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Wurmfarne (Dryopteris)

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Giftig. Betroffene Pflanzenteile: Rhizom ist besonders relevant, Verzehr weiterer Pflanzenteile vermeiden. Betroffen: Menschen bei Verzehr, Pferde und andere Weidetiere bei Aufnahme größerer Mengen. Hinweise im Pflanzenporträt beachten.

Dryopteris filix-mas

Gewöhnlicher Wurmfarn

Mehr erfahren: Gewöhnlicher Wurmfarn

Wurmfarne (Dryopteris): robuste Farne für schattige Gartenbereiche

Die Wurmfarne der Gattung Dryopteris gehören zu den vielseitigsten Farnen für Waldgärten, Staudenbeete und naturnahe Schattenbereiche. Ihr Erscheinungsbild reicht von aufrecht trichterförmigen Horsten bis zu breit ausladenden, fein gegliederten Wedeln. Obwohl viele Arten ähnliche Grundzüge besitzen, unterscheiden sie sich deutlich bei Wuchshöhe, Wintergrün, Blattfarbe, Feuchtigkeitsbedarf und Herkunft.

Der Name Wurmfarn ist eine traditionelle Bezeichnung und kein Hinweis darauf, dass alle Arten in gleicher Weise verwendet oder gepflegt werden sollten.

Einordnung und typische Merkmale

Dryopteris ist eine artenreiche Farn-Gattung. Kew führt in Plants of the World Online mehrere hundert akzeptierte Arten, darunter auch natürliche Hybriden. Die Gattung gehört zu den leptosporangiaten Farnen und bildet keine Blüten oder Samen.

Stattdessen sitzen die Sporenbehälter, die Sporangien, auf der Unterseite der Wedel. Bei vielen Wurmfarnen sind die Sporangien in rundlichen Gruppen, den Sori, angeordnet und anfangs von einem dünnen Schleier, dem Indusium, bedeckt. Charakteristisch sind die aus einem kurzen bis kräftigen Rhizom entspringenden Wedel.

Sie können einfach gefiedert, mehrfach geteilt oder auffällig fein gegliedert sein. Die Blattstiele und Mittelrippen tragen bei zahlreichen Arten braune oder hellere Schuppen. Junge Wedel rollen sich beim Austrieb spiralförmig auf und entfalten sich erst nach und nach.

Dieses Aufrollen ist nicht nur ein dekorativer Frühjahrseffekt, sondern ein typisches Merkmal vieler Farne.

Vielfalt zwischen Wald- und Zierformen

Zu den bekannten Vertretern zählt der Gewöhnliche Wurmfarn, Dryopteris filix-mas. Er entwickelt meist einen kräftigen, aufrechten Horst und kann je nach Standort über einen Meter hoch werden. Seine Wedel wirken vergleichsweise fest und regelmäßig gegliedert.

Dryopteris affinis, der Goldschuppen-Wurmfarn, bildet ebenfalls größere Horste und ist für seine Schuppen am Wedelstiel bekannt. Der Echte Schildfarn, Dryopteris dilatata, besitzt stärker dreieckige, ausladende Wedel. Dryopteris carthusiana bleibt oft lockerer und passt in kleinere Waldgartenbereiche.

Dryopteris erythrosora aus Ostasien wird häufig wegen des farbigen Austriebs kultiviert: Die jungen Wedel können kupferrot bis bronzefarben erscheinen und später grün werden. Bei Dryopteris wallichiana fallen dagegen dunkle Mittelachsen und eine markante, kontrastreiche Wedelstruktur auf. Diese Beispiele zeigen, warum Dryopteris keine einheitliche Pflegegruppe bildet.

Manche Arten sind sommergrün und ziehen im Winter vollständig ein, andere bleiben je nach Klima halbimmergrün oder wintergrün. Auch die Endgröße reicht von kompakten Formen für Kübel und kleine Beete bis zu stattlichen Arten, die als ruhiger Strukturgeber fast die Wirkung eines kleinen Strauchs übernehmen.

Lebensräume und ökologische Anpassungen

Wurmfarne besiedeln vor allem gemäßigte bis montane Regionen der Nordhalbkugel, einzelne Arten kommen jedoch auch in subtropischen oder tropischen Gebieten vor. Ihre natürlichen Standorte sind vielfältig: feuchte Laubwälder, kühle Schluchten, Waldränder, felsige Hänge, Bachnähe und humusreiche Böden gehören ebenso dazu wie lichte Bergwälder. Dryopteris filix-mas wächst beispielsweise in verschiedenen nördlich-gemäßigten Regionen und kann sowohl in Wäldern als auch an geschützten, felsigen Stellen vorkommen.

Die gemeinsame Vorliebe vieler Arten für gedämpftes Licht erklärt sich aus ihrer Anpassung an den Waldboden. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Wurmfarne dauerhaft nasse Erde benötigen. Einige Arten bevorzugen gleichmäßig frische, humose Böden, während etablierte Exemplare anderer Arten zeitweise trockenere Bedingungen tolerieren.

Empfindlicher reagieren sie meist auf starke Mittagssonne, austrocknenden Wind und abrupte Standortwechsel. In kühlen, geschützten Lagen können sie dagegen auch mit weniger idealen Böden zurechtkommen, sofern die Wurzeln nicht längere Zeit vernässen.

Bedeutung für den Garten

Im Garten sind Wurmfarne vor allem als Blattschmuck- und Strukturpflanzen wertvoll. Sie blühen nicht, liefern dafür über viele Monate eine fein gegliederte Blattmasse. Ihre Wedel verbinden gröbere Blätter von Funkien, Rodgersien oder Bergenien mit kleineren Waldstauden und Zwiebelpflanzen.

Unter Gehölzen können sie den Boden optisch schließen, ohne mit auffälligen Blütenfarben um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Große Arten wie Dryopteris filix-mas eignen sich für den Hintergrund schattiger Beete, an Gebäuden oder unter älteren Bäumen. Mittelhohe Arten passen in gemischte Waldpflanzungen, während kompakte Sorten auch in Tröge, Kübel oder kleine Innenhöfe integriert werden können.

Wintergrüne oder halbimmergrüne Formen geben dem Garten in der kalten Jahreszeit Struktur. Arten mit kupferfarbenem Austrieb, etwa Dryopteris erythrosora, setzen zusätzlich einen saisonalen Farbakzent. Für naturnahe Pflanzungen sollte möglichst eine Art gewählt werden, deren Herkunft und Standortansprüche zur Region passen.

Einheimische oder regional etablierte Arten können sich besser in vorhandene Waldgesellschaften einfügen als exotische Zierformen. Dabei ist Zurückhaltung bei der Entnahme wild wachsender Pflanzen wichtig; für den Garten sind nachgezogene Exemplare aus seriösen Quellen die bessere Wahl.

Standortwahl und differenzierte Pflege

Als Ausgangspunkt eignet sich ein heller Schatten bis Halbschatten mit humosem, gut durchlässigem Boden. Nach der Pflanzung brauchen die meisten Wurmfarne regelmäßige Wassergaben, bis sie eingewurzelt sind. Danach kommen einige Arten mit zeitweilig trockeneren Phasen zurecht, während andere bei anhaltender Trockenheit deutlich an Wedelmasse verlieren.

Eine Mulchschicht aus Laub oder reifem Kompost hilft, die Bodenfeuchte auszugleichen und ahmt die Bedingungen des Waldbodens nach. Die Pflege bleibt meist überschaubar. Alte Wedel können je nach Art im Spätwinter oder Frühjahr entfernt werden; bei wintergrünen Formen sollten sie bis zum Neuaustrieb stehen bleiben, weil sie den Horst schützen.

Teilen lässt sich ein geeigneter Horst meist im Frühjahr oder frühen Herbst, doch nicht jede Art reagiert gleich gut auf Störung. Vor dem Kauf lohnt daher der Blick auf die konkrete Art oder Sorte: Wuchshöhe, Wintergrün, Feuchtebedarf und Ausbreitungsverhalten sind wichtiger als der gemeinsame Gattungsname Dryopteris.

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