Die Benjeshecke – auch Totholzhecke genannt – erlebt in naturnahen Gärten gerade ein echtes Comeback. Statt Schnittgut, Äste und Zweige auf den Grünabfall zu fahren, werden sie einfach zu einer lebendigen Hecke aufgeschichtet, die mit der Zeit immer ökologisch wertvoller wird. Das klingt nach sinnvoller Wiederverwertung, wirft aber auch Fragen auf: Passt so eine „wilde“ Struktur wirklich in jeden Garten, wie sieht es mit Nachbarn, Sicherheit und Pflege aus – und welche Vor- und Nachteile bringt das Ganze praktisch mit sich?
Im Folgenden erfährst du, was eine Benjeshecke ist, wie sie funktioniert und warum sie als Hotspot der Artenvielfalt gilt. Gleichzeitig schauen wir ehrlich auf die Kehrseiten: Unordnung, Platzbedarf, eventuelle Konflikte und rechtliche Stolpersteine. So kannst du am Ende gut abwägen, ob eine Totholzhecke zu deinem Garten, deiner Umgebung und deinem persönlichen Geschmack passt – und wenn ja, wie du sie fachgerecht anlegst.
Was ist eine Benjeshecke und wie funktioniert sie?
Eine Benjeshecke ist im Kern eine lockere Aufschichtung von Ästen, Zweigen und anderem Gehölzschnitt, die in einer länglichen Form wie eine Hecke angeordnet wird. Sie wurde in den 1980er-Jahren von den Brüdern Hermann und Heinrich Benjes bekannt gemacht, die auf diese Weise Schnittgut im Landschaftsbau sinnvoll weiterverwenden wollten. Die Hecke wird meist zwischen in den Boden eingeschlagenen Pfählen errichtet, sodass ein „Korb“ entsteht, in den das Totholz locker eingefüllt wird. Mit der Zeit sackt das Material zusammen und wird immer dichter.
Funktional ist die Benjeshecke ein dynamisches System: Samen aus der Umgebung, die durch Wind, Vögel oder andere Tiere eingetragen werden, keimen im lockeren Substrat und bilden nach ein paar Jahren eine lebende Hecke aus heimischen Sträuchern und Kräutern. Parallel dazu beginnt das Totholz zu verrotten und wird zu wertvollem Humus. So entsteht aus vermeintlichem Abfall ganz allmählich eine artenreiche, halb natürliche Heckenstruktur.
Eine Besonderheit der Benjeshecke ist, dass sie sich weitgehend selbst entwickelt und an den Standort anpasst. Wo genügend Samenquellen vorhanden sind, können nach und nach Schlehe, Holunder, Hagebutte oder andere heimische Sträucher auflaufen, ohne dass du sie extra pflanzen musst. Wenn du die Entwicklung gezielt steuern willst, kannst du natürlich auch gezielt Sträucher in der Nähe setzen oder Samen ausstreuen.
Im Garten kann eine Benjeshecke verschiedene Funktionen übernehmen: als Grundstücksgrenze, als Wind- und Sichtschutz, als geschützter Raum für Vögel, Igel und Insekten oder als natürliche Struktur, die verschiedene Gartenbereiche voneinander trennt. Sie passt besonders gut in naturnahe, wildere Gärten, kann aber mit ein wenig Planung und Gestaltung auch in eher strukturierte Gärten integriert werden.
Ökologische Vorteile: Lebensraum für Tiere schaffen
Eine Benjeshecke ist ein wahres Paradies für viele Tierarten, weil sie geschützte Hohlräume, Spalten und Nischen bietet. Insbesondere in „aufgeräumten“ Gärten sind solche Rückzugsorte selten geworden, weshalb Totholzstrukturen stark an Bedeutung gewinnen. Schon kurz nach dem Aufschichten siedeln sich Insekten, Spinnen und andere Kleinlebewesen an, die wiederum als Nahrungsquelle für Vögel und Kleinsäuger dienen. Mit der Zeit entwickelt sich so ein kleines, stabiles Ökosystem.
Typische Tiergruppen, die von einer Benjeshecke profitieren, sind zum Beispiel:
- Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen
- Wildbienen und andere Bestäuber, die in Ritzen und hohlem Holz nisten
- Igel, Amphibien und Reptilien, die Schutz vor Fressfeinden suchen
- Vögel, die im dichten Geäst brüten oder dort Nahrung finden
Eine Übersicht der wichtigsten ökologischen Vorteile zeigt die folgende Tabelle:
| Ökologischer Vorteil | Beschreibung |
|---|---|
| Strukturvielfalt | Bietet verschiedene Mikrohabitate auf engem Raum |
| Schutz- und Brutplätze | Sichere Verstecke für Vögel, Igel, Amphibien und Insekten |
| Nahrung für Nützlinge | Reiches Angebot an Insekten und organischem Material |
| Förderung heimischer Arten | Begünstigt die Ansiedlung standorttypischer Pflanzen und Tiere |
| Biotopverbund im Siedlungsraum | Dient als Trittstein zwischen anderen Grünflächen und Hecken |
Weil die Hecke im Jahreslauf relativ ungestört bleibt, finden Tiere dort ganzjährig Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten. Das macht sie gerade in Zeiten intensiver Gartenpflege und versiegelter Flächen zu einem sehr wertvollen Element. Wer Vögel, Igel und Co. gezielt unterstützen möchte, hat mit einer Benjeshecke daher ein einfaches, aber effektives Werkzeug zur Hand.
Klimaschutz im Garten: CO₂-Bindung durch Totholz
Auch aus Klimasicht ist eine Benjeshecke interessant. Holz besteht zu einem großen Teil aus Kohlenstoff, den der Baum vorher aus der Luft in Form von CO₂ aufgenommen hat. Anstatt das Schnittgut zu verbrennen oder über lange Wege zur Kompostieranlage zu transportieren, verbleibt der im Holz gebundene Kohlenstoff zunächst im Garten. Er wird über Jahre hinweg nur langsam freigesetzt, während gleichzeitig neuer Humus entsteht, der wiederum längerfristig Kohlenstoff speichert.
Damit trägt eine Totholzhecke zur sogenannten Kohlenstoff-Sequestrierung bei – natürlich im kleinen Maßstab, aber immerhin direkt vor der eigenen Haustür. Besonders sinnvoll ist dies, wenn du zusätzlich auf torffreie Erde, wenig Bodenversiegelung und eine vielfältige Bepflanzung setzt. Dann unterstützt die Benjeshecke ein in sich stimmiges, klimafreundliches Gartenkonzept.
Weitere klimarelevante Vorteile lassen sich gut als Liste zusammenfassen:
- Reduzierung von Transportwegen und damit von Emissionen
- Vermeidung von Verbrennung von Grünabfällen
- Langsame Humusbildung und Verbesserung der Bodenstruktur
- Mehr Lebensräume für Insekten und Bestäuber, die wichtige Ökosystemleistungen erbringen
Außerdem wirkt eine Benjeshecke lokal klimaregulierend: Sie bricht Wind, spendet Schatten, kühlt durch Verdunstung in der Vegetationsschicht und puffert Temperaturspitzen ab. In dicht bebauten Wohngebieten kann das Mikroklima dadurch spürbar angenehmer werden. Gerade in Kombination mit Bäumen und Sträuchern kann eine Totholzhecke helfen, den Garten an Hitzesommer besser anzupassen.
Gestalterische Aspekte: So fügt sich die Hecke ein
Optisch wirkt eine Benjeshecke zunächst recht rustikal – manche würden sagen „chaotisch“. Mit der richtigen Planung lässt sie sich jedoch bewusst in das Gartenbild integrieren. Entscheidend ist die Lage: Als Grundstücksgrenze am hinteren Rand, als natürlicher Rahmen für ein Staudenbeet oder als optische Trennung zwischen Nutz- und Ziergarten kann sie ein stimmiges, naturnahes Gesamtbild erzeugen. Wer Ordnung liebt, kann zusätzlich klare Kanten, Wege oder niedrige Einfassungen setzen, die den Kontrast zwischen Wildnis und Struktur bewusst hervorheben.
Die Höhe und Breite lassen sich ebenfalls an den Gartenstil anpassen. Eine niedrige Benjeshecke zwischen 80 und 120 Zentimetern wirkt weniger dominant und eignet sich gut in kleineren Gärten. Größere Grundstücke vertragen auch höhere Strukturen, die mehr Sicht- und Windschutz bieten. In beiden Fällen gilt: Besser etwas schmaler und kompakter planen, wenn der Garten eher formal gestaltet ist, und großzügiger, wenn ein naturnahes, waldgartenähnliches Bild gewünscht ist.
Auch die Materialauswahl hat Einfluss auf die Wirkung. Helle Birkenäste erzeugen ein anderes Bild als dunkles Eichenholz; gerade geschnittene Pfähle wirken ordentlicher als natürlich geschlagene. Du kannst zusätzlich mit Kletterpflanzen wie Waldrebe, Geißblatt oder Brombeere arbeiten, die die Hecke mit der Zeit begrünen und den Totholzcharakter optisch abmildern.
Nicht zuletzt spielt die Perspektive eine Rolle: Von der Terrasse aus betrachtet, sollte die Benjeshecke entweder schöne Ausblicke rahmen oder störende Sichtachsen (z.B. zum Parkplatz) verdecken. Aus Nachbars Garten gesehen ist manchmal eine grünere, dichter bepflanzte Seite sinnvoll. Wer frühzeitig mit einbezieht, wie die Hecke aus verschiedenen Blickwinkeln wirkt, vermeidet spätere Konflikte und nutzt das Gestaltungspotenzial optimal.
Mögliche Nachteile: Unordnung, Platzbedarf, Nachbarn
So sinnvoll eine Benjeshecke ökologisch ist, sie passt nicht immer zu den Vorstellungen von Ordnung, die viele Menschen mit ihrem Garten verbinden. Totholz, Laub, wuchernde Kräuter und das allmähliche Einsinken der Hecke können schnell als „ungepflegt“ wahrgenommen werden – insbesondere, wenn direkt daneben ein sehr aufgeräumter, kurz geschorener Rasen liegt. Wer selbst einen eher minimalistischen Stil bevorzugt oder in einer Siedlung mit strengen Optik-Erwartungen wohnt, sollte diesen Aspekt ernsthaft bedenken.
Ein weiterer Punkt ist der Platzbedarf. Eine funktionale Benjeshecke ist selten schmaler als 50–80 Zentimeter, häufig sogar deutlich breiter. In kleinen Stadtgärten kann das schnell zu viel sein, vor allem entlang von Wegen oder an Grundstücksgrenzen. Auch der Sicherheitsabstand zu Zäunen und Gebäuden spielt eine Rolle, damit keine Feuchtigkeit oder Pilze direkt an sensible Strukturen gelangen.
Ein dritter Nachteil: Die Hecke kann Sammelpunkt für Samen und Ausläufer werden, die sich anschließend im Garten ausbreiten. Wer ohnehin mit Brombeeren, Giersch oder anderem „Gestrüpp“ kämpft, muss damit rechnen, dass die Benjeshecke als Startpunkt weiterer Ausbreitung dient. Das verlangt etwas Kontrolle, damit der Garten nicht ungewollt verwildert.
Zur Einschätzung hilft ein Blick auf typische Nachteile im Überblick:
| Möglicher Nachteil | Erläuterung |
|---|---|
| Unordentlicher Eindruck | Wirkt gerade in gepflegten Gärten schnell „verwahrlost“ |
| Großer Platzbedarf | Benötigt Breite, kann in kleinen Gärten sperrig sein |
| Konfliktpotenzial mit Nachbarn | Unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung, ggf. Beschwerden |
| Vermehrung von Gehölzen | Unerwünschte Ausbreitung mancher Arten durch Samen oder Ausläufer |
| Rechtliche Aspekte | Abstandsregeln, Heckenhöhen, Sichtdreiecke an Straßen müssen beachtet werden |
Wer diese Punkte offen im Blick behält und frühzeitig mit Nachbarn und ggf. Vermietern spricht, kann viele Konflikte entschärfen. Auch eine saubere Einfassung, ein klarer Schnitt an den Rändern und regelmäßige Kontrolle tragen dazu bei, dass die Benjeshecke trotz ihres wilden Charakters akzeptiert wird.
So wird eine Benjeshecke Schritt für Schritt angelegt
Der erste Schritt beim Anlegen einer Benjeshecke ist die Planung des Standorts. Ideal ist ein Randbereich des Gartens, der nicht ständig betreten wird und an dem du langfristig eine Hecke akzeptieren kannst. Achte auf Abstandsregeln zur Grundstücksgrenze und auf Sichtverhältnisse – eine hohe Hecke direkt an einer Einfahrt oder Straßenkreuzung ist meist problematisch. Markiere den geplanten Verlauf mit einer Schnur oder Hölzern.
Im zweiten Schritt schlägst du stabile Pfähle ein, die die „Wände“ deiner Hecke bilden. Sie stehen paarweise im Abstand von etwa 60–120 Zentimetern zueinander, je nachdem, wie breit die Hecke werden soll. Die Pfahlpaare selbst sollten im Abstand von 1–2 Metern entlang der Heckenlinie gesetzt werden. Verwende robustes, möglichst unbehandeltes Holz (z.B. Robinie, Eiche) oder Metallpfosten, die länger halten. Die Pfähle sollten mindestens 40–50 Zentimeter tief im Boden verankert sein.
Nun wird das Totholz schichtweise zwischen die Pfähle eingebracht. Beginne mit gröberen Ästen und Zweigen als „Skelett“, dann folgen mittlere und feinere Materialien wie Reisig, Schnittgut oder trockene Staudenstängel. Wichtig ist, dass du das Holz quer zur Heckenrichtung einlegst und immer wieder etwas festtrittst oder andrückst, damit die Struktur nicht zu locker wird. Zwischendurch kannst du etwas Erde oder Laub einstreuen, um das Einsinken zu beschleunigen und bessere Keimbedingungen zu schaffen.
Abschließend kontrollierst du, ob die Hecke stabil steht und ob irgendwo spitze Äste gefährlich hervorstehen. Diese solltest du einkürzen oder nach innen drehen. Mit der Zeit sackt die Benjeshecke ab – das ist normal. Du kannst dann nach und nach neues Schnittgut oben auflegen, um die Höhe zu halten und die Struktur zu verdichten. So entsteht im Laufe von Jahren eine immer reichere, lebendigere Hecke, ohne dass du viel Geld für Pflanzen oder Baumaterial investieren musst.
Geeignetes Material: Welches Totholz sich anbietet
Grundsätzlich eignet sich fast jede Art von unbehandeltem Gehölzschnitt für eine Benjeshecke. Ideal sind Äste und Zweige, die beim regelmäßigen Baumschnitt, beim Kürzen von Sträuchern oder beim Auslichten von Hecken anfallen. Unterschiedliche Stärken sind dabei sogar erwünscht: Dickere Äste sorgen für Stabilität im Inneren, dünneres Reisig und Staudenreste füllen Lücken und machen die Hecke kompakter. Auf lackiertes, imprägniertes oder anderweitig behandeltes Holz solltest du hingegen aus Umweltgründen verzichten.
Besonders gut eignen sich langlebige Harthölzer wie Eiche oder Robinie für die tragenden Elemente, da sie nur langsam verrotten und damit länger Stabilität bieten. Weichhölzer wie Weide oder Pappel zerfallen schneller, können aber gut als Füllmaterial eingesetzt werden. Bei sehr wuchsfreudigen Gehölzen (z.B. Weide) solltest du darauf achten, dass keine lebenden Steckhölzer mit vielen Knospen senkrecht in den Boden gesteckt werden, sonst treiben sie möglicherweise aus.
Auch andere organische Materialien können integriert werden: getrocknete Staudenstängel, Laub, dünne Wurzeln oder sogar Rasensoden, die beim Umgestalten des Gartens anfallen. Diese tragen zur Humusbildung bei und bieten zusätzlichen Lebensraum für Insekten. Größere Wurzelstöcke oder dicke Stämme kannst du eher als separate Totholzstapel oder Sitzgelegenheiten nutzen, weil sie in der Hecke selbst schwer zu verbauen sind.
Nicht geeignet sind dagegen stark krankheitsbefallene Gehölze, etwa mit Feuerbrand, Massaria oder ausgeprägtem Pilzbefall, der sich im Garten weiter ausbreiten könnte. Auch Nadelholz mit sehr harzigem Charakter ist nur bedingt ideal, da es langsam verrottet und den Boden lokal versauern kann – in Maßen ist das zwar kein Problem, aber es sollte nicht überwiegen. Wer diese Punkte beachtet, schafft die Basis für eine stabile, ökologisch wertvolle Totholzhecke.
Pflege, Kontrolle und Sicherheit der Totholzhecke
Eine Benjeshecke gilt als pflegeleicht, aber nicht als völlig pflegefrei. Ein- bis zweimal pro Jahr solltest du sie kontrollieren: Sind Pfähle locker geworden, hat sich das Material stark abgesenkt, ragen spitze Äste in Wege oder Nachbars Grundstück? Lose oder gefährliche Teile werden entfernt oder neu eingelegt, Pfähle bei Bedarf nachgeschlagen oder ersetzt. So bleibt die Hecke sicher und sieht nicht vernachlässigt aus.
Im Lauf der Jahre verrottet das Innenleben der Hecke und sackt zusammen. Das ist erwünscht, denn dabei entsteht Humus. Trotzdem lohnt es sich, regelmäßig neues Schnittgut nachzulegen, um die Höhe und Dichte zu halten. Dieser „Nachschub“ kann aus dem eigenen Garten stammen – so schließt du den Nährstoffkreislauf und sparst Dir Transporte. Wenn du merkst, dass unerwünschte Gehölze wie Brombeeren oder Robinien zu dominant werden, kannst du sie gezielt zurückschneiden.
Sicherheit ist vor allem dort ein Thema, wo Kinder spielen oder Wege nahe an der Hecke vorbeiführen. Achte darauf, dass keine spitzen Äste in Augenhöhe hinausragen und dass die Hecke nicht so instabil wird, dass sie bei starker Belastung umfällt. In sehr trockenen, heißen Sommern spielt auch der Brandschutz eine Rolle: In gefährdeten Regionen kann es sinnvoll sein, das trockenste Material etwas zu reduzieren oder die Hecke nicht direkt an Gebäudegrenzen zu setzen.
Zudem solltest du bedenken, dass eine Benjeshecke auch als Unterschlupf für Tiere dient, die du vielleicht nicht unbedingt im direkten Wohnumfeld haben möchtest, etwa Mäuse oder vereinzelt auch Wespen. Meist reguliert sich das Gleichgewicht durch die Vielfalt der Fressfeinde von selbst. Trotzdem hilft eine gute Platzwahl: Direkt am Sitzplatz oder an der Terrasse ist eine große Totholzhecke eher ungünstig, etwas abseits gelegen dagegen ideal.
Häufige Fehler beim Anlegen und wie man sie vermeidet
Ein häufiger Fehler ist, die Benjeshecke zu schmal und zu instabil anzulegen. Wird das Material nur locker aufeinandergelegt, ohne seitliche Pfähle oder ausreichende Verdichtung, fällt die Hecke leicht auseinander oder kippt einseitig um. Besser ist es, von Anfang an mit stabilen Pfosten zu arbeiten und das Holz quer und kreuzweise einzubauen. So entsteht eine verzahnte Struktur, die auch Wind und Witterung standhält.
Ein zweiter Klassiker: Die Standortwahl wird unterschätzt. Direkt an der Grundstücksgrenze, mit großer Höhe und ohne Absprache mit den Nachbarn, ist Ärger oft vorprogrammiert. Auch zu nahe an Wegen, Einfahrten oder Sichtdreiecken an Straßen kann die Hecke problematisch sein. Deshalb: Vorher planen, Abstandsregeln und ggf. kommunale Vorgaben prüfen und im Zweifel das Gespräch mit den Nachbarn suchen.
Viele Gärtner machen außerdem den Fehler, die Hecke zunächst zu „sauber“ zu halten. Eine Benjeshecke lebt jedoch von Vielfalt und Lockerheit. Wenn alles zu streng sortiert oder jedes Laub sofort entfernt wird, fehlen wichtige Strukturen für Tiere und die natürliche Humusbildung. Umgekehrt kann ein völliges Sich-selbst-Überlassen dazu führen, dass Brombeeren, Hopfen oder andere Wucherer die Hecke in kurzer Zeit überwuchern.
Vermeiden lässt sich das durch einen Mittelweg: bewusst wild, aber regelmäßig kontrolliert. Nutze verschieden starke Hölzer, mische etwas Laub oder Erde ein, aber schau ein- bis zweimal im Jahr, wie sich die Hecke entwickelt. Entferne problematische Triebe, sichere lockere Stellen nach und ergänze bei Bedarf neues, geeignetes Material. So bleibt die Benjeshecke sowohl ökologisch wertvoll als auch langfristig stabil und akzeptiert.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Benjeshecke
1. Zieht eine Benjeshecke Schädlinge an?
Sie zieht vor allem Insekten und Kleintiere an, darunter viele Nützlinge wie Marienkäfer, Wildbienen und Laufkäfer. Mäuse können die Hecke ebenfalls nutzen, werden aber meist durch Füchse, Katzen oder Greifvögel in Schach gehalten. Problematisch wird es selten, solange du die Hecke nicht direkt am Haus oder Lagerplätzen für Lebensmittel anlegst.
2. Brauche ich eine Genehmigung für eine Benjeshecke?
In Privatgärten ist eine Genehmigung meist nicht nötig, es gelten jedoch die üblichen Regeln für Hecken: bestimmte Abstände zur Grundstücksgrenze, maximale Höhen und ggf. Sichtdreiecke an Straßen. Kommunale Satzungen und Nachbarschaftsrecht können variieren. Im Zweifel bei der Gemeinde oder dem Bauamt nachfragen – das beugt Streit vor.
3. Wie lange hält eine Benjeshecke?
Das hängt stark von Material, Standort und Pflege ab. Grob kannst du mit 8–15 Jahren rechnen, bis ein Großteil des Holzes stark verrottet ist. Wenn du regelmäßig neues Schnittgut auflegst, entwickelt sich die Hecke eher zu einer dauerhaften Struktur, bei der altes Material innen zu Humus wird und neues außen nachkommt.
4. Kann ich eine Benjeshecke in einem sehr kleinen Garten anlegen?
Ja, aber du solltest sie bewusst schmal (ca. 50–80 cm) und eher niedrig halten. Alternativ kannst du mit kleineren Totholzhaufen, Insektenhotels oder einzelnen Totholzstämmen arbeiten, wenn der Platz für eine lange Hecke nicht reicht. Wichtig ist, dass sie nicht Wege versperrt und das Gesamtbild des Gartens nicht erschlägt.
5. Ist eine Benjeshecke im Vorgarten sinnvoll?
Das kann funktionieren, wenn du Nachbarn und Ortsbild im Blick hast. Eine niedrige, gut eingefasste Totholzhecke mit dichter Bepflanzung davor wirkt einladend und naturnah. Achte aber besonders auf Ordnung an den Rändern, damit der Vorgarten nicht „verwahrlost“ wirkt und es keine Konflikte mit dem Straßenraum gibt.
6. Welche Jahreszeit eignet sich am besten zum Anlegen?
Der Herbst und das zeitige Frühjahr sind ideal: Dann fällt viel Schnittgut an, der Boden ist meist feucht, und Samen können rasch keimen. Außerdem stört man in dieser Zeit weniger Tiere, da viele Arten ihre Brutzeit noch nicht begonnen haben oder bereits abgeschlossen ist.
7. Kann ich eine Benjeshecke auch mit Pflanzungen kombinieren?
Unbedingt – das erhöht sowohl den ökologischen als auch den gestalterischen Wert. Du kannst vor oder in die Hecke heimische Sträucher (z.B. Hartriegel, Heckenrose, Holunder) setzen und mit Wildstauden wie Königskerze, Wilde Möhre oder Natternkopf ergänzen. So entsteht ein gestufter Lebensraum mit Blüten von Frühling bis Herbst. 🌿🌼🦔
Eine Benjeshecke ist weit mehr als nur ein praktischer Ablageort für Gehölzschnitt: Sie verbindet Klimaschutz, Artenvielfalt und naturnahe Gestaltung in einem vergleichsweise einfachen Projekt. Gleichzeitig verlangt sie die Bereitschaft, dem Garten ein Stück Wildnis zuzugestehen – inklusive optischer Unordnung, Platzbedarf und gelegentlichem Gesprächsbedarf mit den Nachbarn. Wenn du diese Punkte bewusst berücksichtigst, kannst du mit einer Totholzhecke ein langlebiges, lebendiges Element schaffen, das deinen Garten ökologisch aufwertet und ihm eine besondere, natürliche Charakternote verleiht.
