
Teufelszunge (Ferocactus latispinus)
Die Teufelszunge ist ein kompakter, meist einzeln wachsender Kugelkaktus aus Mexiko. Charakteristisch sind die deutlich gerippten, graugrünen Triebe, feinen Randdornen und kräftigen, abgeflachten Mitteldornen, von denen einer oft …
Teufelszunge – kurz vorgestellt
Die Teufelszunge ist ein kompakter, meist einzeln wachsender Kugelkaktus aus Mexiko. Charakteristisch sind die deutlich gerippten, graugrünen Triebe, feinen Randdornen und kräftigen, abgeflachten Mitteldornen, von denen einer oft auffällig hakenförmig gebogen ist. Die Dornen erscheinen je nach Herkunft oder Kulturform rot, braun, gelblich oder heller.
- Im Unterschied zu vielen anderen Ferocactus-Arten kann Ferocactus latispinus bereits an relativ kleinen Exemplaren blühen.
- Bei guter Kultur öffnet er seine auffälligen Blüten häufig im Spätherbst oder Winter.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt er jedoch eine frostfreie Topf- oder Gewächshauspflanze.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- CaryophyllalesNelkenartige
- Familie
- Cactaceae
- Gattung
- Ferocactus
- Art
- Ferocactus latispinus
Teufelszunge pflegen
Sonnenlicht
Volle SonneEin vollsonniger, luftiger Platz fördert gedrungenen Wuchs und kräftige Dornen.
Wasserbedarf
Substrat vollständig trocknenWährend des Wachstums durchdringend gießen und anschließend vollständig abtrocknen lassen.
Frosthärte
Frostfreie WinterruheFür Deutschland, Österreich und die Schweiz frostfrei kultivieren.
Bodentyp
Mineralisch und durchlässigEin überwiegend mineralisches, sehr durchlässiges Kakteensubstrat verwenden.
pH-Wert
Sauer bis alkalischDie Art toleriert laut RHS saure, neutrale und alkalische Substrate.
Giftigkeit und Sicherheit
Eine spezifische Giftigkeit ist in den geprüften Fachquellen nicht belegt. Die kräftigen Dornen verursachen jedoch mechanische Verletzungen und erfordern einen sicheren Standort außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren.
Weitere Pflegetipps
- Im Sommer möglichst hell, warm und luftig kultivieren.
- Nach jedem Gießen überschüssiges Wasser vollständig ablaufen lassen.
- Erst gießen, wenn das Substrat bis in tiefere Schichten abgetrocknet ist.
- Von Frühjahr bis Spätsommer sparsam mit Kakteendünger versorgen.
- Den Pflanzenkörper beim Gießen nicht dauerhaft nass halten.
- Nach dem Winter langsam an intensive Sonne gewöhnen.
- Licht: Hinter Glas im Frühjahr schrittweise an direkte Mittagssonne gewöhnen, um Sonnenbrand zu vermeiden.
- Wasser: Im Winter nur bei anhaltender Schrumpfung sparsam wässern, niemals nach festem Kalender.
- Winterhärte: Ein heller, trockener Winterstandort schützt vor Kälte-Nässe-Schäden; konkrete Freilandhärte ist nicht angegeben.
- Boden: Grobe Zuschlagstoffe wie Bims, Lava oder Kies verhindern verdichtete, lange feuchte Erde.
- pH-Wert: Entscheidend sind Struktur, Luftführung und schneller Wasserabzug, nicht ein exakt eingestellter pH-Wert.
- Wuchshöhe: Die RHS nennt eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 50 Zentimetern; bei dieser Art bleibt der Körper häufig kompakt und eher breit als hoch.
- Wuchs: Die Entwicklung ist langsam bis mäßig und erreicht laut RHS meist nach etwa fünf bis zehn Jahren die gärtnerische Reife. Viel Licht verhindert weichliches, verlängertes Wachstum.
- Lebensdauer: Ferocactus latispinus ist ein langlebiger, ausdauernder sukkulenter Kaktus. Er wächst saisonal, ruht bei kühleren und trockeneren Bedingungen und kann bei guter Pflege viele Jahre kultiviert werden.
- Pflegeaufwand: Bei konsequentem Wasserabzug ist die Pflege unkompliziert. Die kritischsten Situationen entstehen durch winterliche Nässe, zu wenig Licht und zu frühes Ausräumen im Frühjahr.
Pflanzen und Umtopfen
- Einen Topf mit Abzugsloch und nur wenig größerem Durchmesser wählen.
- Mineralisches Kakteensubstrat mit Bims, Lava, grobem Sand oder Kies mischen.
- Beim Umtopfen die Wurzeln auf Verletzungen und Fäulnis kontrollieren.
- Nach dem Einsetzen einige Tage trocken halten.
- Erst bei aktivem Wachstum wieder vorsichtig wässern.
Überwintern
- Ab Herbst die Wassergaben deutlich verlängern und nur bei vollständig trockenem Substrat gießen.
- Von November bis März hell, trocken und frostfrei aufstellen.
- Kalte, feuchte Erde vermeiden, da Wurzeln und Pflanzenkörper schnell Schaden nehmen.
- Während der Ruhezeit nicht düngen.
- Bei zu wenig Licht nicht warm weiterkultivieren, sonst droht vergeiltes Wachstum.
Vermehrung
- Die Vermehrung erfolgt überwiegend über Samen.
- Samen auf ein luftiges, mineralisches Substrat ausbringen und nicht mit einer dicken Erdschicht bedecken.
- Warm, hell und gleichmäßig leicht feucht halten, ohne Staunässe zu erzeugen.
- Sämlinge langsam an direkte Sonne gewöhnen.
- Stecklinge sind bei der meist einzeln wachsenden Art kein verlässlicher Standardweg.
Wuchs und Aussehen
Gartenstil
Der Körper ist kugelig bis leicht niedergedrückt, graugrün und stark gerippt. Die RHS beschreibt bis zu 21 gut erkennbare Rippen und einen Durchmesser bis etwa 25 Zentimeter. Weiße Randdornen stehen neben kräftigen, abgeflachten roten oder braunen Mitteldornen.
Ein unterer Mitteldorn ist häufig besonders breit und hakenförmig gebogen.
Blüte
Blütenfarben
Bei der Wildart sind purpurfarbene, gelbliche, weißliche, rote, mauvefarbene und violettblaue Blüten belegt. Gärtnerisch beschrieben sind außerdem kräftig violette, cremefarbene und gelbe Varianten; die konkrete Blütenfarbe hängt von Herkunft und Kulturform ab.
Blütenform
Die Blüten erscheinen nahe dem oberen Scheitelbereich und sind trichterförmig. Belegte Angaben nennen etwa 3,5 Zentimeter Durchmesser beziehungsweise ungefähr 1,5 Zoll. Für die Wildart werden purpurfarbene, gelbliche, weißliche, rote, mauvefarbene und violettblaue Blüten beschrieben.
In Kultur sind besonders kräftig purpurfarbene sowie cremefarbene oder gelbe Varianten bekannt. Eine belastbare Aussage zu Duft, Pollenform oder allergischem Potenzial liegt nicht vor.
In Kultur häufig Spätherbst bis Winter, etwa Oktober bis Januar. Der genaue Zeitpunkt hängt von Licht, Wärme, Wasserführung, Pflanzenalter und Überwinterungsbedingungen ab; unter mitteleuropäischen Bedingungen kann die Blüte ausbleiben oder sich verschieben.
Herkunft und Lebensraum
Ferocactus latispinus stammt aus Mexiko, von Durango bis Puebla. Die Art wächst in trockenen bis halbtrockenen Landschaften, darunter Wüsten- und Trockengebüsche, meist in mineralischen, gut drainierten Böden und an sonnigen Standorten.
Verwendung
Die Teufelszunge eignet sich als markante Solitärpflanze für sonnige Fensterplätze, frostfreie Gewächshäuser, Wintergärten und geschützte Sommeraufenthalte im Freien. Ihre kompakte Form passt zu mineralischen Kakteensammlungen, Schalen mit anderen trockenheitsliebenden Pflanzen und kleinen Wüstenbeeten unter Glas.
Wissenswert
Der Artname latispinus verweist auf die breiten Dornen. Die Art wird häufig auch als Devil’s Tongue Barrel Cactus oder Candy Cactus geführt. Ihre Blütezeit fällt in Kultur oft in eine Jahreszeit, in der vergleichsweise wenige Kakteen blühen.
Ferocactus latispinus – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Warum wächst die Teufelszunge länglich statt kugelig?
Länglicher oder schief wachsender Wuchs entsteht meist durch Lichtmangel, besonders bei warmer Überwinterung. Stelle die Pflanze heller und reduziere im Winter die Temperatur sowie die Wassergaben. Eine bereits vergeilte Form wird nicht wieder kugelig.
Neue Triebe können sich bei dauerhaft hoher Lichtintensität jedoch kompakter entwickeln.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge können Ferocactus latispinus befallen?
Wie andere Kakteen kann die Teufelszunge von Wollläusen, Schildläusen oder Spinnmilben befallen werden. Kontrolliere Areolen, Dornenansätze und den Wurzelbereich regelmäßig. Isoliere befallene Pflanzen, entferne sichtbare Tiere vorsichtig und prüfe die Ursache, etwa trockene Heizungsluft, Staunässe oder geschwächten Wuchs.
Grundpflege
Wie oft muss die Teufelszunge gegossen werden?
Im Frühjahr und Sommer wird erst gegossen, wenn das Substrat vollständig abgetrocknet ist. Dann das Gefäß gründlich wässern und überschüssiges Wasser ablaufen lassen. Im Herbst die Abstände verlängern.
Während der kühlen Winterruhe bleibt die Pflanze überwiegend trocken und erhält nur bei deutlicher Schrumpfung eine kleine Wassermenge.
Warum bekommt mein Ferocactus latispinus weiche Stellen?
Weiche, glasige oder dunkel verfärbte Stellen deuten häufig auf Fäulnis durch zu viel Feuchtigkeit hin. Die Pflanze sofort austopfen, nasse Erde entfernen und Wurzeln sowie Gewebe kontrollieren. Gesunde Bereiche müssen trocken abheilen.
Künftig mineralischer topfen, seltener gießen und im Winter vollständig trocken halten.
Braucht Ferocactus latispinus im Winter Dünger?
Nein. Während der winterlichen Ruhephase benötigt die Teufelszunge keinen Dünger. Nährstoffe werden erst wieder sinnvoll, wenn die Pflanze sichtbar wächst und regelmäßig Wasser aufnimmt.
Dünge dann höchstens sparsam mit einem geeigneten Kakteendünger und niemals auf völlig trockenem, kaltem Substrat.
Warum blüht meine Teufelszunge nicht?
Häufig fehlen eine ausreichend helle Wachstumszeit oder eine trockene Ruhephase. Auch sehr junge Pflanzen, zu große Töpfe und dauerhaftes Düngen können die Blüte verzögern. Sorge im Sommer für viel Licht, im Winter für einen hellen, trockenen Standort und vermeide häufige Standortwechsel während der Knospenbildung.
Welche Blütenfarbe hat die Teufelszunge?
Für Ferocactus latispinus sind mehrere Blütenfarben beschrieben. Dazu gehören Purpur, Violettblau, Mauve, Weiß, Rot und Gelb. In Kultur werden besonders kräftig purpurfarbene sowie cremefarbene oder gelbe Formen angeboten.
Die genaue Farbe hängt von Herkunft, Unterart, Kulturform und individueller Pflanze ab.
Praktische Pflege
Kann die Teufelszunge im Sommer draußen stehen?
Ja, ein geschützter Sommerstandort im Freien ist möglich. Wähle einen sonnigen, luftigen Platz unter einem Regenschutz oder stelle sicher, dass das Substrat nach Regen rasch abtrocknet. Nach der Winterruhe muss die Pflanze schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden, sonst können helle oder braune Sonnenbrandstellen entstehen.
Wie überwintert man Ferocactus latispinus richtig?
Überwintere ihn hell, trocken und frostfrei. Ab Herbst werden die Wassergaben reduziert, ab Beginn der Ruhephase weitgehend eingestellt. Kalte, feuchte Erde ist besonders problematisch.
Ein warmer, aber dunkler Raum ist ebenfalls ungeeignet, weil die Pflanze dann weich und unnatürlich länglich weiterwachsen kann.
Wie vermehrt man Ferocactus latispinus aus Samen?
Säe im Frühjahr auf ein luftiges, überwiegend mineralisches Substrat. Bedecke die feinen Samen nur sehr dünn oder drücke sie leicht an. Halte das Saatgefäß hell, warm und gleichmäßig leicht feucht, aber nicht nass.
Sobald Keimlinge erscheinen, lüfte vorsichtig und gewöhne sie langsam an trockenere Bedingungen.
Standort und Sicherheit
Ist die Teufelszunge giftig für Katzen und Hunde?
Für eine spezifische Giftigkeit von Ferocactus latispinus liegen keine belastbaren Angaben in den geprüften Quellen vor. Die Dornen stellen jedoch ein klares Verletzungsrisiko dar. Stelle die Pflanze deshalb so auf, dass Haustiere sie nicht umwerfen, daran kauen oder mit Augen und Pfoten in Kontakt kommen.
Wie fasst man die Teufelszunge beim Umtopfen an?
Greife niemals zwischen die Dornen. Umwickle den Körper mit mehreren Lagen gefaltetem Karton oder nutze eine spezielle Kakteenzange mit breiter Auflage. Trage feste Handschuhe, halte den Topf stabil und arbeite langsam.
Dünne Küchenhandschuhe schützen vor den kräftigen Mitteldornen nicht zuverlässig.
Pflanzen und Umtopfen
Welcher Topf ist für die Teufelszunge geeignet?
Verwende einen standfesten Topf mit Abzugsloch, der nur wenig größer als der Pflanzenkörper beziehungsweise der Wurzelballen ist. Zu große Gefäße speichern lange Feuchtigkeit. Ein schwerer Keramiktopf verhindert das Umkippen durch die breite Pflanze und reduziert das Risiko, sich an den Dornen zu verletzen.
Wann sollte Ferocactus latispinus umgetopft werden?
Das Umtopfen gelingt am besten im Frühjahr, wenn die Wachstumsphase beginnt. Kontrolliere dabei Wurzeln und Substrat, entferne verdichtete Erde und setze die Pflanze in trockenes, durchlässiges Kakteensubstrat. Nach dem Umtopfen einige Tage nicht gießen, damit kleine Wurzelverletzungen abtrocknen können.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- www.desertmuseum.org
- infografiasjb.ib.unam.mx
- floracanaria.com
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.





