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Cichorium intybus
Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus). Standort: Volle Sonne.
PflanzenlexikonAsteraceaeCichorium

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine ausdauernde Wildstaude für sonnige, eher trockene Gartenbereiche. Mit ihren himmelblauen Blütenkörbchen bringt sie von Juni bis Oktober Farbe in Kiesbeete, magere …

Gemeine Wegwarte – kurz vorgestellt

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine ausdauernde Wildstaude für sonnige, eher trockene Gartenbereiche. Mit ihren himmelblauen Blütenkörbchen bringt sie von Juni bis Oktober Farbe in Kiesbeete, magere Säume, naturnahe Vorgärten und extensive Wiesen. Die tief reichende Pfahlwurzel macht sie nach dem Anwachsen erstaunlich trockenheitsverträglich, während die hohen, verzweigten Stängel über einer grundständigen Blattrosette stehen.

  • Ihre Blüten öffnen sich vor allem am Vormittag und halten jeweils nur einen Tag.
  • Dafür erscheinen fortlaufend neue Körbchen.
  • Die Wegwarte ist pflegeleicht, kann sich durch Samen ausbreiten und eignet sich besonders für Gärten, in denen natürliche Versamung erwünscht ist.

Taxonomische Einordnung

Abteilung
TracheophytaGefäßpflanzen
Ordnung
AsteralesAsternartige
Familie
AsteraceaeKorbblütler
Gattung
CichoriumWegwarten
Art
Cichorium intybus

Gemeine Wegwarte pflegen

Sonnenlicht

Volle Sonne

Vollsonniger Standort mit mindestens mehreren Stunden direkter Sonne täglich.

Wasserbedarf

Trocken nach Anwachsen

Nach dem Anwachsen trockenheitsverträglich.

Frosthärte

Meist winterhart

In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist zuverlässig winterhart, sofern der Boden im Winter nicht vernässt.

Bodentyp

Durchlässig und tiefgründig

Durchlässiger, tiefgründiger und eher mäßig nährstoffreicher Boden.

pH-Wert

Nicht eng festgelegt

Eine belastbare enge pH-Spanne ist nicht erforderlich.

Giftigkeit und Sicherheit

hautreizend

Für wen gefährlich

Haut

Betroffene Pflanzenteile

Milchsaft

Der Milchsaft kann die Haut reizen oder bestehende Hautallergien verschlimmern. Für eine Verwendung als Gemüse oder Heilpflanze nur eindeutig geeignete Kulturformen und fachkundige Informationen heranziehen.

Weitere Pflegetipps

  • Verblühte Körbchen nur abschneiden, wenn eine Selbstaussaat verhindert werden soll.
  • Bei langer Frühjahrstrockenheit junge Pflanzen wöchentlich gründlich wässern.
  • Etablierte Exemplare nur bei anhaltender Hitze und ausgetrocknetem Boden versorgen.
  • Auf kräftige Düngung und häufige Bewässerung verzichten.
  • Konkurrenz durch stark wachsende Gräser und Gehölze regelmäßig zurücknehmen.
  • Licht: Im Halbschatten werden die Stängel instabiler, und die Blüten öffnen sich weniger zuverlässig.
  • Wasser: Junge Pflanzen bei ausbleibendem Regen gründlich gießen, etablierte Exemplare nur bei anhaltender Hitze oder sichtbar welkender Rosette.
  • Winterhärte: Die tatsächliche Ausdauer hängt von Kleinklima, Boden und Pflanzalter ab.
  • Boden: Verdichtete Lehmböden mit Sand, Splitt oder mineralischem Material lockern; winterliche Staunässe vermeiden.
  • pH-Wert: Die Art wächst auf unterschiedlichen Böden, bevorzugt aber gut durchlässige, häufig kalkhaltige und nicht dauerhaft saure Standorte.
  • Wuchshöhe: Meist 30 bis 120 Zentimeter, an günstigen, ungemähten Standorten auch höher. Die sparrige Verzweigung benötigt ausreichend Abstand zu niedrigeren Nachbarpflanzen.
  • Wuchs: Ausdauernde Staude mit kräftiger Pfahlwurzel, grundständiger Rosette und aufrechtem, stark verzweigtem Blütenstängel. Nach dem Anwachsen entwickelt sie sich rasch und kann sich versamen.
  • Lebensdauer: Mehrjährig. Im ersten Jahr steht häufig die Blattrosette im Vordergrund; ab dem Folgejahr erscheinen die Blütenstängel. Nach der Samenreife zieht der oberirdische Teil zurück.
  • Pflegeaufwand: Pflegeleicht, wenn Sonne, durchlässiger Boden und ausreichend Platz vorhanden sind. Schwieriger wird die Kultur bei Staunässe, starker Beschattung oder dauerhaft üppiger Nährstoffversorgung.

Pflanzen und Umtopfen

  • Im Frühjahr oder Frühherbst an einen vollsonnigen Platz mit durchlässigem Boden setzen.
  • Den Boden tief lockern, damit sich die Pfahlwurzel ungehindert entwickeln kann.
  • Kompost nur sparsam einarbeiten; sehr nährstoffreiche Böden fördern weichen, hohen Wuchs.
  • Zwischen den Pflanzen etwa 35 bis 50 Zentimeter Abstand lassen.
  • Nach dem Pflanzen angießen und bis zum Anwachsen gleichmäßig, aber nicht dauerhaft nass halten.

Überwintern

  • Im Herbst abgestorbene Stängel bis zum Spätwinter stehen lassen; sie schützen den Horst nicht wesentlich, bieten aber Struktur und Überwinterungsplätze.
  • Die grundständige Rosette kann in milden Lagen grün bleiben.
  • In sehr nassen Wintern Staunässe vermeiden, besonders auf schweren Böden.
  • Ein zusätzlicher Winterschutz ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz normalerweise nicht erforderlich.
  • Junge Herbstpflanzungen bei offenem, frostigem Wetter mit Reisig vor Austrocknung schützen.

Vermehrung

  • Samen im Frühjahr direkt an Ort und Stelle aussäen.
  • Saatgut nur dünn mit Erde bedecken und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.
  • Die Sämlinge früh vereinzeln, weil die Pfahlwurzel spätes Verpflanzen schlecht verträgt.
  • Selbstaussaat durch stehen gelassene Fruchtstände ermöglichen.
  • Wurzelstücke können ebenfalls austreiben, sind für die Gartenvermehrung aber weniger praktisch als Samen.

Wuchs und Aussehen

LaubGrundständige Rosette mit tief geteilten, rau behaarten Blättern; obere Stängelblätter kleiner und …
ZierwertHimmelblaue, sternförmig wirkende Blütenkörbchen an hohen, verzweigten Stängeln.
HerbstfarbeKeine auffällige Herbstfärbung belegt.
WachstumAusdauernde Staude mit kräftiger Pfahlwurzel, grundständiger Rosette und aufrechtem, stark verzweigtem Blütenstängel. …
HöheMeist 30 bis 120 Zentimeter, an günstigen, ungemähten Standorten auch höher. Die …
LebensdauerMehrjährig. Im ersten Jahr steht häufig die Blattrosette im Vordergrund; ab dem …

Blattfarben

Grün

Gartenstil

🌱 Naturgarten🌱 Kiesgarten🌱 Trockengarten🌱 Wildstaudenbeet🌱 Extensive Wiese

Die mehrjährige Pflanze bildet eine grundständige Rosette und einen meist 30 bis 120 Zentimeter hohen, steifen, sparrig verzweigten Blütenstängel. Die unteren Blätter sind tief geteilt und rau behaart, die oberen deutlich kleiner. Die blauen Blütenkörbchen sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen an den Seitenzweigen.

Blüte

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Blütenfarben

BlauWeißRosa

Wildart: überwiegend klar- bis himmelblau, gelegentlich weiß oder rosa. Gärtnerische Farbvarianten: Für die Art sind weiße und rosa Blütenformen belegt; eine separate belastbare Zuordnung zu bestimmten Sorten wird hier nicht vorgenommen.

Blütenform

Körbchenblütenstand aus ausschließlich fünfzipfeligen ZungenblütenForm der Blüte
DuftNoch keine verlässliche Angabe
BlütengrößeBlütenkörbchen etwa 2,5 bis 4 Zentimeter im Durchmesser2 / 3
AllergenpotenzialSeltene allergische Reaktionen auf Pflanzenteile sind beschrieben; ein spezifisches pollenbezogenes Risiko lässt sich daraus nicht ableiten.
PollentypPollen als einzelne Körner, morphologisch lophat und dreiporig beschrieben; Angaben zur praktischen Allergenität sind nicht ausreichend.

Die Blütenkörbchen sitzen einzeln oder in kleinen seitlichen Gruppen an den oberen Zweigen. Jedes Körbchen besteht aus zahlreichen hellblauen Zungenblüten mit fünfzipfeliger Spitze. Die Körbchen öffnen sich meist am Vormittag und schließen bei stärkerer Wärme oft früh.

Ein einzelnes Körbchen bleibt gewöhnlich nur einen Tag geöffnet, während die Pflanze über Wochen hinweg immer neue Blüten bildet. Bei bedecktem oder kühlerem Wetter kann die Öffnungszeit länger ausfallen.

In Mitteleuropa meist Juni bis Oktober, regional und je nach Witterung auch kürzer oder mit späterem Beginn. Die tägliche Blütenöffnung hängt von Licht, Temperatur und Bewölkung ab.

Bestäuber und Blütenbesucher

Hosenbienen

Dasypoda spp.

Pollen und Nektar · Während der Blütezeit

Hosenbienen sind als regelmäßige Besucher der Wegwarte dokumentiert. Sie nutzen die geöffneten Zungenblüten am Vormittag, wenn Pollen und Nektar zugänglich sind.

Honigbiene

Apis mellifera

Nektar und Pollen · Während der Blütezeit

Die Honigbiene wurde als Blütenbesucherin von Cichorium intybus beobachtet. Ihre Besuche können zur Bestäubung beitragen, wenn sie beim Sammeln die Blütenorgane berührt.

Schwebfliegen

Syrphidae

Nektar · Während der Blütezeit

Mehrere Schwebfliegenarten besuchen die offenen Blütenkörbchen. Belegt sind unter anderem Arten der Gattungen Eristalis, Syritta und Toxomerus.

Herkunft und Lebensraum

Cichorium intybus stammt aus Europa, Nordafrika sowie West- und Zentralasien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wächst sie an trockenen Wegrändern, Böschungen, Feldsäumen, Ruderalstellen, Weiden und auf gestörten, meist sonnigen Böden.

Verwendung

Geeignet für sonnige Wildstaudenbeete, Kiesgärten, Trockenmauern, extensive Wiesen, Feldränder und naturnahe Pflanzungen. Zuchtformen der Artengruppe werden außerdem als Chicorée- oder Zichoriengemüse genutzt; die Wildpflanze ist dafür nicht automatisch eine geeignete Küchensorte.

Wissenswert

Jedes Blütenkörbchen besteht ausschließlich aus Zungenblüten. Es öffnet sich meist am Morgen und verwelkt noch am selben Tag. Die Wegwarte ist außerdem die Wildart, aus der verschiedene Kulturformen der Zichorie hervorgegangen sind.

Häufige Fragen

Häufige Probleme

Warum blüht meine Wegwarte nur wenig?

Häufige Ursachen sind zu wenig Licht, starke Konkurrenz durch Gräser oder ein sehr nährstoffreicher, feuchter Boden. Prüfe außerdem, ob die Pflanze im ersten Jahr steht; dann bildet sie oft zunächst vor allem eine Rosette.

Warum kippen die Blütenstängel um?

Lange, weiche Stängel entstehen vor allem bei Lichtmangel, üppiger Düngung oder dauerhaft feuchtem Boden. Ein sonnigerer Platz, weniger Nährstoffe und ein größerer Abstand zu Nachbarpflanzen verbessern die Standfestigkeit.

Schädlinge und Krankheiten

Welche Schädlinge treten an der Wegwarte auf?

Ein schwerer Schädlingsbefall ist bei etablierten Pflanzen nicht typisch. Junge Blätter können von allgemeinen Blattläusen oder Schnecken angefressen werden. Meist genügt es, die Pflanzen zu beobachten und Befall mechanisch zu begrenzen.

Was tun bei angefressenen Blättern?

Kontrolliere die Pflanzen morgens auf Schnecken und entferne die Tiere. Bei kleinen Beständen können beschädigte Blätter stehen bleiben. Pflanzabstände, trockene Bodenoberflächen und vielfältige Begleitpflanzungen unterstützen eine robuste Entwicklung.

Grundpflege

Braucht die Gemeine Wegwarte volle Sonne?

Ja. Ein vollsonniger Platz fördert standfeste Stängel und eine reiche Blüte. In lichten Säumen ist etwas Halbschatten möglich, doch unter Gehölzen oder in dichtem Gras nimmt die Blühleistung meist deutlich ab.

Wie oft muss ich eine Wegwarte gießen?

Im Pflanzjahr regelmäßig gießen, sobald die obere Bodenschicht abtrocknet. Später reicht bei normalem Wetter der Niederschlag. Nur bei längerer Hitze, starkem Sandboden oder sichtbarem Welken zusätzlich gründlich wässern.

Welcher Boden ist für Cichorium intybus geeignet?

Ideal ist ein tiefgründiger, lockerer und gut drainierter Boden. Schwere Erde mit Splitt oder grobem Sand verbessern. Sehr nährstoffreiche, dauerfeuchte Böden führen eher zu mastigem Wuchs und Problemen im Winter.

Wie säe ich die Gemeine Wegwarte aus?

Säe im Frühjahr direkt an Ort und Stelle auf feinkrümelige Erde. Das Saatgut nur dünn bedecken, vorsichtig angießen und bis zur Keimung feucht halten. Später die Sämlinge auf etwa 35 bis 50 Zentimeter Abstand vereinzeln.

Kann ich Wegwarte teilen?

Das Teilen ist wegen der kräftigen Pfahlwurzel wenig geeignet. Besser gelingt die Vermehrung über Samen. Wurzelstücke können zwar austreiben, doch beim Ausgraben bleibt häufig ein Teil der Wurzel im Boden zurück.

Wann kann ich die Blüten am besten beobachten?

Am zuverlässigsten sind sonnige Vormittage. Die Körbchen öffnen sich dann weit und schließen bei Hitze oft schon früh. Bei kühlem oder bedecktem Wetter bleiben sie teilweise länger geöffnet.

Praktische Pflege

Soll ich die Wegwarte nach der Blüte zurückschneiden?

Für Selbstaussaat die Fruchtstände bis zur Samenreife stehen lassen und danach zurückschneiden. Wer eine Ausbreitung verhindern möchte, entfernt verblühte Körbchen früher. Die trockenen Stängel können bis zum Spätwinter stehen bleiben.

Wie verhindere ich eine zu starke Selbstaussaat?

Schneide die Fruchtstände ab, sobald die Achänen ausreifen, aber bevor sie vollständig ausfallen. Einzelne Pflanzen lassen sich auch durch einen Schnitt nach der Hauptblüte begrenzen, ohne den Bestand vollständig zu entfernen.

Benötigt die Wegwarte Winterschutz?

In den meisten Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nicht. Entscheidend ist ein durchlässiger Boden. Junge Herbstpflanzen können bei offenem Frost mit locker aufgelegtem Reisig vor Austrocknung geschützt werden.

Standort und Sicherheit

Ist die Gemeine Wegwarte giftig?

Eine pauschale Giftigkeitseinstufung ist nicht belegt. Der Milchsaft kann jedoch die Haut reizen oder Hautallergien verschlimmern. Beim Rückschnitt oder Ausgraben empfindliche Haut mit Handschuhen schützen und Pflanzensaft nicht in die Augen bringen.

Kann ich die Wildpflanze essen?

Die Art ist mit genutzten Zichorienformen verwandt, aber nicht jede Gartenpflanze ist als Gemüse angebaut oder geschmacklich geeignet. Für die Küche nur eindeutig bestimmte, dafür kultivierte Formen verwenden und bei Allergien gegen Korbblütler vorsichtig sein.

Pflanzen und Umtopfen

Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt?

Containerpflanzen können im Frühjahr oder Frühherbst gesetzt werden. Im Frühjahr ist die Anwachsphase bei Trockenheit leichter zu kontrollieren. Wegen der Pfahlwurzel sollten ältere Pflanzen möglichst nicht mehr umgesetzt werden.

Quellen und Bildnachweise

Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.

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