Der Drachenbaum (Dracaena) gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt – und das nicht ohne Grund. Er gilt als robust, langlebig und verzeiht auch kleinere Pflegefehler, was ihn besonders für Einsteiger attraktiv macht. Gleichzeitig bringt er mit seinen elegant aufstrebenden Blättern und den oft zweifarbigen Mustern einen modernen, exotischen Look in jede Wohnung oder ins Büro. Viele schätzen ihn zudem als „grünen Mitbewohner“, der das Raumklima verbessert und für mehr Wohlbefinden sorgt.
Ein weiterer Pluspunkt: Drachenbäume sind extrem vielseitig. Es gibt sie von klein und buschig bis hin zu eindrucksvollen, baumartigen Exemplaren, die fast schon Möbelstück-Charakter haben. So lässt sich für nahezu jeden Raum – ob helles Wohnzimmer, Flur oder Arbeitszimmer – ein passender Drachenbaum finden. Viele Arten kommen mit eher mäßigen Lichtverhältnissen zurecht und eignen sich daher auch für Standorte, an denen andere Zimmerpflanzen schnell eingehen würden.
Auch in puncto Pflege punkten Drachenbäume: Sie brauchen weder tägliche Aufmerksamkeit noch komplizierte Spezialbehandlungen. Wer ein paar grundlegende Regeln zu Standort, Gießen und Düngen beachtet, wird lange Freude an einem gesunden und dekorativen Exemplar haben. Mit ein wenig Know-how können Sie den Drachenbaum sogar schneiden, formen und gezielt vermehren.
In diesem Artikel erhalten Sie kompakte, aber fundierte Experten-Tipps rund um den Drachenbaum: von den wichtigsten Arten über optimale Lichtverhältnisse, richtiges Gießen und Düngen bis hin zu Umtopfen, Krankheiten, Vermehrung und den häufigsten Fragen aus der Praxis. So wird Ihr Drachenbaum langfristig zu einem starken, vitalen Blickfang in Ihren vier Wänden.
Einführung: Was den Drachenbaum so beliebt macht
Der Drachenbaum vereint auf einzigartige Weise robuste Pflegeeigenschaften mit einem sehr dekorativen Erscheinungsbild. Während viele tropische Zimmerpflanzen schnell zickig werden, kommt Dracaena mit dem typischen „Wohnungsalltag“ erstaunlich gut zurecht: trockene Heizungsluft, gelegentliche Gießpausen oder etwas weniger Licht steckt er besser weg als viele andere Arten. Dadurch ist er insbesondere für Menschen mit wenig Zeit oder ohne große Pflanzen-Erfahrung interessant.
Seine aufrechten Stämme und die rosettenartig angeordneten Blätter sorgen für eine klare, architektonische Optik. Je nach Art und Sorte reichen die Farben von sattem Dunkelgrün über limettenfarbene Nuancen bis hin zu cremegelben oder rötlichen Streifen. Damit fügt sich der Drachenbaum sehr gut in moderne, minimalistische Einrichtungen ein, passt aber ebenso zu gemütlichen Wohnstilen als natürlicher Kontrast.
Ein oft unterschätzter Vorteil: Drachenbäume tragen zur Verbesserung der Raumluft bei. Sie verdunsten Feuchtigkeit und können in gewissem Umfang Schadstoffe aus der Luft filtern. Auch wenn man das nicht überbewerten sollte, berichten viele Besitzer, dass Räume mit größeren Grünpflanzen – und dazu zählt der Drachenbaum – einfach „frischer“ und angenehmer wirken.
Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine Rolle: Drachenbäume sind im Handel weit verbreitet und in unterschiedlichen Größen erhältlich. Vom kleinen Mitbringsel im Topf bis zum stattlichen Solitär für die Zimmerecke ist für jedes Budget etwas dabei. Mit guter Pflege wächst der Drachenbaum über Jahre hinweg weiter und entwickelt sich so zu einem treuen, immer schöner werdenden Begleiter.
Die wichtigsten Drachenbaum-Arten im Überblick
Wer einen Drachenbaum kaufen möchte, steht schnell vor der Frage: Welche Art ist die richtige für mich? Im Handel werden viele Dracaena-Arten häufig einfach als „Drachenbaum“ angeboten, obwohl sie sich in Wuchs, Blattform und Farbgebung deutlich unterscheiden. Einige sind besonders robust und damit ideal für Einsteiger, andere überzeugen durch spektakuläre Farbakzente oder bleiben von Natur aus kompakter.
Damit Sie leichter den Überblick behalten, finden Sie hier eine kleine Auswahl der gängigsten Drachenbaum-Arten und -Sorten in Tabellenform:
| Art / Sorte | Deutscher Name / Merkmal | Wuchsform | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Dracaena marginata | Gerandeter Drachenbaum | Schlank, mehrstämmig | Sehr robust, schmale Blätter |
| Dracaena fragrans | Duftender Drachenbaum / Strahlenaralie | Kräftiger Stamm, große Blätter | Beliebt im Büro, toleriert Halbschatten |
| Dracaena fragrans ‘Lemon Lime’ | Buntlaubige Sorte mit gelb-grün | Buschig, dicht beblättert | Auffällige, leuchtende Blattzeichnung |
| Dracaena deremensis ‘Warneckii’ | Warneckii-Drachenbaum | Aufrecht, mittlere Höhe | Längsgestreifte, elegante Blätter |
| Dracaena reflexa ‘Song of India’ | Song-of-India-Drachenbaum | Dichter, verzweigter Wuchs | Sehr dekorativ, braucht mehr Licht |
Zusätzlich zu den genannten Klassikern gibt es noch zahlreiche weitere Sorten mit unterschiedlichen Blattzeichnungen und Größen. Für Einsteiger besonders empfehlenswert sind Dracaena marginata und Dracaena fragrans, da sie recht unkompliziert sind und mit typischen Wohnraumbedingungen gut zurechtkommen. Wer Wert auf besonders farbenfrohes Laub legt, greift hingegen zu Sorten wie ‘Lemon Lime’ oder ‘Song of India’.
Bei der Auswahl sollten Sie auch den späteren Standort im Blick behalten: Arten mit dunkelgrünem Laub vertragen in der Regel etwas weniger Licht als stark panaschierte (also bunt gemusterte) Sorten. Letztere benötigen mehr Helligkeit, um ihre Färbung zu erhalten, wirken dafür aber besonders edel. Überlegen Sie daher vor dem Kauf, ob Sie eher einen pflegeleichten Allrounder oder einen optisch auffälligen Blickfang suchen.
Beachten Sie zudem die Endgröße: Viele Drachenbäume sehen als Jungpflanzen relativ kompakt aus, können aber im Laufe der Jahre erstaunliche Höhen erreichen. Informieren Sie sich daher vorab, wie hoch und breit die gewählte Art typischerweise wird. So vermeiden Sie, dass Ihr grüner Mitbewohner später buchstäblich über den Kopf wächst – oder schon nach kurzer Zeit umziehen muss.
Standortwahl: Perfekte Lichtverhältnisse finden
Der richtige Standort ist entscheidend dafür, wie vital und formschön Ihr Drachenbaum sich entwickelt. Als Faustregel gilt: Viel helles, indirektes Licht ist ideal. Ein Platz nahe einem Ost- oder Westfenster, an dem die Pflanze zwar viel Helligkeit, aber keine grelle Mittagssonne abbekommt, ist für die meisten Arten optimal. Direkt südseitige Fenster können funktionieren, wenn das Licht durch Gardinen oder etwas Abstand zum Fenster gedämpft wird.
Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, hier eine Liste mit typischen Standortempfehlungen:
- Helles, indirektes Licht: ideal für fast alle Dracaena-Arten
- Halbschatten (z. B. etwas weiter vom Fenster entfernt): geeignet für dunkelgrüne Sorten wie D. fragrans
- Keine dauerhafte direkte Mittagssonne: Gefahr von Blattverbrennungen
- Keine extrem dunklen Ecken: langsames Wachstum, Vergeilung und Blattfall drohen
Auch diese Checkliste hilft bei der Standortwahl:
- Steht die Pflanze so, dass Sie bequem gießen und staubige Blätter abwischen können?
- Gibt es Heizkörper direkt darunter oder dahinter, die im Winter sehr stark heizen?
- Wie stark schwankt die Temperatur am Standort (z. B. Zugluft an Balkontüren)?
- Haben Sie die Möglichkeit, den Drachenbaum bei Bedarf um ein paar Meter zu versetzen?
Zu wenig Licht macht sich häufig an langen, dünnen Trieben und größeren Abständen zwischen den Blattansätzen bemerkbar – die Pflanze „vergeilt“. Die Blattfarben werden blasser, und abgestoßene Blätter sind keine Seltenheit. Zu viel direkte Sonne führt hingegen zu verbräunten Blattspitzen oder hellen, trocken wirkenden Flecken auf den Blättern. In diesen Fällen hilft es meist, den Standort schrittweise zu korrigieren.
Temperaturen zwischen 18 und 25 °C sind für Drachenbäume ideal. Kurzzeitig werden etwas kühlere Temperaturen toleriert, doch unter etwa 15 °C fühlen sich die meisten Arten unwohl. Zugluft und starke Temperaturschwankungen sollten Sie möglichst vermeiden. Gerade im Winter ist ein Platz direkt neben einer häufig geöffneten Balkontür oder in einem kalten Treppenhaus für den Drachenbaum ungeeignet.
Gießen wie ein Profi: So vermeiden Sie Staunässe
Beim Drachenbaum ist das Gießen einer der wichtigsten Pflegepunkte – und gleichzeitig eine typische Fehlerquelle. Die Pflanzen stammen aus Regionen, in denen der Boden zwar nicht völlig austrocknet, aber auch selten dauerhaft nass ist. Entsprechend mögen Drachenbäume eine gleichmäßig leicht feuchte Erde, ohne in Wasser zu stehen. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule und kann im Extremfall zum Absterben der Pflanze führen.
Als bewährte Methode hat sich das „Fingerprobe-Prinzip“ durchgesetzt: Stecken Sie einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sich die Oberfläche trocken an, kann wieder gegossen werden; ist sie noch spürbar feucht, warten Sie lieber. In der Wachstumszeit (Frühjahr bis Frühsommer) ist der Wasserbedarf höher, im Winter meist geringer. Orientieren Sie sich nicht an starren Gießintervallen, sondern an der tatsächlichen Feuchtigkeit im Topf.
Gießen Sie immer so, dass überschüssiges Wasser unten aus dem Topf in den Untersetzer oder Übertopf ablaufen kann. Wichtig: Dieses Wasser nach einigen Minuten unbedingt abgießen und nicht stehen lassen. Wer den Drachenbaum dauerhaft im „nassen Fußbad“ hält, riskiert Wurzelfäule. Ein weiterer Tipp: Verwenden Sie möglichst zimmerwarmes, abgestandenes Wasser. Sehr kalkhaltiges Leitungswasser kann auf Dauer zu Ablagerungen im Substrat führen; falls möglich, ist gefiltertes oder Regenwasser die bessere Wahl.
Trockene Blattspitzen sind häufig ein Zeichen von zu trockener Luft, nicht unbedingt von zu wenig Gießen. Gerade in der Heizperiode tut es dem Drachenbaum gut, wenn Sie ihn gelegentlich mit lauwarmem Wasser übersprühen oder in die Nähe anderer Pflanzen stellen, um die Luftfeuchtigkeit leicht zu erhöhen. Achten Sie dabei darauf, dass kein Wasser in den Blattschöpfen „steht“, sonst drohen Fäulnisstellen. Ein mäßiger, durchdachter Gießrhythmus kombiniert mit guter Luftfeuchtigkeit ist die beste Grundlage für gesunde, sattgrüne Blätter.
Richtig düngen: Nährstoffbedarf des Drachenbaums
Auch wenn der Drachenbaum als genügsam gilt, braucht er für ein gesundes Wachstum und kräftige Blattfarben eine grundlegende Versorgung mit Nährstoffen. Am einfachsten gelingt das mit einem handelsüblichen flüssigen Grünpflanzendünger, der über das Gießwasser verabreicht wird. In der aktiven Wachstumsphase von etwa März bis September können Sie alle zwei bis vier Wochen leicht düngen, je nach Düngerkonzentration und Wachstumstempo Ihrer Pflanze.
Um einen besseren Überblick zu geben, finden Sie hier eine orientierende Dünge-Tabelle:
| Zeitraum | Düngerrhythmus | Art des Düngers | Hinweise |
|---|---|---|---|
| März – Juni | alle 2 Wochen | Flüssiger Grünpflanzendünger | Dosierung laut Packung, eher leicht |
| Juli – September | alle 3–4 Wochen | Flüssiger Grünpflanzendünger | Bei starkem Wachstum ggf. etwas öfter |
| Oktober – Februar | selten bis gar nicht | Kein oder sehr schwach dosierter Dünger | Nur bei hellem Standort leicht düngen |
| Nach dem Umtopfen | 4–6 Wochen nicht düngen | – | Frische Erde enthält genug Nährstoffe |
Wichtig ist, Überdüngung zu vermeiden. Zu viel Dünger kann die Wurzeln schädigen und zu braunen Blattspitzen oder Flecken führen. Halten Sie sich daher an die Herstellerangaben und dosieren Sie im Zweifel eher etwas niedriger. Besonders bei Pflanzen, die eher langsam wachsen oder eher schattig stehen, ist eine zurückhaltende Düngung sinnvoll.
Organische Langzeitdünger (z. B. in Form von Pellets) können ebenfalls verwendet werden, sind aber schwieriger präzise zu dosieren. Wer gerne die volle Kontrolle behält, bleibt besser beim flüssigen Dünger. In Hydrokultur-Systemen gelten eigene Dünge-Regeln; hier sollten Sie spezielle Hydrokultur-Nährlösungen und die entsprechenden Dosierungstabellen nutzen.
Beobachten Sie Ihre Pflanze: Blasse, langsam wachsende Exemplare in älterer, ausgelaugter Erde profitieren von einer moderaten Düngergabe. Wirkt der Drachenbaum hingegen kräftig und treibt regelmäßig neue Blätter, besteht meist kein dringender Handlungsbedarf. Im Zweifelsfall ist „weniger, aber regelmäßig“ besser als seltene, dafür sehr hohe Düngergaben.
Umtopfen und Substrat: Erde für gesundes Wachstum
Drachenbäume wachsen relativ langsam, brauchen aber dennoch alle paar Jahre frische Erde und bei Bedarf einen etwas größeren Topf. Ein Umtopfen ist sinnvoll, wenn die Wurzeln bereits dicht an der Topfwand kreisen, die Erde stark verdichtet wirkt oder das Wasser kaum noch einsickert. Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Pflanze in die neue Wachstumsphase startet und sich leichter erholt.
Beim Substrat bevorzugt der Drachenbaum eine lockere, strukturstabile Erde, die Wasser gut speichert, aber überschüssige Feuchtigkeit zuverlässig ablaufen lässt. Hochwertige, torfreduzierte Zimmerpflanzenerde ist in der Regel geeignet. Sie können diese zusätzlich mit etwa 20–30 % grobem Material wie Blähton, Perlite oder grobem Sand auflockern. So verbessern Sie die Durchlüftung der Wurzeln und minimieren das Risiko von Staunässe.
Achten Sie darauf, dass der neue Topf ein Abzugsloch hat. Ideal ist es, zunächst eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies auf den Boden zu geben, darüber ein Vlies oder etwas Erde und erst dann den Wurzelballen zu setzen. Füllen Sie die Hohlräume seitlich mit Erde auf und drücken Sie sie nur leicht an – das Substrat darf nicht zu stark verdichtet werden. Nach dem Umtopfen einmal gut angießen und überschüssiges Wasser ablaufen lassen.
In den ersten Wochen nach dem Umtopfen sollten Sie auf Dünger verzichten, da frische Erde bereits ausreichend Nährstoffe enthält. Gönnen Sie dem Drachenbaum etwas „Eingewöhnungszeit“ am gewohnten Standort, ohne ihn zusätzlich zu stressen (z. B. durch direkte Mittagssonne oder extreme Trockenheit). Leichter Blattfall direkt nach dem Umtopfen kann vorkommen, stabilisiert sich aber in der Regel schnell wieder, wenn die restlichen Pflegebedingungen stimmen.
Schneiden und Formen: Pflegeschnitte leicht gemacht
Viele Drachenbäume wachsen mit der Zeit hoch auf und können irgendwann „kopflastig“ oder etwas kahl am Stamm wirken. Mit einem gezielten Rückschnitt können Sie den Wuchs nicht nur begrenzen, sondern auch dichter und buschiger gestalten. Der beste Zeitpunkt für größere Schnittmaßnahmen ist das Frühjahr bis frühe Sommer, wenn die Pflanze im Wachstum ist und Schnittwunden rasch überwachsen.
Für einen Rückschnitt verwenden Sie ein scharfes, sauberes Messer oder eine Gartenschere. Schneiden Sie den Stamm dort ab, wo Sie eine neue Verzweigung wünschen – meist 10–30 cm über dem Topfrand oder oberhalb eines Blattkranzes. Aus dem verbleibenden Stamm treiben nach einiger Zeit neue Seitensprosse aus. Je nach Art und Vitalität des Drachenbaums kann das einige Wochen bis Monate dauern.
Die abgeschnittenen oberen Teile lassen sich in vielen Fällen als Stecklinge zur Vermehrung nutzen (dazu später mehr). Kleinere Pflegeschnitte wie das Entfernen vertrockneter Blätter, das Kürzen brauner Blattspitzen oder das Auslichten zu dichter Bereiche können das ganze Jahr über erfolgen. Wichtig ist, dass Sie nie zu viel auf einmal wegschneiden – besser sind mehrere, moderate Eingriffe als ein radikaler Kahlschlag.
Wer seinen Drachenbaum bewusst formen möchte, kann gezielt unterschiedliche Stammhöhen anlegen oder mehrere Triebe in einem Topf kombinieren. So entstehen mit der Zeit sehr dekorative, fast skulpturale Pflanzen. Achten Sie jedoch immer darauf, dass die Pflanze ausreichend Blattmasse behält, um Photosynthese zu betreiben und neue Energie zu sammeln. Nach stärkeren Schnittmaßnahmen sollte der Drachenbaum ein paar Wochen besonders sorgfältig hinsichtlich Gießen und Lichtbedingungen betreut werden.
Häufige Krankheiten und Schädlinge erkennen
Obwohl der Drachenbaum als widerstandsfähig gilt, ist er nicht völlig immun gegen Krankheiten und Schädlinge. Viele Probleme hängen mit Pflegefehlern zusammen, etwa zu nasser Erde, sehr trockener Luft oder einem ungeeigneten Standort. Wer regelmäßig einen kurzen Blick auf Blätter und Substrat wirft, kann die meisten Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und gegensteuern.
Zu den häufigsten Schädlingen zählen Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse. Spinnmilben verraten sich durch feine Gespinste und punktförmige Aufhellungen auf den Blättern, meist bei sehr trockener Luft. Schild- und Wollläuse zeigen sich als kleine, bräunliche oder watteähnliche Beläge an Blättern und Stängeln. In allen Fällen sollten Sie zunächst mechanisch eingreifen: befallene Stellen mit einem feuchten Tuch abwischen, die Pflanze abduschen und anschließend die Luftfeuchtigkeit leicht erhöhen.
Bei stärkerem Befall können spezielle, zugelassene Pflanzenschutzmittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife helfen. Wichtig ist die konsequente Wiederholung der Behandlung im angegebenen Abstand, da häufig Eier oder Jungstadien übersehen werden. Stellen Sie befallene Pflanzen möglichst etwas abseits anderer Zimmerpflanzen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Krankheiten zeigen sich beim Drachenbaum oft als Wurzelfäule durch Staunässe oder als Fäulnis an der Stammbasis. Weicher, faulig riechender Stamm, plötzliches Vergilben ganzer Pflanzenpartien oder „Umfallen“ des Drachenbaums sind Alarmzeichen. Hier hilft meist nur schnelles Handeln: Umtopfen in frische, trockene Erde, Entfernen fauler Wurzelteile und eine deutlich vorsichtigere Gießpraxis. In schwerwiegenden Fällen bleibt oft nur, noch gesunde Triebstücke als Stecklinge zu retten.
Vermehrung: Ableger und Stecklinge erfolgreich ziehen
Drachenbäume lassen sich verhältnismäßig einfach vegetativ vermehren, also über Stecklinge und Stammstücke. Eine besonders praktische Gelegenheit dafür ist der Rückschnitt: Die abgeschnittenen Triebspitzen eignen sich hervorragend als Kopfstecklinge. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass ein glatter Stammabschnitt bleibt, und setzen Sie diesen in leicht feuchtes, lockeres Substrat. Alternativ können Sie den Steckling zunächst in einem Glas Wasser bewurzeln lassen und später eintopfen.
Stammstecklinge sind eine weitere Möglichkeit: Schneiden Sie ein längeres Stammstück in mehrere etwa 5–10 cm lange Teile und legen Sie diese waagerecht auf leicht feuchte Anzuchterde. Ein leichter Druck sorgt für Bodenkontakt. Mit etwas Geduld bilden sich aus den Nodien (Knotenpunkten) neue Austriebe und Wurzeln. Achten Sie darauf, die Stecklinge nicht zu nass zu halten, um Fäulnis zu vermeiden.
Ein heller, aber nicht sonniger Standort und Temperaturen um 20–24 °C fördern die Bewurzelung. Eine transparente Abdeckung (z. B. Folie mit Luftlöchern oder ein Zimmergewächshaus) kann helfen, die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten. Lüften Sie jedoch regelmäßig, um Schimmelbildung zu verhindern. Je nach Art und Jahreszeit braucht es einige Wochen bis die ersten neuen Blätter erscheinen.
Sobald die Stecklinge eigene Wurzeln ausgebildet und ein Stück gewachsen sind, können Sie sie in einen etwas größeren Topf mit normaler Zimmerpflanzenerde setzen. In den ersten Monaten sollten Sie sparsam düngen und die Pflanzen nicht der prallen Sonne aussetzen. So entwickeln sich aus den Jungpflanzen nach und nach eigenständige, robuste Drachenbäume, die Sie selbst gezogen haben – ideal zum Verschenken oder um Ihre eigene „Drachenbaum-Sammlung“ zu erweitern.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Drachenbaum
Im Alltag mit dem Drachenbaum tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf. Die folgenden Antworten fassen praktische Erfahrungen kompakt zusammen und helfen, typische Unsicherheiten zu klären. Nutzen Sie sie als schnelle Orientierung, wenn Ihr Drachenbaum plötzlich braune Spitzen bekommt, Blätter verliert oder einfach nicht mehr so vital aussieht wie früher. 🌿
Warum bekommt mein Drachenbaum braune Blattspitzen?
Häufige Ursachen sind zu trockene Luft (v. a. im Winter), gelegentlich auch Salz- oder Kalküberschuss im Substrat oder ungleichmäßiges Gießen. Erhöhen Sie leicht die Luftfeuchtigkeit (z. B. durch Besprühen oder Wasserschalen), gießen Sie gleichmäßig und verwenden Sie wenn möglich eher weiches Wasser. Leicht braune Spitzen können vorsichtig mit einer sauberen Schere gekürzt werden, ohne ins gesunde Gewebe zu schneiden.
Mein Drachenbaum verliert viele untere Blätter – ist das normal?
Ein gewisser Blattverlust an der Unterseite ist ganz normal: Ältere Blätter werden abgeworfen, der Stamm verholzt und die Pflanze bekommt ihren typischen „Palm-Look“. Wenn allerdings viele Blätter auf einmal vergilben und abfallen, sollten Sie Standort, Gießverhalten und mögliche Zugluft prüfen. Zu wenig Licht, Staunässe oder starke Temperaturschwankungen sind häufige Auslöser.
Ist der Drachenbaum giftig für Haustiere oder Kinder?
Dracaena-Arten gelten als leicht giftig, insbesondere für Katzen und Hunde, wenn größere Mengen verzehrt werden. Typische Symptome wären Erbrechen oder Durchfall. Stellen Sie den Drachenbaum daher möglichst außer Reichweite knabberfreudiger Haustiere und kleiner Kinder. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich für ausgesprochen tierfreundliche Alternativen zu entscheiden.
Kann ich meinen Drachenbaum im Sommer nach draußen stellen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich – allerdings nur an einem geschützten, halbschattigen Platz ohne direkte Mittagssonne und ohne kalten Wind. Gewöhnen Sie die Pflanze langsam an die Außenbedingungen, indem Sie sie zunächst nur stundenweise nach draußen stellen. Spätestens wenn die Nachttemperaturen dauerhaft unter etwa 15 °C fallen, sollte der Drachenbaum wieder ins Haus ziehen.
Der Drachenbaum ist weit mehr als ein „Pflegeleichter Grünstab“ in der Zimmerecke – er ist eine vielseitige, anpassungsfähige Zimmerpflanze, die mit dem richtigen Know-how viele Jahre lang Freude bereitet. Wenn Sie die Grundregeln zu Licht, Wasser, Nährstoffen und Substrat beachten, kleine Signale wie braune Blattspitzen ernst nehmen und bei Bedarf beherzt zu Schere und Umtopfschaufel greifen, wird Ihr Drachenbaum zu einem dauerhaft vitalen Blickfang. Nutzen Sie die hier vorgestellten Tipps, um Ihre Pflanzen gezielt zu formen, zu vermehren und gesund zu erhalten – dann wächst aus einem einfachen Drachenbaum mit der Zeit ein ganz persönliches, grünes Highlight in Ihrem Zuhause.
