Exotische Früchte sind wie kleine kulinarische Abenteuer: Sie öffnen Türen zu neuen Aromen, Texturen und Geschichten – oft aus Regionen, die wir nur vom Hörensagen kennen. Während im Supermarkt meist Apfel, Banane und Traube dominieren, existiert im Hintergrund eine erstaunlich vielfältige Welt fast unbekannter Obstsorten. Viele davon werden nur in winzigen Anbaugebieten kultiviert, wachsen wild im Regenwald oder sind so empfindlich, dass sie kaum transportfähig sind.
In diesem Artikel stellen wir Ihnen fünf Früchte vor, von denen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nie gehört haben – inklusive Herkunft, Geschmack und Ideen, wie man sie verwendet. Es geht nicht um hippe Trendfrüchte wie Açai oder Pitahaya, sondern um echte Raritäten, die selbst Food-Nerds oft nur aus Fachliteratur oder von Reisen kennen.
Damit Sie den Überblick behalten, führen wir Sie Schritt für Schritt durch die Hintergründe: Warum essen wir eigentlich immer dieselben Sorten, was macht rare Früchte so besonders, und wie können Sie selbst an solche Kostbarkeiten kommen? Am Ende finden Sie zudem Antworten auf häufige Fragen zu Exotenfrüchten – von Lagerung bis Nachhaltigkeit.
Machen Sie sich bereit für eine kleine Reise durch ferne Gärten, nebelverhangene Bergregionen und versteckte Waldstücke. Vielleicht steht Ihre nächste kulinarische Entdeckung schon in den Startlöchern – sie braucht nur noch einen neugierigen Gaumen.
Exotische Entdeckungen: Unbekannte Früchte im Porträt
Wenn wir von „exotischen Früchten“ sprechen, denken viele an Mango, Ananas oder Maracuja. Doch für Menschen in den Ursprungsländern sind genau diese Früchte oft so alltäglich wie bei uns der Apfel. „Exotisch“ ist deshalb kein objektiver Begriff, sondern beschreibt eher unsere eigene Perspektive und Gewohnheit. Unbekannt heißt also nicht unbedingt selten – aber die Früchte, die wir hier porträtieren, sind tatsächlich in mehrfacher Hinsicht Raritäten.
Oft werden diese Obstsorten nur in eng begrenzten Regionen kultiviert, manchmal ausschließlich von Kleinbauern oder in Hausgärten. Ihre Namen tauchen selten in Exportstatistiken auf, und in internationalen Lieferketten kommen sie praktisch nicht vor. Stattdessen leben sie in lokalen Märkten weiter, werden traditionell in der Küche oder Medizin verwendet und von Generation zu Generation weitergegeben.
Damit Sie ein Gefühl für die Vielfalt bekommen, hier ein Überblick über die fünf Früchte, die wir gleich genauer betrachten:
- Kepel-Frucht (Stelechocarpus burahol)
- Mamey Sapote (Pouteria sapota)
- Jabuticaba (Plinia cauliflora)
- Berg-Papaya (Vasconcellea pubescens)
- Salak „Zalacca“ (Salacca zalacca)
Jede dieser Früchte erzählt eine eigene Geschichte von Klima, Kultur und kulinarischer Tradition. Im Folgenden schauen wir uns zunächst an, warum diese Vielfalt in unseren Supermärkten kaum ankommt – und warum wir am Ende doch immer wieder bei denselben Obstsorten landen.
Warum wir immer die gleichen Obstsorten essen
In unseren Obstregalen herrscht eine erstaunliche Monotonie: Apfel, Banane, Orange, gelegentlich Mango oder Kiwi – und das war’s oft schon. Der Grund liegt weniger in mangelnder Vielfalt, sondern in einem komplexen Zusammenspiel von Wirtschaft, Logistik und Gewohnheiten. Supermärkte setzen auf Sorten, die sich gut lagern, weit transportieren und gleichmäßig aussehen. Geschmack und Vielfalt geraten dabei leicht ins Hintertreffen.
Ein weiterer Aspekt: Für den globalen Handel werden nur wenige, besonders robuste Sorten gezüchtet. Diese „Hochleistungssorten“ bringen verlässliche Erträge, lassen sich maschinell ernten und sind weniger empfindlich gegenüber Transport und Temperaturschwankungen. Viele seltene Früchte dagegen haben dünne Schalen, reifen sehr schnell nach oder vertragen keine längeren Transportwege.
Typische Gründe, warum immer wieder dieselben Früchte im Einkaufskorb landen, sind zum Beispiel:
- Verfügbarkeit das ganze Jahr über
- Geringe Transport- und Lagerverluste
- Einheitliches Aussehen und bekannte Marken
- Gewohnheit und vertrauter Geschmack
- Preisvorteile durch Massenproduktion
Zur Veranschaulichung, wie stark der Massenmarkt dominiert, ein Vergleich typischer „Standardfrüchte“ mit seltenen Exoten:
| Kategorie | Standardfrucht (Beispiel) | Merkmal | Exotenfrucht (Beispiel) |
|---|---|---|---|
| Transportfähigkeit | Cavendish-Banane | Dicke Schale, druckstabil | Jabuticaba |
| Lagerfähigkeit | Tafelapfel (z.B. Gala) | Wochenlang lagerbar | Kepel |
| Bekanntheitsgrad | Navel-Orange | Weltweit verbreitet | Mamey Sapote |
| Handelsvolumen | Thompson-Trauben | Massenexport in viele Länder | Salak „Zalacca“ |
| Optische Norm | Einheits-Kiwi | Einheitliche Größe und Form | Berg-Papaya |
Diese Struktur erklärt, warum viele spannende Früchte es kaum aus ihren Heimatregionen heraus schaffen – obwohl sie geschmacklich oft mit den „Marktlieblingen“ locker mithalten könnten.
Was diese 5 Früchte so besonders und rar macht
Die fünf ausgewählten Früchte eint, dass sie in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt sind – selbst vielen kulinarisch Interessierten sagen ihre Namen nichts. Ihre Besonderheit liegt nicht nur im exotischen Klang, sondern vor allem in einem Mix aus einzigartigem Aroma, kultureller Bedeutung und botanischer Eigenart. Manche davon werden traditionell nur in Klostergärten gepflegt, andere wachsen wild in schwer zugänglichen Regionen.
Während Standardfrüchte stark auf Ertrag und Haltbarkeit gezüchtet wurden, blieben diese Exoten vergleichsweise „ursprünglich“. Ihre Aromen sind häufig komplexer, ihre Texturen ungewöhnlicher und ihre Anwendung in der Küche vielseitiger, sofern man Zugang zu ihnen hat. Oft gelten sie in ihren Herkunftsländern als Delikatesse oder werden zu besonderen Anlässen serviert.
Typische Eigenschaften, die unsere fünf Früchte rar und interessant machen, sind:
- Sehr begrenztes Anbaugebiet (teils nur in bestimmten Tälern oder Inselregionen)
- Empfindliche Schalen und sehr kurze Haltbarkeit nach der Ernte
- Kaum industrielle Verarbeitung oder Vermarktung
- Starke saisonale Schwankungen und geringe Erntemengen
- Traditionelle Nutzung in Medizin, Ritualen oder Festküche
Ein weiterer Grund für ihre Seltenheit sind strenge Einfuhrbestimmungen vieler Länder, die Schädlinge und Pflanzenkrankheiten fernhalten sollen. Samen, unverarbeitete Früchte oder Stecklinge gelangen so nur schwer über Landesgrenzen. Die Folge: Was in einem Dorfmarkt selbstverständlich ist, bleibt für den Rest der Welt fast unsichtbar – und wird zum geheimen Schatz für neugierige Genießer.
Frucht Nr. 1: Überraschung aus den Tropen – die Kepel-Frucht
Die erste Frucht auf unserer Liste stammt aus Java und Teilen Indonesiens: die Kepel-Frucht (Stelechocarpus burahol). Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar – eine bräunliche, eiförmige Frucht mit relativ fester Schale. Historisch wurde sie in den Gärten javanischer Adliger kultiviert und galt als Symbol für Anmut und Reinheit. Schon das macht sie zu einer Art „geheimer Tropenfrucht“, die nie den Weg in den Massenmarkt gefunden hat.
Geschmacklich ist die Kepel-Frucht überraschend sanft und aromatisch. Das Fruchtfleisch erinnert an eine Mischung aus Mango, Banane und etwas blumigen Noten, die man nur schwer mit bekannten Früchten vergleichen kann. Sie wird meist frisch gegessen, manchmal zu Süßspeisen verarbeitet oder in einfachen Desserts mit Kokosmilch kombiniert. Aufgrund der geringen Haltbarkeit ist sie jedoch kaum exportfähig – sie muss innerhalb weniger Tage nach der Ernte verzehrt werden.
Besonders spannend ist der traditionelle Ruf der Kepel-Frucht: In javanischen Überlieferungen heißt es, der Verzehr solle Körpergerüche mildern und einen angenehmen Duft „von innen heraus“ fördern. Ob das wissenschaftlich haltbar ist, sei dahingestellt – doch allein diese Vorstellung hat der Frucht einen fast mystischen Status verliehen. In manchen Gegenden wurde sie vor allem von Hofdamen gegessen, was ihr den Beinamen „Frucht der Prinzessinnen“ einbrachte.
Weil Kepel-Bäume langsam wachsen und relativ wenig Früchte tragen, lohnt sich ein intensiver kommerzieller Anbau bisher kaum. Stattdessen findet man sie in alten Gärten, bei Liebhabern und gelegentlich in botanischen Sammlungen. Für Reisende ist der Genuss daher ein seltener Glücksfall – eine Begegnung mit einer Frucht, die fast nur über mündliche Erzählungen und lokale Traditionen weitergegeben wird.
Frucht Nr. 2: Süßes Aroma mit herber Note – die Mamey Sapote
Unsere zweite Frucht, die Mamey Sapote (Pouteria sapota), stammt ursprünglich aus Mittelamerika und Teilen der Karibik. Äußerlich ähnelt sie einer großen, braunen Avocado mit rauer Schale. Innen jedoch überrascht sie mit intensiv orangefarbenem Fruchtfleisch und einem auffallend großen, glänzenden Kern. In Ländern wie Mexiko, Kuba oder der Dominikanischen Republik ist sie fest in der Alltagsküche verankert, außerhalb dieser Regionen kennen sie aber nur wenige.
Geschmacklich ist die Mamey Sapote ein kleines Feuerwerk: süß, dicht und cremig, mit Noten von Süßkartoffel, getrockneter Aprikose, Vanille und einem Hauch Mandeln. Reif gegessen, lässt sich das Fruchtfleisch fast wie Pudding auslöffeln. Besonders beliebt ist sie in Milchshakes, Eiscreme, Puddings und Backwaren. Ihr kräftiges Aroma macht sie zu einer idealen Basis für Desserts, die ohne viel zusätzlichen Zucker auskommen.
Die Kombination aus süßer Grundnote und leichter, fast karamelliger Herbe verleiht der Frucht eine bemerkenswerte Tiefe. Anders als viele Standardfrüchte, deren Geschmack vor allem frisch und fruchtig ist, hat die Mamey Sapote etwas Warmes und „Gebackenes“, das an winterliche Gewürzdesserts erinnert. Dadurch passt sie sowohl in tropische Smoothies als auch zu cremigen Nachspeisen mit Zimt oder Kardamom.
In der folgenden Tabelle sehen Sie einige typische Eigenschaften der Mamey Sapote im Überblick:
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Mittelamerika, Karibik |
| Äußeres | Ovale, braune Frucht, raue Schale |
| Fruchtfleisch | Orange, cremig, faserarm |
| Geschmack | Süß, mit Noten von Vanille, Süßkartoffel, Aprikose |
| Verwendung | Shakes, Eis, Desserts, Marmeladen |
| Verfügbarkeit hier | Selten, meist nur in spezialisierten Läden |
Da die Früchte beim Transport druckempfindlich sind und genau im Reifezeitpunkt geerntet werden müssen, ist der Export aufwendig. Findet man sie doch einmal auf europäischen Märkten, sind sie meist teuer und oft noch unreif. Wer aber Gelegenheit hat, eine perfekt reife Mamey Sapote zu probieren, erlebt eine der intensivsten süßen Fruchterfahrungen überhaupt.
Frucht Nr. 3: Optisch unscheinbar, geschmacklich top – die Jabuticaba
Die Jabuticaba (Plinia cauliflora) ist wohl eine der ungewöhnlichsten Früchte, was ihre Wuchsform betrifft: Sie wächst direkt am Stamm des Baumes, in dichten, traubenartigen Clustern. Von außen sehen die Früchte aus wie große, dunkelviolette Trauben oder runde Beeren. Ursprünglich stammt die Jabuticaba aus Brasilien, wo sie in Hausgärten extrem beliebt ist, aber außerhalb Südamerikas kaum bekannt.
Die Frucht selbst ist klein, mit dünner, aber fester Schale und einem sehr saftigen, hellen Inneren. Geschmacklich erinnert sie an eine Mischung aus Traube, Litschi und einem Hauch Johannisbeere. Frisch gepflückt ist sie herrlich aromatisch und erfrischend, verliert aber ihr Aroma sehr schnell nach der Ernte – ein wichtiger Grund, warum Jabuticabas fast nie den Weg in ausländische Supermärkte finden.
Brasilianer nutzen die Jabuticaba nicht nur frisch, sondern auch für Konfitüren, Gelees, Säfte und sogar Wein oder Likör. Da die Früchte schnell fermentieren, eignen sie sich hervorragend für leicht schäumende, hausgemachte Getränke. Aus der Schale lässt sich ein intensiver Farbstoff gewinnen, der manchen heimischen Produkten ihre violette Tönung verleiht.
Optisch mag eine einzelne Jabuticaba wenig imposant wirken, aber ein voll behangener Baum ist ein echter Blickfang: Der Stamm wirkt, als sei er mit glänzenden, dunkelvioletten Murmeln überzogen. Dieses spektakuläre Bild trägt sicher dazu bei, dass die Frucht in ihrer Heimat fast schon Kultstatus hat – während sie für den Rest der Welt bis heute eine weitgehend unbekannte Delikatesse geblieben ist.
Frucht Nr. 4: Die wilde Verwandte bekannter Klassiker – die Berg-Papaya
Die Berg-Papaya (Vasconcellea pubescens), auch „Babaco“ oder „Papaya de montaña“ genannt, ist eine wilde Verwandte der bekannten Papaya. Sie wächst vor allem in den höheren Lagen der Anden, etwa in Ecuador oder Kolumbien, und bevorzugt kühlere, nebelige Klimazonen. Optisch ist sie länglich, oft fünfeckig im Querschnitt, mit glatter, gelbgrüner Schale, die bei Reife leuchtend gelb wird.
Im Gegensatz zur gewöhnlichen Papaya hat die Berg-Papaya meist kaum Kerne und ein sehr zartes, saftiges Fruchtfleisch. Der Geschmack ist feiner, weniger moschusartig, mit Noten von Ananas, Zitrus und einem Hauch Papaya. Dadurch eignet sie sich besonders gut für Menschen, die den typischen „Papaya-Geruch“ nicht mögen, aber die cremige Textur schätzen.
In den Andenregionen wird die Berg-Papaya gerne zu Saft, Sorbet und Desserts verarbeitet. Aufgrund ihres recht hohen Enzymgehalts wird sie auch als Zartmacher für Fleisch verwendet, ähnlich wie die gewöhnliche Papaya. Gleichzeitig ist sie empfindlicher gegenüber mechanischen Schäden und Temperaturextremen, was einen Export erschwert.
Spannend ist, dass die Berg-Papaya gelegentlich in europäischen Gewächshäusern und sogar in Teilen Südeuropas kultiviert wird – allerdings in sehr kleinem Maßstab. Sie wächst schneller als viele andere Exotenfrüchte, benötigt aber sorgfältige Pflege. Wer sie einmal probiert hat, beschreibt sie oft als „Papaya für Fortgeschrittene“: vertraut und doch überraschend differenziert im Aroma, mit einer eigenständigen Persönlichkeit.
Frucht Nr. 5: Das verborgene Juwel ferner Regionen – die Schlangenfrucht Salak
Als fünfte Frucht beschließen wir unsere Reise mit der Salak, auch Schlangenfrucht (Salacca zalacca) genannt. Sie stammt ursprünglich aus Indonesien und wird heute in mehreren südostasiatischen Ländern kultiviert. Ihren Namen verdankt sie der charakteristischen Schale, die an Schlangenhaut erinnert: braun, trocken, mit einem feinen, überlappenden Schuppenmuster.
Im Inneren verbirgt sich ein cremefarbenes, knackiges Fruchtfleisch, meist in zwei bis drei Segmente geteilt, in deren Mitte Kerne sitzen. Der Biss erinnert an eine Kreuzung aus Apfel und Knoblauchzehe (optisch, nicht geschmacklich) – fest, aber saftig. Aromatisch ist Salak äußerst komplex: je nach Sorte reicht das Spektrum von süß-säuerlich über würzig bis hin zu leicht adstringierend. Manche Sorten haben eine feine Note von Honig, andere erinnern an einen Mix aus Apfel, Birne und Zitrus.
Die folgende Tabelle fasst einige Besonderheiten der Salak zusammen:
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Indonesien, Malaysia, Thailand |
| Schale | Braun, schuppenartig, erinnert an Schlangenhaut |
| Fruchtfleisch | Fest, cremefarben, in Segmente geteilt |
| Geschmack | Süß-säuerlich, würzig, mit Apfel- und Zitrusnoten |
| Verwendung | Frisch, in Pickles, Snacks, Sirupen |
| Exportchancen | Mittel – empfindlich, aber etwas robuster als viele Exoten |
In Südostasien wird Salak gerne pur als Snack gegessen, auf Märkten in kleinen Netzen oder Körben verkauft und teilweise eingelegt oder kandiert. Bestimmte Edel-Sorten, etwa „Salak Pondoh“ aus Yogyakarta, gelten lokal als Delikatesse und erzielen auf Wochenmärkten deutlich höhere Preise als Standardfrüchte.
Für den internationalen Handel ist Salak zwar interessanter als manch empfindlichere Exoten, doch der Bekanntheitsgrad bleibt gering. Geschmacklich ist sie für viele Europäer ungewohnt, und die schuppenartige Schale wirkt auf den ersten Blick etwas abschreckend. Wer sich aber darauf einlässt, entdeckt ein echtes „verborgenes Juwel“ – eine Frucht, die zugleich snacktauglich, aromatisch und erstaunlich vielseitig ist.
So kommen Sie an diese seltenen Obstsorten
Der Zugang zu solchen Raritäten ist in Mitteleuropa naturgemäß eingeschränkt, aber nicht unmöglich. Eine erste Anlaufstelle sind spezialisierte Obst- und Gemüsehändler, insbesondere in größeren Städten mit internationalem Publikum. Asiatische, lateinamerikanische oder afrikanische Supermärkte führen gelegentlich zumindest Mamey Sapote oder Salak, wenn auch saisonal und in begrenzter Menge. Hier lohnt es sich, nachzufragen und auf Lieferzyklen zu achten.
Eine zweite Option sind Online-Händler, die sich auf Exotenfrüchte spezialisiert haben. Einige Plattformen arbeiten direkt mit Produzenten in Ursprungsländern zusammen und versenden reife Früchte per Express. Das ist zwar kostspielig und ökologisch nicht unproblematisch, ermöglicht aber den gezielten, gelegentlichen Genuss. Achten Sie dabei auf Kühlketten, Reifeangaben und Herkunftszertifikate.
Für langfristig Interessierte bietet sich zudem der Weg über Pflanzen und Samen an. In geschützten Lagen, Wintergärten oder Gewächshäusern lassen sich manche Exoten zumindest als Liebhaberprojekt kultivieren – etwa Berg-Papaya oder unter sehr günstigen Bedingungen sogar Jabuticaba. Hier ist Geduld gefragt, aber der Reiz, eigene Früchte zu ernten, ist für viele Hobbygärtner Motivation genug.
Schließlich lohnt sich der Blick über den eigenen Tellerrand im wahrsten Sinn: Reisen in Ursprungsländer bieten die beste Gelegenheit, seltene Früchte frisch, in bester Qualität und im kulturellen Kontext zu erleben. Wer Märkte in Brasilien, Indonesien oder den Anden besucht, entdeckt oft ganz nebenbei Schätze, die hierzulande nur in Büchern vorkommen. Wichtig dabei: Respekt vor lokalen Regeln, nachhaltiger Konsum und – im Falle von Pflanzenteilen – die Einfuhrbestimmungen des Heimatlandes genau beachten.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zu Exotenfrüchten
Hier noch einige typische Fragen rund um unbekannte und exotische Früchte – kompakt beantwortet:
1. Sind exotische Früchte automatisch gesünder als heimisches Obst?
Nicht unbedingt. Viele Exoten sind vitamin- und ballaststoffreich, aber das gilt genauso für heimische Sorten wie Beeren, Äpfel oder Kohlgemüse. Gesundheitlich entscheidend ist vor allem Vielfalt und Regelmäßigkeit, weniger der „Exotenfaktor“.
2. Wie erkenne ich, ob eine seltene Frucht reif ist?
Das ist je nach Art sehr unterschiedlich. Oft helfen: leichte Druckprobe (Frucht gibt minimal nach), intensiver Duft und veränderte Schalenfarbe. Im Zweifel im Laden nachfragen oder vor dem Verzehr kurz recherchieren – einige Früchte schmecken unreif deutlich schlechter.
3. Sind Exotenfrüchte ökologisch problematisch?
Lange Transportwege und gekühlte Lieferketten erhöhen den CO₂-Fußabdruck. Als gelegentliche Spezialität sind sie vertretbar, als täglicher Standard eher kritisch. Wenn möglich, auf fair gehandelte Ware, klimafreundliche Transportwege und saisonale Verfügbarkeit achten.
4. Kann ich solche Früchte zu Hause nachreifen lassen?
Einige ja (z.B. Mamey Sapote), andere kaum (z.B. Jabuticaba). Viele tropische Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach, wenn sie bei technischer Reife geerntet wurden. Lagern Sie sie nicht im Kühlschrank, solange sie noch hart sind, und kontrollieren Sie täglich den Reifegrad.
5. Wie lagere ich exotische Früchte am besten?
Die meisten Exoten mögen keine Kälte unter 8–10 °C. Ideal ist ein kühler, schattiger Ort in der Wohnung, getrennt von sehr aromatischen Früchten wie Zitrus oder Zwiebeln. Reife Früchte rasch verzehren oder verarbeiten (Smoothies, Pürees, Einfrieren), da sie häufig schneller verderben als Apfel & Co.
6. Gibt es Risiken oder Allergien bei unbekannten Früchten?
Ja, wie bei jeder neuen Lebensmittelgruppe können Allergien auftreten, besonders bei Menschen mit bereits bekannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Beim ersten Probieren kleine Mengen essen, Kerne und Schalen nicht unkritisch mitverzehren und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
7. Wo finde ich verlässliche Informationen zu Zubereitung und Verzehr?
Seriöse Quellen sind botanische Gärten, universitäre Publikationen, spezialisierte Fachbücher sowie offizielle Ernährungsportale. Auch Kochbücher aus den Ursprungsländern bieten praxisnahe Tipps und traditionelle Rezepte, oft mit genauen Hinweisen zu Reife und Verarbeitung.
Unbekannte Früchte öffnen nicht nur unseren Gaumen, sondern auch unseren Blick auf die enorme Vielfalt der Pflanzenwelt. Zwischen standardisierter Supermarktware verstecken sich zahllose Sorten, die in kleinen Gärten, auf Dorfmärkten und in abgelegenen Tälern lebendig gehalten werden. Jede von ihnen trägt ein Stück Kulturgeschichte, Tradition und regionaler Identität in sich.
Die hier vorgestellten fünf Früchte – Kepel, Mamey Sapote, Jabuticaba, Berg-Papaya und Salak – sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer riesigen, weitgehend unentdeckten Schatzkammer. Vielleicht begegnen Sie der einen oder anderen auf einer Reise, in einem Spezialladen oder sogar im Gewächshaus eines passionierten Hobbygärtners.
Wer sich bewusst auf diese Entdeckungen einlässt, lernt schnell: Geschmack ist mehr als süß, sauer, knackig oder saftig. Es ist ein Zusammenspiel aus Textur, Duft, Geschichte und Kontext. Exotenfrüchte machen uns das auf besonders eindrucksvolle Weise klar.
Wenn Sie das nächste Mal vor dem Obstregal stehen, dürfen Banane und Apfel natürlich weiterhin ihren Platz haben. Aber vielleicht wächst parallel die Neugier, auch jenseits des Vertrauten zu probieren – Schritt für Schritt, Frucht für Frucht.
