Brokkoli Burgundy klingt zunächst nach einem edlen Wein, ist aber in Wahrheit eine spannende Brokkoli-Spezialität mit intensiv violetten Stielen und zarten Röschen. Diese Sorte liegt voll im Trend, weil sie optisch heraussticht, kulinarisch vielseitig ist und im Hobbygarten relativ unkompliziert angebaut werden kann. Gleichzeitig wirft sie viele Fragen auf: Schmeckt er anders als „normaler“ Brokkoli, wie baut man ihn an, und worauf muss man bei Lagerung und Zubereitung achten?
In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um Brokkoli Burgundy – von seiner Herkunft über Geschmack und Verwendung in der Küche bis hin zu Anbau, Pflege und Gesundheit. Außerdem bekommst du praktische Tipps aus der Praxis, eine Übersicht über typische Fehler und Empfehlungen, wie du das Maximum aus dieser besonderen Brokkolisorte herausholst. So bist du bestens gerüstet, um Brokkoli Burgundy im Garten oder auf dem Teller voll auszukosten.
Was ist Brokkoli Burgundy und woher stammt er?
Brokkoli Burgundy ist eine moderne, gezielt gezüchtete Brokkolisorte mit charakteristisch purpurfarbenen Stielen und oftmals leicht violett getönten Knospen. Optisch erinnert er ein wenig an eine Mischung aus klassischem Brokkoli und Sprouting Broccoli (Sprossenbrokkoli), da er zahlreiche, eher kleinere Seitentriebe bildet. Diese Sorte ist vor allem für die Ernte von vielen feinen, aromatischen Stängeln und Röschen gedacht – weniger für einen einzigen großen Hauptkopf.
Seinen Ursprung hat Brokkoli Burgundy im professionellen Gemüsebau, wo Züchter nach Sorten gesucht haben, die sowohl optisch attraktiv als auch robust und ertragreich sind. Die Farbgebung geht auf einen höheren Gehalt an Anthocyanen zurück – das sind pflanzliche Farbstoffe, die man auch von Rotkohl oder Blaubeeren kennt. Im Handel taucht Brokkoli Burgundy zunehmend in Bio- und Feinkostläden auf, ist aber noch längst nicht so verbreitet wie der klassische grüne Brokkoli.
Für Hobbygärtner ist Brokkoli Burgundy besonders spannend, weil er sich gut in Mischkultur integrieren lässt und Beeten einen dekorativen Farbtupfer verleiht. Durch seine relativ lange Ernteperiode eignet er sich hervorragend für alle, die kontinuierlich frisches Gemüse aus dem eigenen Garten ernten möchten. Zudem ist er ein ideales „Einsteiger-Gemüse“ für alle, die etwas Besonderes anbauen wollen, ohne sich direkt an sehr anspruchsvolle Kulturen zu wagen.
Geschmack, Konsistenz und typische Verwendung
Brokkoli Burgundy ist geschmacklich dem gewohnten Brokkoli ähnlich, wirkt aber oft etwas süßer und nussiger, besonders wenn die Stiele jung und zart geerntet werden. Die violetten Stängel sind meist schlank und zartfaserig, sodass sie im Ganzen verwendet werden können, ohne dass man viel putzen oder schälen muss. Roh im Salat oder leicht blanchiert behalten sie einen angenehmen Biss und bringen neben dem Aroma auch eine spannende Farbe auf den Teller.
In der Küche ist Brokkoli Burgundy enorm vielseitig: Du kannst ihn braten, dünsten, dämpfen, grillen oder roh verwenden. Besonders gut kommt seine Farbe in schnellen Wok-Gerichten, in Bowls oder als Topping für Pasta zur Geltung. Beachte jedoch, dass die violette Färbung beim Kochen – vor allem in viel Wasser – etwas verblassen oder ins Grünliche kippen kann, da die Anthocyane hitze- und pH-empfindlich sind.
Typische Einsatzbereiche in der Alltagsküche lassen sich gut gruppieren. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick, welche Zubereitungsarten besonders beliebt sind und wie sie sich auf Geschmack und Optik auswirken:
| Verwendung | Beschreibung | Effekt auf Geschmack & Farbe |
|---|---|---|
| Roh im Salat | In feine Scheiben/Röschen geschnitten | Sehr aromatisch, knackig, Farbe bleibt kräftig |
| Kurz blanchiert | 1–2 Minuten in Salzwasser, dann eiskalt abschrecken | Mild, zart, Farbe teilweise erhalten |
| Im Wok angebraten | Mit wenig Öl, hoher Hitze | Nussig, leicht geröstet, Farbe dunkelt leicht nach |
| Gedämpft | Schonende Garung über Dampf | Zart, aromatisch, Farbe relativ stabil |
| Ofengeröstet | Mit Öl und Gewürzen bei hoher Hitze | Intensiv, leicht karamellisiert, Farbe kann stärker ins Grünliche gehen |
| Suppe/Püree | Mitgekocht und fein püriert | Sehr mild, Farbe eher grünlich, Struktur cremig |
Damit du die Einsatzmöglichkeiten im Alltag schnell parat hast, hier eine kompakte Liste mit typischen Gerichten und Ideen:
- Salate und Bowls
- Wok-Gerichte und Pfannengerichte
- Pasta (z.B. mit Knoblauch und Zitronenabrieb)
- Gemüsebeilagen aus dem Ofen
- Cremige Suppen und Pürees
- Gemüse-Quiches, Frittata oder Omelette
- Als buntes Rohkost-Element auf Platten oder in Bento-Boxen
Anbau und Pflege: So gedeiht Brokkoli Burgundy

Beim Anbau unterscheidet sich Brokkoli Burgundy nicht grundlegend von anderen Brokkolisorten, dennoch lohnt ein genauer Blick auf seine Bedürfnisse. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit nährstoffreichem, tiefgründigem und gut durchlässigem Boden. Da Brokkoli zu den Starkzehrern gehört, solltest du das Beet vorab mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern, um eine kontinuierliche Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Die Aussaat erfolgt in der Regel im Haus oder im Frühbeet, bevor die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden. Je nach Region kannst du im zeitigen Frühjahr mit der Vorkultur beginnen und die Pflanzen nach den letzten stärkeren Frösten ins Beet setzen. Wichtig ist eine gleichmäßige Wasserversorgung, vor allem in der Phase des Wachstums und der Röschenbildung. Staunässe verträgt Brokkoli Burgundy jedoch nicht, daher sind gut drainierte Böden von Vorteil.
Für eine erfolgreiche Kultur beachte folgende grundlegende Schritte im Anbau:
- Vorkultur in Saatschalen oder Töpfen, wenn der Boden draußen noch zu kalt ist
- Auspflanzen mit genügend Abstand, damit die Pflanzen sich gut verzweigen können
- Regelmäßiges Gießen, besonders in Trockenphasen, aber ohne Staunässe
- Leichte Nachdüngungen während der Saison (z.B. mit organischem Gemüse-Dünger)
- Unkraut regelmäßig entfernen, damit keine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe entsteht
- Fruchtfolge und Mischkultur beachten, um Krankheiten und Schädlinge zu reduzieren
Nährwerte, Gesundheit und Lagerung im Überblick
Brokkoli Burgundy ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ernährungsphysiologisch interessant. Wie anderer Brokkoli liefert er reichlich Vitamin C, Vitamin K, Folsäure sowie verschiedene B-Vitamine. Dazu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe – darunter vor allem Glucosinolate und Anthocyane – gelten als gesundheitlich besonders wertvoll, weil sie antioxidative und möglicherweise entzündungshemmende Eigenschaften haben.
Kalorienmäßig liegt Brokkoli Burgundy eher im unteren Bereich und passt sehr gut in eine ausgewogene, gemüsebetonte Ernährung. Sein hoher Ballaststoffgehalt unterstützt eine gesunde Verdauung und sorgt in Kombination mit Eiweiß und etwas Fett für eine gute Sättigung. Wer auf eine vitaminreiche Kost achtet, profitiert vor allem dann, wenn ein Teil des Gemüses nur kurz gegart oder roh verzehrt wird, da einige Vitamine hitzeempfindlich sind.
Damit du einen schnellen Überblick bekommst, findest du hier eine beispielhafte Nährwerttabelle pro 100 g rohen Brokkoli Burgundy (Richtwerte, können je nach Anbau variieren):
| Nährstoff | Menge (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Energie | 30–35 kcal | Sehr kalorienarm |
| Kohlenhydrate | 6–7 g | Davon ein Teil Ballaststoffe |
| Ballaststoffe | 2,5–3 g | Gut für Verdauung & Sättigung |
| Eiweiß | 2,5–3,5 g | Für ein Gemüse relativ proteinreich |
| Fett | 0,3–0,5 g | Praktisch fettfrei |
| Vitamin C | 70–90 mg | Deckt einen Großteil des Tagesbedarfs |
| Vitamin K | 80–120 µg | Wichtig für Blutgerinnung & Knochen |
| Folsäure (Vitamin B9) | 50–70 µg | Bedeutsam für Zellteilung |
| Kalium | 300–350 mg | Unterstützt Nerven & Muskeln |
| Kalzium | 40–60 mg | Baustein für Knochen & Zähne |
Zur Lagerung gilt: Brokkoli Burgundy ist am besten möglichst frisch zu verarbeiten. Im Gemüsefach des Kühlschranks, in ein leicht feuchtes Tuch gewickelt oder in einer gelochten Box, bleibt er in der Regel 3–5 Tage knackig. Blanchiert und anschließend eingefroren lässt er sich mehrere Monate aufbewahren, wobei Konsistenz und Farbe etwas nachlassen können. Vermeide es, ihn lange bei Zimmertemperatur liegen zu lassen, denn dadurch verliert er schnell an Vitaminen und wird schlaff.
Häufige Fehler, Tipps und Tricks aus der Praxis
Im Umgang mit Brokkoli Burgundy passieren immer wieder ähnliche Fehler – sowohl im Anbau als auch in der Küche. Viele Gärtner pflanzen die Setzlinge zu dicht, was zu Konkurrenz um Licht und Nährstoffe führt und kleinere, schwächere Pflanzen zur Folge hat. Ein weiterer Klassiker ist unregelmäßiges Gießen: Erst Trockenstress, dann „Übergießen“. Das schwächt die Pflanzen und macht sie anfälliger für Schädlinge wie Kohlweißlingsraupen oder Blattläuse. In der Küche wiederum wird Brokkoli Burgundy oft zu lange gekocht, wodurch er matschig wird und viel an Farbe und Vitaminen einbüßt.
Eine weitere Stolperfalle liegt in der Ernte. Wer zu lange wartet, bis sich die Seitentriebe bilden, verschenkt Ertrag und Qualität. Die Haupttriebe sollten geschnitten werden, solange die Knospen noch fest geschlossen sind – dann regt das die Pflanze zur Bildung zahlreicher Seitentriebe an. Viele Hobbygärtner unterschätzen außerdem den Nährstoffbedarf dieser Starkzehrer und wundern sich dann über mickrige Pflanzen. Eine bedarfsgerechte Düngung, am besten mit organischem Dünger oder Kompost, ist daher entscheidend.
Die folgende Tabelle fasst typische Fehler und passende Lösungen knapp zusammen:
| Typischer Fehler | Auswirkung | Lösung / Tipp |
|---|---|---|
| Zu dichter Pflanzabstand | Schwaches Wachstum, Krankheitsdruck | Ausreichend Abstand (ca. 40–50 cm) einhalten |
| Unregelmäßiges Gießen | Stress, Anfälligkeit für Schädlinge | Gleichmäßige Bodenfeuchte, mulchen |
| Zu späte Ernte | Grobe, blühende Röschen, zähere Stiele | Ernten, solange Knospen geschlossen sind |
| Zu wenig Nährstoffe | Kleine Pflanzen, gelbliche Blätter | Kompost, organische Dünger einplanen |
| Zu langes Kochen in viel Wasser | Matschig, Farbverlust, Nährstoffverlust | Kurz garen, lieber dämpfen oder wokken |
| Falsche Lagerung (zu warm, zu trocken) | Schnelles Welken, Aromaverlust | Im Kühlschrank, leicht feucht verpacken |
Zusätzlich ein paar praktische Tipps und Tricks, die sich in der Praxis bewährt haben 🌱🥦:
- Verwende Schneckenkragen oder Barrieren, um junge Pflanzen vor Schneckenfraß zu schützen.
- Decke das Beet bei starkem Kohlweißlingsdruck mit Kulturschutznetzen ab, um den Raupenbefall zu minimieren.
- Blanchiere Brokkoli Burgundy nur sehr kurz und schreck ihn sofort in Eiswasser ab, um Farbe und Biss zu erhalten.
- Nutze die Stiele immer mit – sie sind besonders zart und aromatisch, nicht nur die Röschen.
- Kombiniere ihn mit säuerlichen Komponenten (z.B. Zitronensaft oder Essig), um den Geschmack zu heben und die Farbe etwas zu stabilisieren.
Brokkoli Burgundy verbindet dekorative Optik mit hohem Genuss- und Gesundheitswert – und ist dabei weder im Beet noch in der Küche übermäßig kompliziert. Wer seine Bedürfnisse an Standort, Nährstoffversorgung und Wasser beachtet und ihn in der Küche schonend zubereitet, wird mit zarten, aromatischen Stielen und Röschen belohnt, die jedes Gericht aufwerten. Ob du ihn nun als besonderes Highlight im Garten oder als farbigen Akzent auf dem Teller nutzt: Diese Sorte lohnt die Entdeckung.
