Pelargonien gehören zu den beliebtesten Blütenpflanzen auf dem Balkon, doch sobald der erste Frost droht, stellen sich viele Hobbygärtner die Frage: Wohin mit den prachtvollen Pflanzen? Das Überwintern von Geranien ist überraschend einfach, spart im nächsten Frühjahr Geld und belohnt dich mit noch kräftigeren Blüten. Mit den richtigen Handgriffen bringst du deine grünen Schätze sicher durch die kalte Jahreszeit und erweckst sie im Frühling zu neuem Leben.
Wann deine Geranien ins Winterquartier müssen
Der richtige Zeitpunkt für den Umzug ins Winterquartier hängt stark vom regionalen Wetter ab. Leichtem kühlen Wetter halten die Pflanzen problemlos stand, doch bei dauerhaften Temperaturen unter dem Gefrierpunkt drohen irreparable Frostschäden. Höre also aufmerksam auf die Wettervorhersage im Spätherbst und reagiere rechtzeitig, bevor der Boden friert.
Ich mache das meistens so: Sobald die Nächte konstant unter 5 Grad fallen – meist Ende Oktober oder Anfang November –, hole ich meine Töpfe vom Balkon ab. Aus meiner Erfahrung belohnen dich die Pflanzen mit einem gesunden Austrieb im nächsten Jahr, wenn sie kurz vor dem ersten leichten Nachtfrost geschützt eingepackt werden.
Achte auf deutliche Signale deiner Pflanzen kurz vor dem Wintereinbruch. Wenn sich die Blätter verfärben und das Wachstum stagniert, bereitet sich die Pflanze bereits auf die natürliche Ruhephase vor. Hole deine Lieblinge spätestens dann herein, wenn der erste Raureif morgens auf den Blättern glitzert.
So schneidest du deine Geranien richtig zurück
Vor dem Einzug ins kühle Quartier benötigen die Pflanzen einen kräftigen Rückschnitt. Dieser Schritt verringert die Verdunstungsfläche, schützt vor Schädlingsbefall und sorgt dafür, dass die Pflanze ihre Kraft in den Haupttrieben bündelt. Verwende hierfür stets eine scharfe und saubere Gartenschere, um Quetschungen der Stängel zu vermeiden.
Halt dich beim Einkürzen einfach an diese Schritte:
- Entferne alle verblühten Blütenstände und Knospen vollständig.
- Schneide kranke, gelbe oder vertrocknete Blätter direkt am Ansatz ab.
- Kürze die Haupttriebe auf etwa 10 bis 15 Zentimeter Länge ein.
- Belasse pro Trieb mindestens zwei bis drei schlafende Augen (Knospenansätze).
Die folgende Übersicht zeigt dir auf einen Blick, welche Pflanzenteile wie behandelt werden müssen:
| Pflanzenteil | Maßnahme | Grund |
|---|---|---|
| Blüten & Knospen | Vollständig entfernen | Verhindert Schimmelbildung |
| Faule / Gelbe Blätter | Zupfen oder schneiden | Schutz vor Krankheiten |
| Gesunde Haupttriebe | Auf 10-15 cm einkürzen | Platzsparend & fördert Verzweigung |
Der optimale Ort: Frostfrei, kühl und hell

Das ideale Winterquartier zeichnet sich durch konstante, kühle Temperaturen aus. Die Pflanzen benötigen in dieser Phase eine Temperatur zwischen 5 °C und 10 °C, um ihre Ruhephase erfolgreich zu durchlaufen. Ist der Raum zu warm, treiben die Triebe zu früh aus und verkümmern mangels Sonnenlicht.
Folgende Orte eignen sich hervorragend für die Überwinterung:
- Unbeheizte, helle Treppenhäuser oder Flure
- Kühle Garagen mit Tageslichtfenster
- Frostfreie Gewächshäuser oder Wintergärten
- Kühle, gut belüftete Kellerräume (bei dunklem Keller Triebe stärker einkürzen)
Falls du nur einen dunklen Kellerraum zur Verfügung hast, passe deine Pflege an. In dunkler Umgebung stellt die Pflanze das Wachstum fast vollständig ein und verliert alle Blätter. Das ist kein Problem, solange die Umgebung absolut frostfrei bleibt und die Wurzeln nicht komplett austrocknen.
Die richtige Pflege während der Ruhephase im Winter
Während der Wintermonate schlafen deine Pelargonien und benötigen nur ein absolutes Minimum an Aufmerksamkeit. Der größte Fehler in dieser Zeit ist zu viel Feuchtigkeit, die schnell zu Wurzelfäule führt. Halte den Ballen leicht trocken und gieße nur spärlich, wenn die oberste Erdschicht komplett ausgetrocknet ist.
Dünger ist während der gesamten Ruhephase strengstens tabu. Erst ab Februar oder März, wenn die Tage spürbar länger werden, erwachen die Lebensgeister der Pflanzen wieder. Kontrolliere deine Schützlinge alle paar Wochen auf Schädlingsbefall wie Spinnmilben oder Schildläuse, um bei Bedarf schnell einzugreifen.
Ab Ende Februar bereitest du die Pflanzen langsam auf die neue Saison vor. Stelle sie etwas wärmer, gieße schrittweise mehr und topfe sie bei Bedarf in frische Substraterde um. So starten deine Dauerblüher perfekt vorbereitet und voller Energie in den Frühling.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Überwintern
Schauen wir uns nun die häufigsten Unsicherheiten an, damit beim Überwintern garantiert nichts schiefgeht! 🌸🌱❄️ Hier findest du schnelle Antworten auf typische Praxisfragen rund um die kalte Jahreszeit.
| Frage | Kurze Antwort | Tipp |
|---|---|---|
| Kann man Geranien dunkel überwintern? | Ja, das funktioniert problemlos. | Schneide sie fast vollständig zurück und gieße kaum. |
| Müssen Geranien aus der Erde genommen werden? | Nein, sie können im Topf bleiben. | Wurzelnackt in Zeitungspapier gewickelt geht es aber auch. |
| Wann dürfen sie wieder nach draußen? | Nach den Eisheiligen Mitte Mai. | Vorab an die echte Sonne gewöhnen! |
Solltest du feststellen, dass einzelne Triebe im Laufe des Winters weich oder schwarz werden, schneide diese sofort großzügig ab. So verhinderst du, dass sich Pilzerkrankungen auf die gesamte Wurzel ausbreiten. Mit etwas Geduld belohnt dich deine Pflanze bald wieder mit prächtigen Farben auf dem Balkon.
Das Überwintern von Pelargonien ist keine Zauberei, sondern mit dem passenden Wissen für jeden Hobbymann und jede Hobbygärtnerin leicht machbar. Wenn du die Grundregeln bezüglich Rückschnitt, Temperatur und spärlichem Gießen beachtest, bringen deine Pflanzen jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende Blütenpracht hervor. Probier es in diesem Spätherbst einfach aus und freue dich schon jetzt auf ein farbenfrohes Comeback im nächsten Frühjahr!
Quellen
- How to grow pelargoniums / RHS Growing Guide (rhs.org.uk)
- Growing geraniums as annual flowers in Minnesota / University of Minnesota Extension (extension.umn.edu)

