Clematis gehören zu den beliebtesten Kletterpflanzen im Garten – mit der richtigen Düngung verwandeln sie Mauern, Zäune und Pergolen in ein Blütenmeer. Damit die Pflanzen ihre volle Pracht entfalten, ist es wichtig, den passenden Zeitpunkt, geeignete Dünger und die richtige Vorgehensweise zu kennen. Gleichzeitig sollten typische Fehler vermieden werden, die Clematis schwächen oder sogar zum Ausfall der Pflanzen führen können.
Dieser Ratgeber zeigt, wann Sie Ihre Clematis düngen sollten, welche Nährstoffe wichtig sind und wie Sie Schritt für Schritt bei der Düngergabe vorgehen. Außerdem finden Sie eine Übersicht über geeignete Dünger, typische Düngefehler und praxiserprobte Lösungen. Abschließend beantworten wir häufig gestellte Fragen, damit Sie Ihre Clematis sicher und erfolgreich durch die Saison bringen.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Clematis-Düngen?
Der ideale Düngezeitpunkt hängt vom Pflanzzeitpunkt und vom Alter der Clematis ab. Frisch gepflanzte Clematis werden im Pflanzjahr meist nur sehr zurückhaltend oder gar nicht gedüngt, da gute Pflanzerde bereits ausreichend Nährstoffe enthält. Ab dem zweiten Standjahr beginnt dann die regelmäßige, aber maßvolle Düngung, um das Wachstum und die Blütenbildung zu unterstützen.
Grundsätzlich wird bei Clematis zwischen Startdüngung im Frühjahr und Nachdüngung im Sommer unterschieden. Die erste Gabe erfolgt, sobald die Pflanze im Frühjahr austreibt (meist März bis April). Eine zweite, leichtere Düngung kann zur Knospenbildung und Blütenverlängerung im Mai/Juni erfolgen – abhängig von Sorte und Standort. Im Spätsommer und Herbst sollten Sie auf stickstoffreiche Dünger verzichten, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen.
Auch die Clematis-Gruppe spielt eine Rolle: Frühblühende Arten (z. B. Clematis alpina) werden etwas früher, sommerblühende Großblumensorten etwas später versorgt. In sehr mageren Böden kann zusätzlich eine milde organische Herbstdüngung (z. B. Kompost) sinnvoll sein, um langfristig die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern – diese dient mehr der Bodenpflege als der direkten Sofortwirkung auf die Pflanze.
Diese Dünger eignen sich für gesunde Clematis
Damit Clematis kräftig wachsen und reich blühen, brauchen sie einen ausgewogenen Nährstoffmix. Besonders wichtig sind Stickstoff (N) für das Wachstum, Phosphor (P) für die Blütenbildung und Kalium (K) für robuste, widerstandsfähige Triebe. Organische Dünger wirken langsamer, verbessern aber die Bodenstruktur, während mineralische Dünger schnell verfügbar sind, dafür aber vorsichtiger dosiert werden müssen.
Geeignete Düngerarten (Übersicht als Tabelle)
| Düngerart | Vorteile | Nachteile / Hinweise |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | Bodenverbesserung, sanfte Nährstoffgabe | Nährstoffgehalt schwankend |
| Organischer Volldünger | Langzeitwirkung, schonend für Wurzeln | Wirkung setzt verzögert ein |
| Hornspäne / Hornmehl | Langsame, langfristige N-Freisetzung | Kein vollständiger NPK-Dünger |
| Spezieller Clematisdünger | Angepasstes NPK-Verhältnis | Teurer als Universaldünger |
| Langzeit-Mineraldünger | Einfache Anwendung, planbare Wirkung | Überdüngungsgefahr bei falscher Dosierung |
| Flüssigdünger für Blühpflanzen | Schnell wirksam, ideal für Kübel | Muss regelmäßig nachdosiert werden |
Praktische Beispiele geeigneter Düngemittel
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Organische Basisdüngung im Frühjahr
- 2–3 l gut verrotteter Kompost pro Quadratmeter in den Wurzelbereich einarbeiten.
- Ergänzend etwas Hornspäne für eine längerfristige Stickstoffversorgung.
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Mineralische Ergänzungsdüngung bei Bedarf
- Ein milder Blühpflanzen- oder Clematis-Spezialdünger gemäß Packungsangabe.
- Besonders in Kübeln, wo Nährstoffe schneller ausgewaschen werden.
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Flüssigdünger für Kübel-Clematis
- Alle 2–3 Wochen eine schwache Dosis während der Hauptwachstumszeit.
- Gleichmäßig mit dem Gießwasser ausbringen, Staunässe vermeiden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Düngergabe

Eine gute Vorbereitung des Standorts ist die halbe Miete. Lockern Sie die Erde rund um die Clematis vorsichtig, ohne die flach wurzelnden Pflanzen zu verletzen. Entfernen Sie Unkraut und altes Laub, damit der Dünger direkt auf den Boden gelangt und nicht auf der Oberfläche liegen bleibt. Prüfen Sie, ob der Boden eher sandig (nährstoffarm) oder lehmig (nährstoffreicher) ist, um die Dosierung anzupassen.
Gehen Sie bei der eigentlichen Düngung systematisch vor:
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Dünger auswählen und Dosierung prüfen
- Verpackungshinweise beachten, besonders bei mineralischen Düngern.
- Lieber etwas geringer dosieren und bei Bedarf nachlegen.
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Dünger ausbringen
- Ringförmig um die Pflanze, in etwa 20–30 cm Abstand vom Wurzelstock.
- Nicht direkt an die Triebe oder den Stamm streuen, um Verbrennungen zu vermeiden.
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Leicht einarbeiten und gut wässern
- Dünger sanft in die obere Bodenschicht einharken.
- Anschließend gründlich gießen, damit die Nährstoffe in den Wurzelbereich gelangen.
Nach der Düngung ist die Nachpflege wichtig. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und mulchen Sie den Wurzelbereich zum Schutz vor Austrocknung (z. B. mit Rindenmulch, Laub oder Rasenschnitt). Beobachten Sie die Clematis in den folgenden Wochen: Kräftiger Austrieb und gesundes, sattgrünes Laub zeigen, dass die Nährstoffversorgung passt. Bei ausbleibendem Wachstum oder blassen Blättern kann nach einigen Wochen eine weitere, leichte Düngergabe sinnvoll sein.
Typische Düngefehler bei Clematis und Lösungen
Viele Probleme mit Clematis lassen sich auf falsche oder unregelmäßige Düngung zurückführen. Ein häufiger Fehler ist das Überdüngen mit schnell wirkenden, mineralischen Düngern. Das führt zu starkem, weichem Triebwachstum, das anfällig für Krankheiten und Frostschäden ist. Außerdem können die Wurzeln „verbrennen“, wenn zu hohe Konzentrationen im Boden entstehen, besonders bei Trockenheit.
Ein weiterer typischer Fehler ist die einseitige Stickstoffgabe. Clematis reagieren auf zu viel Stickstoff mit viel Blattmasse, aber wenigen Blüten. Ebenso problematisch ist das Düngen zu spät im Jahr, etwa im Spätsommer mit stark stickstoffhaltigen Düngern: Die jungen Triebe reifen dann nicht ausreichend aus und erfrieren leichter im Winter. Auch das völlige Vernachlässigen von Topf- und Kübelpflanzen ist ungünstig, da in Gefäßen die Nährstoffe rascher ausgespült werden.
So vermeiden Sie diese Fehler:
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Mäßigung statt „Viel hilft viel“
- Immer nach Empfehlung dosieren, im Zweifel leicht darunter bleiben.
- Langzeit- oder organische Dünger bevorzugen, besonders im Freiland.
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Auf ausgewogene Nährstoffe achten
- Volldünger mit N-P-K verwenden, nicht nur Stickstoffdünger.
- Nach der Hauptwachstumszeit keine hohen Stickstoffgaben mehr.
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Besonderheiten im Kübel berücksichtigen
- Regelmäßiger, aber schwächer dosierter Flüssigdünger.
- Jährliche Substratauffrischung oder Teilsubstratwechsel einplanen.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Düngen
Übersicht: Düngehäufigkeit und -mengen nach Standort
| Standort / Pflanzart | Häufigkeit der Düngung | Empfohlene Düngerart |
|---|---|---|
| Freiland, etablierte Clematis | 1–2× pro Jahr (Frühjahr, ggf. Frühsommer) | Organischer Volldünger + Kompost |
| Freiland, sehr sandiger Boden | 2–3× kleine Gaben über die Saison | Organisch, evtl. ergänzend mineralisch |
| Kübel-Clematis | Alle 2–3 Wochen in Wachstumszeit | Flüssigdünger für Blühpflanzen |
| Frisch gepflanzte Clematis | Meist keine oder nur sehr milde Düngung im 1. Jahr | Kompost, etwas Hornspäne |
Wie erkenne ich, ob meine Clematis Nährstoffmangel hat?
Typische Anzeichen sind blasse, gelbliche Blätter, schwacher Austrieb und eine geringe Blütenzahl. Bleibt die Pflanze im Vergleich zu den Vorjahren deutlich hinter ihrer üblichen Entwicklung zurück, kann ein Nährstoffdefizit vorliegen. Vor dem Düngen sollten Sie jedoch auch andere Ursachen ausschließen, z. B. Trockenheit, Staunässe, Wurzelkonkurrenz oder Krankheiten.
Kann ich Clematis mit Blaukorn düngen?
Blaukorn ist möglich, aber nur mit großer Vorsicht empfehlenswert. Die hohe Salzkonzentration kann die empfindlichen Wurzeln leicht schädigen, wenn zu hoch dosiert oder bei Trockenheit gestreut wird. Besser sind organische oder organisch-mineralische Dünger mit Langzeitwirkung. Wenn Sie Blaukorn nutzen, dann nur in sehr kleiner Menge, gut eingearbeitet und anschließend gründlich eingewässert.
Brauchen Clematis im Winter Dünger?
Im Winter ruht die Pflanze, daher wird in dieser Zeit in der Regel nicht gedüngt. Sinnvoll ist jedoch eine bodenverbessernde Gabe von reifem Kompost im späten Herbst, die langsam über den Winter hinweg umgesetzt wird und im kommenden Frühjahr zur Verfügung steht. Klassische, schnell wirkende Dünger sollten Sie jedoch erst wieder zum Austriebsbeginn im Frühjahr einsetzen.
Muss ich Clematis im Topf anders düngen als im Beet? 🌱
Ja, Clematis im Topf sind stärker auf eine regelmäßige, aber sanfte Nährstoffzufuhr angewiesen, da das Substrat begrenzt ist und schneller auslaugt. Eine schwach konzentrierte Flüssigdüngergabe alle 2–3 Wochen während der Wachstumszeit ist meist ideal. Zusätzlich hilft es, das Substrat jährlich teilweise zu erneuern und bei Bedarf einen Langzeitdünger in Kübelqualität einzuarbeiten. 💧
Mit der richtigen Düngestrategie danken Ihnen Clematis ihre Pflege mit einer üppigen, lang anhaltenden Blüte und vitalem Wachstum. Entscheidend sind dabei ein passender Zeitpunkt, geeignete Dünger und eine maßvolle, aber regelmäßige Versorgung. Wenn Sie Überdüngung vermeiden, den Standort im Blick behalten und Ihre Pflanzen aufmerksam beobachten, entwickeln sich Clematis über viele Jahre zu zuverlässigen, beeindruckenden Kletterkünstlern in Ihrem Garten oder auf dem Balkon.
