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Lavandula angustifoliaFür Haustiere giftig
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia). Standort: Volle Sonne.
PflanzenlexikonLamiaceaeLavandula

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

Echter Lavendel ist ein aromatischer, ausdauernder Halbstrauch für warme, sonnige und eher trockene Gartenplätze. Seine schmalen, graugrünen Blätter bleiben meist wintergrün, während sich im Frühsommer bis Spätsommer zahlreiche …

Echter Lavendel – kurz vorgestellt

Echter Lavendel ist ein aromatischer, ausdauernder Halbstrauch für warme, sonnige und eher trockene Gartenplätze. Seine schmalen, graugrünen Blätter bleiben meist wintergrün, während sich im Frühsommer bis Spätsommer zahlreiche duftende Blüten an aufrechten Ähren öffnen. Die Wildart blüht überwiegend violett bis purpurblau; Züchtungen ergänzen das Spektrum um Rosa, Weiß und weitere Blautöne.

  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelingt die Kultur besonders zuverlässig auf durchlässigen, mageren Böden.
  • Entscheidend sind trockene Winter, ein luftiger Standort und ein Rückschnitt, der nicht bis ins alte Holz reicht.

Taxonomische Einordnung

Abteilung
TracheophytaGefäßpflanzen
Ordnung
LamialesLippenblütlerartige
Familie
LamiaceaeLippenblütler
Gattung
LavandulaLavendel
Art
Lavandula angustifolia

Echter Lavendel pflegen

Sonnenlicht

Volle Sonne

Ein Platz in voller Sonne fördert kompakten Wuchs, intensive Blütenfarbe und hohen Duft.

Wasserbedarf

Nach Abtrocknen gießen

Nach dem Anwachsen kommt die Pflanze mit wenig Wasser aus.

Frosthärte

Trockener Winterstandort

Die Winterfestigkeit variiert mit Sorte, Höhenlage, Kälteperioden und Bodenfeuchte.

Bodentyp

Mager und durchlässig

Ideal ist ein magerer, steiniger oder sandiger Boden mit sehr guter Drainage.

pH-Wert

Neutral bis alkalisch

Die Art toleriert saure, neutrale und alkalische Böden, entwickelt sich aber besonders zuverlässig in kalkhaltigem, neutralem bis mäßig alkalischem Substrat.

Giftigkeit und Sicherheit

potenziell giftig

Für wen gefährlich

Hunde Katzen Pferde

Betroffene Pflanzenteile

ätherisches Öl aufgenommenes Pflanzenmaterial

Ätherisches Lavendelöl enthält Linalool und Linalylacetat und kann bei Aufnahme problematisch sein. Für Hunde, Katzen und Pferde wird Lavendel als giftig eingestuft; Öl darf nicht unverdünnt angewendet werden.

Weitere Pflegetipps

  • Verblühte Ähren nach der Hauptblüte abschneiden.
  • Jährlich nur in grünes, belaubtes Gewebe zurückschneiden.
  • Keine dauerhaft feuchte Mulchschicht direkt an der Pflanzenbasis verwenden.
  • Bei Blattflecken für mehr Luftbewegung und trockene Blätter sorgen.
  • Alte, stark verholzte Pflanzen besser durch junge Exemplare ersetzen.
  • Licht: Halbschatten führt häufig zu lockerem Wachstum und weniger Blüten.
  • Wasser: Bei längerer Trockenheit durchdringend gießen, anschließend die Erde wieder deutlich abtrocknen lassen.
  • Winterhärte: In kalten oder niederschlagsreichen Regionen schützt ein trockener Standort mehr als zusätzliche Wärme.
  • Boden: Staunässe und schwere, verdichtete Lehmböden verursachen besonders im Winter Wurzelschäden.
  • Wuchshöhe: Je nach Sorte und Kulturbedingungen werden ungefähr 30 bis 100 Zentimeter Höhe erreicht. Breite Exemplare können ebenso breit oder breiter als hoch werden.
  • Wuchs: Echter Lavendel wächst zunächst langsam bis mäßig und bildet mit zunehmendem Alter einen verholzenden, rundlichen Busch. Regelmäßiger leichter Schnitt hält ihn kompakt.
  • Lebensdauer: Die Art ist ein ausdauernder, immergrüner bis wintergrüner Halbstrauch. In sehr nassen Wintern oder nach starkem Verholzen kann die Lebensdauer deutlich kürzer ausfallen.
  • Pflegeaufwand: Bei Sonne, Drainage und zurückhaltender Wasserversorgung ist die Kultur unkompliziert. Schwierigkeiten entstehen meist durch Winternässe, zu nährstoffreiche Erde oder einen falschen Rückschnitt.

Pflanzen und Umtopfen

  • Im Frühjahr pflanzen, sobald der Boden abgetrocknet und erwärmt ist.
  • Eine vollsonnige, windgeschützte Stelle auswählen.
  • Schwere Erde mit grobem mineralischem Material verbessern.
  • Den Wurzelballen bündig mit der Bodenoberfläche setzen.
  • Nach dem Pflanzen gründlich angießen, danach zurückhaltend wässern.

Überwintern

  • Im Freiland ist Echter Lavendel in vielen Lagen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ausdauernd.
  • Winterliche Nässe, schwere Böden, Spätfröste und exponierte Höhenlagen erhöhen jedoch das Ausfallrisiko; die konkrete Widerstandsfähigkeit hängt von Sorte, Drainage und Mikroklima ab.
  • Vor dem Winter keine kräftige Düngung mehr geben.
  • Gefäße an eine regengeschützte, helle Stelle rücken.
  • Topfballen nur sparsam und frostfrei kontrollieren.
  • Pflanzen nicht mit luftundurchlässiger Folie einpacken.
  • In rauen Lagen den Wurzelbereich locker mit Reisig schützen.

Vermehrung

  • Halbverholzte Stecklinge im Sommer von gesunden Trieben schneiden.
  • Untere Blätter entfernen und Stecklinge in mageres, durchlässiges Substrat setzen.
  • Bis zur Bewurzelung gleichmäßig leicht feucht halten.
  • Aussaat ist möglich, Keimung und Sortenechtheit sind jedoch uneinheitlich.
  • Größere Pflanzen lassen sich vorsichtig teilen, sofern mehrere bewurzelte Triebe vorhanden sind.

Wuchs und Aussehen

LaubSchmale, aromatische, silbrig graugrüne Blätter; meist wintergrün.
ZierwertDichte, duftende Blütenähren an langen aufrechten Stängeln.
WachstumEchter Lavendel wächst zunächst langsam bis mäßig und bildet mit zunehmendem Alter …
HöheJe nach Sorte und Kulturbedingungen werden ungefähr 30 bis 100 Zentimeter Höhe …
LebensdauerDie Art ist ein ausdauernder, immergrüner bis wintergrüner Halbstrauch. In sehr nassen …

Blattfarben

GraugrünSilbriggrün

Gartenstil

🌱 Kräutergarten🌱 Steingarten🌱 Kiesgarten🌱 Mediterraner Garten🌱 Moderner Garten🌱 Bauerngarten

Lavandula angustifolia bildet einen buschigen, rundlichen Halbstrauch mit schmalen, aromatischen, silbrig graugrünen Blättern. Auf langen, meist unverzweigten Stängeln sitzen dichte, kurze Blütenähren. Je nach Sorte erreicht die Pflanze etwa 30 bis 100 Zentimeter Höhe und eine ähnliche bis größere Breite.

Blüte

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Blütenfarben

ViolettPurpurblauBlauMauveRosaWeiß

Wildart überwiegend violett bis purpurblau. Belegte gärtnerische Farbvarianten umfassen Blau, Mauve, Rosa, Purpur und Weiß.

Blütenform

Endständige, dichte Ähre aus ScheinquirlenForm der Blüte
DuftDeutlich aromatisch und angenehm duftend; Duftstoffe sitzen besonders in Kelch, Blüten und Blättern.3 / 3
BlütengrößeEinzelblüten kleiner als etwa 1,3 Zentimeter; die Blütenähren erreichen ungefähr 2 bis 8 Zentimeter.1 / 3
AllergenpotenzialNoch keine verlässliche Angabe
PollentypNoch keine verlässliche Angabe

Die kleinen, zweilippigen Blüten sitzen in dichten, endständigen Ähren. Die Oberlippe ist zweilappig, die Unterlippe dreilappig; Kelch und Blüten sind aromatisch. Die Wildart trägt meist violette bis purpurblaue Blüten.

Gärtnerische Sorten können zusätzlich rosa, mauve, blau oder weiß blühen. Die Blüten erscheinen über einen längeren Zeitraum, wobei der genaue Beginn von Sorte, Region, Frühjahrstemperatur und Sonneneinstrahlung abhängt.

In Mitteleuropa meist Juni bis August; frühe Sorten können bereits Ende Mai beginnen, späte Sorten bis in den August blühen.

Bestäuber und Blütenbesucher

Erdhummel

Bombus terrestris

Nektar und Pollen · Juni bis August

Bombus terrestris wurde als effizienter Bestäuber von Lavandula angustifolia beschrieben und transportiert dabei Pollen an seinem Körper.

Westliche Honigbiene

Apis mellifera

Nektar und Pollen · Juni bis August

Apis mellifera gehört zu den dokumentierten Blütenbesuchern von Lavandula angustifolia und nutzt die Blüten als Nahrungsquelle.

Herkunft und Lebensraum

Die Art stammt aus Frankreich, Italien und Spanien. Sie wächst dort an felsigen Hängen, in grasreichen Magerrasen sowie an trockenen Hügeln und Klippen in gemäßigten Regionen.

Verwendung

Geeignet für Kräuterbeete, niedrige Einfassungen, Steingärten, Kiesflächen, mediterrane Pflanzungen und Gefäße. Blüten und Blätter werden zum Trocknen, für Duftsäckchen, Potpourris und in kleinen Mengen auch zum Aromatisieren von Speisen verwendet.

Wissenswert

Der Artname angustifolia bedeutet schmalblättrig. Die Gattungsbezeichnung Lavandula wird mit dem lateinischen lavare, also waschen, in Verbindung gebracht. Kew führt die Art als in Europa heimisch und in mehreren Regionen, darunter Deutschland und Österreich, als eingeführt.

Häufige Fragen

Häufige Probleme

Warum wird mein Lavendel unten kahl?

Mit zunehmendem Alter verholzt Lavendel von innen und verliert dort Blätter. Zu wenig Licht, zu später oder fehlender Rückschnitt beschleunigen den Prozess. Ist die Pflanze stark verholzt und verformt, ist ein Ersatz durch einen jungen Lavendel meist sinnvoller als ein radikaler Rückschnitt.

Schädlinge und Krankheiten

Welche Krankheiten treten bei Lavendel auf?

Bei dauerhaft feuchten Bedingungen können Wurzelfäule und Blattflecken auftreten. Vermeide Staunässe, gieße möglichst bodennah und sorge für Abstand zu Nachbarpflanzen. Stark befallene Triebe entfernst du mit sauberer Schere; nasse, dichte Bestände sollten durch bessere Luftzirkulation korrigiert werden.

Grundpflege

Wie oft muss Lavendel gegossen werden?

Junge Pflanzen brauchen nach dem Einsetzen regelmäßige Wassergaben, bis sie angewachsen sind. Danach genügt bei normalem Gartenboden meist zusätzliches Gießen nur während längerer Trockenperioden. Warte zwischen den Wassergaben, bis die obere Erdschicht deutlich abgetrocknet ist.

Warum bekommt mein Lavendel gelbe Blätter?

Gelbe Blätter entstehen häufig durch zu viel Wasser, schlechte Drainage oder verdichteten Boden. Prüfe, ob Wasser nach Regen stehen bleibt, und lockere die Umgebung vorsichtig. Bei dauerhaft nasser Erde hilft meist nur das Umsetzen an einen höher gelegenen, mineralischen Standort.

Braucht Lavendel Dünger?

Auf magerem Boden ist meist kein regelmäßiger Dünger nötig. Zu viel Stickstoff fördert weiches, grünes Wachstum und kann die Standfestigkeit sowie Winterverträglichkeit verschlechtern. Wenn überhaupt, dünge im Frühjahr sehr sparsam mit einem schwach dosierten, ausgewogenen Dünger.

Praktische Pflege

Wann und wie schneide ich Echten Lavendel?

Schneide nach der Hauptblüte die verblühten Stängel und einen kleinen Teil des grünen Blattzuwachses zurück. Im Frühjahr kannst du frostgeschädigte Triebe entfernen. Schneide nicht tief in altes, kahles Holz, weil daraus oft nur unzuverlässig neue Triebe entstehen.

Soll ich die Blüten für Duftsäckchen schneiden?

Für Duftsäckchen schneidest du die Stängel, wenn die Knospen bereits Farbe zeigen und sich die ersten Blüten öffnen. Binde kleine Bündel und trockne sie luftig, trocken und schattig. Vollständig geöffnete Blüten fallen beim Trocknen leichter aus.

Wie vermehre ich Lavendel am zuverlässigsten?

Stecklinge sind für gärtnerische Sorten meist die praktischste Methode, weil die Nachkommen die Eigenschaften der Mutterpflanze besser behalten. Schneide im Sommer gesunde, nicht blühende Triebe, entferne die unteren Blätter und setze sie in mageres, luftiges Substrat.

Standort und Sicherheit

Ist Echter Lavendel für Haustiere unbedenklich?

Lavendel und besonders sein ätherisches Öl werden für Hunde, Katzen und Pferde als problematisch beziehungsweise giftig geführt. Bewahre Öl außerhalb der Reichweite auf und verwende es nicht unverdünnt am Tier. Bei Aufnahme oder Beschwerden solltest du sofort eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Kann man Lavendelblüten essen?

Echter Lavendel wird traditionell auch zum Aromatisieren von Speisen verwendet, allerdings nur in kleinen Mengen und bei sicherer Pflanzenbestimmung. Ätherisches Öl ist kein gleichwertiger Ersatz und darf nicht eigenständig innerlich angewendet werden. Bei Kindern, Haustieren und Allergien ist besondere Vorsicht nötig.

Pflanzen und Umtopfen

Wann sollte ich Echten Lavendel pflanzen?

Am besten pflanzt du ihn im Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr kalt und nass ist. So kann er bis zum Winter ein gutes Wurzelsystem entwickeln. Herbstpflanzungen sind in milden, trockenen Lagen möglich, bergen aber auf schweren Böden ein höheres Risiko durch Winternässe.

Kann Echter Lavendel im Topf wachsen?

Ja, ein Topf mit Abzugslöchern eignet sich gut. Verwende ein mineralreiches, durchlässiges Substrat und stelle den Behälter sonnig auf. Im Winter ist der Topf empfindlicher als ausgepflanzte Exemplare; schütze ihn vor Dauerregen und kontrolliere gelegentlich, ohne ständig zu gießen.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

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