Die Efeutute (Epipremnum aureum) zählt zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt – und das aus gutem Grund: Sie ist robust, pflegeleicht und lässt sich unglaublich einfach über Ableger vermehren. Mit ein paar gezielten Handgriffen kannst du aus einer Mutterpflanze viele neue Pflanzen gewinnen, die dein Zuhause begrünen oder als Geschenk dienen. In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine Efeutute in nur vier Schritten erfolgreich vermehrst – ideal auch für Anfängerinnen und Anfänger ohne grünen Daumen.
Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Prinzip dahinter: Efeututen bilden an ihren Ranken sogenannte Knoten, aus denen Blätter und Luftwurzeln wachsen. Genau diese Knoten sind der Schlüssel zur Vermehrung. Schneidest du sie richtig ab und bietest ihnen gute Bedingungen, entwickeln sie sich rasch zu eigenständigen Jungpflanzen.
Im Folgenden gehen wir nacheinander die vier Schritte durch: von der Auswahl gesunder Triebe über das Schneiden und Vorbereiten der Stecklinge, das Bewurzeln in Wasser oder Erde bis hin zum Einpflanzen und der anschließenden Pflege. Zum Schluss beantworten wir häufige Fragen, damit bei deiner Vermehrungsaktion wirklich nichts schiefgeht.
Schritt 1: Gesunde Triebe für Ableger auswählen
Der erste und vielleicht wichtigste Schritt bei der Vermehrung deiner Efeutute ist die Auswahl geeigneter Triebe. Nur vitales Pflanzenmaterial hat genug Energie, um schnell Wurzeln zu bilden und später zu einer kräftigen neuen Pflanze heranzuwachsen. Achte deshalb darauf, dass du Ranken verwendest, die kräftig, sattgrün und frei von Schädlingen oder Flecken sind.
Besonders gut eignen sich Triebe mit mehreren gut sichtbaren Knoten (Verdickungen am Stängel, an denen Blätter und Luftwurzeln sitzen). Je mehr vitale Knoten dein Steckling besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ableger zuverlässig Wurzeln treibt. Vermeide dabei sehr junge, noch weiche Spitzen oder stark verholzte, alte Triebe – ein mittleres Alter ist ideal.
Am besten schaust du dir deine Efeutute bei gutem Tageslicht genau an. Entferne zunächst alles, was krank, welkend oder gelblich ist, damit du einen klaren Blick auf die gesunden Partien hast. Triebe mit bereits erkennbaren Luftwurzeln an den Knoten sind ein echter Bonus, denn diese Luftwurzeln werden im Wasser oder in der Erde besonders schnell weiterwachsen und die Bewurzelung deutlich beschleunigen.
Schritt 2: Stecklinge richtig schneiden und vorbereiten
Damit deine Stecklinge gute Startbedingungen haben, kommt es auf den sauberen und korrekten Schnitt an. Verwende unbedingt ein scharfes, sauberes Messer oder eine Pflanzenschere, um Quetschungen am Stängel zu vermeiden und das Risiko für Infektionen zu senken. Schneide stets knapp unterhalb eines Knotens, denn genau dort kann die Pflanze besonders leicht neue Wurzeln bilden.
Strukturiert gehst du am besten so vor:
- Ein Werkzeug auswählen (scharfes Messer oder Schere) und gründlich reinigen
- Einen gesunden Trieb mit mehreren Knoten aussuchen
- Stecklinge so schneiden, dass jeweils 1–3 Blätter und mindestens ein Knoten vorhanden sind
- Unteres Blatt bei Bedarf entfernen, damit es später nicht im Wasser oder in der Erde steckt
- Stecklinge kurz beiseite legen, damit die Schnittstellen leicht antrocknen können
Achte darauf, deine Stecklinge nicht zu lang zu machen – Stücke von etwa 8–15 cm haben sich bewährt. Zu lange Stecklinge verlieren unnötig viel Feuchtigkeit, bevor sie Wurzeln ausbilden, zu kurze haben manchmal zu wenig Kraft für den Start. Entferne außerdem beschädigte Blätter und kontrolliere jeden Steckling noch einmal auf mögliche Schädlinge. Wenn du möchtest, kannst du die Schnittstellen in Bewurzelungspulver tauchen, das ist bei Efeututen aber meist nicht nötig, weil sie von Natur aus sehr wurzelwillig sind.
Schritt 3: Ableger in Wasser oder Erde bewurzeln

Nun entscheidest du, ob du deine Efeututen-Stecklinge im Wasser oder direkt in der Erde bewurzeln möchtest. Beide Methoden funktionieren gut, haben aber unterschiedliche Vorteile. Im Wasser kannst du das Wurzelwachstum beobachten und rechtzeitig umtopfen, in der Erde entsteht dafür oft ein etwas kräftigeres Wurzelsystem von Anfang an. Du kannst auch beide Varianten parallel ausprobieren, um herauszufinden, was bei dir am besten klappt.
Zur Orientierung helfen dir diese Schritte:
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Bewurzeln im Wasser
- Ein Glas oder eine Vase mit zimmerwarmem, möglichst kalkarmem Wasser füllen
- Stecklinge so einsetzen, dass nur die Knoten, nicht aber die Blätter im Wasser stehen
- Glas hell, aber ohne direkte Sonne platzieren und Wasser alle paar Tage wechseln
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Bewurzeln in Erde
- Einen kleinen Topf mit lockerer, gut durchlässiger Erde (z.B. Blumenerde mit Perlit) füllen
- Stecklinge so einsetzen, dass mindestens ein Knoten in der Erde steckt
- Erde leicht andrücken, angießen und den Topf warm, hell, aber ohne pralle Sonne stellen
Unabhängig von der Methode solltest du auf eine konstant warme Umgebung achten, ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. Luftfeuchtigkeit hilft ebenfalls – du kannst die Stecklinge z.B. mit einer durchsichtigen Haube oder einem Gefrierbeutel locker abdecken, musst dann aber regelmäßig lüften, um Schimmel zu vermeiden. Im Wasser zeigen sich oft schon nach 1–3 Wochen die ersten Wurzeln, in Erde kann es etwas länger dauern, ohne dass das ein schlechtes Zeichen sein muss.
Schritt 4: Jungpflanzen einpflanzen und pflegen
Sobald deine Stecklinge ein ausreichend starkes Wurzelsystem entwickelt haben – im Wasser etwa 3–5 cm lange Wurzeln, in Erde ein spürbarer Widerstand beim ganz vorsichtigen Ziehen – ist es Zeit fürs Umtopfen. Wähle einen Topf mit Abzugsloch und passender Größe: nicht zu groß, damit die Erde nicht vernässt, aber groß genug, dass die jungen Wurzeln sich ausbreiten können. Eine durchlässige Blumenerde oder spezielle Grünpflanzenerde liefert die nötigen Nährstoffe und beugt Staunässe vor.
Setze mehrere bewurzelte Stecklinge gemeinsam in einen Topf, wenn du von Anfang an eine schön buschige Pflanze haben möchtest. Halte die Wurzeln beim Einsetzen so aufrecht wie möglich und bedecke sie mit Erde, ohne sie zu stark zu drücken. Anschließend gießt du vorsichtig an, bis das Substrat gleichmäßig feucht ist, und lässt überschüssiges Wasser gut ablaufen. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen solltest du besonders auf eine gleichmäßige, aber nicht zu nasse Feuchtigkeit achten.
In der Pflege unterscheidet sich die junge Efeutute später kaum von einer ausgewachsenen Pflanze: Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne, mäßiges Gießen und gelegentliches Düngen in der Wachstumszeit reichen völlig aus. Zu Beginn kannst du mit Dünger noch sparsam sein, da frische Erde meist ausreichend Nährstoffe enthält. Beobachte deine Jungpflanzen genau: Hängende Blätter deuten oft auf Wassermangel hin, gelbliche Blätter eher auf zu viel Wasser. Mit etwas Aufmerksamkeit entwickeln sich deine Ableger schnell zu kräftigen, neuen Efeututen. 🌿
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Vermehrung
Im Alltag tauchen bei der Vermehrung von Efeututen immer wieder ähnliche Fragen auf – von der optimalen Jahreszeit über die richtige Bewässerung bis hin zu Problemen beim Wurzelwachstum. Die folgende Tabelle fasst einige der typischen Fragen und prägnante Antworten zusammen, damit du im Zweifel schnell nachschlagen kannst.
Die Antworten sind bewusst kurz gehalten, sollen dir aber eine klare Orientierung geben. Wenn du merkst, dass ein Problem trotz Befolgung der Tipps bestehen bleibt, hilft es meist, die Standortbedingungen (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) noch einmal genau zu prüfen. Oft steckt hier die Ursache.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wann ist die beste Zeit für Ableger? | Frühling bis Spätsommer, wenn die Pflanze aktiv wächst. |
| Wie viele Knoten sollte ein Steckling haben? | Ideal sind 1–3 Knoten mit mindestens einem Blatt. |
| Warum faulen meine Stecklinge im Wasser? | Zu wenig Wasserwechsel, zu kaltes Wasser oder Stecklinge zu tief im Wasser. |
| Wie lange dauert die Bewurzelung? | Meist 1–3 Wochen im Wasser, in Erde etwas länger. |
| Können Ableger ohne Luftwurzeln bewurzeln? | Ja, aber mit vorhandenen Luftwurzeln geht es deutlich schneller. |
| Brauche ich Bewurzelungshormon? | Bei Efeutute in der Regel nicht nötig, sie wurzelt sehr leicht. |
| Was tun bei schlaffen Stecklingen? | Standort prüfen, ggf. helleren Platz wählen und gleichmäßige Feuchte sichern. |
| Kann ich Ableger direkt in den endgültigen Topf setzen? | Möglich, aber ein zu großer Topf erhöht das Risiko von Staunässe. |
| Wie oft darf ich von einer Pflanze Ableger schneiden? | Solange sie kräftig ist – zwischen den Schnittaktionen Erholungsphasen lassen. |
| Ist Efeutute giftig? | Ja, leicht giftig für Haustiere und Kinder – außer Reichweite platzieren. |
Mit ein wenig Planung und den richtigen Handgriffen ist die Vermehrung deiner Efeutute über Ableger ein unkompliziertes und lohnendes Projekt. Du stärkst nicht nur deine bestehende Pflanze durch gezielten Rückschnitt, sondern gewinnst gleichzeitig neue, gesunde Jungpflanzen. So entsteht mit der Zeit ein kleiner Efeututen-Dschungel, der dein Zuhause grüner, lebendiger und gemütlicher macht.
Wenn du die vier Schritte – gesunde Triebe auswählen, sorgfältig schneiden, bewusst bewurzeln und liebevoll einpflanzen sowie pflegen – beherzigst, steht deinem Erfolg praktisch nichts im Weg. Scheue dich nicht, zu experimentieren: Probiere unterschiedliche Standorte, Wasser- oder Erdbewurzelung und Topfgrößen aus, bis du die Methode gefunden hast, die dir am besten liegt.
Mit jedem gelungenen Ableger sammelst du Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit Zimmerpflanzen. Bald wirst du mühelos weitere Arten vermehren und deine Wohnung oder den Freundeskreis mit selbstgezogenen Pflanzen bereichern. Deine Efeutute macht dabei den Anfang – und zeigt dir, wie einfach Pflanzenvermehrung sein kann.
