Steinkraut (Alyssum, Aurinia & Co.) gehört zu den charmantesten Polsterblühern im Garten: es leuchtet in Gelb, Weiß, Rosa oder Violett, duftet oft angenehm und ist zugleich ein robuster Bodendecker. Wer Steinkraut gezielt nach Farben auswählen und gleichzeitig richtig pflegen möchte, sollte die wichtigsten Arten, Standortansprüche und Pflegeschritte kennen. So lassen sich Beete, Steingärten und Mauerkronen farblich planen und dauerhaft gesund halten.
Steinkraut ist ein Sammelbegriff für mehrere nahe verwandte Gattungen – am bekanntesten sind Aurinia saxatilis (Gold-Steinkraut) und verschiedene Alyssum-Arten, etwa Duft-Steinkraut (Lobularia maritima). Die meisten stammen aus sonnig-warmen, eher kargen Regionen und sind perfekt an trockene, steinige Standorte angepasst. Gerade dort, wo andere Stauden schnell aufgeben, entwickelt Steinkraut seine volle Leuchtkraft.
Besonders beliebt ist Steinkraut in Naturgärten, auf Trockenmauern und in Kiesbeeten, weil es Fugen begrünt, Unkraut unterdrückt und Insekten mit reichlich Nektar versorgt. Farbige Kombinationen – z. B. gelbes Steinkraut mit blauem Polsterphlox oder violettem Steppensalbei – machen aus unscheinbaren Ecken echte Hingucker. Im Folgenden finden Sie eine farblich sortierte Liste beliebter Steinkraut-Arten sowie kompakte, praxiserprobte Pflege-Hinweise.
Steinkraut im Überblick: Arten, Farben, Besonderheiten
Steinkraut wächst überwiegend polster- oder teppichartig, je nach Art ein- oder mehrjährig, mit Wuchshöhen von etwa 10 bis 30 cm. Charakteristisch sind die zahlreichen kleinen Blüten, die in dichter Fülle erscheinen und ganze Flächen überziehen. Viele Sorten sind winterhart und eignen sich hervorragend zur dauerhaften Begrünung von sonnigen Böschungen, Steingärten oder Mauerkronen.
Botanisch wird meist zwischen Aurinia (z. B. Gold-Steinkraut) und Alyssum bzw. Lobularia (Duft-Steinkraut) unterschieden. Aurinia saxatilis ist in Mitteleuropa als Staude verbreitet, während Duft-Steinkraut in der Regel einjährig kultiviert wird, sich aber durch Selbstaussaat immer wieder zeigt. Beide Gruppen gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und sind somit entfernt mit Kohl, Raps und Senf verwandt.
Die Farbpalette reicht von leuchtendem Gelb über Reinweiß bis hin zu zarten Rosatönen und kräftigem Violett. Insbesondere die kleinblütigen Duft-Steinkräuter bieten eine breite Sortenvielfalt für Balkonkästen, Schalen und als Lückenfüller im Beet. Gold-Steinkraut punktet dagegen mit frühjährlicher, intensiv gelber Blüte in großen Polstern – ideal, um nach dem Winter schnell Farbe in den Garten zu bringen.
Gelbes, weißes, lilafarbenes Steinkraut im Porträt
Im Gartenalltag ist es hilfreich, Steinkraut nach Farben zu sortieren, um Beete optisch gezielt zu gestalten. Gelbe Sorten wirken warm und frühlingshaft, weiße eher edel und klar, lilafarbene oder violette Varianten bringen Tiefe und Eleganz ins Beet. Häufig lassen sich verschiedene Farben auch kombinieren, etwa in Fugen, Trockenmauern oder Balkonkästen.
Ausgewählte Steinkraut-Arten und -Sorten nach Blütenfarbe (Tabelle)
| Farbe | Botanischer Name / Sorte | Deutscher Name / Kurzbeschreibung | Wuchshöhe ca. | Blütezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gelb | Aurinia saxatilis | Gold-Steinkraut; klassischer Polsterblüher, sehr robust | 15–25 cm | April–Mai |
| Gelb | Alyssum montanum | Berg-Steinkraut; polsterbildend, gut für Steingärten | 10–20 cm | April–Juni |
| Gelb | Alyssum saxatile (Synonym) | Synonym für Gold-Steinkraut; ähnliche Nutzung | 15–25 cm | April–Mai |
| Weiß | Lobularia maritima ‘Snow Princess’ | Weißes Duft-Steinkraut; stark duftend, reich blühend | 10–15 cm | Juni–Oktober |
| Weiß | Lobularia maritima ‘Carpet of Snow’ | Teppichbildend, kompakt, ideal für Balkonkästen | 8–12 cm | Juni–September |
| Weiß | Aurinia saxatilis ‘Citrina’ | Zartgelb bis cremeweiß; etwas zurückhaltender Ton | 15–20 cm | April–Mai |
| Lila/Violett | Lobularia maritima ‘Easter Bonnet Violet’ | Kompakte, violett blühende Mischung | 8–12 cm | Juni–September |
| Lila/Rosa | Lobularia maritima ‘Royal Carpet’ | Violett-lila teppichbildend; ideal als Einfassung | 8–12 cm | Juni–September |
| Mix (mehrfarbig) | Lobularia maritima Mischungen | Weiß, Rosa, Violett gemischt; bunte Balkonbepflanzung | 10–15 cm | Juni–Oktober |
Farbwahl im Garten – praktische Überlegungen
- Gelbes Steinkraut ist ideal, um im Frühjahr sonnige Akzente zu setzen, besonders vor immergrünen Gehölzen oder in Steingärten. Es harmoniert sehr gut mit blauen und violetten Partnern.
- Weiß blühende Sorten bringen Helligkeit in Beete, wirken auch im Halbschatten von Mauern noch leuchtend und lassen sich praktisch mit allen Farben kombinieren.
- Lila- und violettblühende Varianten eignen sich hervorragend, um romantische oder mediterrane Pflanzbilder zu schaffen, etwa zusammen mit Lavendel, Katzenminze oder Salbei.
Nutzungsideen für verschiedene Farben
- Gelbe Polster an Treppenrändern, Mauerkronen und in Trockenmauern als frühlingshaftes „Leuchtband“.
- Weiße Duft-Steinkräuter in Balkonkästen und Kübeln, wo ihr Duft auf Augen- und Nasenhöhe besonders gut wahrnehmbar ist.
- Lilafarbene Teppiche als Beeteinfassung rund um Rosen oder in Kombination mit Ziergräsern für harmonische Farbübergänge.
Standort, Boden & Gießen: Grundregeln der Steinkraut-Pflege

Steinkraut bevorzugt einen sonnigen bis vollsonnigen Standort. Je mehr Licht die Pflanzen erhalten, desto dichter und üppiger fallen Blüte und Wuchs aus. Halbschatten wird von einigen Sorten toleriert, allerdings meist mit reduzierter Blühwilligkeit. Für dauerhaft schöne, kompakte Polster ist ein luftiger, aber nicht zugiger Platz ideal.
Beim Boden zeigt sich Steinkraut erstaunlich genügsam, hat aber klare Vorlieben: durchlässig, eher mager bis mäßig nährstoffreich und kalkverträglich. Staunässe wird schlecht vertragen, insbesondere im Winter kann sie zum Absterben führen. Schwere Böden profitieren von einer Beimischung von Sand, Kies oder feinem Splitt, um die Drainage zu verbessern – ganz wie am Naturstandort in Felsspalten oder Geröllfluren.
Beim Gießen gilt: lieber zu trocken als zu nass. Eingewachsene, mehrjährige Polster überstehen auch kurze Trockenphasen problemlos. Frisch gepflanzte Jungpflanzen und einjähriges Duft-Steinkraut sollten jedoch regelmäßig gewässert werden, besonders in Balkonkästen und Kübeln. Dabei ist es sinnvoll, direkt im Wurzelbereich zu gießen und die Blätter möglichst trocken zu halten, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Grundlegende Pflege-Regeln in Listenform
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Licht
- Möglichst sonniger Standort (mind. 4–6 Stunden direkte Sonne).
- Im Halbschatten geringere Blütenfülle.
- Keine dauerhafte Verschattung durch hohe Stauden oder Sträucher.
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Boden
- Locker, gut drainiert, eher mineralisch.
- Auf schweren Böden: Sand, Kies oder Splitt einarbeiten.
- pH-Wert neutral bis leicht alkalisch; kalkhaltige Böden sind vorteilhaft.
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Wasser
- Gleichmäßig mäßig feucht halten, Staunässe vermeiden.
- Kübel- und Balkonpflanzen häufiger gießen, aber überschüssiges Wasser ablaufen lassen.
- Trockenperioden im Freiland von etablierten Pflanzen meist gut toleriert.
Rückschnitt, Düngung, Vermehrung: So bleibt Steinkraut vital
Der Rückschnitt ist bei mehrjährigem Steinkraut entscheidend, um die Polster kompakt und blühfreudig zu halten. Direkt nach der Blüte (Spätfrühling/Frühsommer) schneidet man die Pflanzen um etwa ein Drittel bis maximal die Hälfte zurück. Das regt einen frischen Neuaustrieb an und verhindert, dass die Polster von innen verkahlen. Ein zweiter, leichter Formschnitt im Spätherbst kann sinnvoll sein, wenn die Horste sehr auseinanderfallen.
Beim Düngen ist Zurückhaltung angesagt: Steinkraut ist an magere Standorte angepasst und reagiert auf zu hohe Nährstoffgaben mit mastigem, weichem Wuchs und geringerer Blütenfülle. In humusreichen Gartenböden reicht meist eine einmalige, sehr moderate Düngung im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Langzeitdünger. Kübelpflanzen können alle 4–6 Wochen mit niedrig dosiertem Flüssigdünger versorgt werden, da Nährstoffe im Topf schneller ausgewaschen werden.
Zur Vermehrung bieten sich mehrere Wege an. Viele Duft-Steinkraut-Sorten säen sich selbst aus, wenn sie nach der Blüte Samen ansetzen dürfen. Wer gezielt vermehren möchte, kann im Frühling oder Spätsommer Samen in Saatschalen oder direkt ins Beet ausbringen. Mehrjährige Arten wie Gold-Steinkraut lassen sich außerdem durch Teilung älterer Polster oder durch Stecklinge (Triebabschnitte) vermehren. Wichtig ist in jedem Fall ein gut drainierter, nicht zu feuchter Boden am neuen Standort.
Praktische Pflege-Schritte in Listenform
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Rückschnitt
- Nach der Hauptblüte um 1/3–1/2 einkürzen.
- Verblühte, unansehnliche Triebe entfernen.
- Bei stark vergreisten Polstern gelegentlich radikal verjüngen (nicht bis ins alte Holz).
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Düngung
- In mageren Böden im Frühjahr eine dünne Schicht Kompost oder Organik einarbeiten.
- Keine stark stickstoffbetonten Dünger verwenden.
- Kübelkultur: schwach dosierter Flüssigdünger in längeren Intervallen.
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Vermehrung
- Samen im Frühling (oder Spätsommer) in lockere, leicht feuchte Saaterde säen.
- Polster im Frühjahr oder Spätsommer teilen und an neuer Stelle einpflanzen.
- Stecklinge von halb verholzten Trieben in sandige Erde stecken, leicht feucht halten.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zu Steinkraut
Im Alltag tauchen rund um Steinkraut immer wieder ähnliche Fragen auf – von der Winterhärte über die richtige Pflege im Topf bis hin zu möglichen Problemen mit Krankheiten. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Punkte kompakt zusammen und hilft, typische Fehler von Anfang an zu vermeiden. So bleibt das Steinkraut nicht nur schön, sondern auch langfristig gesund und vital. 🌿
Gerade Einsteiger möchten wissen, welche Arten sich besonders für Balkon und Terrasse eignen und wie sie dort gepflegt werden sollten. Ebenso kommt häufig die Frage nach der Verträglichkeit mit Haustieren sowie nach der Rolle von Steinkraut für Bienen und andere Insekten auf. Mit ein paar grundlegenden Informationen lassen sich Unsicherheiten schnell ausräumen. 🐝
Auch erfahrene Gärtner interessieren sich häufig für die Lebensdauer einzelner Sorten: Ist mein Steinkraut einjährig oder mehrjährig? Wann sollte ich es erneuern? Und was tun, wenn die Polster „von innen heraus“ braun werden und auseinanderfallen? Die FAQs geben dazu praxisnahe Hinweise und Tipps für die Problemlösung. ✅
Übersicht wichtiger Fragen und Antworten (Tabelle)
| Frage | Antwort in Kürze |
|---|---|
| Ist Steinkraut winterhart? | Gold-Steinkraut (Aurinia saxatilis) und viele Alyssum-Arten sind winterhart; Duft-Steinkraut meist nur bedingt, überwintert selten. |
| Einjährig oder mehrjährig? | Gold-Steinkraut ist mehrjährig; Duft-Steinkraut (Lobularia maritima) wird meist einjährig kultiviert, sät sich aber oft selbst aus. |
| Ist Steinkraut bienenfreundlich? | Ja, die zahlreichen kleinen Blüten liefern reichlich Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln & Co. |
| Verträglich für Haustiere? | Steinkraut gilt als wenig problematisch; bei empfindlichen Tieren im Zweifel Tierarzt oder Giftpflanzendatenbank konsultieren. |
| Wann pflanzen? | Idealer Pflanzzeitpunkt für Stauden: Frühjahr oder Spätsommer; Duft-Steinkraut ab Frühling säen oder als Jungpflanze setzen. |
| Warum blüht mein Steinkraut kaum? | Häufige Ursachen: zu schattiger Standort, zu nährstoffreicher Boden, Staunässe oder fehlender Rückschnitt. |
| Was tun bei braunen, vergreisten Polstern? | Nach der Blüte kräftig zurückschneiden oder Polster teilen und an anderer Stelle neu setzen. |
| Eignet sich Steinkraut für den Balkon? | Ja, besonders Duft-Steinkraut in Balkonkästen und Schalen; auf gute Drainage und regelmäßige, aber mäßige Wassergaben achten. |
Weitere kurze FAQs
Wie dicht sollte ich Steinkraut pflanzen?
Je nach Sorte 8–12 Pflanzen pro Quadratmeter bei mehrjährigen Polstern, einjährige Duft-Sorten dürfen etwas dichter stehen, um geschlossene Teppiche zu bilden.
Kann ich Steinkraut mit Mulch abdecken?
Organische Mulchschichten (Rindenmulch) sind eher ungünstig, da Steinkraut mineralische, eher offene Böden bevorzugt. Besser sind Kies oder Splitt.
Wann ist die beste Zeit für den Rückschnitt?
Direkt nach der Hauptblüte, also etwa von Ende Mai bis Juni, je nach Witterung und Sorte.
Steinkraut ist weit mehr als nur ein „Lückenfüller“: Mit seinen gelben, weißen und lilafarbenen Blütenpolstern, dem oft angenehmen Duft und der hohen Robustheit passt es perfekt in moderne, naturnahe und pflegeleichte Gärten. Wer die wichtigsten Arten nach Farbe kennt und ein paar einfache Pflege-Regeln beachtet – sonniger Standort, durchlässiger Boden, maßvolles Gießen und rechtzeitiger Rückschnitt – wird viele Jahre Freude an dichten, blühfreudigen Teppichen haben. Ob im Steingarten, an der Mauerkrone oder im Balkonkasten: Steinkraut bringt mit wenig Aufwand viel Farbe und Leben in den Garten.
