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Selenicereus undatus
Drachenfruchtkaktus (Selenicereus undatus). Standort: Sehr hell bis sonnig.
PflanzenlexikonCactaceaeSelenicereus

Drachenfruchtkaktus (Selenicereus undatus)

Der Drachenfruchtkaktus, wissenschaftlich Selenicereus undatus, ist ein kletternder, sukkulenter Kaktus aus Mexiko bis Honduras. Seine dreikantigen Triebe wachsen mit Haftwurzeln an Stützen empor oder hängen über Mauern und …

Drachenfruchtkaktus – kurz vorgestellt

Der Drachenfruchtkaktus, wissenschaftlich Selenicereus undatus, ist ein kletternder, sukkulenter Kaktus aus Mexiko bis Honduras. Seine dreikantigen Triebe wachsen mit Haftwurzeln an Stützen empor oder hängen über Mauern und Rankgerüste. Im Sommer erscheinen sehr große, duftende Nachtblüten, die sich meist nur für eine Nacht öffnen.

Bei ausreichend Wärme, Licht und erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich daraus essbare, rosarote Früchte mit weißem Fruchtfleisch und zahlreichen schwarzen Samen.

Taxonomische Einordnung

Abteilung
TracheophytaGefäßpflanzen
Familie
Cactaceae
Art
Selenicereus undatus

Drachenfruchtkaktus pflegen

Sonnenlicht

Sehr hell bis sonnig

Sehr hell bis sonnig kultivieren; hinter Glas im Frühjahr langsam an direkte Mittagssonne gewöhnen, damit die grünen Triebe keinen Sonnenbrand bekommen.

Wasserbedarf

Sommer nach Abtrocknen

Im Sommer erst gießen, wenn die obere Substratschicht deutlich abgetrocknet ist.

Frosthärte

Frostfrei überwintern

Nicht frosthart.

Bodentyp

Durchlässige Kakteenerde

Eine sehr durchlässige Kakteenerde mit mineralischen Bestandteilen, grobem Sand oder Bims verhindert Staunässe und hält die kräftigen Wurzeln luftig.

pH-Wert

Schwach sauer

Ein schwach saures Substrat ist geeignet; handelsübliche Kakteenerde liegt meist im passenden Bereich und muss normalerweise nicht aufwendig angepasst werden.

Giftigkeit und Sicherheit

Keine Giftigkeit für Hunde, Katzen und Pferde laut ASPCA-Eintrag

Für wen gefährlich

Hunde Katzen Pferde

Für Hunde, Katzen und Pferde wird die Pflanze als nicht giftig geführt. Dornen und steife Triebe können jedoch mechanische Verletzungen verursachen.

Weitere Pflegetipps

  • Triebe regelmäßig locker am Gerüst befestigen
  • Im Sommer nach dem Abtrocknen durchdringend gießen
  • Überschüssiges Wasser aus Übertopf oder Untersetzer entfernen
  • Während des Wachstums sparsam mit Kakteendünger versorgen
  • Blüten nachts bei Bedarf von Hand bestäuben
  • Auf weiche, fleckige oder eingesunkene Triebe sofort reagieren
  • Wasser: Im Winter bei kühler Haltung nur sparsam wässern.
  • Winterhärte: In Deutschland, Österreich und der Schweiz nur im Sommer draußen kultivieren und vor den ersten Frösten hell und frostfrei einräumen.
  • Wuchshöhe: Mit kräftigem Rankgerüst können die Triebe mehrere Meter Länge erreichen; im Kübel bleibt die Pflanze durch Schnitt und Stützhöhe steuerbar.
  • Wuchs: Bei Wärme, Licht und regelmäßiger Nährstoffversorgung wächst die Art kräftig. Schwaches Licht führt zu dünnen, weicheren Trieben und verzögert Blütenbildung.
  • Lebensdauer: Mehrjähriger, immergrüner Kaktus aus tropischem Klima; unter mitteleuropäischen Bedingungen benötigt er eine frostfreie Ruhephase mit deutlich reduzierter Wasserversorgung.
  • Pflegeaufwand: Mittel. Die Kultur ist unkompliziert, solange Drainage, Wärme, Stütze und Winterquartier stimmen; Fruchtbildung verlangt zusätzlich passende Bestäubungsbedingungen.

Pflanzen und Umtopfen

  • Einen schweren Kübel mit Drainageöffnung verwenden
  • Kakteenerde mit mineralischem Anteil und grobem Sand mischen
  • Das Rankgerüst vor dem Einpflanzen standsicher befestigen
  • Wurzelballen nur wenig tiefer setzen als zuvor
  • Nach dem Umtopfen einige Tage trocken halten

Überwintern

  • Von Oktober bis März hell, trocken und frostfrei halten
  • Ideal ist ein kühler, aber nicht kalter Wintergarten
  • Wassergaben bei kühler Haltung stark reduzieren
  • Keine nassen Wurzeln während lichtarmer Wochen
  • Erst bei dauerhaft steigenden Lichtwerten wieder kräftiger gießen

Vermehrung

  • Kopf- oder Teilstecklinge im Frühjahr oder Frühsommer schneiden
  • Schnittflächen mehrere Tage trocken und schattig abheilen lassen
  • Stecklinge in sehr durchlässiges, nur leicht feuchtes Substrat setzen
  • Erst nach sichtbarer Bewurzelung vorsichtig häufiger gießen
  • Aussaat ist möglich, benötigt aber Wärme und Geduld

Wuchs und Aussehen

LaubDreikantige, grüne, fleischige Triebe mit gekerbten Kanten, Areolen und kurzen Dornen; entlang …
ZierwertGroße weiße Nachtblüten, rosarote schuppige Früchte und der kletternde Triebaufbau.
WachstumBei Wärme, Licht und regelmäßiger Nährstoffversorgung wächst die Art kräftig. Schwaches Licht …
HöheMit kräftigem Rankgerüst können die Triebe mehrere Meter Länge erreichen; im Kübel …
LebensdauerMehrjähriger, immergrüner Kaktus aus tropischem Klima; unter mitteleuropäischen Bedingungen benötigt er eine …

Blattfarben

Grün

Gartenstil

🌱 Wintergarten🌱 Kübelgarten🌱 Gewächshaus🌱 Tropischer Garten

Selenicereus undatus bildet lange, verzweigte, grüne Triebe mit drei markanten Kanten, gekerbten Rändern und kleinen Areolen mit kurzen Dornen. Entlang der Triebe entstehen Luftwurzeln. Die bis etwa 25 bis 30 Zentimeter langen und 15 bis 30 Zentimeter breiten Blüten sind außen grünlich-weiß und innen weiß.

Die Früchte besitzen eine rosarote bis rote Schale mit schuppenartigen Anhängseln und weißem, schwarzsamigem Fruchtfleisch.

Blüte

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Blütenfarben

WeißGrünlich-weiß

Wildart: innere Blütenhüllblätter weiß, äußere Blütenhüllblätter grünlich-weiß bis gelblich-grün. Bei gärtnerisch verbreiteten Formen und Hybriden werden unterschiedliche Fruchtfleisch- und Schalefarben gehandelt; daraus lässt sich keine einheitliche zusätzliche Blütenfarbe für diese Art ableiten.

Blütenform

Einzelblüten an den Trieben; große, zwittrige, radiärsymmetrische Blüten mit röhrenförmigem Blütenboden und zahlreichen Staubblättern.Form der Blüte
DuftDuftend, nachts besonders deutlich wahrnehmbar.3 / 3
BlütengrößeEtwa 25 bis 30 Zentimeter lang und 15 bis 30 Zentimeter breit.3 / 3
AllergenpotenzialNoch keine verlässliche Angabe
PollentypPollen vorhanden; Angaben zur allergologischen Bedeutung für Menschen liegen für diese Art nicht ausreichend vor.

Die einzelnen Blüten sitzen seitlich an älteren Trieben und öffnen sich abends beziehungsweise nachts. Sie besitzen grünlich-weiße äußere Blütenhüllblätter, zahlreiche weiße bis gelblich wirkende Staubblätter und eine lange, auffällige Narbe. Der Blütenstand ist nicht verzweigt; jede Blüte steht einzeln.

Nach der nächtlichen Öffnung schließen die Blüten meist kurz nach Tagesanbruch. Bei erfolgreicher Bestäubung folgt eine fleischige Beere mit zahlreichen schwarzen Samen.

In der nördlichen Hemisphäre meist vom späten Frühjahr bis in den Herbst; in Mitteleuropa nur bei ausreichend Wärme, Licht und einer langen Vegetationsperiode zuverlässig. Einzelblüten öffnen sich gewöhnlich nur für eine Nacht.

Bestäuber und Blütenbesucher

Kleiner Langnasenfledermaus

Leptonycteris curasoae

Duftende, nachts geöffnete Blüten · Während der nächtlichen Blüte

Für das natürliche Verbreitungsgebiet wird diese nektarfressende Fledermaus als nächtlicher Blütenbesucher und Bestäuber von Selenicereus undatus beziehungsweise dem früher verwendeten Namen Hylocereus undatus genannt.

Mexikanische Langzungenfledermaus

Choeronycteris mexicana

Nektar und nächtlicher Blütenduft · Während der nächtlichen Blüte

Diese nektarfressende Fledermaus besucht die großen, nachts geöffneten Blüten im natürlichen Verbreitungsgebiet der Art und kann dabei Pollen übertragen.

Westliche Honigbiene

Apis mellifera

Pollen und Blütenressourcen am frühen Tag · Nachts geöffnete Blüten bis zum folgenden Vormittag

Honigbienen wurden als Tagesbesucher dokumentiert. Für Kübelpflanzen in Mitteleuropa ist ihr Beitrag unsicher; bei gewünschtem Fruchtansatz ist Handbestäubung mit einem Pinsel verlässlicher.

Herkunft und Lebensraum

Die Art stammt aus saisonal trockenen tropischen Regionen Mexikos und Mittelamerikas. Sie wächst terrestrisch, lithophytisch oder epiphytisch an Felsen und Bäumen und benötigt Wärme, zeitweise Trockenheit sowie sehr gute Drainage.

Verwendung

In Deutschland, Österreich und der Schweiz eignet sich der Drachenfruchtkaktus vor allem für beheizte Wintergärten, große Kübel, Gewächshäuser und geschützte Sommerplätze. Die Früchte werden roh gegessen. Ein stabiles Rankgerüst ist für ältere Pflanzen unverzichtbar.

Wissenswert

Der frühere Handelsname Hylocereus undatus ist ein Synonym. Die Blüten öffnen sich abends, duften nachts besonders stark und schließen sich gewöhnlich nach Tagesanbruch. Für größere Früchte verbessert gezielte Handbestäubung häufig den Fruchtansatz.

Häufige Fragen

Häufige Probleme

Warum werden die Triebe weich oder braun?

Weiche, glasige oder am Ansatz braune Triebe deuten meist auf Staunässe, Kälteschäden oder beginnende Fäulnis hin. Betroffene Teile bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden, Schnittstellen abtrocknen lassen und die Drainage prüfen. Bei Frostschäden zunächst besonders trocken halten.

Was hilft gegen Sonnenbrand?

Gelbliche, später braune oder eingesunkene Stellen entstehen häufig nach einem abrupten Wechsel aus Schatten in intensive Sonne. Stelle die Pflanze zunächst hell, aber gefiltert auf, und gewöhne sie über mehrere Tage oder Wochen schrittweise an direkte Strahlung.

Schädlinge und Krankheiten

Welche Schädlinge treten häufig auf?

Kontrolliere regelmäßig auf Wollläuse, Schildläuse und Ameisen. Wollläuse sitzen gern an Areolen und Triebgabeln. Kleine Befallsherde lassen sich vorsichtig abwischen; bei stärkerem Befall müssen Behandlung, Wiederholung und Kulturbedingungen an das zugelassene Mittel angepasst werden.

Grundpflege

Wie viel Sonne braucht der Drachenfruchtkaktus?

Ein sehr heller bis sonniger Platz fördert kräftige Triebe und Blüten. Pflanzen hinter Glas müssen im Frühjahr schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden. An dauerhaft dunklen Standorten vergeilen die Triebe, bleiben dünn und bilden häufig keine Blüten.

Wie oft muss ich Selenicereus undatus gießen?

Im Sommer wird erst gegossen, wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist. Dann das Substrat gründlich durchfeuchten und überschüssiges Wasser ablaufen lassen. Im kühlen Winterquartier deutlich sparsamer gießen, weil nasse Wurzeln bei wenig Licht schnell faulen.

Braucht der Kaktus ein Rankgerüst?

Ja, ein stabiles Rankgerüst ist bei älteren Pflanzen praktisch unverzichtbar. Die langen, schweren Triebe werden locker angebunden oder über einen Pfosten geführt. Scharfe Drähte vermeiden, weil sie die fleischigen Triebe einschneiden und Eintrittsstellen für Fäulnis schaffen können.

Warum blüht mein Drachenfruchtkaktus nicht?

Häufig fehlen direkte Helligkeit, Wärme, Reife oder ein ausreichend langer Sommer. Auch ein zu dunkles Winterquartier und dauerhaft zu starke Düngung können die Blütenbildung bremsen. Ein kräftiges Rankgerüst, viel Licht und eine trockene Winterphase unterstützen die Knospenbildung.

Wie bestäube ich die Blüten von Hand?

Mit einem weichen Pinsel Pollen von den Staubblättern aufnehmen und auf die deutlich sichtbare Narbe übertragen. Arbeite am Abend oder frühen Morgen, solange die Blüte geöffnet und die Narbe empfänglich ist. Für bessere Ergebnisse kann Pollen einer zweiten Pflanze verwendet werden.

Darf ich lange Triebe zurückschneiden?

Ja, ein Rückschnitt ist möglich und bei Kübelpflanzen oft sinnvoll. Entferne schwache, beschädigte oder überlange Triebe mit sauberem Werkzeug. Schnittgut kann als Steckling dienen.

Größere Schnittflächen zunächst trocken abheilen lassen und danach sparsam weiterpflegen.

Praktische Pflege

Wann sollte ich den Drachenfruchtkaktus umtopfen?

Umtopfen ist im Frühjahr sinnvoll, bevor das starke Wachstum beginnt. Wähle nur einen etwas größeren, schweren Topf mit Abflussloch. Nach dem Umtopfen einige Tage trocken halten und anschließend vorsichtig angießen, damit beschädigte Wurzeln nicht faulen.

Wie bewurzelt man Stecklinge?

Gesunde Triebabschnitte schneiden und die Schnittflächen mehrere Tage trocken abheilen lassen. Danach in sehr durchlässiges, nur leicht feuchtes Substrat setzen. Wärme, Helligkeit und zurückhaltendes Gießen fördern die Bewurzelung; dauerhaft nasses Substrat führt leicht zu Fäulnis.

Wann darf ich die Früchte ernten?

Die Früchte werden geerntet, wenn die Schale vollständig gefärbt ist und die schuppenartigen Anhängsel beginnen, sich leicht zu verändern. Schneide sie mit einem sauberen Messer ab. Unreife Früchte reifen nur begrenzt nach und bleiben geschmacklich oft enttäuschend.

Wie überwintere ich die Pflanze richtig?

Ein heller, frostfreier Raum ist ideal. Bei kühleren Temperaturen wird deutlich weniger gegossen, aber das Substrat sollte nicht wochenlang völlig nass bleiben. Vor dem Ausräumen im Frühjahr langsam an Außenlicht und Wind gewöhnen, um Sonnenbrand und Triebschäden zu vermeiden.

Standort und Sicherheit

Ist der Drachenfruchtkaktus für Haustiere giftig?

Die ASPCA führt den als Hylocereus undatus bekannten Drachenfruchtkaktus als nicht giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Trotzdem können Dornen und harte Triebe Verletzungen verursachen. Stelle den Topf so auf, dass Tiere nicht an die Pflanze stoßen oder sie umwerfen.

Pflanzen und Umtopfen

Kann Selenicereus undatus im Freiland wachsen?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine dauerhafte Freilandkultur normalerweise ungeeignet, weil die Art keinen Frost verträgt. Im Sommer darf sie an einen geschützten Außenplatz. Für Herbst und Winter braucht sie ein helles, frostfreies Quartier.

Welche Erde eignet sich für den Drachenfruchtkaktus?

Verwende eine durchlässige Kakteenerde und mische bei Bedarf Bims, groben Sand oder anderes mineralisches Material unter. Entscheidend ist schneller Wasserabzug. Schwere, dauerhaft feuchte Blumenerde verdichtet sich und erhöht das Risiko für Wurzel- und Triebfäule.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

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