Holunder gilt als eine der vielseitigsten Gartenpflanzen: Er ist robust, liefert aromatische Blüten und gesunde Beeren und passt sowohl in den Naturgarten als auch in den Kübel auf Balkon oder Terrasse. Wer Holunder pflanzen möchte, sollte jedoch einiges zu Standort, Pflanzzeit und Pflege wissen, damit der Strauch viele Jahre reich trägt. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Holunder im Garten oder Topf erfolgreich kultivieren – von der Sortenwahl über die Bodenvorbereitung bis hin zu Schnitt, Krankheiten und typischen Fragen.
Holunder pflanzen: Die besten Standorte wählen
Holunder (meistens der Schwarze Holunder, Sambucus nigra) ist erstaunlich anpassungsfähig, entwickelt sich aber an einem passenden Standort deutlich kräftiger und gesünder. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Platz, an dem der Strauch mehrere Stunden direkte Sonne abbekommt. Je mehr Sonne, desto aromatischer meist Blüten und Beeren – extrem trockene, vollsonnige Hitzelagen ohne Wasserversorgung sollte man aber vermeiden. Ein freier Stand, an dem Luft gut zirkulieren kann, beugt Pilzkrankheiten vor.
Auch die Rolle des Holunders im Garten sollte bei der Standortwahl bedacht werden. Holunder kann je nach Art und Sorte stattliche Ausmaße annehmen und wird leicht vier bis sechs Meter hoch und breit. In kleinen Gärten bietet es sich an, ihn als Hausbaum, Sichtschutz oder markante Solitärpflanze zu setzen. Planen Sie ausreichend Abstand zu Hauswänden, Nachbargrundstück und anderen Gehölzen ein, damit der Strauch sich frei entfalten und gut gepflegt werden kann.
Beim Boden zeigt sich Holunder vergleichsweise genügsam, liebt jedoch nährstoffreiche, humose und eher frische Untergründe. Auf schweren, tonigen Böden wächst er ebenso wie auf leichteren Sandböden, sofern für genügend organische Substanz und Wasser gesorgt ist. Staunässe mag Holunder allerdings überhaupt nicht – der Standort sollte daher gut drainiert sein, damit Wasser nach Regen rasch abfließen kann und die Wurzeln nicht „im Wasser stehen“.
Wer Holunder als ökologisch wertvolle Pflanze in den Garten holt, schafft gleichzeitig einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleintiere. Die Blüten bieten reichlich Nahrung für Bestäuber, die Beeren werden gern von Vögeln gefressen, und dichter Wuchs bietet Schutz und Nistmöglichkeiten. Ein Standort in einer gemischten Gehölz- oder Heckenpflanzung bindet Holunder perfekt in einen naturnahen Garten ein und unterstützt die Biodiversität.
Richtiger Zeitpunkt: Wann Holunder pflanzen?
Der beste Zeitpunkt zum Holunder pflanzen hängt davon ab, ob es sich um Containerware (im Topf) oder wurzelnackte Ware handelt. Grundsätzlich eignen sich Herbst und Frühjahr am besten, weil der Boden dann noch beziehungsweise wieder warm genug ist und ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. So kann der Holunder vor der sommerlichen Hitze oder vor strengem Frost gut einwurzeln und kräftige Wurzeln ausbilden.
Für einen schnellen Überblick zu den idealen Pflanzzeiten hilft folgende Tabelle:
| Pflanzgut | Bester Pflanzzeitraum | Hinweise |
|---|---|---|
| Containerware | Herbst bis Frühsommer | Fast ganzjährig möglich, außer bei Frost oder großer Hitze |
| Wurzelnackte Pflanzen | Spätherbst bis zeitiges Frühjahr | Nur in Ruhephase pflanzen, Boden muss frostfrei sein |
| Kübelpflanzung | Frühling | Spätfrostgefahr beachten, gut angießen |
- Im Herbst (Oktober bis November) gepflanzter Holunder nutzt die Restwärme im Boden, um Wurzeln zu bilden. Er startet im nächsten Frühjahr besonders kräftig in die Saison.
- Im Frühjahr (März bis April) sollten Sie möglichst bald nach dem Frost pflanzen, damit die Pflanze genügend Zeit zum Einwurzeln vor dem Sommer hat.
- Sommerpflanzungen sind mit Topfware zwar möglich, erfordern aber intensivere Bewässerung und etwas mehr Aufmerksamkeit.
- In kalten Höhenlagen ist oft das Frühjahr vorzuziehen, um Winterschäden an frisch gesetzten Pflanzen zu vermeiden.
Beim Pflanzen im Herbst ist besonders wichtig, den jungen Holunder vor extremen Winterbedingungen zu schützen, etwa durch eine Mulchschicht rund um den Wurzelbereich. Im Frühjahr wiederum ist es ratsam, die jungen Triebe vor Spätfrost zu schützen, etwa mit Vlies. Achten Sie bei allen Pflanzterminen darauf, dass der Boden frostfrei, gut bearbeitbar und nicht vernässt ist.
Holundersorten: Passende Varietäten für den Garten
Holunder ist nicht gleich Holunder – im Handel finden sich zahlreiche Sorten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra), aber auch buntlaubige Schmuckformen und kompakt wachsende Varianten. Die Auswahl der passenden Sorte entscheidet darüber, ob der Schwerpunkt eher auf Ertrag, Zierwert oder platzsparendem Wuchs liegt. Manche Sorten sind zudem besonders gut für den Topf geeignet, andere brauchen mehr Raum im Garten.
Eine Übersicht über beliebte Holundersorten und ihre Eigenschaften bietet folgende Liste:
- ‘Haschberg’: Bewährte, starkwüchsige Ertragssorte mit großen, aromatischen Dolden und hohem Saftgehalt. Ideal für Saft, Sirup und Gelee.
- ‘Sampo’: Relativ kompakte Ertragssorte mit besonders aromatischen Blüten und dunklen, süß-sauren Beeren; gut für kleinere Gärten.
- ‘Black Beauty’ / ‘Gerda’: Zierholunder mit tief dunkelrotem bis fast schwarzem Laub und rosafarbenen Blüten – attraktiver Kontraststrauch.
- ‘Black Lace’ / ‘Eva’: Sehr feingeschlitztes, dunkles Laub und rosige Blüten; erinnert optisch an Japanischen Ahorn, dabei robust wie Holunder.
- ‘Albovariegata’: Buntlaubige Sorte mit grün-weiß panaschiertem Laub, eher für Zierzwecke und helle Standorte geeignet.
Bei der Sortenwahl lohnt ein Blick darauf, ob Sie vor allem Blüten oder Beeren nutzen möchten. Einige Sorten sind bekannt für besonders große und ertragreiche Beerendolden, andere überzeugen durch intensiven Blütenduft und -aroma für Sirup oder Tee. Wer einen reinen Naturgarten anlegt, kann natürlich auch auf die einfache Wildart zurückgreifen, die ökologisch sehr wertvoll und meist extrem robust ist.
Zierholunder mit dunklem oder bunt gefärbtem Laub setzen starke Akzente im Staudenbeet oder an Terrasse und Hausecke. Sie kombinieren die typische Robustheit des Holunders mit hohem Schmuckwert und passen gut in moderne Gestaltungen. Allerdings sind sie nicht immer ganz so ertragreich wie klassische Ertragssorten, sodass man im Zweifel eher den Zierwert als die Beerenernte im Blick haben sollte.
Für kleine Gärten, Vorgärten oder den Kübel sind kompaktere Sorten ideal, die nicht zu schnell in die Breite gehen. Hier bieten sich schwächer wachsende Holunder an oder man hält den Wuchs konsequent durch Schnitt in Form. Wer mehrere Sorten pflanzt, profitiert zusätzlich von einer besseren Befruchtung und oft höherem Ertrag – Holunder ist zwar meist selbstfruchtbar, trägt aber in Nachbarschaft zu anderen Holundern in der Regel noch etwas üppiger.
Holunder im Topf: Voraussetzungen und Gefäße
Holunder im Topf zu kultivieren, ist vor allem für Balkon- und Terrassengärtner eine spannende Option. Grundvoraussetzung ist ein ausreichend großes Gefäß, denn Holunder bildet ein kräftiges Wurzelsystem. Für junge Pflanzen sollte das Volumen mindestens 20 bis 30 Liter betragen; auf Dauer sind Gefäße ab 40 Litern sinnvoll. Wichtig sind große Wasserabzugslöcher, damit sich im Topf keine Staunässe bildet.
Das Material des Topfes kann variieren: Robuste Kunststoffgefäße sind leicht und in größeren Größen noch gut zu bewegen, während Terracotta und Holz optisch sehr ansprechend sind, aber schneller austrocknen oder im Winter frostempfindlich sein können. In jedem Fall empfiehlt es sich, eine Drainageschicht (z. B. Blähton, Kies) am Topfboden einzubringen, die mit einem Vlies abgedeckt wird, damit Substrat nicht hineinrieselt.
Beim Substrat ist eine strukturstabile, nährstoffreiche Mischung ideal. Hochwertige Kübelpflanzenerde oder Blumenerde, mit Kompost und ggf. etwas Gartenerde gemischt, funktioniert sehr gut. Eine geringe Beimischung von Sand oder Blähton sorgt für bessere Durchlüftung und vermindert das Risiko von Staunässe. Auf rein torfbasierte Billigerden sollte man verzichten, da sie schnell versumpfen oder austrocknen und ökologisch bedenklich sind.
Holunder im Topf braucht regelmäßige Pflege, da Wurzelraum und Nährstoffvorrat begrenzt sind. Gießen Sie durchdringend, aber vermeiden Sie dauerhafte Nässe im Untersetzer. Düngung erfolgt von Frühjahr bis Sommer in moderaten Gaben, etwa mit organischem Flüssigdünger oder Langzeitdünger. Im Winter sollte der Topf vor strengen Frösten geschützt werden, z. B. durch eine isolierende Ummantelung aus Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie und das Aufstellen auf Holzleisten statt direkt auf kaltem Boden.
Holunder im Garten: Boden vorbereiten und verbessern
Ein gut vorbereiteter Boden ist die halbe Miete für gesunden Holunderwuchs. Ziel ist ein lockerer, tiefgründiger und humoser Boden, der Wasser gut speichert, aber nicht zur Staunässe neigt. Vor dem Pflanzen sollten Sie den Boden daher spaten- oder grabegabeltief lockern und gründlich von Wurzelunkräutern befreien. Besonders Giersch und Quecke können später zur lästigen Konkurrenz werden.
Im Garten kann man die Ausgangsbedingungen sehr gut über organische Zusätze steuern. Kompost, gut verrotteter Stallmist, Laubhumus oder Rindenhumus verbessern die Bodenstruktur, reichern Nährstoffe an und fördern Bodenleben. Je nach Bodenart bieten sich unterschiedliche Verbesserungsmaßnahmen an, die folgende Tabelle übersichtlich darstellt:
| Bodenart | Problem | Maßnahme zur Verbesserung |
|---|---|---|
| Sandboden | Zu trocken, nährstoffarm | Viel Kompost, Laubhumus, Bentonit, Mulch |
| Lehmboden | Verdichtung, Staunässe | Grober Kompost, Sand, Drainage einarbeiten |
| Tonboden | Sehr schwer, schlecht durchlüftet | Tief lockern, Sand/Kies, viel organische Substanz |
| Saure Böden | Geringe Nährstoffverfügbarkeit | Moderat kalken, Kompost, pH prüfen |
Holunder bevorzugt leicht neutrale bis schwach saure Böden (pH-Wert etwa 6–7). In sehr sauren Böden kann ein moderates Kalken sinnvoll sein, allerdings immer auf Basis einer Bodenanalyse oder zumindest eines pH-Schnelltests. Zu starkes Kalken schadet Bodenleben und Pflanzen und sollte vermieden werden. Wer sich unsicher ist, setzt eher auf reichhaltige organische Düngung und Mulch – das stabilisiert den pH-Wert meist von selbst.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Anlage einer Mulchschicht nach dem Pflanzen. Diese sollte aus organischem Material bestehen, etwa Rindenmulch, Holzhäcksel, Laub oder Grasschnitt (letzteren nur dünn aufbringen). Mulch schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, unterdrückt Unkraut und versorgt den Boden langsam mit Nährstoffen. Achten Sie nur darauf, dass der Mulch nicht direkt am Stamm anliegt, um Fäulnis vorzubeugen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Holunder pflanzen
Die Pflanzung von Holunder im Garten folgt einigen einfachen, aber wichtigen Schritten. Zuerst wird das Pflanzloch ausgehoben, das deutlich größer sein sollte als der Wurzelballen – etwa doppelt so breit und etwas tiefer. Auf schweren Böden ist es hilfreich, den Boden im Pflanzloch zusätzlich zu lockern und eine dünne Drainageschicht aus grobem Material (z. B. Kies) einzubringen.
Stellen Sie die Holunderpflanze anschließend mit dem Topfballen in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen – so ist der Wurzelballen gut durchfeuchtet. Entfernen Sie dann vorsichtig den Topf und lockern Sie bei Bedarf den Wurzelballen leicht an, indem Sie kreuzweise mit den Fingern oder einem Messer flache Einschnitte in die äußere Wurzelzone machen. Das regt Wurzelneubildung an, insbesondere bei stark durchwurzelten Containern.
Nun setzen Sie die Pflanze so ins Pflanzloch, dass sie etwa genauso tief steht wie zuvor im Topf. Die Oberkante des Wurzelballens sollte mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließen oder minimal darunter liegen. Mischen Sie die ausgehobene Erde mit Kompost und ggf. Bodenverbesserern und füllen Sie damit das Pflanzloch wieder auf. Zwischendurch die Erde leicht antreten oder mit Wasser einschlämmen, damit keine größeren Hohlräume bleiben.
Zum Schluss wird ein Gießrand geformt, damit Wasser beim Angießen nicht wegfließt, sondern direkt in den Wurzelbereich sickert. Gießen Sie den frisch gepflanzten Holunder gründlich an und bringen Sie anschließend eine Mulchschicht auf. In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen entscheidend, bis die Pflanze gut eingewachsen ist. Bei größeren Sträuchern oder windigen Lagen kann ein Stützpfahl sinnvoll sein, bis der Holunder ausreichend Standfestigkeit entwickelt hat.
Pflege im Jahresverlauf: Gießen, Düngen, Mulchen
Holunder gilt als pflegeleicht, benötigt aber vor allem in den ersten Jahren etwas Aufmerksamkeit. Die Wasserversorgung ist entscheidend: In längeren Trockenphasen sollte der Boden um den Strauch nicht völlig austrocknen. Einmal tiefgründig gießen ist besser als häufig nur oberflächlich zu wässern. Gut eingewachsene Pflanzen im Garten kommen meist mit natürlichen Niederschlägen zurecht, während Holunder im Topf regelmäßige Bewässerung braucht.
Beim Düngen ist Holunder dankbarer Abnehmer für organische Nährstoffe. Eine Gabe reifen Komposts im Frühling, eventuell ergänzt durch organischen Beerendünger oder Hornspäne, reicht in den meisten Gärten aus. Auf sehr nährstoffarmen Böden kann eine zweite, leichtere Düngung im Frühsommer sinnvoll sein. Übermäßige Stickstoffgaben sollten vermieden werden, da sie zu mastigem, krankheitsanfälligem Wuchs und geringerem Aroma führen können.
Die Mulchschicht um den Holunder herum erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie schützt den Boden vor Austrocknung, unterdrückt Unkräuter und fördert durch langsamen Abbau das Bodenleben. Ideal ist eine dauerhafte Schicht von fünf bis zehn Zentimetern aus Rindenmulch, Holzhäckseln oder Laub. Direkt am Stamm bleibt ein kleiner Ring frei, damit Feuchtigkeit und Pilzbefall an der Rinde vermieden werden.
Im Herbst kann der Bereich unter dem Holunder zusätzlich mit Laub abgedeckt werden, das über den Winter langsam verrottet. Wer es ordentlicher mag, kann das Laub im Frühjahr leicht einarbeiten oder auf dem Kompost entsorgen. Wichtig ist, dass Holunder nicht in einem „saubergerechten“ Umfeld völlig frei von organischem Material steht – gerade diese natürlichen Decken machen den Strauch so robust und langlebig.
Holunder schneiden: Erziehung, Verjüngung, Ertrag
Ein regelmäßiger Schnitt hält Holunder vital und sorgt für besseren Ertrag. Die Blüten und Beeren sitzen vorwiegend an den ein- bis dreijährigen Trieben. Ziel des Schnitts ist daher, immer wieder junge Triebe nachziehen zu lassen und ältere, wenig fruchtbare Äste zu entfernen. Der beste Zeitpunkt für den Hauptschnitt liegt im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt.
Zur Erziehung in den ersten Jahren lässt man einige kräftige Grundtriebe stehen, die einen lockeren, gut belichteten Strauchaufbau bilden. Zu dicht stehende oder sich kreuzende Triebe werden nahe am Boden oder direkt am Ansatz entfernt. So entsteht eine offene Krone, in die Licht und Luft gut eindringen – wichtig für reichlich Blüten und zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten.
Bei älteren Holundersträuchern sorgt ein Verjüngungsschnitt alle paar Jahre dafür, dass der Strauch nicht vergreist. Dabei werden einige der ältesten, dicksten Triebe bodennah herausgesägt und durch junge, kräftige Triebe ersetzt, die in den Vorjahren nachgewachsen sind. So bleibt die Pflanze dauerhaft im Saft und bringt zuverlässig Blüten und Beeren hervor. Stark vergreiste Sträucher können notfalls sogar auf den Stock gesetzt werden, treiben dann aber zunächst nur vegetativ.
Im Sommer kann ein leichter Pflegeschnitt sinnvoll sein, etwa um abgestorbene, kranke oder sturmgeschädigte Äste zu entfernen. Außerdem kann man den Strauch etwas auslichten, wenn er stark wuchert. Dabei aber nicht zu radikal schneiden, da sonst viele potenzielle Blüten- und Fruchttriebe verloren gehen. Wer Holunder überwiegend als Ziergehölz im Topf hält, kann ihn zudem regelmäßig formen, damit er kompakt und harmonisch bleibt.
Typische Krankheiten und Schädlinge am Holunder
Holunder ist im Vergleich zu vielen anderen Obstarten recht robust, kann aber gelegentlich von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Häufig sind verschiedene Blattläuse, die an jungen Trieben und Blattunterseiten sitzen und Honigtau absondern. Leichter Befall ist in der Regel unbedenklich und kann oft von Nützlingen wie Marienkäfern reguliert werden. Starker Befall lässt sich mit Wasserstrahl abspülen oder mit Brennnessel- bzw. Schmierseifenlösungen behandeln.
Unter den Pilzkrankheiten tritt gelegentlich Mehltau auf, insbesondere in trockenen, warmen Perioden und bei dichter Bepflanzung. Typisch sind mehlige Beläge auf Blättern und jungen Trieben. Vorbeugend hilft ein luftiger Standort mit genügend Abstand zu anderen Pflanzen und eine ausgewogene, nicht zu stickstoffbetonte Düngung. Befallene Pflanzenteile sollten frühzeitig entfernt und über den Restmüll entsorgt werden.
Rinden- und Holzerkrankungen wie Nectria- oder andere Rindenpilze können bei geschwächten oder verletzten Pflanzen auftreten. Achten Sie deshalb auf saubere Schnittführung, desinfizierte Werkzeuge und vermeiden Sie Verletzungen an Stamm und Ästen. Tritt trotz allem Rindenfäule auf, ist es wichtig, betroffene Partien großzügig zurückzuschneiden und die Pflanze allgemein zu stärken – etwa durch gute Pflege und Bodenverbesserung.
Auch tierische Schädlinge wie Holunderbohrer oder verschiedene Raupen können punktuell auftreten. Lochfraß in Blättern oder verkümmerte Triebspitzen sind Hinweise auf Raupen; diese lassen sich häufig absammeln. Der Holunderbohrer verursacht Gänge im Holz, was zum Absterben von Trieben führen kann. Betroffene Äste sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Insgesamt gilt: Gesunde, gut versorgte Holunder sind deutlich weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Holunder
1. Wie lange dauert es, bis Holunder Früchte trägt?
In der Regel blüht und fruchtet Holunder bereits ab dem zweiten bis dritten Standjahr, manchmal sogar früher. Containerpflanzen, die schon stärker entwickelt sind, können bereits im Pflanzjahr vereinzelt Blüten ansetzen. Der volle Ertrag wird meist nach einigen Jahren erreicht, wenn der Strauch gut eingewachsen und die Krone aufgebaut ist.
2. Kann ich Holunder im Schatten pflanzen?
Holunder toleriert Halbschatten recht gut und wächst auch an lichtschattigen Standorten, etwa am Gehölzrand. Allerdings fallen Blüte und Fruchtansatz im tiefen Schatten deutlich geringer aus. Für reichliche Ernte und intensives Aroma sind sonnige bis halbschattige Standorte klar im Vorteil.
3. Ist jeder Holunder essbar?
Nein. Im Garten steht meist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), dessen Blüten und erhitzte Beeren (z. B. in Saft, Sirup, Mus) verwendbar sind. Der Zwergholunder (Sambucus ebulus) und der Rote Holunder (Sambucus racemosa) sind hingegen problematisch; sie enthalten teilweise höhere Gehalte bestimmter Giftstoffe. Beeren des Schwarzen Holunders sollten grundsätzlich nur gekocht, nicht roh verzehrt werden.
4. Wie schütze ich Holunder im Topf im Winter?
Da Wurzeln im Kübel stärker der Kälte ausgesetzt sind, sollte der Topf im Winter isoliert werden: Stellen Sie ihn auf Holzleisten oder Styropor und umwickeln Sie das Gefäß mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie. Ein geschützter Platz nah an der Hauswand hilft, starke Temperaturschwankungen abzumildern. An frostfreien Tagen gelegentlich leicht gießen, damit der Wurzelballen nicht völlig austrocknet.
5. Kann ich Holunder aus Steckhölzern vermehren?
Ja, Holunder ist sehr leicht über Steckhölzer zu vermehren. Im Spätwinter schneidet man bleistiftstarke, verholzte Triebe auf etwa 20–25 cm Länge, steckt sie zu zwei Dritteln in lockere Erde oder direkt ins Beet und hält den Boden feucht. In vielen Fällen bewurzeln die Steckhölzer zuverlässig und treiben im nächsten Frühjahr aus. So lassen sich Lieblingssorten einfach vervielfältigen. 🌱🌿🍇
Holunder zu pflanzen ist eine lohnende Investition in einen lebendigen, nützlichen und geschmacklich vielseitigen Gartenbegleiter – egal, ob im großzügigen Naturgarten oder im Topf auf dem Balkon. Mit dem richtigen Standort, einer durchdachten Sortenwahl und etwas Sorgfalt bei Pflanzung, Pflege und Schnitt entwickelt sich der robuste Strauch zu einem zuverlässigen Lieferanten für Blüten, Beeren und Lebensraum für zahlreiche Tiere. Wer die hier beschriebenen Tipps beachtet, wird viele Jahre Freude an seinem Holunder haben – und vielleicht bald den eigenen Sirup oder Holunderbeersaft genießen.
