost einarbeiten und Verdichtungen im Wurzelbereich vermeiden.
- Wuchshöhe: Je nach Sorte etwa 60 bis 120 Zentimeter; große Pflanzen können unter Glas höher werden und benötigen bei üppigem Fruchtbehang eine Stütze.
- Wuchs: Aufrechter, verzweigter Wuchs mit kräftigen, behaarten Trieben. Wärme, Licht und eine lange Vegetationszeit fördern frühen Fruchtansatz und gleichmäßige Reife.
- Lebensdauer: Im mitteleuropäischen Garten meist einjährig kultiviert. Botanisch kann die Art unter dauerhaft warmen Bedingungen kurzlebig ausdauernd wachsen.
- Pflegeaufwand: Mittlerer Pflegeaufwand, weil Wärme, gleichmäßige Bodenfeuchte, Nährstoffversorgung und eine ausreichend lange Saison zusammenkommen müssen.
Pflanzen und Umtopfen
- Samen ab Februar oder März im Haus bei gleichmäßiger Wärme und guter Beleuchtung vorziehen.
- Nach dem letzten Frost auspflanzen, wenn der Boden erwärmt ist und kalte Nächte nicht mehr zu erwarten sind.
- Einen Abstand von etwa 45 bis 60 Zentimetern je nach Sorte einhalten.
- Beim Pflanzen sofort einen Stab oder eine passende Stütze setzen.
- Im Gewächshaus regelmäßig lüften, sobald die Pflanzen blühen.
Überwintern
- Auberginen vertragen keinen Frost und werden im deutschsprachigen Raum gewöhnlich einjährig kultiviert.
- Kübelpflanzen vor den ersten kalten Nächten in einen hellen, warmen Raum stellen.
- Im Gewächshaus nach der Ernte abgestorbene Pflanzenreste vollständig entfernen.
- Eine Überwinterung ist nur bei dauerhaft warmen, hellen Bedingungen sinnvoll.
- Bei deutlichem Lichtmangel im Winter vergeilen Pflanzen und verlieren an Widerstandskraft.
Vermehrung
- Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich durch Aussaat reifer, sortenechter Samen.
- Samen etwa sechs bis neun Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vorziehen.
- Für die Keimung ein warmes, lockeres Aussaatsubstrat und gleichmäßige Feuchtigkeit verwenden.
- Sämlinge nach dem Auflaufen sehr hell stellen, damit sie kompakt wachsen.
- Vor dem Auspflanzen über mehrere Tage schrittweise an Sonne und Außenluft gewöhnen.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Solanum melongena bildet aufrechte, verzweigte Pflanzen mit großen, wechselständigen, weich behaarten Blättern. Die Stängel können leicht verholzen und bei manchen Sorten Stacheln tragen. Die glänzenden Früchte hängen an kräftigen Fruchtstielen und variieren stark in Form, Größe und Farbe.
Blüte
Blütenform
Die Blüten sind sternförmig bis leicht glockenförmig und sitzen einzeln oder in kurzen, seitlichen Blütenständen. Die fünfteilige Krone ist meist violett bis bläulich-violett. Die Staubbeutel stehen dicht zusammen und öffnen sich an den Spitzen.
Die größere basale Blüte ist gewöhnlich zwittrig; kleinere Blüten derselben Einheit können funktionell männlich sein. Die Blüten bilden Nektar nicht als wesentliche Belohnung, liefern aber Pollen für bestimmte Blütenbesucher.
Im deutschsprachigen Raum meist von Juni bis September, bei früher Anzucht, viel Wärme und ausreichendem Licht auch früher oder länger. Kühle Nächte und Lichtmangel können Blüte und Fruchtansatz verzögern.
Bestäuber und Blütenbesucher
Hummeln
Bombus spp.Pollen · Während der Blüte
Hummeln wurden als Besucher von Auberginenblüten dokumentiert. Durch Vibrationen können sie Pollen aus den endständigen Poren der Staubbeutel lösen und dadurch den Frucht- und Samenansatz fördern.
Prachtkäferartige und Blattkäfer
Colaspis spp., Astylus spp., Epitrix spp., Diabrotica spp.Blütenpollen · Während der Blüte
Mehrere Käfergattungen wurden an Auberginenblüten beobachtet und als Blütenbesucher erfasst. Eine pauschale Aussage über ihre Bestäubungsleistung lässt sich daraus nicht ableiten.
Herkunft und Lebensraum
Die Art stammt nach Kew aus China bis Vietnam und wird heute weltweit als Kulturpflanze angebaut. In Mitteleuropa wächst sie meist einjährig, da sie frostempfindlich ist und lange Wärme benötigt.
Verwendung
Die reifen, botanisch als Beeren eingeordneten Früchte werden gegart, etwa gebraten, geschmort, gegrillt oder gebacken. Kleine und ungewöhnlich gefärbte Sorten eignen sich zusätzlich für Kübel und den essbaren Ziergarten.
Wissenswert
Die Blüten besitzen kegelförmige Staubbeutel mit Poren an den Spitzen. Hummeln und andere bestimmte Wildbienen können durch Vibrationen Pollen freisetzen; diese sogenannte Vibrationsbestäubung verbessert bei Auberginen den Frucht- und Samenansatz.
Solanum melongena – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum bleiben die Früchte klein?
Kleine Früchte entstehen oft durch Kälte, Lichtmangel, Nährstoffmangel oder eine ungleichmäßige Wasserversorgung. Ernte bereits reife Früchte zeitnah, damit die Pflanze ihre Kraft in neue Fruchtansätze investiert. Prüfe außerdem, ob die Sorte für deine kurze Saison geeignet ist.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge treten an Auberginen auf?
Häufig beobachtet werden Erdflöhe, Blattläuse, Spinnmilben und verschiedene Raupen. Kontrolliere besonders die Blattunterseiten und junge Triebe. Entferne einzelne Schädlinge mechanisch, fördere Nützlinge und nutze Schutznetze bei starkem Erdfl ohdruck, solange die Pflanzen noch nicht blühen.
Was hilft gegen Erdflöhe?
Junge Auberginen lassen sich mit einem feinmaschigen Schutznetz abschirmen. Halte die Pflanzen kräftig und kontrolliere sie regelmäßig, denn Kältestress verstärkt die Anfälligkeit. Das Netz muss während der Blüte entfernt oder so gewählt werden, dass notwendige Blütenbesucher Zugang erhalten.
Wie beuge ich Krankheiten vor?
Pflanze Auberginen nicht mehrere Jahre nacheinander auf dieselbe Stelle wie Tomaten, Paprika oder Kartoffeln. Gieße bodennah, sorge für Luftbewegung und entferne kranke Blätter. Sauberes Werkzeug und ein gut drainierter Boden senken das Risiko von Wurzel- und Blattkrankheiten.
Grundpflege
Kann Aubergine im Freiland wachsen?
Ja, aber nur an einem sehr warmen, geschützten Platz mit langer Vegetationszeit. Setze kräftige Jungpflanzen erst nach dem letzten Frost in das Beet. Eine dunkle Hauswand, ein Hochbeet oder ein Folientunnel verbessert die Wärmespeicherung und erhöht die Chance auf reife Früchte.
Wie oft muss ich Auberginen gießen?
Gieße immer dann, wenn die obere Erdschicht abtrocknet, und durchdringe den Wurzelbereich gründlich. Während Blüte und Fruchtbildung darf die Pflanze nicht austrocknen. Unregelmäßige Wasserversorgung führt zu Wachstumsstockungen, schlechtem Fruchtansatz und kleineren Früchten.
Warum fallen Auberginenblüten ab?
Häufige Ursachen sind kalte Nächte, zu wenig Licht, starke Trockenheit oder extreme Hitze. Auch frisch verpflanzte Pflanzen können Blüten vorübergehend abwerfen. Sorge für gleichmäßige Feuchtigkeit, lüfte das Gewächshaus und vermeide große Temperaturschwankungen während der Blüte.
Muss ich Auberginenblüten von Hand bestäuben?
Nicht grundsätzlich, denn die Blüten sind zwittrig und können sich selbst bestäuben. In einem geschlossenen Gewächshaus oder bei wenigen Insekten verbessert leichtes Schütteln der Blüten oder vorsichtiges Bestäuben mit einem feinen Pinsel den Fruchtansatz.
Wie dünge ich Auberginen richtig?
Arbeite vor dem Pflanzen reifen Kompost in den Boden ein und dünge während des Wachstums maßvoll nach. Nach dem ersten Fruchtansatz kann eine weitere Nährstoffgabe sinnvoll sein. Zu viel Stickstoff fördert Blätter und Triebe, verzögert aber Blüte und Fruchtreife.
Praktische Pflege
Brauchen Auberginen eine Stütze?
Viele Sorten profitieren von einer Stütze, besonders bei großen oder zahlreichen Früchten. Setze den Stab schon beim Pflanzen, damit später keine Wurzeln verletzt werden. Binde die Triebe locker an und kontrolliere die Befestigung, sobald Früchte schwerer werden.
Wann sind Auberginen erntereif?
Ernte, sobald die Früchte sortentypisch gefärbt, fest und noch glänzend sind. Die Schale sollte auf leichten Fingerdruck etwas nachgeben. Schneide die Früchte mit Messer oder Schere ab, weil die Fruchtstiele zäh sind und die Pflanze beim Abreißen beschädigt werden kann.
Soll ich neue Blüten im Spätsommer entfernen?
Bei großfrüchtigen Sorten können sehr späte Blüten oder winzige Fruchtansätze entfernt werden, wenn die Saison bald endet. Sie reifen unter mitteleuropäischen Bedingungen oft nicht mehr aus. Die frei werdende Energie unterstützt vorhandene Früchte bei der Weiterentwicklung.
Kann ich eine Aubergine überwintern?
Eine Überwinterung ist nur unter sehr hellen und warmen Bedingungen möglich und im normalen Wohnraum meist unpraktisch. Schneide die Pflanze nach der Ernte zurück, stelle sie frostfrei und gieße sparsam. Bei Lichtmangel verliert sie Blätter und wird anfällig für Schädlinge.
Standort und Sicherheit
Sind alle Pflanzenteile essbar?
Nein. Blätter, Blüten, Stängel und Wurzeln sind nicht als Lebensmittel geeignet und können giftige Alkaloide enthalten. Verwende nur die reifen Früchte der angebauten Sorte und lagere Saatgut sowie Pflanzenteile außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren.
Pflanzen und Umtopfen
Wann darf ich Auberginen auspflanzen?
Pflanze Auberginen erst aus, wenn der Boden deutlich erwärmt ist und keine kalten Nächte mehr erwartet werden. In vielen Regionen liegt der geeignete Zeitraum nach den Eisheiligen, kann aber je nach Höhenlage und Witterung später beginnen. Eine Vliesabdeckung schützt junge Pflanzen vor kurzfristiger Kühle.
Kann ich Auberginen im Kübel anbauen?
Ja, wenn der Kübel ausreichend groß, standfest und gut drainiert ist. Wähle eine kompakte Sorte, stelle den Behälter vollsonnig und gieße regelmäßiger als im Beet. Ein dunkler Topf erwärmt sich schnell, kann sich in voller Sonne aber auch stark aufheizen.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- plants.ces.ncsu.edu
- ipm.ucanr.edu
- extension.illinois.edu
- onlinelibrary.wiley.com
- www.biotaxa.org
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