Der Gerandete Drachenbaum (Dracaena marginata) gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt – und das völlig zu Recht. Mit seinen schlanken, aufrechten Stämmen und den schmalen, farbig gerandeten Blättern bringt er ein Hauch Exotik in Wohn- und Arbeitsräume, ohne dabei besonders empfindlich zu sein. Gerade Einsteiger in die Zimmerpflanzenwelt schätzen ihn, weil er Pflegefehler eher verzeiht und auch mit schwierigeren Wohnsituationen recht gut zurechtkommt.
Trotz seiner Robustheit lohnt es sich, den Drachenbaum etwas genauer kennenzulernen. Wer seine Bedürfnisse in Bezug auf Standort, Wasser, Nährstoffe und Substrat kennt, wird mit einem dauerhaft gesunden und dekorativen Grünbewohner belohnt. Außerdem lässt sich Dracaena marginata recht einfach vermehren, sodass aus einer Pflanze mit der Zeit ein ganzer kleiner „Drachenwald“ werden kann.
In diesem Artikel erfährst du, was den Gerandeten Drachenbaum auszeichnet, wie du ihn optimal pflegst und worauf es bei der Vermehrung über Stecklinge ankommt. Zudem gehen wir auf typische Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge ein und beantworten häufige Fragen, die im Alltag mit dieser Pflanze auftauchen. So bist du bestens gerüstet, um deinem Drachenbaum ein langes, vitales Leben zu ermöglichen.
Gerandeter Drachenbaum: Porträt der beliebten Zimmerpflanze
Dracaena marginata stammt ursprünglich aus Madagaskar und anderen Regionen des tropischen Afrikas. In ihrer Heimat kann die Pflanze mehrere Meter hoch werden und entwickelt baumartige Stämme mit einer Schirmkrone aus Blättern. Als Zimmerpflanze bleibt sie in der Regel deutlich kleiner, erreicht aber bei guter Pflege auch in Innenräumen 1,50 bis 2 Meter und mehr. Charakteristisch sind die schmalen, meist dunkel- bis olivgrünen Blätter mit rötlich-braunen oder purpurfarbenen Rändern.
Botanisch gesehen gehört der Drachenbaum nicht zu den echten Bäumen, sondern zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae). Die Stämme sind in jungen Jahren relativ dünn und verholzen mit zunehmendem Alter. Häufig wird Dracaena marginata als Mehrtriebpflanze angeboten, bei der mehrere unterschiedlich hohe Stämmchen in einem Topf sitzen – das sorgt sofort für ein dekoratives, „fertiges“ Gesamtbild. Im Laufe der Zeit können sich weitere Seitentriebe bilden, die die Pflanze buschiger wirken lassen.
Ein großer Pluspunkt dieser Art ist ihr langsames Wachstum: Sie schießt nicht unkontrolliert in die Höhe, sondern legt gemächlich zu, was sie ideal für Wohnungen mit begrenztem Platz macht. Zudem ist der Gerandete Drachenbaum bekannt dafür, die Raumluft zu verbessern, indem er bestimmte Schadstoffe aus der Luft filtert. Zwar sollten diese Effekte nicht überbewertet werden, doch im Zusammenspiel mit anderen Zimmerpflanzen leistet er seinen Beitrag zu einem angenehmen Raumklima.
Optisch gibt es verschiedene Zuchtformen von Dracaena marginata. Neben der klassischen grün-roten Variante sind Sorten mit breiterem Blatt, stärkerer Rotfärbung oder zusätzlicher Weiß- bzw. Gelbstreifung erhältlich. Trotz dieser Unterschiede sind die Grundansprüche an Pflege, Standort, Wasser und Nährstoffe sehr ähnlich, sodass du die folgenden Hinweise auf alle gängigen Sorten anwenden kannst.
Der ideale Standort: Licht, Temperatur und Luftfeuchte
Der Standort hat großen Einfluss darauf, wie kompakt, farbintensiv und gesund dein Gerandeter Drachenbaum wächst. Ursprünglich wächst Dracaena marginata im lichten Schatten höherer Gehölze, also nicht in knalliger, direkter Sonne. Im Wohnraum bedeutet das: hell bis halbschattig, aber möglichst ohne starke Mittagssonne direkt durch das Fenster. Ein Platz nahe einem Ost- oder Westfenster ist meist ideal; an einem Südfenster sollte zumindest ein leichter Vorhang das Licht etwas filtern.
Damit du die Licht- und Standortansprüche besser einschätzen kannst, hilft ein kompakter Überblick:
| Standortfaktor | Empfehlung für Dracaena marginata |
|---|---|
| Licht | Hell bis halbschattig, keine pralle Mittagssonne |
| Temperatur Tag | Ideal 20–25 °C, nicht dauerhaft unter 18 °C |
| Temperatur Nacht | Kurzzeitig 16–18 °C toleriert |
| Luftfeuchtigkeit | Normal (40–60 %), leicht erhöht ist vorteilhaft |
| Zugluft | Möglichst vermeiden, keine kalte Zugluft im Winter |
| Abstand zur Heizung | Leicht entfernt, nicht direkt über Heizkörper hängen |
Bei zu wenig Licht werden die Triebe lang und dünn, die Blätter kleiner und blasser – die Pflanze „vergeilt“. In diesem Fall solltest du sie näher ans Fenster rücken oder bei sehr dunklen Räumen eine Pflanzenlampe ergänzen. Gleichzeitig verträgt Dracaena marginata zwar Morgen- und Abendsonne, doch intensive Mittagssonne kann zu Blattverbrennungen führen: helle, trockene Flecken auf der Blattoberseite sind ein typisches Symptom.
Die Temperaturansprüche des Drachenbaums sind für Wohnräume wie gemacht. Zimmertemperatur zwischen 20 und 25 °C ist optimal, kurzfristige Abweichungen nach unten sind meist kein Problem, solange die Pflanze nicht dauerhaft unter 16–18 °C steht. Kritisch wird es, wenn kalte Zugluft (z. B. am häufig geöffneten Winterfenster oder Haustürbereich) direkt auf die Pflanze trifft. Dies kann zu Blattfall oder braunen Spitzen führen.
Die Luftfeuchtigkeit darf im normalen Wohnbereich liegen; Dracaena marginata kommt im Gegensatz zu einigen tropischen Sensibelchen auch mit trockenerer Heizungsluft ganz gut zurecht. Dennoch honoriert die Pflanze eine leicht erhöhte Luftfeuchte, besonders im Winter. Ein gelegentliches Besprühen der Blätter (nur mit kalkarmem Wasser) oder eine mit Wasser gefüllte Schale auf der Heizung kann helfen, die Bedingungen etwas zu verbessern.
Richtig gießen: Staunässe vermeiden, Trockenheit dosieren
Beim Gießen zählt beim Drachenbaum vor allem eines: das richtige Maß. Dracaena marginata verträgt Trockenheit deutlich besser als Staunässe. Die Wurzeln sind sehr empfindlich gegenüber dauerhaft nassem Substrat; Fäulnis stellt sich dann schnell ein. Das bedeutet: erst gießen, wenn die obersten Zentimeter der Erde deutlich abgetrocknet sind. Du kannst den Finger-Test machen oder einen Feuchtigkeitsmesser verwenden, wenn du unsicher bist.
Um dir eine praktische Orientierung zu geben, lässt sich das Gießverhalten in etwa so planen:
-
Frühling/Sommer (Wachstumszeit):
- Mäßig gießen, wenn die obere Erdschicht trocken ist
- Überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer nach 10–15 Minuten entfernen
- In warmen Perioden ggf. 1–2 Mal pro Woche, abhängig von Topfgröße und Standort
-
Herbst/Winter (Ruhephase):
- Deutlich sparsamer gießen
- Erdoberfläche darf zwischen den Gießgängen auch tiefer austrocknen
- Oft reicht alle 10–14 Tage ein moderates Gießen
Fehler beim Gießen zeigen sich beim Drachenbaum relativ deutlich. Bei zu viel Wasser vergilben zuerst die unteren Blätter, werden weich und fallen ab, der Stamm kann im unteren Bereich weich werden und im schlimmsten Fall kippt die Pflanze um. Bei zu wenig Wasser kommt es eher zu braunen Spitzen und Rändern, hängenden Blättern und einem insgesamt „schlaffen“ Eindruck. Nach dem Gießen erholen sich leicht trockengestresste Pflanzen jedoch meist wieder.
Verwende möglichst zimmerwarmes, im Idealfall kalkarmes Wasser (z. B. gefiltert oder abgestandenes Leitungswasser). Sehr hartes Wasser kann langfristig zu Ablagerungen im Substrat und auf den Blättern führen. Wenn dein Leitungswasser sehr kalkreich ist, lohnt sich das Sammeln von Regenwasser – das freut den Drachenbaum und andere Zimmerpflanzen gleichermaßen. Gieße immer direkt auf die Erde, nicht in die Blattachseln, um Fäulnis an Stamm und Blättern zu vermeiden.
Nährstoffversorgung: Düngerwahl und Düngeintervall
Dracaena marginata gehört nicht zu den Starkzehrern, braucht aber in der Wachstumszeit eine regelmäßige, moderate Nährstoffversorgung, um gesund zu bleiben und schöne, kräftig gefärbte Blätter zu entwickeln. In handelsüblicher Blumenerde sind zu Beginn meist genügend Nährstoffe enthalten; nach einigen Monaten sind diese jedoch weitgehend verbraucht. Spätestens dann sollte mit einer leichten Düngung begonnen werden.
Für den Gerandeten Drachenbaum eignet sich ein flüssiger Grünpflanzen- oder Zimmerpflanzendünger, der über das Gießwasser verabreicht wird. Entscheidend ist weniger die Marke als eine richtige Dosierung: Lieber etwas schwächer dosieren als zu konzentriert. Alternativ kannst du auch Langzeitdünger in Form von Stäbchen oder Granulat verwenden, die über mehrere Wochen oder Monate kontinuierlich Nährstoffe abgeben.
Ein übersichtlicher Düngeplan kann dir helfen, die Versorgung im Blick zu behalten:
| Zeitraum | Düngeintervall | Düngerart | Hinweis |
|---|---|---|---|
| März–September | Alle 2–4 Wochen leicht düngen | Flüssigdünger für Grünpfl. | In Gießwasser einmischen, schwach dosiert |
| Oktober–Februar | Meist nicht düngen | – | Nur bei sehr hellem, warmem Standort evtl. alle 6–8 Wochen minimal |
| Frisch umgetopft | Erste 6–8 Wochen nicht oder kaum düngen | – | Erde enthält noch ausreichend Nährstoffe |
| Starkwüchsige Exemplare | Eher kürzeres Intervall (2 Wochen) | Flüssig- oder Langzeitdünger | Wachstum beobachten und Dosierung anpassen |
Zu viel Dünger schadet dem Drachenbaum schneller, als man denkt: Wurzeln können „verbrennen“, Blattränder werden braun und die Pflanze wirkt insgesamt gestresst. Sind bereits Salzkrusten am Topfrand oder auf der Erdoberfläche sichtbar, lohnt es sich, das Substrat durch reichliches Durchspülen („Auswaschen“) oder ein Umtopfen teilweise zu erneuern.
Während der dunklen Wintermonate solltest du die Düngung deutlich reduzieren oder ganz einstellen, da die Pflanze aufgrund des geringeren Lichtangebots weniger aktiv wächst. Ausnahmen sind sehr hell stehende Exemplare, etwa in einem Wintergarten mit Zusatzbeleuchtung. Auch frisch umgetopfte Dracaenen brauchen für einige Wochen meist keinen zusätzlichen Dünger, da die neue Erde bereits ausreichend versorgt ist.
Umtopfen und Substrat: Erde, Drainage und Wurzelschutz
Da Dracaena marginata eher langsam wächst, muss sie nicht jedes Jahr umgetopft werden. In der Regel reicht ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre oder dann, wenn die Wurzeln den Topf stark durchwachsen haben und unten aus den Abzugslöchern herauswachsen. Ein weiterer Hinweis: Das Gießwasser läuft extrem schnell durch und die Erde wirkt stark verdichtet oder bröselig – dann ist es Zeit für frisches Substrat.
Beim Substrat ist vor allem eine gute Durchlässigkeit entscheidend. Eine hochwertige, torfreduzierte Blumenerde oder spezielle Grünpflanzenerde ist ein guter Ausgangspunkt. Sie kann zusätzlich mit mineralischen Bestandteilen wie Blähton, Perlite oder grobem Sand aufgelockert werden, um Staunässe zu verhindern. Auch Kokosfaser (Kokohum) eignet sich als Zuschlagstoff, da sie Struktur gibt und gleichzeitig luftdurchlässig bleibt.
Zur Orientierung hilft eine kleine Übersicht über geeignete Substrat-Mischungen:
| Komponente | Anteil (Richtwert) | Funktion |
|---|---|---|
| Blumenerde / Grünpflanzenerde | ca. 60–70 % | Nährstoffspeicher, Grundstruktur |
| Blähton / Perlite | ca. 20–30 % | Drainage, Belüftung der Wurzeln |
| Grober Sand / Bims | ca. 10–20 % | Erhöht Durchlässigkeit, verhindert Staunässe |
| Optional: Kokosfaser | Bis 20 % (ersetzt Erdeanteil) | Leicht, strukturstabil, speichert Feuchtigkeit |
Eine funktionierende Drainage im Topf ist Pflicht: Lege eine Schicht Blähton oder Kies über das Abzugsloch im Topfboden, bevor du Erde einfüllst. So kann überschüssiges Wasser gut ablaufen. Achte zudem darauf, dass der Übertopf kein Wasser dauerhaft staut – auch der schönste Drachenbaum verzeiht auf Dauer keine „nassen Füße“.
Beim Umtopfen gehst du behutsam vor: Die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf lösen, stark verfilzte Wurzelballen leicht auflockern und abgestorbene, matschige Wurzeln entfernen. Dann in einen nur etwas größeren Topf setzen (ein bis maximal zwei Nummern größer) und die Hohlräume mit frischer Erde auffüllen. Zum Schluss leicht andrücken und moderat angießen, um die Erde zu setzen. In den folgenden Wochen nur behutsam wässern, bis sich die Wurzeln etabliert haben.
Schnittmaßnahmen: Einkürzen, Formgebung und Verjüngung
Mit der Zeit kann ein Gerandeter Drachenbaum ziemlich hoch und „obenlastig“ werden. Um die Pflanze in Form zu halten oder zu verjüngen, sind Schnittmaßnahmen nicht nur erlaubt, sondern gelegentlich sogar empfehlenswert. Dracaena marginata ist schnittverträglich: Aus dem gekürzten Stamm treiben meist ein bis mehrere neue Köpfe aus, was zu einem buschigeren Erscheinungsbild führt.
Der beste Zeitpunkt für stärkere Rückschnitte ist das Frühjahr bis Frühsommer. In dieser Phase wächst die Pflanze aktiv und regeneriert sich schnell. Du kannst den Stamm in der gewünschten Höhe mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Gartenschere abschneiden. Achte auf einen glatten Schnitt, damit sich die Wunde sauber schließen kann. Die abgeschnittenen Triebspitzen eignen sich hervorragend als Stecklinge für die Vermehrung.
Möchtest du vor allem die Form verbessern, kannst du einzelne zu lange oder unansehnliche Triebe entfernen oder einkürzen. Je nach gewünschter Form lässt sich der Drachenbaum mehrstämmig, buschig oder auch relativ schlank erziehen. Bedenke dabei, dass jeder Schnitt zu neuen Austrieben in der Nähe der Schnittstelle führt – diese Eigenschaft kannst du gezielt nutzen, um eine dichtere Krone zu erreichen.
Braune oder vertrocknete Blattspitzen dürfen aus optischen Gründen mit einer scharfen Schere entfernt werden. Schneide dabei der natürlichen Blattform folgend leicht schräg, damit der Schnitt weniger auffällt. Einzelne, komplett abgestorbene oder stark geschädigte Blätter kannst du direkt am Stamm abziehen oder knapp darüber abschneiden. Regelmäßige, kleinere Korrekturen sind meist schonender als seltene, sehr starke Eingriffe.
Vermehrung durch Stecklinge: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Vermehrung des Gerandeten Drachenbaums über Stecklinge ist relativ einfach und eine gute Möglichkeit, neue Pflanzen zu gewinnen oder eine in die Jahre gekommene Pflanze zu verjüngen. Am häufigsten werden Kopfstecklinge verwendet, also die oberen, belaubten Triebspitzen, die beim Rückschnitt anfallen. Aber auch Stammstecklinge (Teilstücke des Stamms) können bewurzelt werden.
Für Kopfstecklinge schneidest du im Frühjahr oder Sommer einen gesunden Trieb mit mehreren Blättern ab. Die Schnittfläche sollte glatt und sauber sein. Entferne gegebenenfalls die unteren Blätter, damit später kein Laub im Wasser oder Substrat steckt. Danach hast du zwei gängige Möglichkeiten: Bewurzelung im Wasserglas oder direkt in Erde. Beide funktionieren, wobei das Wasserglas den Vorteil hat, dass du die Wurzelbildung beobachten kannst.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
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Steckling schneiden:
- 10–20 cm lange Kopfstecklinge von gesunden Trieben gewinnen.
- Untere Blätter entfernen, damit ein nackter Stängelteil frei bleibt.
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Bewurzelung vorbereiten:
- Variante Wasser: Steckling in ein Glas mit zimmerwarmem, möglichst kalkarmem Wasser stellen, Blattknoten im Wasser.
- Variante Erde: Steckling in leicht feuchtes, luftiges Substrat (z. B. Anzuchterde mit Perlite) stecken.
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Standort & Pflege:
- Hell, aber nicht in praller Sonne; Temperatur 20–25 °C.
- Hohe Luftfeuchte fördert die Bewurzelung (z. B. durch Folienhaube oder Minigewächshaus, regelmäßig lüften).
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Nach der Bewurzelung:
- Im Wasser: Steckling einpflanzen, sobald sich genügend Wurzeln (mehrere cm) gebildet haben.
- In Erde: Leichten Widerstand beim Ziehen = Wurzeln vorhanden; dann vorsichtig weiterkultivieren und moderat gießen.
Stammstecklinge werden gewonnen, indem du ein Stück des entlaubten Stamms in mehrere etwa 5–10 cm lange Segmente schneidest. Diese Stücke können liegend oder stehend in Anzuchterde gelegt werden. Wichtig ist, die ursprüngliche Wuchsrichtung möglichst beizubehalten (Ober- und Unterseite nicht verwechseln). Unter warmen, leicht feuchten Bedingungen treiben aus den Stammstücken neue Pflänzchen aus – eine spannende Möglichkeit, gleich mehrere neue Drachenbäume zu erhalten.
Häufige Pflegefehler erkennen und dauerhaft vermeiden
Obwohl der Gerandete Drachenbaum robust ist, tauchen bestimmte Probleme bei vielen Haltern immer wieder auf. Oft lassen sich diese auf einige wenige, typische Pflegefehler zurückführen. Wer die Signale der Pflanze deuten kann und rechtzeitig gegensteuert, verhindert langfristige Schäden und erhält einen vitalen Wuchs. Besonders wichtig ist es, die Balance bei Wasser, Licht und Temperatur zu wahren.
Zu den häufigsten Fehlern gehört eindeutig das Überwässern. Steht der Topf dauerhaft im Wasser oder wird zu oft gegossen, beginnen die Wurzeln zu faulen. Symptome sind gelbe Blätter, ein muffiger Geruch aus der Erde und ein weicher Stammfuß. In solchen Fällen hilft meist nur ein rasches Umtopfen in frisches, trockenes Substrat mit guter Drainage und ein konsequent angepasstes Gießverhalten.
Ein weiterer Klassiker ist ein zu dunkler Standort. Dann wachsen die Triebe lang und dünn, Blätter werden kleiner, und die typische Färbung verblasst. Die Lösung ist meistens simpel: einen helleren Platz wählen oder für zusätzliche Beleuchtung sorgen. Gleichzeitig führt direkte Mittagssonne zu Blattverbrennungen – braune, trockene Flecken auf der Blattoberseite –, sodass hier ein gewisser Mittelweg zwischen hell und geschützt gefunden werden muss.
Auch falsche Temperatureinflüsse spielen eine Rolle. Kalte Zugluft oder längere Zeit deutlich unter 16 °C können Blattfall und braune Spitzen verursachen. Ebenso ungünstig ist sehr trockene, heiße Luft unmittelbar über Heizkörpern. Hier hilft ein Standortwechsel oder das Anheben der Luftfeuchtigkeit durch Wasserschalen, Verdunster oder mehrere Pflanzen in Gruppen. Langfristig lohnt sich, die Standortwahl einmal bewusst zu überdenken, statt immer nur Symptome zu behandeln.
Krankheiten und Schädlinge am Drachenbaum behandeln
Der Gerandete Drachenbaum ist relativ widerstandsfähig gegen klassische Pflanzenkrankheiten. Krankheiten treten meist nur dann stärker in Erscheinung, wenn die Pflanze bereits durch Pflegefehler geschwächt ist. Besonders Staunässe fördert Wurzel- und Stammmfäule, die sich durch Weichwerden des Gewebes, nachlassende Standfestigkeit und gelbe, abfallende Blätter bemerkbar macht. In fortgeschrittenem Stadium ist eine Rettung oft schwierig.
Unter den Schädlingen sind vor allem Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse (Schmierläuse) relevant. Spinnmilben treten gern bei trockener Heizungsluft auf und bilden feine Spinnfäden zwischen den Blättern, während das Laub punktiert und blass wirkt. Schild- und Wollläuse zeigen sich als braune, schildartige oder watteähnliche Beläge an Blattunterseiten, Blattachseln und Stämmen. Sie saugen Pflanzensaft und schwächen die Pflanze zunehmend.
Bei leichtem Befall kannst du viel mit mechanischen Maßnahmen erreichen: Schädlinge vorsichtig mit einem in Seifenlösung oder Alkohol (z. B. Spiritus stark verdünnt) getränkten Tuch abwischen, betroffene Pflanzenteile gründlich abduschen und die Pflegebedingungen optimieren (v. a. Luftfeuchte, Zugluft vermeiden, nicht überdüngen). Wiederhole diese Behandlung im Abstand von einigen Tagen, um neu schlüpfende Tiere zu erwischen.
Bei starkem oder wiederkehrendem Befall kann der Einsatz von geeigneten, im Handel erhältlichen Pflanzenschutzmitteln auf Basis von z. B. Rapsöl oder Kaliseife sinnvoll sein. Achte genau auf die Gebrauchsanweisung und verwende die Mittel vorzugsweise im Freien oder bei guter Lüftung. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung sind entscheidend, damit sich Schädlinge nicht auf andere Zimmerpflanzen ausbreiten.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Drachenbaum
Zum Abschluss einige typische Fragen, die rund um den Gerandeten Drachenbaum immer wieder auftauchen – samt kurzer, praxisnaher Antworten. Vielleicht erkennst du dein eigenes Problem oder eine Unsicherheit darin wieder. Wenn nicht, helfen dir die Hinweise dennoch, typische Stolpersteine von vornherein zu vermeiden. 🌱
Frage 1: Warum bekommt mein Drachenbaum braune Blattspitzen?
Häufige Ursachen sind zu trockene Luft, unregelmäßiges oder sehr hartes Gießwasser und Salzansammlungen im Substrat (z. B. durch Überdüngung). Erhöhe leicht die Luftfeuchtigkeit, gieße mit kalkärmerem Wasser und dünge eher moderat. Bereits braune Spitzen kannst du vorsichtig der Blattform folgend abschneiden. ✂️
Frage 2: Ist Dracaena marginata giftig für Haustiere?
Ja, wie viele Dracaena-Arten gilt auch D. marginata für Katzen und Hunde als leicht giftig; größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Stelle die Pflanze daher außer Reichweite knabberfreudiger Vierbeiner oder weiche auf für Tiere unbedenkliche Alternativen aus. 🐾
Frage 3: Wie oft muss ich meinen Drachenbaum umtopfen?
Im Schnitt alle zwei bis drei Jahre, oder wenn die Wurzeln den Topf stark füllen und unten herauswachsen. Ein Umtopfen im Frühjahr ist ideal, da sich die Pflanze dann am schnellsten erholt. Wähle einen Topf nur eine Nummer größer und achte auf lockeres, gut drainiertes Substrat. 🪴
Frage 4: Kann ich meinen Drachenbaum im Sommer nach draußen stellen?
Ja, das ist möglich – aber nur an einen geschützten, halbschattigen Platz ohne pralle Mittagssonne und ohne kalte Nächte. Gewöhne die Pflanze langsam an das hellere Licht und hole sie rechtzeitig vor den ersten kühlen Herbstnächten wieder ins Haus. So profitierst du von kompakterem Wuchs und kräftigeren Farben. 🌤️
Der Gerandete Drachenbaum ist eine unkomplizierte, langlebige Zimmerpflanze, die mit vergleichsweise wenig Aufwand viel grüne Präsenz in dein Zuhause bringt. Wenn du seinen Wunsch nach hellem, aber nicht zu sonnigem Standort, mäßigem Gießen ohne Staunässe und gelegentlicher Nährstoffgabe respektierst, wird er dir über Jahre treu bleiben. Mit etwas Mut zum Rückschnitt und der einfachen Stecklingsvermehrung kannst du zudem deine eigene kleine Drachenbaumfamilie heranziehen. Beobachte deine Pflanze aufmerksam – sie zeigt dir mit ihrem Wuchs und ihren Blättern, was ihr guttut – und passe deine Pflege Schritt für Schritt an. So wird Dracaena marginata zu einem verlässlichen, grünen Mitbewohner, der Wohn- und Arbeitsräume gleichermaßen belebt.
