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Myrtillocactus

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Myrtillocactus – blaugrüne Säulenkakteen mit Beerenfrüchten

Myrtillocactus ist eine kleine, markante Kakteengattung aus der Familie der Cactaceae. Die Pflanzen fallen durch blaugrüne, gerippte Triebe und einen oft kerzenleuchterartigen Wuchs auf. Als Orientierungshilfe im Gartenratgeber steht die Gattung für mehrere verwandte Arten; eine solche Gruppe ist jedoch kein eigener taxonomischer Rang oberhalb der Gattung.

Die bekannteste Art ist Myrtillocactus geometrizans, im Deutschen häufig Blaue Kerze oder Heidelbeerkaktus genannt.

Herkunft und natürliche Lebensräume

Nach der aktuellen Datenbank Plants of the World Online umfasst Myrtillocactus vier anerkannte Arten. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis Guatemala. Myrtillocactus geometrizans ist vor allem in Mexiko verbreitet, während Myrtillocactus cochal auf der Halbinsel Baja California vorkommt und Myrtillocactus eichlamii bis nach Guatemala reicht.

Die Pflanzen wachsen in trockenen bis saisonal trockenen Landschaften, darunter xerophytische Gehölze, lichte Trockenwälder und steinige oder sandige Böden. Solche Lebensräume sind nicht zwingend völlig wüstenhaft: Viele Kakteen der Gattung erleben eine ausgeprägte Regenzeit und eine deutlich trockenere Jahreszeit. Ihr säulenförmiger Wuchs hilft ihnen, Wasser zu speichern und mit wenig Blattfläche die Verdunstung zu begrenzen.

Typische Merkmale der Gattung

Myrtillocactus-Arten entwickeln meist einen kurzen, mit zunehmendem Alter verholzenden Stamm und zahlreiche aufwärts gerichtete Seitenäste. Dadurch entsteht die charakteristische Kandelaber- oder Kerzenleuchterform. Die Triebe sind rundlich bis kantig und besitzen gewöhnlich fünf bis acht flache, gerundete Rippen.

Ihre blaugrüne Färbung entsteht durch eine wachsartige Oberflächenschicht, die für viele Kakteen in sonnenreichen Trockengebieten typisch ist. An den Areolen sitzen je nach Art mehrere kurze Randdornen und häufig ein deutlich längerer Mitteldorn. Bei einzelnen Pflanzen können die Dornen jedoch relativ unauffällig ausfallen.

Ein besonderes Gattungsmerkmal ist, dass aus einer Areole mehrere Blüten entstehen können. Die Blüten sind im Verhältnis zur Größe älterer Pflanzen eher klein und meist weißlich, cremefarben oder grünlich-weiß.

Vielfalt und ausgewählte Beispiele

Myrtillocactus geometrizans ist das verbreitetste und im Pflanzenhandel am häufigsten anzutreffende Beispiel. In seinem natürlichen Gebiet kann es sich zu einem mehrere Meter hohen, stark verzweigten Kaktus entwickeln. Die blaugrünen Triebe tragen kleine helle Blüten; anschließend entstehen kugelige, dunkelrote bis violette Früchte von etwa ein bis zwei Zentimetern Durchmesser.

Sie ähneln in ihrer Farbe und Größe Heidelbeeren, was sich im wissenschaftlichen Namen und in mehreren Trivialnamen widerspiegelt. Die Früchte werden in Mexiko als Garambullo genutzt und gelten als essbar. Myrtillocactus cochal wächst dagegen kompakter und stärker ausladend.

Die Art bildet zahlreiche Äste aus einem kurzen Stamm und ist an ihrer Herkunft von der Baja-California-Halbinsel erkennbar. Myrtillocactus eichlamii und Myrtillocactus schenckii sind weitere anerkannte Arten, die in Sammlungen deutlich seltener erscheinen. Diese Beispiele zeigen die Bandbreite der Gattung, ersetzen aber keine vollständige Artenübersicht.

Bedeutung für Garten und Sammlung

Im Gartenbau wird vor allem die blaugrüne Farbe von Myrtillocactus geometrizans geschätzt. Junge Exemplare wirken zunächst wie aufrechte Säulenkakteen; mit zunehmendem Alter entwickeln sie eine stärker verzweigte, baumartige Silhouette. In frostfreien Regionen können große Pflanzen als markante Solitäre in mineralischen Beeten, Innenhöfen oder trockenheitsverträglichen Pflanzungen eingesetzt werden.

In Mitteleuropa bleiben sie meist Kübel-, Gewächshaus- oder Wintergartenpflanzen. Außerdem dient Myrtillocactus geometrizans häufig als Unterlage zum Veredeln anderer Kakteen, weil die Art kräftig wächst und gut bewurzelt. Die Früchte besitzen darüber hinaus eine regionale kulinarische Bedeutung.

Bei der Kultur und beim Handel sollte die Herkunft des Pflanzenmaterials beachtet werden; Kakteen sind keine beliebige Dekoration, sondern Teil einer artenreichen und teilweise empfindlichen Flora.

Pflege: Gemeinsamkeiten und wichtige Unterschiede

Für viele Myrtillocactus gilt: Ein sehr heller bis vollsonniger Standort, ein durchlässiges mineralisches Substrat und vorsichtiges Gießen während der Wachstumszeit fördern einen stabilen Wuchs. Zwischen den Wassergaben sollte das Substrat weitgehend abtrocknen. Im Winter brauchen die Pflanzen deutlich weniger Wasser; bei kühlen Bedingungen ist ein fast trockener Stand besonders wichtig, weil Nässe dann schnell zu Fäulnis führt.

Diese Grundzüge dürfen jedoch nicht pauschal auf jede Art übertragen werden. Myrtillocactus geometrizans wird im mitteleuropäischen Gartenbau gewöhnlich frostfrei kultiviert und kann im Sommer ins Freie, sofern es langsam an direkte Sonne gewöhnt wird. Myrtillocactus cochal gilt als frostempfindlich und braucht besonderen Schutz vor niedrigen Temperaturen.

Auch die Blüte ist bei Topfpflanzen nicht selbstverständlich: Dafür sind Alter, Licht, Wärme, Überwinterung und ausreichend Wurzelraum entscheidend. Vermehrt wird je nach Art und verfügbarer Pflanze durch Samen oder bewurzelte Triebstecklinge; Schnittflächen müssen vor dem Einsetzen gut abtrocknen.

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