
Weiße Seerose (Nymphaea alba)
Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) ist eine ausdauernde Wasserpflanze mit waagerecht wachsendem Rhizom, runden Schwimmblättern und auffälligen Blüten über der Wasseroberfläche. Sie gehört zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae) und …
Weiße Seerose – kurz vorgestellt
Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) ist eine ausdauernde Wasserpflanze mit waagerecht wachsendem Rhizom, runden Schwimmblättern und auffälligen Blüten über der Wasseroberfläche. Sie gehört zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae) und ist in Europa heimisch. Für Gartenteiche braucht sie viel Sonne, ruhiges Wasser und ausreichend Raum.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz überwintert die Art im Freien, wenn das Rhizom in geeigneter Tiefe vor starkem Durchfrieren geschützt bleibt.
Taxonomische Einordnung
- Abteilung
- TracheophytaGefäßpflanzen
- Ordnung
- NymphaealesSeerosenartige
- Familie
- NymphaeaceaeSeerosengewächse
- Gattung
- NymphaeaSeerosen
- Art
- Nymphaea alba
Weiße Seerose pflegen
Sonnenlicht
Volle SonneEin vollsonniger, windgeschützter Teichplatz fördert Blütenbildung und kräftige Blattentwicklung.
Wasserbedarf
75–120 cm WasserRuhiges, dauerhaft stehendes Wasser ohne starke Strömung verwenden.
Frosthärte
Rhizom unter EisgrenzeIn tiefen Teichen ist die Art in Mitteleuropa meist winterfest.
Bodentyp
Lehmiges TeichsubstratSchwerer, nährstoffhaltiger Lehm oder geeignete Teicherde hält das Rhizom sicher.
pH-Wert
Sauer bis alkalischDie Art toleriert saure, neutrale und alkalische Bedingungen.
Giftigkeit und Sicherheit
giftig
Für wen gefährlich
Betroffene Pflanzenteile
Die Schweizer Giftpflanzendatenbank führt Nymphaea alba als giftig und nennt alle Pflanzenteile. Pflanzensaft und Gewebe deshalb nicht verzehren und von Kindern sowie Haustieren fernhalten.
Weitere Pflegetipps
- Verblühte Blüten und gelbe Blätter regelmäßig unterhalb der Wasseroberfläche abschneiden.
- Den Pflanzkorb alle paar Jahre kontrollieren und bei starker Verdichtung teilen.
- Nur geeigneten Dünger für Wasserpflanzen verwenden und die Herstellerdosierung einhalten.
- Übermäßig wuchernde Blätter auslichten, damit die Wasseroberfläche nicht vollständig bedeckt wird.
- Abgestorbenes Pflanzenmaterial aus dem Teich entfernen, bevor es sich zersetzt.
- Licht: Mehrere Stunden direkte Sonne täglich sind wichtiger als ein besonders warmer Standort.
- Wasser: Für etablierte Pflanzen eignen sich je nach Teichform ungefähr 75 bis 120 Zentimeter Wasser über dem Pflanzkorb.
- Winterhärte: Entscheidend ist, dass das Rhizom unterhalb der möglichen Eisschicht liegt und nicht vollständig durchfriert.
- Boden: Leichte Blumenerde, Torf und stark organische Mischungen schwemmen auf und belasten das Wasser.
- pH-Wert: Wichtiger als eine genaue Messung sind ein stabiles Teichmilieu und ein mineralisches, nicht torfhaltiges Pflanzsubstrat.
- Wuchshöhe: Die Blüten erreichen etwa 10 bis 20 Zentimeter Durchmesser. Blätter werden ungefähr 25 bis 30 Zentimeter breit, während die Pflanze insgesamt deutlich mehr als einen Meter Teichfläche beanspruchen kann.
- Wuchs: Nymphaea alba wächst rhizombildend und kräftig. Im Frühjahr treibt sie neue Schwimmblätter aus, breitet sich seitlich aus und kann in kleinen Becken rasch zu dicht werden.
- Lebensdauer: Die Weiße Seerose ist eine ausdauernde, sommergrüne Wasserpflanze. Im Herbst zieht sie ein, während das Rhizom im Teichboden überwintert und im Frühjahr erneut austreibt.
- Pflegeaufwand: Bei passender Wassertiefe und sonnigem Standort ist die Pflege unkompliziert. Begrenzende Faktoren sind vor allem zu kleine Becken, nährstoffarmes Substrat und ein durchfrierender Pflanzbereich.
Pflanzen und Umtopfen
- Im Frühjahr oder Frühsommer in einen stabilen Wasserpflanzenkorb mit lehmigem Substrat setzen.
- Das Rhizom waagerecht einlegen und die Krone knapp über der Substratoberfläche lassen.
- Die Oberfläche mit einer dünnen Schicht Kies abdecken, damit kein Substrat aufschwemmt.
- Den Korb zunächst etwa 15–25 cm unter der Wasseroberfläche platzieren.
- Nach dem Anwachsen schrittweise auf die für Teich und Pflanze passende Tiefe absenken.
Überwintern
- Das Pflanzgefäß vor dem ersten starken Frost in den tieferen Teichbereich absenken.
- Das Rhizom muss dauerhaft unter Wasser bleiben und darf nicht im Eisbereich liegen.
- Vergilbende Blätter im Spätherbst entfernen, ohne gesunde Blattstiele herauszureißen.
- In flachen, vollständig durchfrierenden Becken das Gefäß frostfrei, kühl und feucht überwintern.
- Eis nicht direkt neben dem Pflanzkorb aufschlagen, da Erschütterungen das Rhizom schädigen können.
Vermehrung
- Im Sommer oder nach der Blüte kräftige Rhizomstücke mit mehreren Austriebspunkten abteilen.
- Schnittflächen sauber und möglichst klein halten, um Fäulnis zu vermeiden.
- Teilstücke einzeln in lehmiges Substrat setzen und mit Kies sichern.
- Die jungen Pflanzen zunächst in flachem Wasser kultivieren.
- Aussaat ist möglich, aber für sortenechte Gartenpflanzen weniger zuverlässig als Rhizomteilung.
Wuchs und Aussehen
Blattfarben
Gartenstil
Die Weiße Seerose bildet rundliche, dunkelgrüne Schwimmblätter mit tiefem Einschnitt. Die Blüten stehen einzeln auf langen Stielen über oder knapp auf dem Wasser. Sie öffnen sich tagsüber und besitzen zahlreiche weiße Blütenblätter sowie auffällige gelbe Staubblätter.
Das waagerechte Rhizom liegt im Teichboden.
Blüte
Blütenfarben
Die Wildart blüht überwiegend weiß. Botanisch sind selten rosa oder rötlich überlaufene Formen belegt; im Gartenhandel kommen außerdem gärtnerische Sorten und Hybriden mit rosa, roten oder weiteren Farben vor.
Blütenform
Die Blüten erscheinen einzeln über oder knapp auf der Wasseroberfläche und öffnen sich tagsüber. Vier grüne bis rötlich überlaufene Kelchblätter umgeben zahlreiche weiße, lanzettliche bis ovale Blütenblätter. Zur Mitte hin werden die Blütenblätter kleiner und gehen in viele gelbe Staubblätter über.
Die Blüte beginnt schalenförmig und wird mit zunehmendem Alter sternförmiger. Der Duft ist am ersten Tag leicht süßlich und kann danach fehlen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist Juni bis August; der Beginn und die Dauer hängen von Wassertemperatur, Sonneneinstrahlung, Pflanzalter und regionalem Klima ab.
Bestäuber und Blütenbesucher
Käfer
Pollen · Sommer
Käfer gehören bei Nymphaea-Arten zu den belegten Blütenbesuchern und können Pollen als Nahrungsquelle nutzen.
Fliegen
Pollen und Blütensekrete · Sommer
Fliegen sind als Blütenbesucher und Bestäuber innerhalb der Gattung Nymphaea belegt; die genaue Bedeutung kann je nach Standort variieren.
Herkunft und Lebensraum
Nymphaea alba wächst in stehenden oder langsam fließenden, nährstoffreichen Gewässern mit schlammigem Untergrund. Die Art kommt in Europa bis zum westlichen Himalaja und im nordwestlichen Afrika vor und besiedelt je nach Standort auch größere Wassertiefen.
Verwendung
Geeignet für größere Gartenteiche, naturnahe Wasserbecken und Teiche mit dauerhaft ruhiger Wasseroberfläche. Die Blätter spenden Schatten, bieten Kleintieren Deckung und können die direkte Sonneneinstrahlung auf das Wasser verringern. Für kleine Becken ist die kräftige Art meist zu ausladend.
Wissenswert
Die Blüten sind zunächst schalenförmig und wirken später stärker sternförmig. Das Rhizom wächst waagerecht und bildet an seinen Spitzen neue Blätter, Blütenstiele und Wurzeln. Botanisch auffällig sind die zahlreichen Staubblätter und die zeitlich getrennte Reife der weiblichen und männlichen Blütenorgane.
Nymphaea alba – Bilder


Häufige Fragen
Häufige Probleme
Was tun bei gelben Blättern?
Einzelne gelbe Blätter sind gegen Ende der Saison normal. Während des Sommers deuten viele gelbe Blätter jedoch auf Nährstoffmangel, starke Beschattung, zu dichtes Wachstum oder beschädigte Wurzeln hin. Entfernen Sie abgestorbenes Laub, prüfen Sie die Korbgröße und düngen Sie nur mit Wasserpflanzendünger.
Kann die Weiße Seerose den Teich überwuchern?
Ja, besonders in kleinen Becken kann die kräftige Wildart zu viel Oberfläche bedecken. Begrenzen Sie den Wuchs durch einen ausreichend großen, stabilen Korb, regelmäßiges Auslichten und eine Teilung bei starker Verdichtung. Lassen Sie nicht die gesamte Wasserfläche geschlossen bedecken, damit der Teich nicht übermäßig beschattet wird.
Schädlinge und Krankheiten
Welche Schädlinge können Weiße Seerosen befallen?
Möglich sind Seerosenblattkäfer, Seerosenblattläuse, Raupen bestimmter Zünsler und blattminierende Mückenlarven. Entfernen Sie stark befallene Blätter frühzeitig und kontrollieren Sie die Blattunterseiten. Chemische Mittel gehören nicht in einen Teich mit Fischen oder anderen Wasserorganismen, sofern sie dafür nicht ausdrücklich zugelassen sind.
Grundpflege
Wie tief sollte die Weiße Seerose im Gartenteich stehen?
Für die Pflanzung wird zunächst eine geringere Wassertiefe von etwa 15 bis 25 Zentimetern über dem Korb empfohlen. Nach dem Anwachsen kann die Pflanze schrittweise tiefer gesetzt werden. Bei etablierten Pflanzen sind je nach Teich und Wuchsform ungefähr 75 bis 120 Zentimeter über dem Pflanzkorb möglich.
Warum bildet meine Weiße Seerose keine Blüten?
Häufig fehlen direkte Sonnenstunden, die Pflanze steht zu tief oder das Rhizom ist noch nicht ausreichend etabliert. Auch ein zu kleiner, stark durchwurzelter Korb kann die Blüte bremsen. Prüfen Sie außerdem, ob dicht stehende Blätter die Pflanze beschatten oder Nährstoffe im Substrat fehlen.
Muss die Weiße Seerose jedes Jahr geteilt werden?
Nein. Eine Teilung wird erst nötig, wenn der Korb stark durchwurzelt ist, die Blätter kleiner werden oder die Blüte nachlässt. Je nach Wachstum reicht meist ein Abstand von mehreren Jahren.
Teilen Sie im Sommer oder nach der Blüte und setzen Sie Teilstücke mit mehreren Austriebspunkten neu ein.
Wie viel Sonne braucht eine Weiße Seerose?
Ein vollsonniger Platz ist entscheidend für kräftigen Wuchs und viele Blüten. Die Wasseroberfläche sollte mehrere Stunden täglich direkt besonnt werden. Halbschatten kann toleriert werden, führt aber häufig zu weniger Blüten und längeren Blattstielen.
Starke Beschattung durch Bäume oder Uferpflanzen sollte vermieden werden.
Praktische Pflege
Wann werden verblühte Blüten und alte Blätter entfernt?
Verblühte Blüten und gelbe Blätter können während der Vegetationszeit regelmäßig entfernt werden. Schneiden Sie die Stiele möglichst tief unter der Wasseroberfläche ab, ohne das Rhizom zu verletzen. Im Spätherbst wird abgestorbenes Laub entfernt, damit sich möglichst wenig organisches Material im Teich zersetzt.
Wie überwintert Nymphaea alba im Teich?
In ausreichend tiefen Teichen bleibt die Pflanze draußen. Der Pflanzkorb sollte im Herbst in einen Bereich abgesenkt werden, der auch bei Frost nicht vollständig durchfriert. In flachen Gefäßen muss das Rhizom kühl, frostfrei und feucht überwintern.
Eine warme Zimmerkultur ist für die Winterruhe ungeeignet.
Standort und Sicherheit
Ist die Weiße Seerose giftig?
Ja. Eine Schweizer Giftpflanzendatenbank führt Nymphaea alba als giftig und nennt alle Pflanzenteile. Die Pflanze sollte deshalb nicht als essbare Dekoration verwendet werden.
Beim Teilen oder Schneiden sind Handschuhe sinnvoll; Pflanzenteile gehören nicht in Reichweite von Kindern oder Haustieren.
Pflanzen und Umtopfen
Kann Nymphaea alba in einem kleinen Miniteich wachsen?
Für sehr kleine Gefäße ist die Wildart meist ungeeignet, weil sie kräftig wächst und viel Oberfläche bedecken kann. Wählen Sie dort besser eine ausdrücklich kleinwüchsige Seerosen-Sorte. Ein großer Pflanzkorb und regelmäßiges Teilen begrenzen den Wuchs, ersetzen aber nicht die nötige Wasserfläche.
Welches Substrat braucht die Weiße Seerose?
Geeignet ist schwerer, nährstoffhaltiger Lehm oder spezielle Teicherde ohne Torf und grobe organische Bestandteile. Blumenerde schwemmt leicht auf und kann das Wasser trüben. Füllen Sie den Korb kompakt, setzen Sie das Rhizom waagerecht ein und sichern Sie die Oberfläche mit einer Kiesschicht.
Quellen und Bildnachweise
- powo.science.kew.org
- www.rhs.org.uk
- www.rhs.org.uk
- nzflora.info
- www.vetpharm.uzh.ch
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- pfaf.org
Bildnachweise stehen direkt bei den Bildern.