Im September zeigt der Garten noch einmal seine ganze Fülle – und gleichzeitig startet bereits leise die Vorbereitung auf das nächste Jahr. Viele Pflanzen befinden sich im Übergang: Sommerblüher blühen aus, Herbststauden übernehmen die Bühne, Obst und Gemüse reifen in Hülle und Fülle. Wer jetzt überlegt und planvoll arbeitet, legt die Basis für einen gesunden, vitalen Garten im kommenden Frühjahr.
Der Monat ist ideal, um Beete umzugestalten, Stauden zu teilen, den Rasen zu regenerieren und Gehölze zu pflanzen. Gleichzeitig beginnt die Zeit der Ernte und Konservierung: Obst und Lagergemüse wollen rechtzeitig geerntet und sorgfältig eingelagert werden. Auch an Kübelpflanzen und empfindliche Gewächse sollte man nun bereits denken, damit sie sicher über den Winter kommen.
September ist zudem ein strategischer Monat: Sie können beobachten, was im laufenden Gartenjahr gut funktioniert hat – und was weniger. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Planung für das nächste Jahr ein. So wächst der Garten Stück für Stück zu einem stimmigen, pflegeleichten und artenreichen Lebensraum.
Dieser Überblick führt Sie durch alle wichtigen Gartenbereiche: vom Ziergarten über Obst- und Gemüsegarten bis hin zu Rasen, Gehölzen, Kübelpflanzen und naturnahen Gartenelementen. Am Ende finden Sie häufige Fragen zum Septembergarten – kompakt beantwortet.
Einleitung: Warum der September im Garten wichtig ist
Der September ist ein klassischer Übergangsmonat: meteorologisch beginnt der Herbst, doch viele Tage fühlen sich noch spätsommerlich an. Pflanzen nutzen diese Phase, um letzte Reserven einzulagern, Blüten zu bilden oder Früchte ausreifen zu lassen. Für Gärtnerinnen und Gärtner ist dies die ideale Zeit, den Garten zu pflegen, zu korrigieren und Richtung Winter zu stabilisieren.
Zugleich ist der Boden im September meist noch warm, während die Lufttemperaturen bereits sinken. Diese Kombination schafft perfekte Bedingungen für Neupflanzungen, das Teilen von Stauden und das Anwachsen von Rasen. Wurzeln können sich in der warmen Erde gut entwickeln, ohne dass Pflanzen durch Hitze und Verdunstung gestresst werden.
Auch aus ökologischer Sicht spielt der Monat eine zentrale Rolle. Jetzt entscheidet sich, welche Strukturen Tieren im Winter Schutz und Nahrung bieten. Stehengebliebene Stauden, Laubhaufen und Beerentragende Sträucher werden später zu wichtigen Rückzugsorten und Futterquellen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Wer im September richtig plant, unterstützt die Biodiversität rund ums Haus.
Nicht zuletzt ist der September ein Monat der Erntefreude. Reifes Obst, aromatisches Gemüse und blühende Herbststauden machen den Garten zu einem sinnlichen Erlebnis. Gleichzeitig lassen sich durch gezielte Pflege viele Pflanzen so stärken, dass sie den Winter besser überstehen und im kommenden Jahr umso vitaler neu austreiben.
Ziergarten: Stauden teilen, Beete neu gestalten
Im Ziergarten ist der September ein klassischer Monat, um Stauden zu teilen und Beete neu zu strukturieren. Viele Frühjahrs- und Sommerstauden haben jetzt ihre Hauptblüte beendet und lassen sich ohne großen Stress für die Pflanze umsetzen oder verjüngen. Durch das Teilen erhalten Sie neue Pflanzen, fördern die Blühfreudigkeit und verhindern, dass kräftige Stauden ihre Nachbarn verdrängen. Gleichzeitig ist die Vegetationszeit noch nicht vorbei, sodass sich Teilstücke bis zum Winter gut etablieren können.
Eine sinnvolle Orientierung bei der Beetplanung ist die Einteilung in Blühzeit, Wuchshöhe und Standortansprüche. Die folgende Tabelle hilft bei der Auswahl typischer September-Arbeiten im Staudenbeet:
| Maßnahme | Geeignete Pflanzenbeispiele | Ziel |
|---|---|---|
| Stauden teilen | Phlox, Taglilien, Aster, Sonnenhut | Verjüngung, mehr Blüten, Nachwuchspflanzen |
| Beete neu strukturieren | Gräser, Herbst-Anemonen, Purpur-Sonnenhut | Harmonische Höhenstaffelung, längere Blütezeit |
| Lücken mit Herbststauden füllen | Chrysanthemen, Fetthenne, Herbstastern | Späte Farbakzente, Insektennahrung |
| Zwiebelblumen setzen | Tulpen, Narzissen, Krokusse | Frühjahrsblüte vorbereiten |
Darüber hinaus lohnt es sich, im September gründlich zu beobachten, welche Kombinationen im Beet funktionieren und welche nicht. Passen Farben, Wuchshöhen und Blühzeiten zusammen? Wo sind Lücken entstanden, wo herrscht Enge? Nutzen Sie diese Eindrücke, um Beete sanft umzugestalten, ohne das gesamte Gartenbild auf einmal zu „zerstören“.
Für eine bessere Übersicht im Ziergarten bieten sich Listen mit konkreten To-dos an:
- Stauden auslichten und teilen (nur gesunde Pflanzen verwenden)
- Verblühte Stauden nur teilweise zurückschneiden, Samenstände für Tiere belassen
- Neue Stauden und Gräser pflanzen, insbesondere herbstblühende Arten
- Frühjahrsblüher-Zwiebeln in vorbereitete Lücken setzen
- Boden nach dem Pflanzen mit Kompost versorgen und mulchen
Obstgarten: Erntezeit für Äpfel, Birnen und Zwetschgen
Im Obstgarten ist der September oft der Höhepunkt der Erntesaison. Viele Apfel- und Birnensorten sowie Zwetschgen, Pflaumen und Renekloden erreichen jetzt ihren optimalen Reifegrad. Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für Geschmack, Lagerfähigkeit und Vitamingehalt. Ein guter Indikator ist die sogenannte Pflückreife: Lassen sich Früchte leicht vom Zweig lösen und haben sie sortentypische Färbung und Aroma, können sie geerntet werden.
Besonders wichtig ist eine schonende Ernte, wenn Sie Ihre Früchte einlagern möchten. Obst sollte weder gedrückt noch fallen gelassen werden, da Druckstellen schnell zu Fäulnis führen. Lagern Sie nur einwandfreie, unbeschädigte Früchte ein; angeschlagene Exemplare werden besser zeitnah verarbeitet, etwa zu Mus, Kompott, Saft oder Kuchen. So wird der Ertrag optimal genutzt, und es entsteht weniger Lebensmittelverschwendung im Garten.
Eine praktische Übersicht erleichtert Ihnen die Arbeiten im September-Obstgarten:
- Ernte von Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, späten Himbeeren und Brombeeren
- Lagerobst sortieren, kühle und dunkle Lagerplätze vorbereiten
- Fallobst regelmäßig aufsammeln (wegen Wespen, Fäulnis und Pilzgefahr)
- Leichten Auslichtungsschnitt bei stark hängenden Obstbäumen vornehmen
- Jungbäume kontrollieren: Anbindungen, Verbissschutz, Baumscheibenpflege
Darüber hinaus ist im September eine gute Zeit, um den Gesundheitszustand der Obstbäume zu beurteilen. Achten Sie auf Anzeichen von Schorf, Monilia-Fruchtfäule oder Mehltau. Befallene Früchte und Zweige sollten konsequent entfernt und nicht auf dem Kompost entsorgt werden, um Infektionsquellen zu reduzieren. Wer jetzt aufmerksam kontrolliert und gezielt eingreift, beugt starkem Krankheitsdruck im nächsten Jahr wirkungsvoll vor.
Gemüsegarten: Spätgemüse säen, Lagergemüse ernten
Im Gemüsegarten ist der September eine Phase der doppelten Aktivität: Einerseits werden viele Kulturen geerntet, andererseits können noch diverse Spät- und Wintersalate, Radieschen und Spinat gesät werden. Der warme Boden sorgt für zügige Keimung, während die kühleren Nächte für kompakteres, aromatisches Wachstum sorgen. Besonders geeignet sind schnell reifende Kulturen, die in 6–8 Wochen erntereif sind.
Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken, Kürbis oder Winterkohl wird im September teilweise schon geerntet oder zumindest auf die Ernte vorbereitet. Wichtig ist, nur gesundes, unbeschädigtes Gemüse einzulagern. Überschüsse lassen sich gut durch Einfrieren, Einkochen oder Fermentieren haltbar machen. So bleibt der eigene Gartenertrag über den Winter nutzbar und reduziert den Bedarf an gekaufter Ware.
Auch im Gemüsegarten lohnt sich eine klare To-do-Struktur für den September:
- Spätgemüse säen: Spinat, Feldsalat, Asiasalate, Winterportulak
- Beete räumen, auf denen Sommergemüse abgeerntet ist
- Boden lockern, Kompost einarbeiten, Gründüngung einsäen
- Lagergemüse (z.B. Kürbisse, erste Kohlsorten) ernten und einlagern
- Tomatenpflanzen auslichten, unreife Früchte nachreifen lassen
Zudem bietet sich der September an, um den Fruchtwechsel für die kommende Saison im Blick zu behalten. Notieren Sie, wo in diesem Jahr Stark-, Mittel- und Schwachzehrer standen, und planen Sie passende Nachfolgekulturen. Wer jetzt ein einfaches Beet-Tagebuch führt, kann im nächsten Frühjahr gezielt Fruchtfolgefehler vermeiden und die Bodengesundheit langfristig verbessern.
Rasenpflege im Herbst: Vertikutieren, Düngen, Mähen
Der Rasen profitiert im September besonders von einer gründlichen Pflegerunde. Nach den Belastungen durch Sommerhitze und Trockenperioden kann die Grasnarbe geschwächt sein, es haben sich Moose und Filz gebildet. Mit einer Kombination aus Vertikutieren, Nachsaat und herbstlicher Düngung wird der Rasen gestärkt, damit er gesund in den Winter geht und im Frühjahr schnell wieder sattgrün austreibt. Der Boden ist jetzt noch warm genug, damit Rasensamen zügig keimen.
Ein strukturierter Überblick zeigt die wichtigsten Rasenarbeiten im September:
| Maßnahme | Zeitpunkt / Häufigkeit | Zweck |
|---|---|---|
| Mähen | Alle 7–10 Tage, nicht zu kurz | Dichte Grasnarbe erhalten, Mooswuchs vorbeugen |
| Vertikutieren | Einmal im frühen Herbst | Rasenfilz und Moos entfernen, Belüftung fördern |
| Nachsaat | Direkt nach dem Vertikutieren | Lücken schließen, Rasen verjüngen |
| Herbstdüngung | Einmal im Spätsommer/Frühherbst | Widerstandskraft und Winterhärte verbessern |
Beim Mähen sollte die Schnitthöhe im Frühherbst eher etwas höher eingestellt werden (etwa 4–5 cm), damit die Gräser ausreichend Blattfläche zur Photosynthese haben und nicht auskühlen. Zu tief geschnittener Rasen reagiert empfindlicher auf Trockenheit und Frost. Nach dem Vertikutieren und der Nachsaat ist regelmäßiges, aber vorsichtiges Wässern wichtig, damit die Keimlinge nicht austrocknen.
Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist das Ausbessern von Kahlstellen, etwa dort, wo im Sommer Planschbecken oder Gartenmöbel standen. Spezielle Reparaturmischungen mit schnell keimenden Gräsern schließen Lücken rasch. Entfernen Sie vorab lockeren Boden und Steine, lockern Sie den Untergrund und drücken Sie das Saatgut nach der Aussaat leicht an. So schaffen Sie ideale Keimbedingungen.
Auch Laub spielt schon im September eine Rolle: Erste Blätter, die auf den Rasen fallen, sollten regelmäßig entfernt werden, damit sich keine feuchten, lichtarmen Zonen bilden. Dauerhaft beschattete Stellen fördern Moos und Pilzkrankheiten. Nutzen Sie das Laub lieber als Mulch im Staudenbeet oder im Kompost – dort verbessert es die Bodenstruktur und dient Bodenlebewesen als Nahrung.
Gehölze und Hecken: Rückschnitt, Pflanzzeit, Pflege
Gehölze und Hecken profitieren im September von einem „Pflegecheck“. Für viele Heckenarten ist die Zeit der starken Zuwächse vorbei, sodass nur noch Korrekturschnitte nötig sind. Größere Formschnitte sollten aus Rücksicht auf brütende Vögel bereits vorher erledigt worden sein, doch sanftes Nachschneiden ist jetzt wieder möglich. Achten Sie darauf, möglichst nur leicht in das junge Holz zu schneiden, um das Wachstum nicht unnötig anzuregen.
Der Herbst gilt allgemein als beste Pflanzzeit für viele Laubgehölze, Sträucher und Heckenpflanzen. Im September ist der Boden noch warm, die Verdunstung geringer als im Hochsommer, und die Neupflanzungen haben bis zum Winter ausreichend Zeit zum Einwurzeln. Besonders wurzelnackte Gehölze – etwa Heckenpflanzen wie Hainbuche oder Liguster – werden häufig im Spätherbst angeboten und können ab der entsprechenden Lieferzeit gesetzt werden.
Wichtig ist eine sorgfältige Pflanzvorbereitung: Der Boden sollte tiefgründig gelockert und von Wurzelunkräutern befreit werden. Eine Startgabe Kompost oder gut verrotteten Stallmistes unterstützt das Anwachsen, Staunässe ist jedoch zu vermeiden. Nach dem Pflanzen wird kräftig angegossen, damit Hohlräume im Erdreich geschlossen werden. Bei größeren Gehölzen sind Pfähle und Anbindungen sinnvoll, um Windwurf zu verhindern.
Achten Sie außerdem auf den allgemeinen Gesundheitszustand bestehender Gehölze. Trockenschäden aus dem Sommer machen sich manchmal erst im Frühherbst bemerkbar. Entfernen Sie totes Holz, markieren Sie stark geschädigte Pflanzen und überlegen Sie frühzeitig, ob ein Ersatz im Herbst oder erst im nächsten Frühjahr sinnvoll ist. So bleibt die Struktur Ihres Gartens langfristig stabil und optisch ansprechend.
Kübelpflanzen: Vorbereiten auf die Überwinterung
Kübelpflanzen brauchen im September besondere Aufmerksamkeit, denn für viele frostempfindliche Arten ist die Freiluftsaison bald vorbei. Noch können sie die milde Spätsommerwärme genießen, doch späte Nächte können bereits kühl werden. Überwachen Sie die Wetterprognosen, insbesondere in rauen Lagen, und planen Sie rechtzeitig, wohin Oleander, Engelstrompeten, Bougainvillea, Zitrusgewächse und andere Exoten im Winter umziehen sollen.
Eine gründliche Kontrolle auf Schädlinge und Krankheiten ist jetzt Pflicht. Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben oder weiße Fliegen sollten vor dem Einräumen konsequent bekämpft werden, damit sie sich im Winterquartier nicht massenhaft vermehren. Entfernen Sie zudem vertrocknete Blätter und Blüten, kürzen Sie zu lange Triebe dezent ein und reinigen Sie Töpfe und Untersetzer. So verhindern Sie, dass sich Pilzsporen und Schädlinge verstecken.
Auch das Gieß- und Düngeverhalten ändert sich im Spätsommer. Ab September wird bei vielen Kübelpflanzen weniger gedüngt oder die Düngung ganz eingestellt, damit die Triebe ausreifen und nicht mehr weich nachwachsen. Gießen Sie moderat: Der Wurzelballen soll nicht austrocknen, aber auch nicht dauerhaft nass sein. Staunässe im Herbst ist ein häufiger Grund für Wurzelfäulnis, besonders bei mediterranen Arten.
Denken Sie außerdem an geeignete Isolierung und Unterlagen für die Überwinterung. Kübel auf Holzleisten oder Styroporplatten sind vor Bodenkälte besser geschützt. Je nach Art brauchen Pflanzen ein kühles, helles Winterquartier (z.B. Oleander, Citruspflanzen) oder ein eher dunkles, frostfreies (z.B. viele Geranien nach starkem Rückschnitt). Wer rechtzeitig plant, erspart sich Stress, wenn die ersten Nachtfröste tatsächlich auftreten.
Naturnaher Garten: Lebensräume für Tiere schaffen
Ein naturnaher Garten entfaltet im September eine besondere Bedeutung für Tiere. Viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger bereiten sich nun auf den Winter vor und sind auf geeignete Nahrungs- und Rückzugsquellen angewiesen. Wenn Sie nicht alle Stauden rigoros zurückschneiden, sondern Samenstände, Gräser und Laubhaufen stehen lassen, schaffen Sie wertvolle Überwinterungsorte und Futterquellen. So verbindet sich Ästhetik mit ökologischem Nutzen.
Heimische Wildstauden, Sträucher mit Beeren (z.B. Holunder, Hagebutten, Schneeball) und spät blühende Pflanzen wie Herbstastern oder Fetthenne sind jetzt besonders wertvoll. Sie liefern Nektar und Pollen für späte Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge und bieten Vögeln im Herbst und Winter Nahrung. Verzichten Sie möglichst auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel – sie stören das ökologische Gleichgewicht und schaden vielen Nützlingen.
Auch kleine Strukturen wie Totholzecken, Stein- und Laubhaufen oder ein kleines Wasserbecken leisten einen großen Beitrag zur Artenvielfalt. Im September können Sie solche Elemente anlegen oder erweitern, ohne bestehende Nester zu stören. Platzieren Sie sie an ruhigen, halbschattigen Standorten, damit sich Tiere ungestört zurückziehen können.
Wenn Sie einen Teil des Rasens seltener mähen oder als Wiese entwickeln, entsteht mit der Zeit ein vielfältiger Lebensraum. Gerade jetzt, wo im übrigen Garten viel geerntet und aufgeräumt wird, sind solche „wilden Ecken“ von unschätzbarem Wert. Sie helfen, das natürliche Gleichgewicht zu stabilisieren und machen Ihren Garten robuster gegenüber Schädlingen und Krankheiten.
Planung für das nächste Gartenjahr im September
Im September liegt das Gartenjahr noch nicht ganz hinter Ihnen, aber viele Erfahrungen sind bereits gesammelt. Nutzen Sie die ruhigen Momente, um zu notieren, welche Pflanzen sich bewährt haben, welche Sorten besonders gut geschmeckt oder geblüht haben und wo es Probleme gab. Ein einfaches Gartennotizbuch oder eine digitale Liste hilft, diese Erkenntnisse festzuhalten und im nächsten Frühjahr abrufen zu können.
Auch die grobe Beetplanung für das kommende Jahr kann bereits jetzt beginnen. Im Gemüsegarten achten Sie idealerweise auf eine ausgewogene Fruchtfolge, im Ziergarten auf Blühabfolgen und harmonische Farbkombinationen. Überlegen Sie, ob Sie mehr frühe oder späte Blüher integrieren möchten, ob zusätzliche Gehölze Schatten spenden oder Sichtschutz bieten sollen und ob bestimmte Flächen pflegeleichter gestaltet werden sollen.
Bestelllisten für Saatgut, Stauden oder Gehölze lassen sich im September gut vorbereiten. Viele Saatgutkataloge erscheinen jetzt, und auch in Gärtnereien kündigt sich das Herbstsortiment an. Wer frühzeitig plant, hat eine größere Auswahl an Sorten und kann spontan günstige Angebote nutzen. Notieren Sie sich auch, welche Hilfsmittel Sie benötigen, etwa Rankhilfen, Bewässerungssysteme oder Kompostbehälter.
Gleichzeitig bietet der Monat Gelegenheit, langfristige Projekte anzustoßen: Vielleicht möchten Sie im nächsten Jahr ein Hochbeet anlegen, einen Teich bauen oder eine artenreiche Blumenwiese einsäen. Im September können Sie Standorte prüfen, Lichtverhältnisse beobachten und gegebenenfalls erste Vorbereitungen treffen, etwa das Entfernen alter Strukturen oder das Markieren von Flächen.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Septembergarten
Zum Abschluss einige oft gestellte Fragen rund um die Gartenarbeit im September – kompakt beantwortet: 🌱🍎🍂
1. Kann ich im September noch Stauden pflanzen?
Ja, der September ist ein sehr guter Pflanzmonat. Der Boden ist warm, die Luft kühler, und die Pflanzen können bis zum Winter gut einwurzeln. Achten Sie auf ausreichendes Angießen und eine Mulchschicht gegen Austrocknung.
2. Wann ist der richtige Zeitpunkt, Äpfel zu ernten?
Äpfel sind pflückreif, wenn sie sortentypisch gefärbt sind und sich beim leichten Drehen gut vom Ast lösen. Die Kerne sind dann meist dunkelbraun. Pflückreife ist nicht immer gleich Genussreife – manche Lagersorten entfalten ihr Aroma erst nach einigen Wochen Lagerung.
3. Ist es sinnvoll, im September noch Rasen nachzusäen?
Ja. Bis etwa Ende September/Anfang Oktober (je nach Region) sind die Bedingungen ideal. Der Boden ist noch warm, die Keimung verläuft schnell. Wichtig ist regelmäßiges, schonendes Wässern und möglichst wenig Betreten der Fläche in den ersten Wochen.
4. Welche Gemüse kann ich jetzt noch aussäen?
Kurzfristige Kulturen wie Radieschen, Spinat, Feldsalat, Winterpostelein und Asiasalate eignen sich gut. In milden Regionen können manche davon sogar den Winter über im Beet bleiben und nach und nach beerntet werden.
5. Muss ich alle Stauden im Herbst vollständig zurückschneiden?
Nein, im naturnahen Garten lässt man viele Stauden bis zum Frühjahr stehen. Samenstände dienen Vögeln als Nahrung, hohle Stängel und Laubhaufen bieten Insekten und Kleintieren Unterschlupf. Nur kranke Pflanzenreste sollten zeitnah entfernt werden.
6. Wann sollten Kübelpflanzen ins Winterquartier?
Spätestens vor den ersten Nachtfrösten. Empfindliche Arten (z.B. Bougainvillea, manche Zitrusarten) holen Sie schon bei Temperaturen um 5 °C ins Haus. Robustere mediterrane Pflanzen vertragen kurzzeitig leichten Frost, sollten aber langfristig frostfrei stehen.
7. Kann ich im September noch Gehölze schneiden?
Leichte Korrektur- und Formschnitte an Hecken und Ziergehölzen sind möglich. Starke Rückschnitte und radikale Eingriffe verschiebt man besser auf die vegetationsarme Zeit (Spätwinter), um Pflanze und Tierwelt zu schonen.
8. Wie bereite ich Lagergemüse richtig vor?
Nur gesundes, trockenes Gemüse einlagern, nicht waschen, sondern nur grob erdresten. Lagern Sie kühl, dunkel und luftig, z.B. in Kisten mit Sand oder auf Lattenrosten. Kontrollieren Sie den Vorrat regelmäßig und sortieren Sie verdächtige Stücke aus.
9. Braucht der Rasen im Herbst unbedingt eine Herbstdüngung?
Eine spezielle Herbstdüngung mit reduziertem Stickstoff- und erhöhtem Kaliumanteil ist empfehlenswert. Sie stärkt die Zellstruktur, fördert die Winterhärte und sorgt dafür, dass der Rasen im Frühjahr rasch wieder grün wird.
10. Wie kann ich meinen Garten im Herbst besonders tierfreundlich machen?
Lassen Sie einige Bereiche bewusst „unaufgeräumt“: Staudenstände, Laubhaufen, Totholz und Beerenträger. Verzichten Sie auf Pestizide und verwenden Sie – wenn nötig – möglichst sanfte, nützlingsschonende Mittel. Schon kleine Schritte erhöhen die Artenvielfalt deutlich.
Gartenarbeit im September bedeutet Ernten, Pflegen und Vorausschau in einem. Wer jetzt bewusst handelt, stärkt nicht nur Pflanzen und Boden, sondern schafft auch wertvolle Strukturen für das kommende Jahr – und für die Tierwelt im eigenen Garten. Nutzen Sie die milde Herbstzeit, um Stauden zu teilen, Obst und Gemüse einzulagern, den Rasen zu regenerieren und neue Pflanzideen vorzubereiten. So wird Ihr Garten nicht nur im nächsten Frühling, sondern das ganze Jahr hindurch reicher, gesünder und lebendiger.
