Die Calla (Zantedeschia) fasziniert mit eleganten Blüten und einer edlen Ausstrahlung, die sie zur beliebten Zimmer- und Terrassenpflanze macht. Oft als „Blume der Eleganz“ bezeichnet, wirkt sie puristisch und modern, passt aber ebenso gut in romantische oder mediterrane Pflanzkonzepte. Gleichzeitig ist sie erstaunlich robust, wenn man ihre grundlegenden Ansprüche kennt.
In diesem Artikel erhalten Sie einen kompakten Steckbrief, erfahren alles zu Standort, Pflanzung und Pflege – und wie Sie Ihre Calla erfolgreich vermehren können. Ob im Topf auf dem Balkon, im Wintergarten oder ausgepflanzt im Sommerbeet: Mit den richtigen Tipps blüht die Calla zuverlässig und lange.
Calla im Porträt: Herkunft, Arten und Merkmale
Die Calla gehört botanisch zur Gattung Zantedeschia in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Ursprünglich stammt sie aus den sumpfigen und feuchten Regionen des südlichen Afrikas – vor allem aus Südafrika, Lesotho und Swasiland. Dort wächst sie an Bachläufen, in Moorwiesen oder feuchten Waldrändern und ist an zeitweise sehr nasse Böden angepasst. In unseren Breiten wird sie vor allem als Zierpflanze im Haus oder saisonal im Garten kultiviert.
Charakteristisch sind ihre trichterförmigen Blütenstände, die oft fälschlicherweise als „Blüte“ bezeichnet werden. Botanisch handelt es sich um ein farbiges Hochblatt (Spatha), das den eigentlichen, kolbenförmigen Blütenstand (Spadix) umgibt. Dieses Hochblatt kann weiß, gelb, rosa, orange, rot oder fast schwarzviolett gefärbt sein. Die Blätter der Calla sind meist pfeil- bis herzförmig, sattgrün und oft weiß gesprenkelt – ein dekorativer Effekt, der die Pflanze selbst ohne Blüten attraktiv macht.
Im Handel sind zahlreiche Hybriden zu finden, die sich durch Wuchshöhe, Blütenfarbe und Blütezeit unterscheiden. Die klassische weiße Zimmer-Calla ist meist Zantedeschia aethiopica, die etwas größere und feuchtigkeitsliebende Art. Die farbigen Topf-Callas stammen überwiegend aus Kreuzungen mit Z. rehmannii und Z. elliottiana und bevorzugen vergleichsweise etwas trockenere und wärmere Bedingungen. Allen gemeinsam ist ihre Ruhephase, in der die Pflanze oberirdisch weitgehend einzieht und so Kraft für die nächste Blüte sammelt.
Standort und Boden: Die besten Bedingungen für Calla
Die Calla liebt helle Standorte mit viel indirektem Licht. Ein Platz am Ost- oder Westfenster ist ideal; an Südfenstern sollte sie etwas vor der direkten Mittagssonne geschützt werden, um Blattverbrennungen zu vermeiden. Im Sommer kann die Calla ins Freie ziehen, etwa auf Balkon oder Terrasse, wo sie einen hellen, warmen, aber nicht vollsonnigen Standort schätzt. Zugluft und starke Temperaturschwankungen mag sie dagegen weniger.
Was den Boden betrifft, bevorzugt die Calla ein lockeres, humoses und gleichmäßig feuchtes, aber nicht dauerhaft nasses Substrat. Hochwertige Kübelpflanzen- oder Blumenerde, mit etwas Kompost oder Rindenhumus aufgewertet, eignet sich gut. Eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies im Topfboden beugt Staunässe vor – vor allem bei der Kultur im Haus oder im Kübel.
Optimale Standort- und Bodenbedingungen im Überblick:
| Kriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Licht | Hell, viel indirektes Licht, keine dauerhafte pralle Mittagssonne |
| Temperatur | 18–24 °C während der Wachstumsphase, niemals unter ca. 10 °C |
| Luftfeuchtigkeit | Mäßig bis leicht erhöht, keine trockene Heizungsluft |
| Boden/Substrat | Locker, humos, nährstoffreich, gut drainiert |
| pH-Wert | Schwach sauer bis neutral (ca. 6,0–7,0) |
| Wasserbedarf | Gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe |
| Freilandstandort | Geschützt, halbschattig bis hell, frostfrei bzw. nur sommers |
Pflegetipps für Standort und Gießen:
- Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht leicht abgetrocknet ist, aber lassen Sie den Wurzelbereich nicht austrocknen.
- Im Winter und während der Ruhephase wird deutlich weniger gegossen; je nach Temperatur kann fast trocken überwintert werden.
- Bei trockener Raumluft hilft gelegentliches Übersprühen der Blätter (nicht in voller Sonne sprühen) oder ein Untersetzer mit Wasser und Kieselsteinen.
Calla pflanzen und umtopfen: Schritt für Schritt
Beim Pflanzen oder Umtopfen der Calla ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Ideal ist das zeitige Frühjahr, wenn die Ruhephase endet und sich die ersten Austriebe an den Rhizomen oder Knollen zeigen. Topf-Callas aus dem Handel können ganzjährig gekauft werden, sollten aber möglichst bald nach dem Kauf in ein qualitativ gutes Substrat umziehen. Jungpflanzen benötigen in der Regel jährlich einen größeren Topf, ältere Exemplare alle zwei bis drei Jahre.
Gehen Sie beim Umtopfen so vor: Zuerst einen ausreichend großen Topf mit Abzugslöchern wählen und eine Drainageschicht einfüllen. Dann die Calla vorsichtig aus dem alten Gefäß lösen, lose Erde und abgestorbene Wurzelteile entfernen und zu lange Wurzeln etwas einkürzen. Anschließend die Pflanze so einsetzen, dass die Rhizome nicht zu tief sitzen – sie sollten knapp mit Erde bedeckt sein. Danach das Substrat rundherum auffüllen, leicht andrücken und gründlich angießen.
Checkliste: Calla pflanzen & umtopfen
- Topfgröße: 3–5 cm größer im Durchmesser als der vorherige Topf
- Substrat: Frische, humose Blumenerde mit Drainageschicht
- Pflanztiefe: Rhizome/Knollen nur leicht mit Erde bedecken
- Zeitpunkt: Vorzugsweise im Frühling, nach der Ruhephase
- Nachpflege: Gut angießen, erste Woche vor praller Sonne schützen
Calla vermehren: Teilung, Stecklinge und Saat
Die einfachste und sicherste Methode zur Vermehrung der Calla ist die Teilung der Rhizome oder Knollen. Dieser Schritt bietet sich vor allem beim Umtopfen im Frühjahr an. Dazu die Pflanze aus dem Topf nehmen und das Wurzelwerk vorsichtig in mehrere Stücke teilen, wobei jedes Teilstück mindestens ein bis zwei vitale Triebknospen besitzen sollte. Schnittstellen mit Holzkohlepulver oder Zimtpulver bestäuben, um Fäulnis vorzubeugen, und die Teilstücke anschließend separat eintopfen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Vermehrung über Stecklinge, die allerdings nicht bei allen Sorten gleich gut funktioniert. Hierfür werden kräftige Seitentriebe mit einigen Blättern direkt an der Basis abgeschnitten und in ein lockeres, leicht feuchtes Anzuchtsubstrat gesteckt. Hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. durch Abdeckung mit einer Haube) und Temperaturen um 20–22 °C fördern die Wurzelbildung. Bis sich neue Wurzeln gebildet haben, vergehen meist einige Wochen.
Die Aussaat spielt bei Zantedeschia im Hobbybereich eine eher untergeordnete Rolle, weil die Keimung langsam und die Jungpflanzen relativ empfindlich sind. Zudem sind Hybriden aus Samen nicht sortenecht, d. h. die Nachkommen können sich deutlich von der Mutterpflanze unterscheiden. Wer dennoch experimentieren möchte, kann reife Samen nach einer kurzen Trocknungsphase in flache Schalen mit Anzuchterde säen, nur leicht bedecken und bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme keimen lassen. Bis zur ersten Blüte können aber zwei bis drei Jahre vergehen.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Calla
Damit Ihre Calla langfristig gesund bleibt und regelmäßig blüht, lohnt sich ein Blick auf die häufigsten Pflegefehler und Probleme. Viele Schwierigkeiten hängen mit falschem Gießen oder einem suboptimalen Standort zusammen. Auch die Ruhephase wird oft missverstanden: Zieht die Calla ein und verliert Blätter, wird sie schnell „weggeworfen“, obwohl dies ein ganz normaler Teil ihres Lebenszyklus ist.
Häufige Probleme & Ursachen (Überblick)
| Problem | Mögliche Ursache(n) | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Keine Blüten | Zu dunkel, zu warm in der Ruhephase, Nährstoffmangel | Heller stellen, Ruhephase kühler/trockener, düngen |
| Gelbe Blätter | Staunässe, Nährstoffmangel, falscher pH-Wert | Besser drainieren, moderat düngen, Erde prüfen |
| Weiche, matschige Rhizome | Fäulnis durch Überwässerung | Substrat wechseln, Gießmenge reduzieren |
| Blattspitzen vertrocknen | Zu trockene Luft, Wassermangel | Luftfeuchte erhöhen, regelmäßiger gießen |
| Spinnmilben/Thripse | Trockene Luft, geschwächte Pflanzen | Luftfeuchte erhöhen, ggf. biologisch behandeln |
Kurze FAQ zur Calla 🌿🌸
1. Ist die Calla winterhart?
Im Topf kultivierte Callas sind in Mitteleuropa in der Regel nicht voll winterhart. Sie sollten frostfrei bei etwa 8–12 °C überwintert werden. Ausgepflanzte Exemplare (z. B. Z. aethiopica in milden Regionen) benötigen einen guten Winterschutz – trotzdem bleibt ein gewisses Risiko von Frostschäden.
2. Wann hat die Calla ihre Ruhephase?
Die meisten Callas legen nach der Blüte – häufig ab Spätsommer/Herbst – eine Ruhephase ein. Die Blätter vergilben und ziehen ein. In dieser Zeit wird deutlich weniger gegossen, nicht gedüngt und ein kühlerer Standort bevorzugt. Ab Spätwinter/Frühjahr kann die Wassergabe wieder erhöht und die Pflanze langsam wärmer gestellt werden.
3. Ist die Calla giftig?
Ja, wie viele Aronstabgewächse enthält die Calla scharf reizende Inhaltsstoffe (u. a. Calciumoxalat-Kristalle). Sie ist für Menschen und Haustiere (Katzen, Hunde, Nager) giftig. Direkten Verzehr unbedingt vermeiden, bei empfindlicher Haut können Pflanzensäfte Reizungen auslösen – daher beim Umtopfen oder Teilen am besten Handschuhe tragen.
4. Wie oft sollte man die Calla düngen?
Während der Wachstums- und Blütezeit (Frühjahr bis Spätsommer) etwa alle 2 Wochen mit einem flüssigen Blüh- oder Grünpflanzendünger in halber Dosierung düngen. In der Ruhephase wird nicht gedüngt.
5. Kann man Calla im Teichrand pflanzen?
Die klassische weiße Zantedeschia aethiopica eignet sich in milden Lagen und bei frostfreiem Überwintern auch für feuchte Standorte, etwa am Teichrand oder in sumpfigen Zonen. Die farbigen Hybriden mögen es meist etwas trockener und sind eher für Kübel und Zimmerkultur geeignet.
Die Calla vereint exotische Eleganz mit relativ unkomplizierter Pflege, sofern ihre Ansprüche an Licht, Wasser und Ruhephase beachtet werden. Wer ihr einen hellen Standort, ein luftiges, humoses Substrat und eine sorgfältige Bewässerung bietet, wird mit einer langen und intensiven Blütezeit belohnt.
Dank einfacher Vermehrung durch Teilung lässt sich aus einer Pflanze mit der Zeit ein ganzer Calla-Bestand aufbauen – perfekt, um Balkon, Terrasse oder Wohnräume stilvoll zu gestalten. Mit den hier beschriebenen Tipps zu Standort, Pflanzung und Vermehrung steht einer erfolgreichen Calla-Kultur nichts mehr im Wege.
