Calla, auch als Zantedeschia bekannt, begeistert mit eleganten Blüten und exotischem Flair – ist bei uns aber nur bedingt winterhart. Wer sich jedes Jahr wieder an kräftigen Pflanzen und vielen Blüten erfreuen möchte, sollte sich rechtzeitig um die richtige Überwinterung kümmern. Ob im Topf auf Balkon und Terrasse oder im Beet im Garten: Mit ein paar gezielten Maßnahmen bringen Sie Ihre Calla sicher durch die kalte Jahreszeit.
Calla und Winterhärte: Was Sie wissen müssen
Calla stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen Afrikas und ist deshalb in Mitteleuropa nur in sehr milden Gegenden oder mit besonderem Schutz winterhart. Die Rhizome reagieren empfindlich auf Frost, vor allem, wenn der Boden dauerhaft durchfriert und dazu noch sehr nass ist. In den meisten Gartenlagen gilt: Calla ist nur bedingt winterhart und sollte entweder ausgegraben oder besonders gründlich geschützt werden.
Wichtig ist, die Unterschiede zwischen den Arten und Sorten zu kennen. Einige Züchtungen werden als „bedingt winterhart bis etwa –5 °C“ beworben, andere sollten generell frostfrei überwintern. Verlassen Sie sich nicht allein auf Katalogangaben, sondern berücksichtigen Sie auch Ihr regionales Klima, die Bodenbeschaffenheit und die Lage im Garten. Ein geschützter Innenhof mit mildem Mikroklima kann ganz andere Bedingungen bieten als ein windoffener Garten auf dem Land.
Auch die Kulturform spielt eine Rolle: Im Topf ist die Erde deutlich schneller durchgefroren als im Beet, dafür lassen sich Kübelpflanzen unkompliziert in ein frostfreies Winterquartier umräumen. Im Beet profitieren die Rhizome von der isolierenden Wirkung des Bodens, sind aber stärker auf zusätzlichen Winterschutz angewiesen. Wer zum ersten Mal Calla überwintert, fährt sicherer, wenn er die Pflanzen eher etwas vorsichtiger behandelt und bei Zweifel frostfrei einlagert.
Der ideale Standort für Calla im Winterquartier
Ein geeignetes Winterquartier ist für die Topfkultur der wichtigste Schutz vor Frostschäden. Calla zieht im Herbst ein: Die Blätter werden gelb, welken und sterben ab. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Pflanzen an einen kühlen, aber frostfreien Platz zu bringen. Ideal ist ein Raum mit 5–10 °C, zum Beispiel ein ungeheizter Wintergarten, ein kühler Flur, Keller oder eine helle Garage ohne Dauerfrost.
Licht spielt in der eigentlichen Ruhephase eine untergeordnete Rolle. Da die Pflanze ihr Laub weitgehend verloren hat, ist ein heller, aber nicht sonniger Standort ausreichend. Wichtig ist vor allem, dass der Raum trocken und gut belüftet ist, damit sich keine Staunässe im Substrat bildet und die Rhizome nicht faulen. Direkte Heizungsnähe und starke Temperaturschwankungen sollten Sie vermeiden, da sie den natürlichen Ruhezyklus stören.
Auch die Luftfeuchtigkeit sollte moderat sein. Extrem trockene Heizungsluft kann zwar den Rhizomen weniger anhaben, begünstigt aber Schädlinge wie Spinnmilben an eventuell noch vorhandenen Blättern. In eher feuchten Kellerräumen wiederum steigt das Risiko von Schimmel. Stellen Sie die Töpfe deshalb am besten erhöht und auf eine nicht zu kalte, trockene Unterlage, zum Beispiel ein Holzbrett oder ein Regal.
Überblick: geeignete Winterquartiere für Calla
| Winterquartier | Geeignete Temperatur | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Heller Kellerraum | 5–10 °C | Trocken, gute Belüftung, frostfrei |
| Ungeheizter Wintergarten | 5–12 °C | Hell, vor Sonneneinstrahlung schützen |
| Helle Garage/Schuppen | 0–10 °C | Nur frostfrei nutzen, Temperatur prüfen |
| Kühler Hausflur | 8–15 °C | Eher für kurze Frostperioden geeignet |
Wichtige Kriterien für den Winterstandort (Stichpunkte)
- Frostfrei (über 0 °C), möglichst konstant kühl
- Trocken, aber nicht staubtrocken; keine Staunässe
- Gute Luftzirkulation, kein Schimmel, keine dauerfeuchte Luft
Calla im Topf überwintern: Pflege Schritt für Schritt
Damit Calla im Topf den Winter gut übersteht, beginnt die Winterpflege bereits im Spätsommer. Reduzieren Sie ab August/September langsam die Düngung und später auch das Gießen, um die Pflanze in die Ruhephase zu führen. Sobald die Blätter gelb werden und einziehen, können Sie verblühte Stiele bodennah abschneiden. Spätestens vor den ersten stärkeren Nachtfrösten wird der Topf in das vorbereitete Winterquartier gestellt.
Im Winterquartier wird Calla im Topf sehr sparsam gegossen. Das Substrat darf fast vollständig abtrocknen, sollte aber nicht über Monate knochentrocken bleiben, da die Rhizome sonst schrumpfen. Kontrollieren Sie etwa alle drei bis vier Wochen und geben Sie bei Bedarf eine kleine Menge Wasser, gerade so viel, dass die Erde minimal feucht bleibt. Auf Dünger wird in dieser Zeit vollständig verzichtet.
Gegen Ende des Winters – meist ab Februar/März – können Sie die Töpfe langsam wieder heller und etwas wärmer stellen, um die Pflanzen aus der Ruhephase zu holen. Erscheinen die ersten Triebe, steigern Sie das Gießverhalten moderat und beginnen ab etwa 5–10 cm Trieblänge mit einer leichten Düngung. Bevor die Calla nach draußen darf, sollten Sie sie über ein bis zwei Wochen an die frische Luft und intensivere Sonneneinstrahlung gewöhnen (abhärten).
Schritt-für-Schritt-Checkliste für Calla im Topf
- Spätsommer/Herbst: Düngung einstellen, Gießen reduzieren
- Bei einziehendem Laub: Verblühtes und eingetrocknetes Laub abschneiden
- Vor Frost: Topf in ein frostfreies Winterquartier bringen
- Winter: Sehr sparsam gießen, nicht düngen, auf Fäulnis prüfen
- Spätwinter/Frühjahr: Langsam heller und wärmer stellen, Gießen steigern
- Nach den Eisheiligen: Calla wieder dauerhaft ins Freie stellen
Calla im Beet: Ausgraben, Lagern und Wiedereinsetzen
Im Freilandbeet ist Calla deutlich stärker der Witterung ausgesetzt. In milden Weinbauregionen und sehr geschützten Gärten kann ein intensiver Winterschutz mit dicker Laub- oder Mulchschicht genügen, um die Rhizome im Boden zu belassen. In den meisten Gegenden ist es jedoch sicherer, die Rhizome im Herbst auszugraben und im Haus zu lagern. Warten Sie mit dem Ausgraben, bis das Laub weitgehend vergilbt ist – dann hat die Pflanze ihre Reservestoffe eingelagert.
Zum Ausgraben nutzen Sie am besten eine Grabegabel, um die Rhizome nicht zu verletzen. Stechen Sie einige Zentimeter vom Horst entfernt ein und heben Sie die Pflanze samt Erde vorsichtig an. Anschließend schütteln oder spülen Sie die Erde grob ab und lassen die Rhizome an einem luftigen, schattigen Ort ein paar Tage antrocknen. Vertrocknete Blätter und Wurzelreste können Sie dann mit einem sauberen Messer oder der Hand entfernen.
Die trockenen Rhizome lagern Sie während des Winters kühl, trocken und dunkel, zum Beispiel in Kisten mit leicht feuchtem Sand, Torfersatz oder Sägemehl. Die Temperatur sollte idealerweise zwischen 5 und 10 °C liegen. Kontrollieren Sie das Lagergut regelmäßig: Schrumpelnde Rhizome weisen auf zu trockene Lagerung hin, faulige Stellen deuten auf zu viel Feuchte oder mangelnde Belüftung. Im Frühjahr – je nach Region ab April/Mai – können Sie die Rhizome wieder ins Beet setzen, wenn der Boden sich erwärmt hat und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.
Beet-Calla: Ablauf von Herbst bis Frühjahr (Stichpunkte)
- Herbst: Laub vergilben lassen, dann Rhizome vorsichtig ausgraben
- Erde entfernen, Rhizome einige Tage luftig antrocknen lassen
- Kühl, trocken und dunkel in Kisten mit Sand/Sägemehl lagern
- Winter über: Regelmäßig auf Fäulnis oder Austrocknung prüfen
- Frühjahr: Bei frostfreiem Boden wieder ins Beet setzen, gut angießen
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Überwinterung
Bevor wir in die wichtigsten Fragen einsteigen, hier ein kurzer Überblick über typische Probleme und passende Lösungen – kompakt auf einen Blick, damit Ihre Calla gesund durch den Winter kommt. 🌱❄️
Typische Winterprobleme und wie Sie reagieren können
| Problem | Mögliche Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Rhizome schrumpfen stark | Zu trocken gelagert | Etwas höhere Luftfeuchte, minimal anfeuchten |
| Rhizome faulen oder schimmeln | Zu feucht, schlechte Belüftung | Trockener lagern, befallene Teile entfernen |
| Keine Blüte im Folgejahr | Zu warm überwintert, zu wenig Ruhe | Kühler überwintern, auf Ruhephase achten |
| Blätter im Winter treiben stark | Winterquartier zu warm/zu hell | Kühleren, dunkleren Standort wählen |
| Pflanze im Topf erfriert | Frost im Winterquartier/außen vergessen | Nur frostfrei stellen, Isolierung nutzen |
FAQs zur Calla-Überwinterung
1. Kann Calla im Beet wirklich draußen bleiben?
Nur in sehr milden Regionen und mit starkem Winterschutz (dicke Mulchschicht, geschützter Standort). Sicherer ist es, die Rhizome auszugraben und frostfrei zu lagern.
2. Wie tief sollte ich Calla-Rhizome im Frühjahr einpflanzen?
Etwa 5–10 cm tief, je nach Größe des Rhizoms. Wichtig ist, dass sie vollständig mit Erde bedeckt sind, aber nicht zu tief liegen, damit sie im Frühjahr rasch durchtreiben können.
3. Muss ich Calla im Topf im Winter gießen?
Ja, aber nur sehr wenig. Das Substrat darf fast austrocknen, sollte aber nicht über viele Monate knochentrocken sein. Ein leichter Gießimpuls alle paar Wochen genügt.
4. Meine Calla treibt im Winter bereits aus – was tun?
Stellen Sie die Pflanze kühler und etwas dunkler, um das Wachstum zu bremsen. Treibt sie dennoch, lassen Sie sie wachsen und sorgen im Frühjahr für einen möglichst sanften Übergang nach draußen.
5. Warum blüht meine Calla nach der Überwinterung nicht mehr?
Häufige Gründe sind eine zu warme Überwinterung ohne Ruhephase, Nährstoffmangel oder ein zu schattiger Standort im Sommer. Achten Sie auf eine kühle Winterruhe, ausgewogene Düngung und ausreichend Licht während der Wachstumszeit.
Mit der richtigen Strategie ist das Überwintern von Calla weder kompliziert noch riskant. Entscheidend sind ein passender, frostfreier Standort, angepasstes Gießverhalten und – je nach Kultur im Topf oder Beet – eine sorgfältige Lagerung der Rhizome. Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam, passen Sie die Pflege an Ihre Standortbedingungen an, und Sie werden jedes Jahr aufs Neue mit vitalen, üppig blühenden Calla-Pflanzen belohnt.
