Ein Steingarten ist weit mehr als ein paar dekorative Felsen mit etwas Grün dazwischen: Er ist ein kleines, bewusst gestaltetes Landschaftsbild, das den Charme karger Bergregionen, alpiner Matten oder mediterraner Hänge in den eigenen Garten holt. Gleichzeitig ist er ein echtes Paradies für Spezialisten unter den Pflanzen – Arten, die trockene, magere und sonnige Standorte lieben und dort erst so richtig aufblühen. Wer einmal erlebt hat, wie sich im Frühjahr die ersten Polsterstauden zwischen Steinen hervorwagen, versteht schnell, warum Steingärten eine ganz eigene Faszination ausüben.
Ein gut geplanter Steingarten kann zudem erstaunlich pflegeleicht sein. Viele der typischen Steingartenpflanzen sind genügsam, kommen mit wenig Wasser aus und brauchen kaum Dünger. Das macht sie ideal für Menschen, die ihren Garten genießen, aber nicht jedes Wochenende mit Gießkanne und Schere unterwegs sein möchten. Besonders in Zeiten des Klimawandels mit heißeren, trockeneren Sommern wird der Steingarten zu einer zukunftsfähigen Gestaltungsform.
Beim Anlegen eines Steingartens geht es aber nicht nur um Funktionalität, sondern auch um Ästhetik. Kontraste aus groben Steinen und feinen Blättern, aus hellen Kiesflächen und kräftig gefärbten Blüten sorgen für Spannung. Gleichzeitig bringen immergrüne Pflanzen Ruhe und Struktur in das Gesamtbild. Mit der richtigen Auswahl lässt sich so das ganze Jahr über etwas entdecken – seien es Blüten, Blattstrukturen oder interessante Samenstände.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Grundlagen wie Standort und Boden, stellen verschiedene Pflanzgruppen vor und geben Gestaltungstipps. Im Mittelpunkt stehen unsere Top 10 Steingartenpflanzen, die sich in der Praxis bewährt haben: robust, attraktiv und vergleichsweise pflegeleicht. So finden Sie schnell passende Arten, mit denen Ihr Steingarten nicht nur überlebt, sondern wirklich lebendig wirkt.
Einleitung: Was macht einen Steingarten besonders?
Ein Steingarten ahmt natürliche Felslandschaften nach und verbindet Steine, Kies und Pflanzen zu einem harmonischen Gesamtbild. Charakteristisch ist, dass der Boden eher mager, gut durchlässig und oft sonnenexponiert ist – Bedingungen, die viele klassische Gartenpflanzen an ihre Grenzen bringen, Spezialisten aber ideale Startvoraussetzungen bieten. Dadurch entsteht ein ganz eigenes Pflanzenspektrum, das man im „normalen“ Staudenbeet kaum findet.
Der besondere Reiz eines Steingartens liegt auch in der räumlichen Gestaltung: Höhendifferenzen, Trockenmauern, steinige Hänge oder terrassierte Flächen ermöglichen spannende Blickachsen. Zwischen größeren Felsblöcken und Steinen entstehen kleine Nischen und Spalten, die jeweils ihr eigenes Mikroklima haben. Genau dort fühlen sich viele Steingartenpflanzen wohl, denn sie nutzen diese geschützten Bereiche wie in ihrem natürlichen Lebensraum im Gebirge.
Zugleich bietet der Steingarten eine wunderbare Bühne für Pflanzen mit interessanten Details, die im großen Beet schnell untergehen würden. Winzige Blüten, feine Blattstrukturen oder filigrane Wuchsformen kommen im Zusammenspiel mit Steinen erst richtig zur Geltung. Wer gerne beobachtet und auch mal in die Hocke geht, um etwas aus der Nähe zu betrachten, wird an einem Steingarten besondere Freude haben.
Nicht zuletzt kann ein Steingarten auch ein Beitrag zur Förderung der Biodiversität sein. Viele insektenfreundliche Stauden, Kräuter und Polsterpflanzen fühlen sich hier ausgesprochen wohl. Sie liefern Nektar und Pollen für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge – und das oft schon früh im Jahr, wenn im übrigen Garten noch wenig blüht. So wird der Steingarten nicht nur optisch, sondern auch ökologisch zu einem besonderen Element im Garten.
Standortwahl und Boden: Grundlagen für Erfolg
Damit ein Steingarten seine Stärken ausspielen kann, ist die Wahl des richtigen Standortes entscheidend. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz, an dem die Pflanzen mindestens vier bis sechs Stunden direkte Sonne bekommen. Vollschatten ist ungeeignet, da viele typische Steingartenpflanzen aus offenen, sonnigen Lagen stammen und dort ihre kompakte, blühfreudige Wuchsform ausbilden. Wichtig ist auch, dass Wasser gut ablaufen kann – ein leichter Hang oder eine Böschung sind daher besonders geeignet.
Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist ein durchlässiger, eher magerer Boden. Schwere, staunasse Lehmböden sind problematisch, weil sie im Winter zur Fäulnis an Wurzeln und Rhizomen führen. Wo nötig, sollte der Untergrund deshalb gründlich verbessert werden, zum Beispiel durch das Einbringen von grobem Sand, Splitt oder feinem Kies. Gleichzeitig dürfen im Steingarten ruhig Steine in verschiedenen Größen im Boden „verankert“ werden, da sie Wärme speichern und Mikroklimate schaffen.
Zur besseren Übersicht, welche Standortparameter wichtig sind, hilft folgende Liste:
- Sonneneinstrahlung: sonnig bis halbschattig, möglichst ohne stehenden Schatten großer Bäume
- Wasserabzug: kein stehendes Wasser, möglichst leichter Hang oder angehobene Beete
- Bodenart: durchlässig, eher mager, gern mit Steinanteil
- Wind: gern luftig, aber nicht extrem zugig, um Austrocknung zu vermeiden
- Umgebung: harmonische Einbindung in Wege, Mauern, Terrasse oder Rasenflächen
Ebenso wichtig ist die bodenverbessernde Schicht unter der eigentlichen Pflanzfläche. Oft empfiehlt es sich, 20–30 cm Boden auszuheben und durch eine Mischung aus Mutterboden, Sand und mineralischem Material zu ersetzen. Eine dünne Kiesschicht an der Oberfläche reduziert Unkrautwachstum und schützt empfindliche Polster vor Verschlammung. Die folgende Tabelle gibt einen ersten Eindruck, wie die Zusammensetzung aussehen kann:
| Komponente | Empfehlung für Steingartenboden | Funktion |
|---|---|---|
| Mutterboden | ca. 30–40 % | Grundversorgung, Wasserspeicher |
| Grober Sand | ca. 30–40 % | Drainage, Durchlässigkeit |
| Splitt / Kies | ca. 20–30 % | Struktur, Stabilität, Luft im Boden |
| Organische Substanz (z.B. Kompost) | max. 5–10 % | Nährstoffe, aber sparsam dosieren |
| Oberflächenkies | 2–5 cm als Deckschicht | Verdunstungsschutz, Unkrautschutz |
Polsterstauden: Farbteppiche für den Steingarten
Polsterstauden gehören zu den wichtigsten Pflanzen im Steingarten, weil sie Lücken schließen und die harten Linien der Steine optisch weichzeichnen. Sie wachsen flach und dicht und bilden mit der Zeit richtige „Kissen“, die sich über Fugen und Kanten legen. Viele von ihnen sind Frühjahrsblüher, die schon ab März oder April mit kräftigen Farben den Garten beleben, wenn sonst noch wenig los ist. Typische Beispiele sind Polsterphlox, Blaukissen oder Gänsekresse.
Neben der Optik erfüllen Polsterstauden auch eine praktische Funktion: Sie schützen den Boden vor starker Sonneneinstrahlung, halten ihn länger feucht und erschweren es Unkräutern, sich anzusiedeln. In schmalen Spalten zwischen Steinen oder an Mauerkronen sorgen sie für einen natürlichen Übergang zwischen den baulichen Elementen und den übrigen Pflanzflächen. Besonders attraktiv sind Sorten, die nach der Blüte ein schönes, dichtes Blattpolster behalten.
Bei der Auswahl lohnt sich ein Blick auf Blütezeit, Wuchshöhe und Standortansprüche. So lassen sich Kombinationspflanzungen planen, in denen sich die Blühzeiten überlappen und kaum Lücken entstehen. Einige Polsterstauden kommen mit praller Sonne bestens klar, andere mögen lieber den lichten Halbschatten. Wer hier sorgfältig plant, hat lange Freude an seinen Teppichkünstlern und erspart sich späteres Umsetzen.
Die folgende Liste stellt einige beliebte Polsterstauden für den Steingarten vor:
- Polsterphlox (Phlox subulata) – dichte, farbintensive Blütenteppiche in Weiß, Rosa, Violett
- Blaukissen (Aubrieta) – klassischer Frühjahrsblüher in Blau- und Violetttönen
- Gänsekresse (Arabis) – reich blühend in Weiß, ideal für Mauerkronen und Beetvordergrund
- Steinbrech (Saxifraga) – feine Rosetten, elegante Blütenstängel; ideal für Felsfugen
- Thymian (z.B. Thymus serpyllum) – duftende, trittverträgliche Polster, insektenfreundlich
Sukkulenten und Sedum: Geniale Überlebenskünstler
Sukkulenten sind Meisterinnen der Wasserspeicherung und damit prädestiniert für den Steingarten. Dickblättrige Hauswurzen (Sempervivum) oder verschiedenste Fetthennen (Sedum) speichern Wasser in Blättern und Stängeln und kommen so mit langen Trockenphasen zurecht. Sie lieben sonnige, warme Plätze und durchlässige, mineralische Substrate – genau jene Bedingungen, die im Steingarten häufig anzutreffen sind.
Sedum-Arten faszinieren durch ihre Vielfalt: Es gibt niedrige, teppichbildende Formen, die sich hervorragend für Flächen und Mauerfugen eignen, ebenso wie höhere Sorten, die im Spätsommer für attraktive Blüten sorgen. Viele sind zudem hervorragende Bienen- und Insektenweiden. Hauswurzen wiederum punkten mit ihren rosettenförmigen Blättern, die von Grün über Rot bis Violett reichen und ganzjährig Struktur geben.
Ein weiterer Pluspunkt von Sukkulenten ist ihr geringer Pflegebedarf. Ist der Standort einmal gut gewählt und der Boden nicht zu nährstoffreich, kommen sie meist ohne zusätzliche Düngung aus. Gegossen werden muss nur in längeren Trockenperioden und auch dann sparsam, um Fäulnis zu vermeiden. Winzige Pflänzchen lassen sich leicht durch Teilung der Rosetten oder Stecklinge vermehren, was die Gestaltung großer Flächen kostengünstig macht.
Um die Auswahl zu erleichtern, zeigt die folgende Tabelle einige bewährte Sukkulenten und Sedum-Arten für den Steingarten:
| Pflanze | Höhe | Standort | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Hauswurz (Sempervivum) | 5–15 cm | vollsonnig | extrem trockenheitsresistent, winterhart |
| Mauerpfeffer (Sedum acre) | 5–10 cm | sonnig, mager | sehr robust, gelbe Blüten, trittverträglich |
| Sedum spurium | 10–15 cm | sonnig–halbschattig | rote/rosa Blüten, dekorativ im Herbst |
| Sedum album | 5–10 cm | sonnig, trocken | feine Textur, ideal für Fugen |
| Delosperma (Mittagsblume) | 5–10 cm | warm, vollsonnig | leuchtende Blüten, gute Drainage nötig |
Blühende Highlights: Stauden für jede Jahreszeit
Neben Polstern und Sukkulenten braucht ein lebendiger Steingarten auch Stauden, die als „Hingucker“ dienen. Sie sorgen für vertikale Akzente, bringen Abwechslung in die Texturen und verlängern die Blühzeit über das ganze Jahr. Besonders beliebt sind dabei Arten, die mit Trockenheit und mageren Böden zurechtkommen, gleichzeitig aber auffällige Blütenstände oder ungewöhnliche Blattfarben bieten.
Für das Frühjahr eignen sich zum Beispiel niedrige Zwiebelblumen wie botanische Tulpen, Krokusse oder Traubenhyazinthen, die zwischen die Steine gesetzt werden. Im Sommer übernehmen trockenheitsverträgliche Stauden wie Schafgarbe, Katzenminze oder niedrige Bartiris die Hauptrolle. Für den Spätsommer und Herbst bieten sich etwa Fetthennen höherer Sorten oder Herbstastern an, die das Farbspektrum noch einmal erweitern.
Die Kunst besteht darin, Stauden so einzusetzen, dass sie die zarten Strukturen von Polstern und Sukkulenten nicht überwuchern. Niedrige, kompakt wachsende Sorten sind hier im Vorteil. Sie sollten so platziert werden, dass sie optische Schwerpunkte bilden – zum Beispiel neben einem markanten Felsblock oder am Übergang zu einem Weg. So entsteht eine durchdachte Dramaturgie im Jahresverlauf.
Um die Auswahl zu strukturieren, hilft eine Übersicht über Blühzeiten und Wuchseigenschaften:
| Staude | Blütezeit | Höhe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Niedrige Bartiris (Iris barbata-nana) | April–Mai | 20–30 cm | liebt Sonne, sehr trockenheitsfest |
| Katzenminze (Nepeta faassenii) | Juni–September | 30–40 cm | lange Blüte, insektenfreundlich |
| Schafgarbe (Achillea millefolium, niedrige Sorten) | Juni–August | 20–40 cm | robust, viele Farben |
| Kleine Glockenblumen (Campanula carpatica) | Juni–August | 15–25 cm | zarte Blüten, ideal für Beetkanten |
| Fetthenne (Sedum telephium, kompakte Sorten) | August–Oktober | 30–40 cm | Herbstblüher, Bienenmagnet |
Immergrüne Strukturpflanzen als ruhiger Rahmen
Damit ein Steingarten auch im Winter attraktiv bleibt, sind immergrüne Strukturpflanzen unverzichtbar. Sie bilden das „Gerüst“ der Pflanzung und sorgen für optische Ruhe zwischen den farbenfrohen Blühern der Saison. Kleine Nadelgehölze, Zwergkoniferen oder immergrüne Halbsträucher wie Lavendel und Heiligenkraut fügen sich hier besonders gut ein. In Kombination mit Steinen entsteht so eine klare, dauerhafte Struktur.
Zwergkoniferen sind ideale Partner, weil sie langsam wachsen und ihre kompakte Form lange behalten. Kugelförmige Fichten, kleine Kiefern oder flach wachsende Wacholdersorten können gezielt als Blickpunkte gesetzt werden. Wichtig ist, nicht zu viele verschiedene Formen und Arten zu mischen, damit das Bild nicht unruhig wirkt. Zwei bis drei unterschiedliche Koniferenarten reichen meist völlig aus.
Neben Nadelgehölzen eignen sich auch einige immergrüne Stauden und Halbsträucher für den Steingarten. Dazu zählen etwa Zwergmispel, Teppich-Kriechspindel oder kleine Formen von Buchs-Alternativen wie Ilex crenata. Auch wintergrüne Gräser können punktuell eingesetzt werden und bringen Bewegung in die Pflanzung, ohne zu dominant zu sein.
Immergrüne Strukturpflanzen profitieren – wie die meisten Steingartenpflanzen – von durchlässigem Boden und einem eher sonnigen Standort. Staunässe im Winter ist unbedingt zu vermeiden, da sonst Wurzelschäden drohen. Ein mineralischer Mulch aus Kies oder Splitt rund um die Pflanzenbasis schützt vor Verschlammung und stellt sicher, dass der Gesamteindruck des Steingartens einheitlich bleibt. So bleibt der Garten auch in der blütenarmen Zeit interessant und ansprechend.
Pflegeleicht und trockenheitsresistent: Unsere Favoriten
Viele Gartenbesitzer wünschen sich einen Steingarten vor allem deshalb, weil er im Vergleich zu klassischen Beeten oft pflegeleichter ist. Das trifft besonders dann zu, wenn man gezielt auf trockenheitsresistente Arten setzt. Solche Pflanzen sind an extreme Bedingungen gewöhnt: Sie stammen aus Gebirgsregionen, Steppen oder mediterranen Landschaften und kommen mit wenig Wasser und Nährstoffen aus. Gleichzeitig sind sie häufig sehr robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten.
Zu den pflegeleichtesten Steingartenpflanzen zählen neben den bereits erwähnten Sedum-Arten und Hauswurzen auch trockenheitsverträgliche Kräuter. Thymian, Oregano oder Rosmarin fühlen sich auf durchlässigen, warmen Böden wohl und verströmen zudem einen angenehmen Duft. Viele von ihnen sind insektenfreundlich und können sogar in der Küche verwendet werden. So verbindet man Zierwert mit Nutzen.
Die Pflege solcher Pflanzen beschränkt sich meist auf gelegentliches Zurückschneiden, um die Polster kompakt zu halten und Verholzungen zu vermeiden. Gegossen wird nur in längeren Hitzeperioden oder im Pflanzjahr, bis die Wurzeln gut eingewachsen sind. Düngergaben sind in der Regel überflüssig oder sollten sehr sparsam erfolgen, da zu viele Nährstoffe zu mastigem, krankheitsanfälligem Wachstum führen.
Wer konsequent auf Trockenheitskünstler setzt, spart nicht nur Zeit, sondern auch Wasser. Gerade in Regionen mit Gießverboten oder hohen Wasserpreisen ist das ein wichtiges Argument. Ein weiterer Vorteil: Viele dieser Pflanzen wirken auch bei sommerlicher Hitze frisch und vital, während andere Stauden längst schlaff in der Sonne hängen. So bleibt der Steingarten über die gesamte Saison hinweg attraktiv und vital.
Gestaltungstipps: Steine, Wege und Pflanzkombis
Bei der Gestaltung eines Steingartens lohnt es sich, zunächst mit den Steinen zu planen, bevor die Pflanzen ins Spiel kommen. Große Findlinge oder Felsblöcke geben die Grundstruktur vor und sollten so gesetzt werden, dass sie wirken, als seien sie „gewachsen“ und nicht einfach abgelegt. Das gelingt, indem man sie ein Stück im Boden versenkt und auf eine natürliche Ausrichtung achtet. Kleinere Steine und Kies fügen sich anschließend in die so entstandene Struktur ein.
Wege und Trittsteine sind nicht nur praktisch, um den Steingarten zu pflegen, sondern auch wichtige Gestaltungselemente. Schmale Pfade aus Naturstein oder Kies, gelegentlich unterbrochen von größeren Trittplatten, lenken den Blick und laden ein, den Garten zu durchstreifen. In Fugen zwischen Trittsteinen können niedrigwüchsige, trittverträgliche Polster wie Thymian oder Mauerpfeffer wachsen, die bei jedem Schritt Duft freisetzen.
Bei der Pflanzenauswahl ist es sinnvoll, in Gruppen zu denken. Mehrere Exemplare derselben Art ergeben Ruhe und Wiederholung, während einzelne Solitärpflanzen Akzente setzen. Farbkonzepte – etwa eine Palette aus Blau, Weiß und Silber oder warme Töne von Gelb, Orange und Rot – helfen, ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Kontraste zwischen feinen und groben Blättern, aufrechten und kriechenden Formen sowie hellen und dunklen Blattschattierungen bringen zusätzliche Spannung.
Besonders harmonisch wirken Pflanzkombinationen, bei denen die Standortansprüche übereinstimmen. Sonnenliebende Sukkulenten sollten nicht neben Arten für halbschattige Fugen platziert werden, damit keine Seite leidet. Achten Sie auch darauf, dass höher wachsende Stauden kleinere Polster nicht beschatten oder überwuchern. Mit etwas Planung entsteht so ein Steingarten, der nicht nur im ersten Jahr, sondern langfristig ausgewogen und pflegeleicht bleibt.
Unsere Top 10 Steingartenpflanzen im Überblick
Um aus der Fülle an Möglichkeiten eine Auswahl zu treffen, haben wir zehn bewährte Steingartenpflanzen zusammengestellt, die in vielen Gärten zuverlässig funktionieren. Sie decken unterschiedliche Funktionen ab – vom Blütenteppich über Strukturpflanzen bis hin zu wahren Überlebenskünstlern für extreme Lagen. Mit diesen Arten lässt sich bereits ein sehr abwechslungsreicher Steingarten gestalten, der über das Jahr verteilt viele Highlights bereithält.
Unsere Top 10 legen den Fokus auf Robustheit und Pflegeleichtigkeit, ohne den Zierwert zu vernachlässigen. Dabei sind sowohl frühblühende Polsterstauden als auch sommer- und herbstblühende Stauden sowie immergrüne Strukturpflanzen vertreten. Auf diese Weise entstehen stabile Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig ergänzen und zu einem harmonischen Gesamtbild verschmelzen.
Die folgende Tabelle gibt einen kompakten Überblick über unsere Favoriten und ihre wichtigsten Eigenschaften. Sie kann als Einkaufsliste oder Grundlage für die eigene Planung dienen. Selbstverständlich lässt sich die Auswahl je nach persönlichem Geschmack oder speziellen Standortbedingungen erweitern oder variieren.
| Nr. | Pflanze | Typ | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 1 | Polsterphlox (Phlox subulata) | Polsterstaude | Frühjahrsblüher, dichter Blütenteppich |
| 2 | Blaukissen (Aubrieta) | Polsterstaude | klassische Steingartenpflanze, reich blühend |
| 3 | Hauswurz (Sempervivum) | Sukkulente | extrem robust, ganzjährig dekorativ |
| 4 | Mauerpfeffer (Sedum acre) | Sukkulente | trittverträglich, sehr genügsam |
| 5 | Delosperma (Mittagsblume) | Sukkulente | leuchtende Sommerblüte, wärmeliebend |
| 6 | Niedrige Bartiris (Iris barbata-nana) | Blühende Staude | frühe, auffällige Blüte, trockenheitsfest |
| 7 | Katzenminze (Nepeta faassenii) | Blühende Staude | lange Blüte, insektenfreundlich |
| 8 | Thymian (Thymus serpyllum u.a.) | Kräuter/Polster | duftend, trittverträglich, vielseitig |
| 9 | Zwergkiefer (Pinus mugo, Zwergformen) | Immergrünes Gehölz | Struktur, Winterwirkung |
| 10 | Teppich-Glockenblume (Campanula portenschlagiana) | Polsterstaude | ideal für Mauern und Fugen |
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Steingarten
Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf typische Fragen, die beim Planen und Anlegen eines Steingartens häufig auftauchen – samt kompakter Antworten. 🪨🌿
1. Muss ein Steingarten immer in der Sonne liegen?
Ein klassischer Steingarten ist überwiegend sonnig, weil viele typische Pflanzen volle Sonne bevorzugen. Halbschatten ist für einige Arten ebenfalls geeignet, reiner Schatten hingegen nur für spezielle Fugen- und Waldstauden. Planen Sie den Großteil der Fläche sonnig, einzelne Bereiche können aber auch halbschattig gestaltet werden.
2. Wie viel Pflege benötigt ein Steingarten wirklich?
Ist der Boden gut vorbereitet und sind standortgerechte Pflanzen gewählt, hält sich die Pflege in Grenzen. Hauptaufgaben sind Unkrautkontrolle im ersten Jahr, gelegentliches Zurückschneiden verblühter Stauden und punktuelles Gießen in längeren Trockenphasen. Insgesamt ist ein gut angelegter Steingarten deutlich pflegeärmer als viele klassische Staudenbeete.
3. Kann ich einen Steingarten auch in einem kleinen Stadtgarten anlegen?
Ja, sogar sehr gut. Steingärten lassen sich platzsparend an Hängen, in Hochbeeten, entlang von Mauern oder sogar in größeren Trögen und Schalen anlegen. Wichtig sind auch hier eine gute Drainage, ein mineralisch geprägtes Substrat und die Auswahl kompakter, niedrig wachsender Arten. So entsteht auf kleinem Raum ein vielseitiger, pflegeleichter Lebensraum.
4. Wie verhindere ich, dass mein Steingarten „kahl“ wirkt?
Setzen Sie auf eine Mischung aus Polstern, Sukkulenten, blühenden Stauden und immergrünen Strukturpflanzen. Achten Sie auf gestaffelte Blühzeiten und darauf, dass auch außerhalb der Hochblüte interessante Blattstrukturen oder Formen vorhanden sind. Ein durchdachtes Grundgerüst aus Steinen und immergrünen Gehölzen sorgt dafür, dass der Steingarten zu jeder Jahreszeit ansprechend bleibt.
Ein Steingarten lebt von der Balance zwischen Stein und Pflanze, Struktur und Farbe, Kargheit und Blütenfülle. Wer Standort und Boden sorgfältig vorbereitet, auf robuste, trockenheitsverträgliche Arten setzt und einige Grundprinzipien der Gestaltung beachtet, wird lange Freude an diesem besonderen Gartentyp haben. Unsere Top 10 liefern dafür ein solides Fundament, das Sie nach Lust und Laune erweitern oder anpassen können. So entsteht Schritt für Schritt ein Steingarten, der nicht nur pflegeleicht, sondern auch ein echter Blickfang und ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten ist.
