GiftigRiesen-Taro (Alocasia macrorrhizos)
Der Riesen-Taro ist eine tropische, ausdauernde Pflanze mit außergewöhnlich großen, aufrecht getragenen Pfeilblättern. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird er vor allem als imposante Zimmerpflanze, im Sommer …
Riesen-Taro – kurz vorgestellt
Der Riesen-Taro ist eine tropische, ausdauernde Pflanze mit außergewöhnlich großen, aufrecht getragenen Pfeilblättern. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird er vor allem als imposante Zimmerpflanze, im Sommer auch als Kübelpflanze für geschützte Plätze kultiviert. Seine dekorative Wirkung entsteht fast vollständig durch das Laub; die Blütenstände sind botanisch interessant, aber weniger auffällig als die riesigen Blätter.
- Die Art wächst schnell, benötigt Wärme, gleichmäßige Feuchtigkeit und eine hohe Luftfeuchte.
- Frost verträgt sie nicht.
- Bei Kindern und Haustieren ist wegen reizender Calciumoxalat-Kristalle besondere Vorsicht erforderlich.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- AlismatalesFroschlöffelartige
- Familie
- AraceaeAronstabgewächse
- Gattung
- AlocasiaPfeilblätter
- Art
- Alocasia macrorrhizos
Riesen-Taro pflegen
Sonnenlicht
Hell, ohne pralle SonneHeller Standort mit gefiltertem Licht fördert große, stabile Blätter.
Wasserbedarf
Oben leicht abtrocknen lassenWährend des Wachstums gleichmäßig gießen, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist.
Frosthärte
Frostfreie Kultur erforderlichIn Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht winterhart.
Bodentyp
Luftig und gut drainiertEin lockeres, strukturstabiles Substrat mit hohem Luftanteil und guter Drainage ist geeignet.
pH-Wert
Schwach sauer bis neutralEin schwach saurer bis neutraler Substratbereich ist passend.
Giftigkeit und Sicherheit
giftig bei Aufnahme
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Alle Pflanzenteile gelten als reizend und potenziell giftig, wenn sie gekaut oder verschluckt werden. Pflanze außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufstellen und beim Schneiden Handschuhe tragen.
Weitere Pflegetipps
- Blätter regelmäßig mit weichem, feuchtem Tuch von Staub befreien
- Pflanze etwa alle ein bis zwei Wochen leicht drehen, damit sie gleichmäßig wächst
- Gelbe oder beschädigte Blätter direkt am Ansatz entfernen
- Luftfeuchte durch Gruppierung, Verdunstungsschale oder Luftbefeuchter erhöhen
- Auf Blattunterseiten regelmäßig nach Spinnmilben, Thripsen und Schildläusen suchen
- Licht: Pralle Mittagssonne kann Blattgewebe verbrennen; dauerhaft tiefer Schatten führt häufig zu kleineren Blättern und schwächerem Wachstum.
- Wasser: Staunässe vermeiden und im Winter deutlich sparsamer wässern.
- Winterhärte: Die Pflanze muss frostfrei kultiviert und vor kalter Zugluft, kaltem Gießwasser sowie stark auskühlenden Fenstern geschützt werden.
- Boden: Schwere, verdichtete Erde hält zu viel Wasser und begünstigt Wurzelfäule.
- pH-Wert: Regelmäßiges Umtopfen in frisches, nährstoffhaltiges Substrat verhindert Salzablagerungen und erhält die Wurzelaktivität.
- Wuchshöhe: Unter tropischen Freilandbedingungen kann die Art etwa vier Meter erreichen. Als Zimmer- oder Kübelpflanze bleibt sie meist kleiner, benötigt wegen ihrer großen Blattstiele aber viel Raum.
- Wuchs: Bei Wärme, Licht, Feuchtigkeit und regelmäßiger Nährstoffversorgung wächst der Riesen-Taro kräftig. Im Winter kann das Wachstum deutlich nachlassen oder vorübergehend ruhen.
- Lebensdauer: Ausdauernde, immergrüne Staude in warmen Klimaten. In kühleren Innenräumen zeigt sie häufig eine saisonale Ruhephase und kann dabei einzelne Blätter verlieren.
- Pflegeaufwand: Bei ausreichender Wärme, hoher Luftfeuchte und kontrollierter Bewässerung zuverlässig. Schwierig wird die Kultur vor allem durch trockene Heizungsluft, Lichtmangel und nasse Erde im Winter.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Frühjahr in ein stabiles Gefäß mit Abzugsloch pflanzen
- Ein luftiges Substrat aus torffreier Pflanzerde, grobem Rindenmaterial und mineralischen Anteilen verwenden
- Den oberen Bereich des Wurzelballens knapp unter der Substratoberfläche halten
- Einen schweren Topf wählen, damit die große Pflanze nicht kippt
- Nach dem Umtopfen gründlich angießen und überschüssiges Wasser ablaufen lassen
Überwintern
- Vor den ersten kalten Nächten ins Haus oder in einen frostfreien Wintergarten holen
- Im Winter hell bis halbschattig und zugluftgeschützt aufstellen
- Wassergaben deutlich reduzieren, aber den Wurzelballen nicht völlig austrocknen lassen
- Während einer Ruhephase nicht düngen
- Erst bei dauerhaft warmem Wetter wieder ins Freie stellen
Vermehrung
- Tochtertriebe im Frühjahr vorsichtig vom Mutterstock trennen
- Teilstücke nur mit sauberem, scharfem Werkzeug schneiden
- Schnittflächen vor dem Einsetzen kurz antrocknen lassen
- Warme, leicht feuchte Bedingungen fördern die Bewurzelung
- Aussaat ist möglich, setzt aber frisches Saatgut und tropische Anzuchtbedingungen voraus
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Der Riesen-Taro bildet eine kräftige, ausdauernde Staude mit unterirdischem Knollen- oder Stammorgan und einer Blattrosette. Die aufrechten Blattstiele können etwa 1,3 Meter erreichen. Die pfeil- bis herzförmigen Blattspreiten werden unter günstigen Bedingungen bis ungefähr 1,2 Meter lang und 0,9 Meter breit.
Ältere Pflanzen entwickeln einen kurzen bis hohen, aufrechten Stamm.
Blüte
Blütenfarben
Bei der Wildart sind weißliche, cremefarbene bis gelbgrüne Spathen und ein weißlicher bis gelblicher Spadix belegt. Belastbare Angaben zu abweichenden Blütenfarben gärtnerischer Farbvarianten liegen nicht vor.
Blütenform
Die Blütenstände erscheinen meist zu mehreren zwischen den Blattbasen. Eine helle, weißliche bis gelbgrüne Spatha umgibt den nahezu gleich langen Spadix. Im unteren, bauchigen Bereich sitzen die weiblichen Blüten; darüber folgen sterile und männliche Blütenzonen.
Der obere Abschnitt des Spadix bildet einen verlängerten, gelblichen bis orangegelben Appendix. Nach der Blüte kann die Spatha zurückweichen und bei Bestäubung die Bildung roter Beeren ermöglichen.
Für Mitteleuropa sind keine verlässlichen festen Blütemonate anzusetzen. Blüten erscheinen eher bei großen, kräftigen Pflanzen unter dauerhaft warmen, hellen und feuchten Bedingungen; im Zimmer bleiben sie unregelmäßig oder aus.
Bestäuber und Blütenbesucher
Colocasiomyia-Arten
Colocasiomyia sp.Belegte Bestäubergruppe der Art · Nicht auf feste Monate festgelegt
Für Alocasia macrorrhizos ist eine Bestäubungsbeziehung mit zwei wissenschaftlich noch nicht benannten Colocasiomyia-Arten untersucht worden. Diese kleinen Fliegen nutzen den Blütenstand während der Anthese und übertragen dabei Pollen zwischen geeigneten Blütenständen.
Herkunft und Lebensraum
Alocasia macrorrhizos stammt aus dem tropischen Raum von Zentral-Malesien bis Queensland. Sie wächst in feuchten, warmen Lagen, unter anderem an Bächen, auf nassen Standorten, an Wegrändern und in gestörten Bereichen. Die Art wird vielfach kultiviert und ist in mehreren tropischen Regionen eingebürgert.
Verwendung
In Mitteleuropa eignet sich die Art als markante Zimmerpflanze für helle, warme Räume sowie als große Kübelpflanze für Balkon, Terrasse und Wintergarten. Im Sommer kann sie geschützte, halbschattige Plätze begrünen. In tropischen Regionen wird sie außerdem als Zier- und Nutzpflanze angebaut.
Wissenswert
Der Artname macrorrhizos bedeutet sinngemäß „großwurzelig“. Die Blütenstände besitzen die für Aronstabgewächse typische Kombination aus Spatha und Spadix. Nach erfolgreicher Bestäubung können sich rote bis scharlachrote Beeren bilden.
Die Art wird in tropischen Kulturen teils als Notnahrung genutzt, ist roh jedoch reizend und nicht für den Verzehr geeignet.
Alocasia macrorrhizos – Bilder
Giftig
GiftigHäufige Fragen
Häufige Probleme
Warum hängen die Blätter plötzlich herunter?
Hängende Blätter entstehen häufig durch Trockenheit, geringe Luftfeuchte, kalte Zugluft oder Wurzelschäden nach zu viel Wasser. Prüfe zuerst die Feuchtigkeit im Topf, danach den Standort. Erst gießen, wenn das Substrat nicht bereits nass und schwer ist.
Warum werden die Blattränder braun?
Braune Ränder weisen oft auf trockene Luft, ungleichmäßige Wasserversorgung, Salzablagerungen oder direkte Sonne hin. Erhöhe die Luftfeuchte, gieße regelmäßiger und spüle das Substrat gelegentlich mit kalkarmem Wasser durch, sofern der Topf gut abläuft.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge treten beim Riesen-Taro häufig auf?
Bei trockener Raumluft kommen vor allem Spinnmilben infrage; außerdem können Thripse oder Schildläuse auftreten. Kontrolliere regelmäßig Blattunterseiten und junge Blätter. Frühzeitiges Abduschen, Entfernen einzelner Schädlinge und eine bessere Luftfeuchte begrenzen den Befall.
Grundpflege
Wie viel Licht braucht der Riesen-Taro im Zimmer?
Ein heller Platz mit gefiltertem Tageslicht ist ideal. Direktes Sonnenlicht hinter unbeschattetem Glas kann die großen Blätter schädigen, besonders im Sommer. Bei Lichtmangel wachsen die Blattstiele instabil und neue Blätter bleiben häufig kleiner.
Wie oft muss Alocasia macrorrhizos gegossen werden?
Gieße während des Wachstums, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist. Der Ballen darf nicht dauerhaft nass stehen. Im Winter sinkt der Wasserbedarf deutlich, besonders wenn die Pflanze kühler steht oder eine Ruhephase einlegt.
Braucht die Pflanze hohe Luftfeuchtigkeit?
Ja, warme und feuchte Luft unterstützt die Entwicklung großer, gesunder Blätter. Gruppiere Pflanzen, nutze eine Verdunstungsschale oder einen Luftbefeuchter und halte Abstand zu Heizkörpern. Dauerhaft nasse Blätter bei schlechter Luftzirkulation solltest du jedoch vermeiden.
Warum blüht mein Riesen-Taro nicht?
Blüten erscheinen meist erst bei großen, kräftigen Pflanzen. Wärme, hohe Luftfeuchte, ausreichend Licht und eine lange Wachstumsperiode fördern die Blütenbildung. Junge Zimmerpflanzen bleiben oft jahrelang blütenlos; das ist kein eindeutiges Zeichen für einen Pflegefehler.
Praktische Pflege
Wann sollte der Riesen-Taro umgetopft werden?
Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr oder frühen Sommer, wenn neues Wachstum beginnt. Umtopfen ist nötig, wenn Wurzeln den Topf stark durchwachsen, das Substrat verdichtet ist oder Wasser ungewöhnlich schnell durchläuft.
Wie überwintert Alocasia macrorrhizos sicher?
Überwintere sie frostfrei, hell und ohne kalte Zugluft. Bei geringerer Temperatur und weniger Licht wird sparsamer gegossen. Dünge während einer Ruhephase nicht und stelle die Pflanze erst wieder hinaus, wenn dauerhaft milde Bedingungen herrschen.
Wie lässt sich der Riesen-Taro vermehren?
Am praktikabelsten ist die Teilung von Tochtertrieben oder geeigneten Knollenabschnitten im Frühjahr. Verwende sauberes Werkzeug, lasse Schnittstellen kurz abtrocknen und setze die Teilstücke warm in ein luftiges, nur leicht feuchtes Substrat.
Soll man gelbe Blätter entfernen?
Vollständig gelbe oder stark beschädigte Blätter kannst du mit sauberem Werkzeug am Ansatz abschneiden. Teilweise vergilbte Blätter liefern noch Energie. Entferne sie erst, wenn der restliche Blattbereich deutlich geschwächt oder die Ursache der Vergilbung behoben ist.
Standort und Sicherheit
Ist der Riesen-Taro für Haustiere gefährlich?
Ja. Alocasien enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen oder Verschlucken Schmerzen, Reizungen und Schwellungen im Maul verursachen können. Stelle die Pflanze unerreichbar auf und wende dich bei Aufnahme an eine tierärztliche Praxis.
Was ist beim Schneiden der Pflanze zu beachten?
Trage beim Schneiden oder Umtopfen Handschuhe und vermeide den Kontakt von Pflanzensaft mit Augen, Mund und empfindlicher Haut. Werkzeuge anschließend reinigen. Kinder sollten nicht mit abgeschnittenen Blättern, Blattstielen oder Knollenteilen spielen.
Pflanzen und Umtopfen
Kann der Riesen-Taro im Sommer draußen stehen?
Ja, ein geschützter, heller bis halbschattiger Platz ist geeignet. Gewöhne die Pflanze langsam an das Freie und stelle sie vor kalten Nächten wieder geschützt auf. Wind kann die großen Blattspreiten leicht zerreißen.
Welches Substrat eignet sich für die Pflanze?
Geeignet ist eine lockere Mischung aus torffreier Pflanzerde, grobem Rindenmaterial und mineralischen Bestandteilen wie Bims oder Perlite. Wichtig sind Luftporen und ein sicherer Wasserabzug. Verdichtete Blumenerde erhöht das Risiko von Wurzelfäule.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.nparks.gov.sg
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- eprints.lib.hokudai.ac.jp
- www.aspca.org
- www.poison.org
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.




