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Rosa rugosa
Kartoffelrose (Rosa rugosa). Standort: Volle Sonne bevorzugt.
PflanzenlexikonRosaceaeRosa

Kartoffelrose (Rosa rugosa)

Die Kartoffelrose ist ein kräftiger, dicht verzweigter Strauch aus Ostasien. Ihre stark runzeligen, ledrigen Blätter, große duftende Blüten und leuchtend roten Hagebutten machen sie über viele Monate attraktiv. …

Kartoffelrose – kurz vorgestellt

Die Kartoffelrose ist ein kräftiger, dicht verzweigter Strauch aus Ostasien. Ihre stark runzeligen, ledrigen Blätter, große duftende Blüten und leuchtend roten Hagebutten machen sie über viele Monate attraktiv. Sie wächst auch an windigen, sandigen und salzbelasteten Standorten zuverlässig und eignet sich deshalb für robuste Hecken, Böschungen und Küstengärten.

  • Gleichzeitig bildet sie durch Ausläufer dichte Bestände und kann sich außerhalb von Gärten ausbreiten.
  • In naturnahen oder geschützten Lebensräumen sollte sie daher nur mit kontrolliertem Wuchs und ausreichendem Abstand verwendet werden.

Taxonomische Einordnung

Abteilung
TracheophytaGefäßpflanzen
Ordnung
RosalesRosenartige
Familie
RosaceaeRosengewächse
Gattung
RosaRosen
Art
Rosa rugosa

Kartoffelrose pflegen

Sonnenlicht

Volle Sonne bevorzugt

Ein vollsonniger Platz fördert Blütenreichtum, dichten Wuchs und eine gute Hagebuttenbildung.

Wasserbedarf

Bei Trockenheit tief gießen

Nach dem Pflanzen regelmäßig durchdringend gießen.

Frosthärte

Sehr frostharte Wildrose

Die Kartoffelrose gilt als sehr frosthart, doch die tatsächliche Leistung hängt von Sorte, Höhenlage, Bodenfeuchte, Wind und dem Alter der Pflanze ab.

Bodentyp

Durchlässig, sandig bis lehmig

Durchlässige Sand-, Lehm- oder kiesige Böden sind geeignet.

pH-Wert

Sauer bis alkalisch geeignet

Die Art wächst in sauren, neutralen und alkalischen Böden.

Giftigkeit und Sicherheit

Eine belastbare allgemeine Giftigkeitseinstufung ist nicht angegeben. Stacheln können verletzen; bei Hagebutten müssen die harten Samen und reizenden Samenhaare vollständig entfernt werden.

Weitere Pflegetipps

  • Verblühte Einzelblüten nur entfernen, wenn keine Hagebutten gewünscht sind.
  • Bei längerer Trockenheit durchdringend gießen statt täglich oberflächlich zu wässern.
  • Ausläufer mindestens zweimal jährlich kontrollieren.
  • Alte, schwache oder nach innen wachsende Triebe bodennah entfernen.
  • Schnittwerkzeug nach Arbeiten an kranken Trieben reinigen.
  • Gartenabfälle nicht in die freie Natur oder an Böschungen ausbringen.
  • Licht: Halbschatten wird toleriert, führt aber meist zu weniger Blüten und lockereren Sträuchern.
  • Wasser: Eingewachsene Sträucher vertragen zeitweise Trockenheit, benötigen bei anhaltender Hitze auf sandigen Böden jedoch zusätzliche Wassergaben.
  • Boden: Staunässe vermeiden; verdichtete Erde vor dem Pflanzen tief lockern und bei Bedarf mit mineralischem Material verbessern.
  • pH-Wert: Eine spezielle pH-Korrektur ist normalerweise nicht nötig, solange der Boden strukturstabil und gut drainiert bleibt.
  • Wuchshöhe: Je nach Herkunft und Standort erreicht der Strauch etwa 1 bis 2,5 Meter Höhe und kann durch Ausläufer ähnlich breit oder noch breiter werden.
  • Wuchs: Der Wuchs ist kräftig, aufrecht und dicht verzweigt. Unterirdische Ausläufer fördern die Bildung größerer Bestände und machen eine regelmäßige Randkontrolle erforderlich.
  • Lebensdauer: Sommergrüner, ausdauernder Strauch. Die Blätter fallen im Herbst ab; Blüten erscheinen meist ab spätem Frühjahr oder Frühsommer, Hagebutten reifen im Spätsommer und Herbst.
  • Pflegeaufwand: Sehr pflegeleichte, robuste Rose für sonnige Standorte. Der wichtigste Pflegeaufwand entsteht durch Stacheln, kräftigen Wuchs und die Kontrolle unerwünschter Ausläufer.

Pflanzen und Umtopfen

  • Im Frühjahr oder Herbst mit Abstand zu Wegen und Grundstücksgrenzen pflanzen.
  • Wurzelballen vor dem Setzen gründlich wässern.
  • Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Ballen ausheben.
  • Kompost nur sparsam in mageren Boden einarbeiten.
  • Ausläufer durch eine Rhizomsperre oder regelmäßiges Abstechen begrenzen.

Überwintern

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Art meist zuverlässig winterhart.
  • Schäden entstehen eher an frisch gepflanzten Exemplaren durch austrocknenden Frost, späte Fröste oder nasse, schlecht durchlüftete Böden.
  • Standort und lokale Höhenlage beeinflussen den Austrieb.

Vermehrung

  • Ausläufer im Herbst oder zeitigen Frühjahr abtrennen und direkt verpflanzen.
  • Reife Hagebutten aussäen; die Samen benötigen meist eine Kälteperiode.
  • Stecklinge sind möglich, bewurzeln aber nicht bei jeder Herkunft gleich zuverlässig.
  • Sämlinge können in Blütenfarbe und Wuchs vom Mutterstrauch abweichen.
  • Bei Sorten erhält die vegetative Vermehrung die gewünschten Merkmale besser.

Wuchs und Aussehen

LaubSommergrüne, derbe Fiederblätter mit 5 bis 9 stark runzeligen, glänzend dunkelgrünen Blättchen; …
ZierwertGroße duftende Blüten, leuchtend rote Hagebutten und auffällige, tief strukturierte Blätter.
HerbstfarbeGelb bis orange, teils orange-rötlich.
WachstumDer Wuchs ist kräftig, aufrecht und dicht verzweigt. Unterirdische Ausläufer fördern die …
HöheJe nach Herkunft und Standort erreicht der Strauch etwa 1 bis 2,5 …
LebensdauerSommergrüner, ausdauernder Strauch. Die Blätter fallen im Herbst ab; Blüten erscheinen meist …

Blattfarben

DunkelgrünGelbOrange

Gartenstil

🌱 Naturgarten🌱 Küstengarten🌱 Robuste Hecke🌱 Bauerngarten🌱 Böschungspflanzung

Rosa rugosa bildet einen aufrechten, buschigen und ausläuferbildenden Strauch von meist 1 bis 2,5 Metern Höhe. Die jungen Zweige sind filzig, die Triebe dicht mit unterschiedlich großen Stacheln besetzt. Die 5 bis 9 Fiederblättchen sind dunkelgrün, glänzend, derb und auffällig runzelig.

Nach der Blüte erscheinen abgeflacht-kugelige, dunkelrote bis scharlachrote Hagebutten.

Blüte

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Blütenfarben

PurpurrosaViolettrosaDunkelrosaWeißRotviolett

Die Wildart blüht überwiegend purpurrosa, violettrosa oder dunkelrosa, selten weiß. Belegte gärtnerische Varianten umfassen weiße, hellrosa, rosafarbene, purpurrote und rotviolette Blüten; gefüllte Formen sind ebenfalls bekannt.

Blütenform

Einzelblüten oder wenigblütige, 1- bis 4-blütige DoldenrispenForm der Blüte
DuftDeutlich bis stark duftend; der Duft wird in den Fachquellen als rosig beziehungsweise angenehm beschrieben.3 / 3
BlütengrößeEtwa 6 bis 9 Zentimeter Blütendurchmesser3 / 3
AllergenpotenzialEine IgE-vermittelte Reaktion auf Rosen beziehungsweise Rosa-rugosa-Pollen ist beschrieben. Ein allgemeines individuelles Allergierisiko lässt sich daraus nicht
PollentypMittelgroße, dreifurchige, colporate Pollenkörner; die Blüten sind nectar-los und werden vor allem wegen des Pollens besucht.

Die Wildart trägt meist große, einfache, fünfzählige Blüten, die einzeln oder in kleinen Gruppen an kurzen, kräftigen Stielen erscheinen. Die Kronblätter sind purpurrosa bis violettrosa, seltener weiß, und messen etwa 3,5 bis 5 Zentimeter. Der gesamte Blütendurchmesser liegt ungefähr bei 6 bis 9 Zentimetern.

Nach der Blüte entwickeln sich abgeflachte, dunkelrote Hagebutten. Gartenformen können halbgefüllte oder gefüllte Blüten besitzen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist Mai bis August, an günstigen warmen Standorten und bei remontierenden Formen teils bis September. Der Beginn verschiebt sich mit Höhenlage, Frühjahrstemperatur und Standort.

Bestäuber und Blütenbesucher

Erdhummel

Bombus terrestris

Pollen · Spätes Frühjahr bis Sommer

Bombus terrestris wurde als wichtigster Blütenbesucher von Rosa rugosa beschrieben. Da die Blüten keinen Nektar anbieten, steht vermutlich die Pollennutzung im Vordergrund.

Sandbienen

Andrenidae

Pollen · Frühjahr bis Sommer

Vertreter der Familie Andrenidae wurden als gelegentliche Besucher dokumentiert. Die Angabe bezieht sich auf die Fachliteratur zur Blütenökologie der Art.

Scherenbienen

Megachilidae

Pollen · Frühjahr bis Sommer

Vertreter der Familie Megachilidae gehören zu den gelegentlich beobachteten Blütenbesuchern von Rosa rugosa und sammeln an den offenen Blüten Pollen.

Herkunft und Lebensraum

Die Wildart stammt aus dem russischen Fernen Osten, Nordchina, Korea und Japan. Dort besiedelt sie unter anderem Küsten, Sandflächen und Dünen. In Mitteleuropa ist sie als eingeführte, teils etablierte Art verbreitet.

Verwendung

Geeignet für robuste Hecken, Windschutzpflanzungen, Böschungen, schwierige Sandböden und größere naturnahe Gartenbereiche. Wegen der Ausläufer und möglichen Ausbreitung nicht an Dünen, in Schutzgebieten oder nahe empfindlicher Naturstandorte pflanzen.

Wissenswert

Der Artname rugosa verweist auf die stark runzelige Blattoberfläche. Die Kartoffelrose kann gleichzeitig blühen und bereits reifende Hagebutten tragen. Ihre Blüten sind duftend, enthalten nach einer Fachpublikation jedoch keinen Nektar.

Häufige Fragen

Häufige Probleme

Warum bildet die Kartoffelrose so viele Ausläufer?

Die Art breitet sich natürlicherweise über unterirdische Ausläufer aus. Dadurch entstehen dichte Bestände. Stechen Sie unerwünschte Triebe mit einem scharfen Spaten vollständig ab und entfernen Sie sie, solange sie noch jung und leicht erreichbar sind.

Verträgt die Kartoffelrose salzhaltige Luft?

Ja, sie gilt als besonders salz- und windverträglich und eignet sich deshalb für viele Küstenstandorte. Streusalz im Wurzelbereich bleibt trotzdem problematisch. Salzbelastetes Schmelzwasser sollte nicht dauerhaft in den Pflanzbereich geleitet werden.

Schädlinge und Krankheiten

Ist die Kartoffelrose anfällig für Rosenkrankheiten?

Sie gilt im Vergleich zu vielen empfindlicheren Gartenrosen als robust. Krankheiten sind dennoch bei dichtem Stand, dauerhaft nassen Blättern oder geschwächten Pflanzen möglich. Luftiger Pflanzabstand, sonniger Standort und das Entfernen kranker Blätter beugen vor.

Was tun bei Blattläusen?

Einzelne Blattlauskolonien sind meist kein ernstes Problem und werden häufig von Nützlingen reduziert. Kontrollieren Sie regelmäßig die Triebspitzen. Bei starkem Befall genügt oft ein kräftiger Wasserstrahl; chemische Mittel sollten nur nach genauer Diagnose eingesetzt werden.

Grundpflege

Wie viel Sonne braucht die Kartoffelrose?

Ein sonniger Standort ist am besten, weil er Blütenbildung, kompakten Wuchs und Hagebuttenreife fördert. Halbschatten wird toleriert, doch dort blüht die Pflanze meist schwächer und bildet häufig längere, lockerere Triebe.

Muss die Kartoffelrose gedüngt werden?

Eine jährliche, mäßige Kompostgabe im Frühjahr genügt auf normalen Gartenböden meist. Zu viel Stickstoff fördert weiche, lange Triebe und kann den dichten, standfesten Wuchs beeinträchtigen. Auf sehr mageren Böden ist ein organischer Langzeitdünger sinnvoll.

Wie oft muss eine eingewachsene Pflanze gegossen werden?

Bei normalen Niederschlägen braucht ein eingewachsener Strauch selten zusätzliche Wassergaben. Während längerer Hitzeperioden gießen Sie auf sandigen Böden langsam und durchdringend. Häufige kleine Mengen fördern oberflächennahe Wurzeln und helfen schlechter gegen Trockenstress.

Praktische Pflege

Soll ich verblühte Blüten abschneiden?

Nur wenn keine Hagebutten gewünscht sind. Das Entfernen verblühter Blüten kann den Strauch zu weiterer Blüte anregen, verhindert aber die Entwicklung der dekorativen Früchte. Für Herbstschmuck und Vögel lässt man die Hagebutten am besten ausreifen.

Wann wird die Kartoffelrose geschnitten?

Ein Auslichtungsschnitt ist im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr möglich. Entfernen Sie abgestorbene, beschädigte und sehr alte Triebe bodennah. Starker Formschnitt ist selten nötig und reduziert bei falschem Zeitpunkt die Blüten- und Hagebuttenbildung.

Braucht die Kartoffelrose Winterschutz?

Etablierte Pflanzen benötigen in den meisten Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz keinen besonderen Schutz. Junge Pflanzen profitieren an exponierten Standorten von einer lockeren Mulchschicht über dem Wurzelbereich. Immergrüne Abdeckungen sind wegen Staunässe ungeeignet.

Wie wird die Kartoffelrose am einfachsten vermehrt?

Am einfachsten gelingt die Vermehrung über abgetrennte Ausläufer. Diese werden im Herbst oder zeitigen Frühjahr mit möglichst vielen Wurzeln ausgegraben und sofort neu gesetzt. Aussaat ist ebenfalls möglich, führt aber nicht zuverlässig zu typgerechten Pflanzen.

Standort und Sicherheit

Sind die Hagebutten essbar?

Die Früchte werden traditionell genutzt, müssen vor einer Verwendung jedoch sorgfältig von Samen und den reizenden Samenhaaren befreit werden. Für Kinder sind die Stacheln am Strauch und die feinen Härchen im Inneren besonders zu beachten.

Ist die Kartoffelrose für Haustiere giftig?

Eine belastbare allgemeine Giftigkeitseinstufung ist für diese Art nicht angegeben. Trotzdem sollten Haustiere nicht an Hagebutten mit Samenhaaren oder an Schnittgut kauen. Stacheln können Verletzungen verursachen, besonders an Stellen, die Tiere regelmäßig passieren.

Pflanzen und Umtopfen

Wie viel Platz braucht ein einzelner Strauch?

Für einen ausgewachsenen Strauch sollten ungefähr 1,5 bis 2,5 Meter Breite eingeplant werden. Bei Hecken hängt der Abstand von der gewünschten Dichte ab. Wegen der Stacheln sind mindestens 80 bis 100 Zentimeter Abstand zu Wegen ratsam.

Darf ich die Kartoffelrose in Dünen pflanzen?

Davon ist abzuraten. In europäischen Küstengebieten kann Rosa rugosa Dünenvegetation verdrängen und sich durch Ausläufer sowie Samen ausbreiten. Verwenden Sie sie nicht in Schutzgebieten und entsorgen Sie Schnittgut niemals außerhalb des Gartens.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

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