Blumenkohl gilt im Gemüsegarten als kleine Diva: Er ist köstlich, aber beim Anbau etwas anspruchsvoller als viele andere Kohlarten. Wer jedoch Standort, Boden und Anbauplanung gut durchdenkt, wird mit festen, aromatischen Köpfen belohnt. Gerade für Hobbygärtner lohnt es sich, den Anbau von Blumenkohl Schritt für Schritt zu planen, statt einfach nur Jungpflanzen ins Beet zu setzen.
Blumenkohl reagiert empfindlich auf Trockenheit, Nährstoffmangel und Temperaturstress. Dennoch ist er kein „Profigemüse“, sondern lässt sich mit einigen Grundregeln auch im Hausgarten zuverlässig kultivieren. Wichtig ist, dass Sie wissen, wie Sie den Boden vorbereiten, wann und wie Sie aussäen und welche Nachbarn im Beet sich gut eignen. So beugen Sie Problemen frühzeitig vor und schaffen die Basis für gesunde Pflanzen.
In diesem Artikel geht es vor allem um drei Kernfragen: Welcher Standort passt zu Blumenkohl, wie gelingt die Aussaat – ob im Haus oder direkt im Beet – und wie sieht eine sinnvolle Mischkultur aus? Ergänzend dazu erfahren Sie, welche Schädlinge typischerweise auftreten und wie Sie mit einer klugen Fruchtfolge den Boden langfristig schonen.
Am Ende finden Sie eine kompakte FAQ-Sektion, die häufige Praxisfragen aus dem Gartenalltag beantwortet. So haben Sie alle wichtigen Informationen zum Thema „Blumenkohl pflanzen: Standort, Aussaat & Tipps zur Mischkultur“ gebündelt zur Hand und können gut vorbereitet in die nächste Gartensaison starten.
Blumenkohl im Garten: Grundlagen für Einsteiger
Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) gehört zu den Starkzehrern und braucht dementsprechend einen nährstoffreichen, tiefgründigen Boden. Seine Kulturzeit ist vergleichsweise lang, weswegen der Anbau etwas Planung erfordert. Je nach Sorte gibt es Früh-, Sommer- und Herbstblumenkohl, die sich in Aussaat- und Erntezeitpunkt unterscheiden. Wer geschickt sortenabhängig plant, kann mehrere Monate lang frischen Blumenkohl ernten.
Für Einsteiger ist es sinnvoll, zunächst mit vorgestellten Jungpflanzen aus der Gärtnerei zu beginnen, um ein Gefühl für die Kultur zu bekommen. So überspringen Sie die empfindliche Keimphase und beschäftigen sich zuerst mit Pflege, Gießen und Düngen. Im zweiten Schritt können Sie dann selbst Jungpflanzen vorziehen und Ihre Sortenauswahl erweitern. Das erhöht die Vielfalt im Garten und hilft, resistente oder besonders schmackhafte Sorten zu finden.
Blumenkohl mag weder starke Temperaturschwankungen noch Staunässe oder lang anhaltende Trockenheit. Vor allem im Jugendstadium reagiert er auf Kältestress mit Schossen, also vorzeitigem Blütenansatz, und bildet dann keine ordentlichen Köpfe. Gleichzeitig verträgt er Sommerhitze nur schlecht, vor allem, wenn dabei die Wasserversorgung nicht stimmt. Eine ausgeglichene, möglichst gleichmäßige Kulturführung ist daher entscheidend.
Damit Blumenkohl sein volles Aroma und seine typische, kompakte Blume entwickelt, braucht er außerdem ausreichend Platz und eine gute Nährstoffversorgung. Beides wird in vielen Hausgärten unterschätzt, wodurch die Köpfe klein bleiben oder sich locker und „blättrig“ entwickeln. Mit den folgenden Kapiteln zu Standortwahl, Bodenvorbereitung, Aussaat und Mischkultur legen Sie das Fundament für eine erfolgreiche Ernte – auch ohne jahrelange Gärtnererfahrung.
Der ideale Standort für gesunden Blumenkohl
Blumenkohl liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ideal ist ein Platz, an dem er täglich mindestens 4–6 Stunden Sonne erhält, aber in der stärksten Mittagshitze nicht vollkommen schutzlos ist. In sehr heißen Regionen kann ein leicht absonniger Platz oder die Beschattung durch hohe Nachbarn von Vorteil sein. Wichtig ist ein luftiger, aber nicht zugiger Standort: Dauernde starke Winde sorgen für Stress und erhöhen den Wasserbedarf.
Der Boden sollte tiefgründig, humos und gut durchlässig sein. Verdichtete oder stark lehmige Böden führen leicht zu Staunässe, was Blumenkohl gar nicht mag. Gleichzeitig darf der Boden nicht zu schnell austrocknen – ein sandiger, humusreicher Lehmboden ist optimal. Wer auf sehr leichten Böden gärtnert, sollte großzügig Kompost einarbeiten und für eine gute Mulchdecke sorgen, um Feuchtigkeit besser zu halten.
Eine gute Struktur und ausreichende Nährstoffversorgung lassen sich durch organisches Material und strukturverbessernde Maßnahmen erzielen. Das kann die regelmäßige Gabe von reifem Kompost, gut verrottetem Stallmist (nur im Herbst/Winter vorher ausbringen) oder Gründüngung sein. Vor allem Leguminosen als Gründüngung liefern zusätzliche Stickstoffreserven, von denen Blumenkohl als Starkzehrer stark profitiert.
Zur Orientierung hilft eine kleine Übersicht der Standortanforderungen:
| Kriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Licht | Vollsonnig bis halbschattig |
| Bodentyp | Humos, tiefgründig, locker, leicht lehmig |
| Bodenfeuchte | Gleichmäßig feucht, keine Staunässe |
| Wind | Leicht windgeschützt, keine Zugluft |
| Temperaturen (Wachstum) | Ideal ca. 15–20 °C |
Wer diese Punkte beachtet, schafft die Grundlage für kräftige Pflanzen, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten sind. Ein guter Standort kann viele spätere Probleme bereits im Ansatz verhindern.
Bodenvorbereitung: Nährstoffe und pH-Wert prüfen
Bevor Blumenkohl ins Beet kommt, lohnt sich ein genauer Blick auf den Boden. Als Starkzehrer braucht er reichlich Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, Kalium und ausreichend Phosphor. Eine Bodenanalyse ist ideal, aber auch einfache pH-Teststreifen aus dem Gartenhandel geben erste Hinweise. Der optimale pH-Wert für Blumenkohl liegt im schwach sauren bis neutralen Bereich, etwa zwischen 6,0 und 7,0.
In zu sauren Böden steigt das Risiko für Kohlhernie, eine gefürchtete Krankheit, die das Wurzelsystem zerstört. Hier hilft neben Kalkung vor allem eine strenge Fruchtfolge und der Verzicht auf wiederholten Kohlanbau. In zu basischen Böden kann hingegen die Verfügbarkeit mancher Spurenelemente sinken. Daher ist es sinnvoll, den pH-Wert nicht „auf Verdacht“ stark zu verändern, sondern gezielt und maßvoll zu korrigieren.
Bei der Bodenvorbereitung wird tief gelockert, grobe Kluten werden zerkleinert und Steine entfernt. Anschließend arbeiten Sie pro Quadratmeter 3–5 Liter gut verrotteten Kompost ein. Auf sehr mageren Böden kann zusätzlich ein organischer Gemüsedünger verwendet werden. Wichtig: Frischen Mist niemals direkt vor der Pflanzung einarbeiten, da er zu „scharf“ ist und die Wurzeln verbrennen kann. Besser ist die Ausbringung im Herbst oder Winter vor dem Pflanzjahr.
Die folgende Liste hilft bei der Einschätzung und Vorbereitung Ihres Bodens:
- pH-Wert 6,0–7,0 anstreben; bei zu saurem Boden im Herbst/Winter moderat kalken
- Reifer Kompost als Grunddüngung (3–5 l/m²) einarbeiten
- Tiefgründig lockern, um Staunässe und Verdichtung zu vermeiden
- Gründüngung (z.B. Lupinen, Ackerbohnen) in der Vorsaison nutzen, um den Boden aufzubauen
So vorbereitet, bietet der Boden Blumenkohl stabile Bedingungen über die gesamte Wachstumszeit – ein entscheidender Faktor für gleichmäßig wachsende, große Köpfe.
Aussaat im Haus: Jungpflanzen richtig vorziehen
Die Anzucht im Haus oder Gewächshaus ermöglicht einen frühen Start und schützt die empfindlichen Keimlinge vor Spätfrösten und Schädlingen. Frühblumenkohl wird je nach Region etwa von Februar bis März im Haus ausgesät, Sommer- und Herbstsorten folgen im März bis April. Verwenden Sie eine hochwertige, eher nährstoffarme Anzuchterde, damit die feinen Wurzeln nicht „verbrennen“ und sich kräftig entwickeln können.
Die Samen werden etwa 0,5–1 cm tief gesät und leicht mit Erde bedeckt. Eine Keimtemperatur von 16–20 °C ist ideal; deutlich höhere Temperaturen begünstigen späteres Schossen und schwächere Pflanzen. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass – Staunässe in Anzuchtschalen führt schnell zu Fäulnis und Umfallkrankheiten. Eine Sprühflasche eignet sich gut, um die Oberfläche schonend zu befeuchten.
Sobald die Keimlinge ihre ersten echten Laubblätter (nicht die Keimblätter) gebildet haben, können sie pikiert und in kleine Töpfe umgesetzt werden. Dabei sollten Sie auf eine tiefe Pflanzung achten, sodass die Pflänzchen stabil stehen. Helle, kühle Standorte (12–16 °C) sind in dieser Phase optimal, sonst wachsen die Jungpflanzen zu schnell in die Höhe und werden „gallig“. Bei Lichtmangel lohnt gegebenenfalls eine Zusatzbeleuchtung.
Vor dem Auspflanzen ins Freiland ist das Abhärten entscheidend: Stellen Sie die Pflanzen über etwa 7–10 Tage tagsüber bei milderen Temperaturen nach draußen an einen geschützten Platz und holen Sie sie nachts wieder ins Haus. Steigern Sie die Aufenthaltsdauer schrittweise. So gewöhnen sich die Jungpflanzen an Wind, Sonne und Temperaturwechsel und starten deutlich stressärmer im Beet.
Direktsaat im Beet: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine Direktsaat von Blumenkohl ist heikler als die Anzucht im Haus, kann aber insbesondere bei Sommer- und Herbstsorten gut funktionieren. Voraussetzung sind ausreichend warme Böden (mindestens 10–12 °C) und eine einigermaßen stabile Witterung. In vielen Regionen eignet sich die Zeit ab Ende April bis Mai. Der Boden sollte gut abgetrocknet, feinkrümelig und unkrautarm vorbereitet sein.
Säen Sie in Reihen und halten Sie zunächst einen engeren Saatabstand ein. Nach dem Auflaufen wird dann auf den endgültigen Pflanzabstand vereinzelt. Die Samenkörner kommen etwa 1 cm tief in die Erde. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist in dieser Phase besonders wichtig, damit die Keimlinge nicht vertrocknen. Ein Vlies kann helfen, die Keimung zu beschleunigen und junge Pflanzen vor Kälteeinbrüchen und Schädlingen zu schützen.
Um den Überblick zu behalten, ist eine kleine Tabelle zu Saatdichte und Abständen hilfreich:
| Schritt | Empfehlung Direktsaat |
|---|---|
| Saatzeitraum | Ende April–Mai (je nach Region/Sorte) |
| Saattiefe | ca. 1 cm |
| Reihenabstand (Saat) | 40–50 cm |
| Abstand in der Reihe | zunächst ca. 5–10 cm, später vereinzeln |
| Endabstand nach Vereinzeln | 50–60 cm zwischen den Pflanzen |
Nach dem Auflaufen wird in mehreren Schritten vereinzelt, bis die gewünschten 50–60 cm Abstand zwischen den Pflanzen erreicht sind. Schwächere Pflanzen werden dabei konsequent entfernt, nur die kräftigsten bleiben stehen. So stellen Sie sicher, dass jede Pflanze genügend Platz für ein starkes Wurzelsystem und eine große Blume hat. Regelmäßiges Hacken und Mulchen hilft, Unkraut im Zaum zu halten und die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren.
Pflanzabstand, Gießen und Düngen im Überblick
Der richtige Pflanzabstand ist entscheidend, damit Blumenkohl kräftig wachsen kann. Zu eng gestellte Pflanzen konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe und bilden kleinere Köpfe aus. Im Allgemeinen hat sich ein Abstand von 50–60 cm zwischen den Pflanzen und 60–70 cm zwischen den Reihen bewährt. Größere Sorten dürfen etwas mehr Platz bekommen, kompakte Sorten kommen auch mit 50 cm Reihenabstand aus.
Blumenkohl möchte gleichmäßig feucht gehalten werden. Längere Trockenphasen gefolgt von starken Wassergaben führen zu Wachstumsstockungen und können die Blume verkrüppeln. Gießen Sie lieber seltener, dafür durchdringend, damit das Wasser tief in den Boden eindringt und die Wurzeln dem Wasser „nachwachsen“. Eine Mulchschicht aus Graschnitt, gehäckseltem Stroh oder Laub reduziert Verdunstung und unterdrückt Unkraut.
Beim Düngen zahlt sich eine Kombination aus Grunddüngung und Nachdüngung aus. Die Grunddüngung erfolgt über Kompost und eventuell organischen Gemüsedünger vor der Pflanzung. Nach etwa 3–4 Wochen können Sie mit einem organischen Flüssigdünger, Brennnesseljauche oder einem weiteren leichten Kompostauftrag nachdüngen. Vermeiden Sie übertriebene Stickstoffgaben, da diese zu viel Blattmasse, aber weniger feste Köpfe fördern und die Anfälligkeit für Schädlinge steigern.
Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Mangelerscheinungen, etwa blasse Blätter oder verhaltenes Wachstum. Häufig lassen sich diese mit einem maßvollen Nachdüngen beheben. Gleichzeitig sollten Sie aber auch Überdüngung im Blick behalten: sehr dunkles, „weich“ wirkendes Blattgrün und starkes Längenwachstum können ein Hinweis sein, dass Sie es mit dem Dünger zu gut gemeint haben. Ein ausgewogener Nährstoffhaushalt ist das Ziel.
Mischkultur: Gute und schlechte Nachbarn erkennen
Blumenkohl profitiert stark von einer durchdachten Mischkultur. Gute Nachbarn können Schädlinge ablenken, den Boden besser durchwurzeln oder Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten heraufholen. Bewährt haben sich vor allem Hülsenfrüchte wie Buschbohnen oder Erbsen, die den Boden langfristig mit Stickstoff anreichern. Auch Sellerie, Spinat und verschiedene Salate passen gut neben Blumenkohl und nutzen den Raum zwischen den Kohlpflanzen effizient.
Typische gute Partner in der Mischkultur mit Blumenkohl sind außerdem Kräuter mit starkem Duft, die Schädlinge irritieren oder abwehren können. Dazu zählen z.B. Dill, Bohnenkraut, Thymian oder Ringelblumen. Sie locken gleichzeitig Nützlinge an, die Läuse oder Raupen dezimieren. Solche Blühpflanzen bringen zudem Farbe ins Beet und erhöhen die Biodiversität, was das Gartensystem insgesamt stabiler macht.
Weniger geeignet oder gänzlich ungeeignet sind andere Kohlarten wie Brokkoli, Weißkohl oder Rosenkohl direkt neben Blumenkohl. Sie haben sehr ähnliche Nährstoffbedürfnisse und locken dieselben Schädlinge an, was das Risiko für Massenbefall deutlich erhöht. Auch Starkzehrer wie Kürbis oder Zucchini sind keine idealen direkten Nachbarn, da sie den Boden stark beanspruchen und die Konkurrenz um Nährstoffe verschärfen.
Eine grobe Orientierung zu guten und schlechten Nachbarn:
- Gute Nachbarn: Erbsen, Bohnen, Sellerie, Spinat, Salate, Lauch, Ringelblumen, Tagetes, Kräuter (z.B. Dill, Thymian)
- Neutrale Nachbarn: Karotten, Rote Bete, Mangold
- Schlechte Nachbarn: Andere Kohlarten, Kartoffeln, Tomaten, Starkzehrer wie Kürbis/Zucchini direkt daneben
- Tipp: Mischkultur nicht überladen – weniger ist oft mehr, damit jede Pflanze genügend Platz erhält
Fruchtfolge planen: Anbaupausen sinnvoll nutzen
Da Blumenkohl zu den Starkzehrern zählt und zudem anfällig für spezielle Kohlkrankheiten ist, spielt die Fruchtfolge eine zentrale Rolle. Idealerweise sollten auf derselben Fläche erst nach 3–4 Jahren wieder Kohlgewächse (inklusive Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Rosenkohl etc.) angebaut werden. So sinkt der Krankheitsdruck im Boden, und der Nährstoffhaushalt kann sich erholen.
In den Zwischenjahren lassen sich Mittel- oder Schwachzehrer wie Salate, Wurzelgemüse (z.B. Möhren, Pastinaken), Zwiebelgewächse oder Spinat anbauen. Auch Leguminosen wie Bohnen und Erbsen sind wertvolle Vor- oder Nachkulturen, da sie Stickstoff im Boden anreichern. Eine vielseitige Fruchtfolge macht das Beet insgesamt gesünder und verringert den Bedarf an Düngemitteln.
Besonders wichtig ist die Beachtung der Fruchtfolge in Gärten, in denen Kohlhernie bereits ein Thema war. In diesem Fall sollten Sie längere Pausen von 5–7 Jahren auf betroffenen Beeten einplanen und in dieser Zeit konsequent auf alle Kreuzblütler (auch Rucola, Radieschen, Senf, Grünkohl) verzichten. Zudem hilft eine leichte Anhebung des pH-Wertes durch Kalkung und eine gute Bodenstruktur, die Krankheit einzudämmen.
Planen Sie Ihr Beet idealerweise auf Papier oder mit einer Garten-App, um Überblick über den Anbau der letzten Jahre zu behalten. Markieren Sie, wo und wann Kohlgemüse stand, und berücksichtigen Sie dies bei der Planung neuer Kulturen. So vermeiden Sie unbewusste Wiederholungen und können gezielt mit aufbauenden Kulturen wie Gründüngung arbeiten.
Häufige Probleme: Schädlinge und Krankheiten
Blumenkohl wird besonders gern von Kohlweißlingsraupen, Erdflöhen und Blattläusen heimgesucht. Gegen Kohlweißling helfen engmaschige Gemüseschutznetze, die direkt nach dem Pflanzen über das Beet gespannt werden. Kontrollieren Sie die Unterseiten der Blätter regelmäßig auf Eier und Raupen und entfernen Sie diese von Hand. Erdflöhe lassen sich durch feuchten Boden, Mulch und Mischkultur mit stark duftenden Kräutern eindämmen.
Die Kohlfliege ist ein weiterer Schädling, der an den Wurzeln frisst und zum Welken der Pflanzen führt. Hier helfen Kulturschutznetze und sogenannte Kohlkragen (Scheiben aus Pappe oder Vlies um den Stängel), die die Eiablage direkt am Wurzelhals verhindern. Ein kräftiger, gut versorgter Blumenkohl steckt leichten Befall eher weg als eine schwache Pflanze, weshalb Standort und Nährstoffversorgung indirekt auch Pflanzenschutz bedeuten.
Zu den gefürchtetsten Krankheiten gehört die Kohlhernie, eine bodenbürtige Pilzerkrankung. Befallene Pflanzen zeigen Kümmerwuchs und verdickte, knollige Wurzeln. Vorbeugend helfen eine weite Fruchtfolge, ein pH-Wert im neutralen Bereich, gut durchlüftete, nicht staunasse Böden sowie der Verzicht auf erneuten Kohlanbau auf betroffenen Flächen. Befallene Pflanzen sollten vollständig entfernt und nicht auf den Kompost gegeben werden.
Außerdem kann Blumenkohl unter physiologischen Störungen leiden, etwa durch Nährstoffmangel, Trockenstress oder starke Temperaturschwankungen. Verformte, bräunliche oder „offene“ Köpfe sind oft ein Zeichen für solche Stresssituationen. Eine gleichmäßige Wasserversorgung, rechtzeitiges Schattieren bei starker Hitze und eine ausgewogene Düngung sind die besten Gegenmaßnahmen. Vorbeugung ist hier wesentlich einfacher als Nachbesserung.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Anbau
Wie lange dauert es vom Pflanzen bis zur Ernte?
Je nach Sorte und Witterung vergehen vom Auspflanzen der Jungpflanzen bis zur Ernte meist 8–12 Wochen. Frühsorten sind oft etwas schneller, Herbstsorten brauchen tendenziell länger. Achten Sie auf die Angaben auf dem Saatgutpäckchen.
Woran erkenne ich den richtigen Erntezeitpunkt?
Die Blume sollte fest, gut ausgebildet und noch geschlossen sein. Wenn sich die Röschen zu öffnen beginnen oder gelblich werden, ist der ideale Zeitpunkt bereits überschritten. Ernten Sie also lieber etwas früher.
Wie kann ich verhindern, dass die Köpfe gelb werden?
Starke Sonne kann die Köpfe verfärben. Viele Gärtner knicken daher ein paar der umgebenden Blätter über der Blume zusammen, sodass diese leicht beschattet wird. Das erhält die typische, helle Farbe.
Kann ich Blumenkohl auch im Topf anbauen?
Prinzipiell ja, aber Sie brauchen sehr große Gefäße (mindestens 20–30 Liter) und eine nährstoffreiche Erde. Der Wasser- und Düngebedarf ist im Topf deutlich höher, und die Erträge bleiben meist kleiner als im Beet.
Wie oft sollte ich Blumenkohl gießen?
So, dass der Boden immer leicht feucht bleibt, ohne zu vernässen. In Hitzeperioden kann das tägliches Gießen bedeuten, an kühleren Tagen entsprechend weniger. Der Finger-test (2–3 cm tief in den Boden stecken) hilft bei der Einschätzung. 💧
Kann ich Blumenkohl nach der Ernte der Blume weiter nutzen?
Nach der Ernte des Hauptkopfes treibt Blumenkohl im Gegensatz zu Brokkoli kaum brauchbare Seitentriebe aus. Meist wird die Pflanze daher komplett entfernt und der Platz für eine Nachkultur genutzt. 🌱
Welche Sorten sind für Einsteiger empfehlenswert?
Robuste, bewährte Standardsorten oder F1-Hybriden, die als „widerstandsfähig“ oder „einfach im Anbau“ gekennzeichnet sind, erleichtern den Einstieg. Im Fachhandel finden Sie oft spezielle Empfehlungen für Hobbygärtner. 🧑🌾
Welche Rolle spielt Mischkultur wirklich?
Mischkultur ersetzt keine Grundregeln wie Fruchtfolge und Bodenvorbereitung, kann aber Druck durch Schädlinge verringern und die Bodenstruktur verbessern. Besonders Kräuter und Blühpflanzen wie Ringelblume oder Tagetes sind hier sehr hilfreich. 🌼
Blumenkohl im eigenen Garten zu pflanzen, erfordert etwas mehr Planung und Aufmerksamkeit als manch anderes Gemüse – doch der Aufwand lohnt sich. Wer Standort, Boden und Wasserversorgung im Blick behält, die Jungpflanzen sorgfältig vorzieht oder gut geschützte Direktsaaten anlegt und auf Mischkultur sowie Fruchtfolge achtet, schafft die besten Voraussetzungen für gesunde, kräftige Pflanzen.
Mit durchdachter Bodenvorbereitung, gleichmäßiger Pflege und einem wachsamen Auge für Schädlinge und Krankheiten lassen sich viele Probleme bereits im Vorfeld vermeiden. Gleichzeitig erhöhen vielfältige Beetpartner, Blühpflanzen und eine ausgewogene Nährstoffversorgung die Stabilität des gesamten Gartensystems.
Ob als frühe Delikatesse im Frühjahr oder als kräftiger Herbstkohl – Blumenkohl bietet kulinarisch viele Möglichkeiten, von klassischen Gratins bis zu feinen Currys. Mit den hier beschriebenen Tipps haben Sie das nötige Rüstzeug, um vom Samen bis zur Ernte erfolgreich zu gärtnern.
Probieren Sie verschiedene Sorten, dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen und passen Sie Ihre Anbaumethoden von Jahr zu Jahr an. So entwickeln Sie Schritt für Schritt Ihr persönliches Blumenkohl-Know-how – und können schon bald stolz auf eigene, perfekt gewachsene Köpfe im Beet blicken.
