Der Oktober ist für viele Hobbygärtner der heimliche „Schlüsselmonat“ im Gartenjahr: Die Ernte klingt aus, der Winter kündigt sich an, und gleichzeitig werden bereits die Weichen für das kommende Frühjahr gestellt. Wer jetzt strukturiert vorgeht, spart sich im nächsten Jahr viel Arbeit – und hilft gleichzeitig Pflanzen, Boden und tierischen Gartenbewohnern gut durch die kalte Jahreszeit. In diesem Überblick findest du alle wichtigen Aufgaben und Prioritäten für die Gartenarbeit im Oktober, kompakt nach Themen sortiert.
Gartenarbeit im Oktober: Das Wichtigste vorab
Der Oktober ist ein klassischer Übergangsmonat: Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, und der Garten wechselt von Wachstumsmodus auf Ruhephase. Genau diese Zeitspanne ist ideal, um den Garten gründlich zu inspizieren und zu entscheiden, welche Beete geleert, welche Pflanzen geschützt und welche Bereiche bewusst naturnah belassen werden sollen. Ein ruhiger Rundgang mit Notizen – gern mit Fotoaufnahmen – hilft, den Überblick nicht zu verlieren.
Wichtig ist jetzt ein guter Mix aus Aufräumen und bewusstem „Nichtstun“. Verblühte Pflanzen, die Samenstände tragen oder Unterschlupf für Insekten bieten, müssen nicht sofort entfernt werden. Dagegen sollten kranke Pflanzenteile oder stark von Pilzen befallenes Laub konsequent entsorgt werden, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten. Gleichzeitig bietet der Oktober die Chance, Fehler aus der vergangenen Saison zu erkennen und zu korrigieren – etwa zu dicht bepflanzte Beete oder einen wenig blühfreudigen Standort.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bodenschutz. Herbst- und Winterwetter können nackte Erde auslaugen und verschlämmen. Deshalb sind Mulchschichten, Gründüngung oder eine lockere Bodenbearbeitung zentrale Aufgaben. So bleiben Nährstoffe besser im Boden, die Bodenstruktur wird verbessert und das Bodenleben wird aktiv gehalten – ein entscheidender Vorteil für den Start im Frühjahr.
Nicht zuletzt ist der Oktober der ideale Monat für viele Neupflanzungen und Umsetzungen. Gehölze, Stauden und Zwiebelblumen können jetzt gesetzt werden, damit sie vor dem Frost noch einwurzeln. Wer klug plant, kombiniert die Oktoberarbeiten zu einem Gesamtpaket: Ernten, roden, umgestalten, pflanzen und schützen ergänzen sich optimal und sparen dadurch doppelte Wege und Zeit.
Beete im Herbst: Jetzt richtig vorbereiten
Im Gemüse- und Staudenbeet entscheidet der Oktober darüber, wie gut die Flächen durch den Winter kommen. Nachdem die Hauptkulturen abgeerntet sind, heißt es: Reste entfernen, Boden lockern und gezielt schützen. Besonders wichtig ist es, kranke Pflanzenteile aus Tomaten-, Kartoffel- oder Kürbisbeeten nicht zu kompostieren, sondern über den Restmüll zu entsorgen. Gesunde Pflanzenreste dagegen dürfen sehr gern als Mulchschicht oder Kompostbasis dienen.
Nutze den Monat, um deine Beete strukturiert zu bearbeiten:
- Alte Kulturen (z.B. Bohnen, Zucchini, Salate) sauber entfernen
- Boden nur flach lockern, um Bodenleben nicht zu stark zu stören
- Hartnäckiges Wurzelunkraut (Giersch, Quecke) gründlich ausstechen
- Leere Beete mit Gründüngung oder Mulch abdecken
- Beetränder kontrollieren, ausbessern und ggf. neu einfassen
Zusätzlich lohnt sich der gezielte Einsatz von Gründüngung. Sie verhindert Erosion, lockert den Boden tiefgründig und bringt – je nach Mischung – sogar Stickstoff ein. Besonders auf ausgelaugten Flächen nach Starkzehrern (Tomaten, Kohl, Kürbis) zahlt sich eine gründliche Bodenkur aus, damit die Nachkulturen im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen können.
Vorschläge für Gründüngung im Oktober
| Pflanze | Geeignet für | Vorteile | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Phacelia | Fast alle Beete | Bienenmagnet, lockert Boden | Nicht mit Phacelia als Zierpflanze mischen |
| Winterroggen | Stark genutzte Flächen | Tiefwurzelnd, gute Bodenstruktur | Im Frühjahr rechtzeitig flach einarbeiten |
| Senf (Gelbsenf) | Nach frühen Kulturen | Schneller Aufwuchs, Unkrautunterdrückung | Nicht nach oder vor Kohlarten (Kreuzblütler) |
| Winterwicke | Gemüsebeete | Bindet Stickstoff, verbessert Boden | Gern mit Getreide mischen |
| Klee-Mischungen | Dauerbeete, Wege | Dauerhafte Bodenbedeckung, Nützlingsförderung | Regelmäßig mähen oder zurückschneiden |
Wer keine Gründüngung aussät, sollte die nackte Erde keinesfalls unbedeckt lassen. Eine Schicht aus Laub (von gesunden Bäumen), Rasenschnitt oder gehäckselten Pflanzenresten schützt vor Verschlämmung und Auswaschung. Auch grob ausgebrachtes, halbreifes Kompostmaterial eignet sich sehr gut, um Mikroorganismen zu füttern und die Humusbildung anzukurbeln.
Herbstschnitt im Ziergarten: Was noch erlaubt ist
Im Ziergarten ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn nicht alles, was verblüht ist, sollte im Oktober rigoros zurückgeschnitten werden. Viele Stauden und Ziergräser sehen im Winter mit Raureif sehr attraktiv aus und bieten gleichzeitig Lebensraum für Insekten und Schutz für den Boden. Dennoch gibt es einige Bereiche, in denen ein gezielter Herbstschnitt sinnvoll oder sogar notwendig ist, um Krankheiten und Bruchschäden zu vermeiden.
Um den Überblick zu behalten, kannst du dich an dieser Checkliste orientieren:
- Zurückschneiden: Kranke, faulende oder von Pilz befallene Stauden
- Einkürzen: Zu lange, bruchgefährdete Triebe an Rosen und Sträuchern
- Entfernen: Verdorrte, samenreiche Einjährige, wenn Selbstaussaat unerwünscht ist
- Stehen lassen: Ziergräser, standfeste Stauden mit dekorativen Samenständen
Beim Schnitt von Ziersträuchern sind im Oktober vor allem Sicherheits- und Pflegeschnitte angesagt. Störende, quer wachsende oder abgestorbene Äste können entfernt werden, ohne die Pflanze stark zu schwächen. Radikale Form- oder Verjüngungsschnitte sollten dagegen eher auf den Spätwinter verschoben werden, da viele Sträucher jetzt noch Reservestoffe in ihr Holz einlagern.
Auch bei Rosen ist Zurückhaltung besser als Übermut. Lange, dünne Triebe, die bei Herbststürmen leicht abbrechen können, dürfen leicht eingekürzt werden. Ein umfassender Rosenschnitt erfolgt jedoch meist im Frühjahr, wenn die Forsythien blühen. Verblühte Blütenstände kannst du entfernen, wenn du eine aufgeräumte Optik bevorzugst; wer Hagebutten für Vögel und Insekten erhalten will, lässt sie hingegen stehen.
Nicht zu vergessen sind Kletterpflanzen wie Efeu, Wilder Wein oder Kletterrosen an Fassaden und Zäunen. Hier können im Oktober überhängende oder Regenrinnen und Fenster bedeckende Triebe gezielt abgeschnitten werden. So beugst du Schäden an Haus und Zaun vor und sorgst nebenbei dafür, dass die Kletterpflanzen nicht zu stark verholzen oder in unerwünschte Bereiche vordringen.
Rasenpflege im Oktober: Mähen, düngen, lüften
Der Oktober ist die letzte Phase, in der der Rasen aktiv wächst, gleichzeitig verlangsamt sich das Wachstum deutlich. Darum solltest du ihn noch ein- bis mehrmals mähen, aber nicht mehr zu kurz. Eine Schnitthöhe von etwa 4–5 cm hat sich bewährt: Der Rasen bleibt trittfest, aber die Halme sind noch lang genug, um Frostschäden zu vermeiden. Bei feuchtem Wetter ist es wichtig, nicht auf zu nassem Rasen zu mähen, um Verdichtungen durch schwere Mäher und Klumpenbildung bei den Schnittresten zu vermeiden.
Neben dem Mähen spielt die Nährstoffversorgung eine zentrale Rolle. Im Herbst braucht der Rasen weniger Stickstoff, aber mehr Kalium, das die Zellwände stärkt und die Winterhärte verbessert. Spezielle Herbstdünger mit angepasster Zusammensetzung sind sinnvoll, besonders auf stark genutzten Flächen. Wer organisch düngt, sollte darauf achten, dass das Material gut abbaubar ist und keine dicken Schichten bildet, die die Grasnarbe ersticken könnten.
Das Lüften (Aerifizieren) und gegebenenfalls Vertikutieren kann im frühen Oktober nochmals durchgeführt werden, wenn der Boden noch ausreichend warm ist. Beim Lüften werden kleine Löcher in die Grasnarbe gestochen, die mit Sand oder feiner Erde gefüllt werden, um Staunässe zu reduzieren und den Wurzelbereich mit Sauerstoff zu versorgen. Ein leichtes Vertikutieren entfernt Moos und Rasenfilz, sollte aber nicht zu aggressiv erfolgen, damit der Rasen genug Zeit zur Regeneration hat.
Ein weiterer Punkt ist das anfallende Herbstlaub. Es sollte regelmäßig von der Rasenfläche entfernt oder mit dem Rasenmäher zerkleinert und anschließend als Mulch in Beeten genutzt werden. Lässt man dicke Laubschichten auf der Fläche liegen, drohen Fäulnis, Moosbildung und kahle Stellen bis zum Frühjahr. Wer keine Lust auf ständiges Rechen hat, kann ein- bis zweimal pro Woche einfach mit dem Mäher über den Rasen fahren – so wird das Laub zerkleinert und zum Teil direkt als wertvoller Dünger genutzt.
Gemüseernte und Nachsaat: Was jetzt noch geht
Im Gemüsegarten ist im Oktober Ernte-Hochsaison für viele spät reifende Kulturen. Kürbisse, späte Kartoffeln, Rote Bete, Sellerie, Lauch und verschiedene Kohlsorten sind jetzt erntereif oder bleiben noch mehrere Wochen auf dem Beet. Wichtig ist, bei empfindlichen Kulturen wie Kürbis oder Zucchini die Witterung im Blick zu behalten, denn die ersten Nachtfröste können Schäden verursachen. Ernte möglichst an trockenen Tagen, damit das Lagergemüse weniger anfällig für Fäulnis ist.
Gleichzeitig kannst du viele Beete clever für die Herbst- und Wintersaison nachnutzen. Gerade in milden Regionen lohnen sich späte Aussaaten und Pflanzungen:
| Kultur | Aussaat/Pflanzung im Oktober | Erntezeitraum | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Aussaat | Winter bis Frühjahr | Kälteresistent, langsam wachsend |
| Spinat | Aussaat | Winter/Frühjahr | Nur winterharte Sorten wählen |
| Winterkopfsalat | Pflanzung Jungpflanzen | Frühjahr | In rauen Lagen mit Vlies schützen |
| Knoblauch | Pflanzung Zehen | Sommer nächstes Jahr | Sonniger, durchlässiger Boden |
| Winterzwiebeln | Pflanzung Steckzwiebeln | Frühjahr/Sommer | Nicht zu tief stecken |
| Asia-Salate | Aussaat (unter Vlies) | Spätherbst/Winter | Gut für Hochbeete und Folientunnel |
Neben klassischen Wintergemüsen eignen sich auch Hochbeete, Gewächshäuser oder Folientunnel für eine verlängerte Saison. Hier können zarte Kulturen wie Pflücksalate, Radieschen oder Asiasalate mit leichten Schutzmaßnahmen noch bis weit in den Winter hinein wachsen. Ein Vlies oder eine einfache Abdeckung aus Kunststoff reicht oft schon aus, um empfindliche Pflanzen vor Bodenfrost zu schützen.
Vergiss nicht, rechtzeitig an die Lagerung zu denken. Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete oder Pastinaken lassen sich in kühlen, frostfreien Räumen in Kisten mit Sand oder Erde gut über Monate lagern. Kürbisse mögen es etwas wärmer und trocken; beschädigte Früchte sollten separat verarbeitet und nicht eingelagert werden. Kohl kann je nach Sorte im Garten stehen bleiben oder in kühlen Räumen aufgehängt bzw. auf Holzrosten gelagert werden.
Kübelpflanzen und Stauden richtig überwintern
Kübelpflanzen reagieren oft empfindlicher auf fallende Temperaturen als ausgepflanzte Gewächse, da ihre Wurzeln im Topf weniger gut isoliert sind. Im Oktober solltest du daher konsequent nach Winterhärte sortieren: Mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander, Olivenbäume oder Zitruspflanzen müssen vor den ersten starken Frösten ins Winterquartier umziehen. Kurzzeitige leichte Fröste überstehen viele Arten, aber dauerhafte Minusgrade können Wurzeln und Triebe nachhaltig schädigen.
Winterharte Kübelpflanzen dürfen im Freien bleiben, benötigen aber Schutz für den Wurzelballen. Umwickle die Töpfe mit Jute, Noppenfolie oder Vlies und stelle sie auf Holzleisten oder Styropor, damit die Kälte nicht direkt von unten einwirkt. Die Erde kannst du mit einer Mulchschicht aus Laub, Rindenmulch oder Stroh abdecken. Gieße auch im Winter an frostfreien Tagen mäßig – besonders immergrüne Pflanzen verdursten sonst leicht, auch wenn es kalt ist.
Bei Stauden im Beet stellt sich die Frage, ob und wie stark sie zurückgeschnitten werden sollen. Viele robuste Stauden profitieren davon, wenn ihre oberirdischen Teile erst im späten Winter entfernt werden: Sie schützen den Wurzelbereich, bieten Insekten Unterschlupf und sehen in Reif und Schnee dekorativ aus. Empfindliche Stauden, wie etwa einige Steppen- oder Präriearten, freuen sich über eine zusätzliche Abdeckung aus Tannenzweigen oder Laub, die du im Oktober aufbringen kannst.
Besonders wichtig ist die Kontrolle der Pflanzplätze. Stauden, die über den Sommer „gewandert“ sind, sich stark ausgebreitet oder zu dicht an Nachbarpflanzen herangedrängt haben, können jetzt geteilt und umgesetzt werden. Das Teilen verjüngt alte Horste, fördert die Blühfreudigkeit und liefert gleich neue Pflanzen für andere Gartenbereiche. Achte darauf, Stauden nach dem Teilen gut anzugießen und die Pflanzstellen mit Kompost und Mulch zu versorgen, damit sie vor dem Winter noch anwachsen.
Obstbäume, Beerensträucher & Neupflanzungen
Der Oktober ist ein klassischer Pflanzmonat für Obstgehölze. Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäume können jetzt gesetzt werden, ebenso Beerensträucher wie Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Himbeeren. Der Boden ist noch warm genug, damit sich erste Feinwurzeln bilden, gleichzeitig sorgt die Herbstfeuchte für gute Startbedingungen. Besonders wurzelnackte Pflanzen – also ohne Topfballen – werden traditionell im Herbst gepflanzt und wachsen dann im Frühjahr kräftig an.
Vor der Pflanzung solltest du den Standort sorgfältig prüfen: Ausreichend Sonne, genügend Abstand zu Nachbarbäumen und Gebäuden sowie ein humoser, durchlässiger Boden sind entscheidend. Grabe das Pflanzloch großzügig, lockere den Untergrund auf und arbeite reichlich reifen Kompost ein. Bei Obstbäumen ist ein Baumpfahl oft sinnvoll, um jungen Bäumen in den ersten Jahren Stabilität zu geben. Nach dem Pflanzen gut einschlämmen und ggf. eine Baumscheibe mulchen, damit der Boden nicht austrocknet.
Bestehende Obstbäume und Beerensruten solltest du im Oktober auf Krankheiten und Schädlingsbefall kontrollieren. Entferne mumifizierte Früchte, befallene Triebe oder abgestorbenes Holz konsequent, um Infektionsquellen für das nächste Jahr zu minimieren. Starke Rückschnitte an Kern- und Steinobst sind eher eine Aufgabe für den Spätwinter, leichte Pflegeschnitte oder das Entfernen von Wasserschossen sind aber bereits jetzt möglich.
Beerensträucher, besonders sommertragende Himbeeren und Johannisbeeren, können nach der Ernte ausgedünnt werden, sofern das nicht schon im Spätsommer passiert ist. Alte, abgetragene Ruten werden bodennah entfernt, um Platz für junge Triebe zu schaffen. Eine Gabe Kompost und eine Mulchschicht rund um die Sträucher verbessern die Bodengesundheit und helfen, Feuchtigkeit zu halten – eine gute Investition in die Ernte des kommenden Jahres.
Laub, Kompost & Mulch: Nährstoffe sinnvoll nutzen
Herbstlaub fällt im Oktober in großen Mengen an – ein wertvoller Rohstoff, der im Garten auf unterschiedliche Weise genutzt werden kann. Statt es komplett zu entsorgen, solltest du es gezielt verteilen: Unter Bäumen und Sträuchern kann eine lockere Laubschicht als natürlicher Winterschutz dienen und das Bodenleben anregen. Nur auf dem Rasen und auf empfindlichen, immergrünen Pflanzen hat dickes, feuchtes Laub nichts verloren, da es Fäulnis fördert.
Der Komposthaufen erlebt im Oktober seine Hochsaison. Mische Laub mit gröberen Gartenabfällen, gehäckseltem Astschnitt und Küchenabfällen, um eine gute Struktur zu erhalten. Reines Laub verrottet langsam und kann zu einer verdichteten Schicht werden; hier helfen etwas Gartenboden, Hornmehl oder bereits reifer Kompost als „Starter“. Kontrolliere auch bestehende Kompostmieten: Umsetzen und Lockern beschleunigt den Rotteprozess und wirkt Fäulnis entgegen.
Mulch ist im Herbst ein zentrales Werkzeug, um den Boden zu schützen und Nährstoffe zu konservieren. Geeignet sind zerkleinertes Laub, gehäckselte Staudenreste, Rasenschnitt (in dünnen Schichten) oder Rindenmulch für Gehölzbereiche. Auf Gemüsebeeten solltest du darauf achten, nur gesundes Material zu verwenden und keine Samenunkräuter zu verteilen. Eine 3–5 cm dicke Mulchschicht reicht oft schon, um Temperaturschwankungen auszugleichen und das Bodenleben aktiv zu halten.
Nicht jedes Laub ist gleich gut geeignet. Eichen- und Walnusslaub zersetzen sich langsamer und enthalten Gerbstoffe, die manche Pflanzen nicht mögen. Solches Laub kannst du getrennt kompostieren, mit anderen Materialien mischen oder vor allem unter robusten Gehölzen ausbringen. Ahorn-, Obstbaum- und Lindenlaub dagegen verrottet rasch und eignet sich hervorragend für Kompost, Mulch und zur Herstellung von leichter Lauberde.
Tierfreundlicher Herbstgarten: Tipps für mehr Leben
Ein naturnaher, tierfreundlicher Herbstgarten verzichtet bewusst auf übertriebenes Aufräumen. Viele Insekten, Spinnen, Käfer und auch Amphibien suchen jetzt frostgeschützte Überwinterungsplätze. Wenn du Staudenreste, Gräserbüschel, Laubhaufen und etwas Totholz im Garten belässt, schaffst du wertvolle Lebensräume. Das kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern langfristig auch dem Garten selbst, da viele dieser Nützlinge Schädlinge regulieren.
Laubhaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens sind ideale Winterquartiere für Igel und andere Kleinsäuger. Achte darauf, solche Bereiche vor Laubsaugern, Mährobotern und häufigem Betreten zu schützen. Wer möchte, kann zusätzlich Igelhäuser, Insektenhotels oder Nistkästen anbringen – der Oktober ist ein guter Zeitpunkt, um sie in Ruhe zu platzieren, bevor der Winter einsetzt. Wichtig ist, die Quartiere wettergeschützt und katzensicher aufzustellen.
Auch Wasserstellen spielen im Herbst eine Rolle. Vögel und Insekten sind weiterhin auf sauberes Wasser angewiesen, und nicht jedes natürliche Gewässer ist damit gesichert. Eine kleine Vogeltränke oder ein flacher Teichrand, regelmäßig gereinigt, bietet wertvolle Unterstützung. Wenn du Futterstellen für Vögel planst, kannst du sie im Oktober bereits installieren, damit sich die Tiere daran gewöhnen – das eigentliche Zufüttern beginnt vielerorts aber erst mit dem ersten Frost.
Verzichte nach Möglichkeit auf chemische Pflanzenschutzmittel und nutze stattdessen mechanische oder biologische Methoden. Viele vermeintliche „Schädlinge“ sind im Naturkreislauf wichtige Nahrungsquellen für Vögel, Igel und Insekten. Ein vielfältiger, strukturreicher Garten mit Blühpflanzen, Hecken, wilden Ecken und unterschiedlichen Höhenstufen ist die beste Versicherung für ein lebendiges Gleichgewicht – auch und gerade im Herbst. 🦔🍂🕷️🌾
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Oktober
1. Bis wann kann ich im Oktober noch pflanzen?
Solange der Boden frostfrei und nicht staunass ist, kannst du Gehölze, Stauden und Zwiebelblumen pflanzen. In rauen Lagen ist es sinnvoll, empfindlichere Arten spätestens bis Mitte/Ende Oktober zu setzen, damit sie noch einwurzeln können.
2. Muss ich alle Stauden im Herbst zurückschneiden?
Nein. Viele Stauden und Gräser dürfen über den Winter stehen bleiben – sie schützen den Boden, bieten Lebensraum und sehen dekorativ aus. Nur kranke, matschige oder umsturzgefährdete Pflanzen sollten im Herbst geschnitten werden.
3. Wie oft sollte ich den Rasen im Oktober noch mähen?
So lange er sichtbar wächst, meist alle 1–2 Wochen. Stelle die Schnitthöhe auf etwa 4–5 cm und mähe nur bei weitgehend trockenem Wetter, um Schäden an der Grasnarbe zu vermeiden.
4. Kann ich Laub einfach im Beet liegen lassen?
Ja, in moderater Menge ist Laub im Beet sogar erwünscht, da es als natürlicher Mulch dient. Nur auf empfindlichen, kleinwüchsigen Pflanzen oder auf dem Rasen sollte es regelmäßig entfernt oder zerkleinert werden.
5. Lohnt sich eine Gründüngung im Oktober noch?
Auf vielen Flächen ja. Schnell keimende Arten wie Phacelia oder Senf sowie winterharte Gründüngungen wie Winterroggen oder Winterwicke können noch eingesät werden, um den Boden zu schützen und zu verbessern.
6. Wann sollte ich Kübelpflanzen ins Winterquartier holen?
Sobald sich wiederholte Nachtfröste ankündigen. Kurzzeitige leichte Minusgrade vertragen manche Arten, aber als Faustregel gilt: Mediterrane und tropische Kübelpflanzen rechtzeitig vor dauerhaftem Frost einräumen.
7. Was mache ich mit kranken Blättern von Rosen oder Obstbäumen?
Nicht kompostieren, sondern über den Restmüll entsorgen. So vermeidest du, dass Pilzkrankheiten und Schädlinge im Kompost überdauern und im nächsten Jahr erneut zuschlagen.
8. Kann ich im Oktober noch Gemüse aussäen?
Ja, vor allem Feldsalat, Spinat, winterharte Salate, Knoblauch, Winterzwiebeln und einige Asiasalate. In kühlen Lagen empfiehlt sich ein Vlies oder geschützter Anbau im Hochbeet oder Kleingewächshaus.
9. Wie kann ich Igel im Garten unterstützen?
Laub- und Reisighaufen an ruhigen Orten liegen lassen, keine Laubsauger und Mähroboter mehr einsetzen, keine Gifte verwenden und ggf. ein Igelhaus anbieten. Frisches Wasser ist ebenfalls wichtig.
10. Sollte ich im Oktober noch düngen?
Im Zier- und Gemüsegarten nur sparsam und vorzugsweise mit Kompost. Beim Rasen ist ein kaliumbetonter Herbstdünger sinnvoll, stark stickstoffbetonte Dünger sollten nicht mehr verwendet werden, um das zarte, frostempfindliche Wachstum nicht zu fördern.
Wer seinen Garten im Oktober bewusst vorbereitet, schafft die Basis für ein gesundes, lebendiges Gartenjahr – und zwar weit über den Winter hinaus. Mit einem klugen Mix aus Ernte, Bodenschutz, Pflanzungen und Rücksicht auf Tiere wird aus dem „Aufräummonat“ ein echter Startschuss für die kommende Saison. Plane deine Arbeiten in kleinen, überschaubaren Schritten, nutze Laub und Pflanzenreste als Ressource und gönn deinem Garten zugleich ein paar wilde, unaufgeräumte Ecken – sie zahlen sich im nächsten Frühjahr vielfach aus.
