Levkojen (Matthiola) zählen zu den charmantesten Duft- und Nostalgieblumen im Garten. Mit ihren dicht gefüllten Blütenrispen, dem intensiven Duft vor allem in den Abendstunden und der großen Farbvielfalt passen sie perfekt in romantische Bauerngärten, moderne Beete und sogar in Töpfe auf Balkon und Terrasse. Wer einmal blühende Levkojen erlebt hat, versteht schnell, warum sie seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Sommerblumen gehören.
Ursprünglich stammen Levkojen aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien. Von dort fanden sie über Kloster- und Apothekergärten den Weg in die europäischen Ziergärten. Schon im 16. und 17. Jahrhundert galten sie als kostbare Sammlerpflanzen und wurden vor allem wegen ihres betörenden Duftes und der gefüllten Blüten in vielen Farbvarianten geschätzt.
Heute sind Levkojen vor allem als Schnittblume und Beetpflanze bekannt. Sie lassen sich relativ einfach aus Samen ziehen, benötigen jedoch den richtigen Standort und etwas Aufmerksamkeit bei der Pflege. Wer diese Bedürfnisse kennt, wird mit einer langen, üppigen Blütezeit belohnt – und einem Duft, der laue Sommerabende unvergesslich macht.
Levkojen kennenlernen: Geschichte und Besonderheiten
Levkojen gehören botanisch zur Gattung Matthiola und damit zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), zu der auch Kohl, Rucola und Senf zählen. Im Ziergarten sind vor allem die Garten-Levkoje (Matthiola incana) und die Nachtviole (Matthiola longipetala, auch Abend- oder Nachtlevkoje) verbreitet. Charakteristisch sind die aufrechten Blütenrispen, die je nach Sorte einfach oder dicht gefüllt sein können.
Eine ihrer größten Besonderheiten ist der Duft: Viele Levkojen verströmen vor allem in den Abend- und Nachtstunden ein intensives, süß-würziges Aroma. Damit zählen sie zu den klassischen Duftblumen, die man am besten in der Nähe von Sitzplätzen, Wegen oder unter Fenstern pflanzt. Einige Sorten werden gezielt für die Floristik gezüchtet und besitzen besonders lange, gerade Stiele und große Blütenstände.
Neben Duft und Blütenfülle punkten Levkojen mit einer erstaunlichen Farbpalette. Von reinem Weiß über Creme, Apricot, Rosa, Purpur, Violett bis hin zu kräftigem Karminrot und sogar zweifarbigen Varianten ist alles vertreten. Viele moderne Züchtungen sind standfest, blühen besonders lange und eignen sich hervorragend als Schnittblumen, die in der Vase oft ein bis zwei Wochen halten.
Aussaat von Levkojen: Zeitpunkt und Vorgehen
Die Aussaat von Levkojen ist unkompliziert, wenn man die Ansprüche an Temperatur und Licht berücksichtigt. Grundsätzlich lassen sich Levkojen als einjährige Sommerblumen im Frühling aussäen oder – je nach Region – schon im Spätsommer für eine frühere Blüte im Folgejahr vorziehen. Wichtig ist ein eher kühler Anzuchtplatz, da hohe Temperaturen die Keimung erschweren und zu vergeilten, schwachen Jungpflanzen führen.
Für eine gute Planung hilft eine Übersicht der gängigen Aussaattermine und Keimbedingungen:
| Maßnahme / Phase | Zeitraum (Mitteleuropa) | Hinweise zur Temperatur / Dauer |
|---|---|---|
| Vorkultur im Haus / Gewächshaus | Februar–März | 12–18 °C, Keimdauer ca. 10–20 Tage |
| Direktsaat ins Beet | April–Mai | Bodentemperatur mind. 10 °C, Saat flach einarbeiten |
| Herbstsaat (milde Regionen) | August–September | Nur in geschützten Lagen, ggf. Winterschutz nötig |
Bei der Aussaat geht man am besten in mehreren Schritten vor:
Vorkultur in Töpfen/Schalen
- Flache Anzuchtschalen mit nährstoffarmer Aussaaterde füllen.
- Samen dünn ausstreuen, nur hauchdünn mit Erde bedecken (Lichtkeimer-Typ).
- Substrat vorsichtig angießen oder mit einer Sprühflasche befeuchten.
Keimung und Pikieren
- Schale hell, aber nicht vollsonnig und eher kühl (12–16 °C) stellen.
- Gleichmäßige Feuchtigkeit sicherstellen, Staunässe vermeiden.
- Sobald die Sämlinge 2–3 echte Blattpaare haben, einzeln in kleine Töpfe pikieren.
Auspflanzen ins Beet
- Nach den letzten Spätfrösten (meist ab Mitte Mai) ins Freiland setzen.
- Pflanzabstand je nach Sorte 20–30 cm einhalten.
- In den ersten Tagen ggf. mit Vlies oder Schattierung vor starker Sonne schützen.
Der ideale Standort: Boden, Licht und Pflege

Levkojen lieben sonnige, luftige Plätze, an denen sich ihre Blüten richtig entwickeln können. Ein halbschattiger Standort ist zwar möglich, führt aber oft zu weniger üppiger Blüte und längeren, weicheren Stielen. Besonders schön wirken sie an Sitzplätzen, Terrassenrändern oder entlang von Wegen, wo ihr Duft am Abend gut zur Geltung kommt.
Entscheidend ist ein gut durchlässiger, humoser Gartenboden, der weder zu schwer noch zu trocken ist. Staunässe vertragen Levkojen schlecht – nasse Füße fördern Wurzelfäule und verkürzen die Lebensdauer der Pflanzen deutlich. Auf sehr leichten Sandböden hilft das Einarbeiten von Kompost, um die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern, während schwere Lehmböden mit Sand und feinem Kies aufgelockert werden sollten.
Für die Pflege reicht in der Regel ein moderates Gieß- und Düngeprogramm, das sich gut strukturieren lässt:
Gießen
- Gleichmäßig feucht halten, besonders während der Knospenbildung.
- Staunässe unbedingt vermeiden; lieber seltener, dafür durchdringend gießen.
- In Töpfen und Kübeln häufiger kontrollieren, da sie schneller austrocknen.
Düngen
- Vor dem Pflanzen etwas reifen Kompost oder organischen Volldünger einarbeiten.
- Während der Hauptblüte alle 3–4 Wochen leicht nachdüngen (sparsam dosieren).
- Zu viel Stickstoff fördert Blattmasse statt Blüten – also vorsichtig sein.
Pflege & Schnitt
- Verblühte Rispen regelmäßig ausputzen, um neue Blüten anzuregen.
- Hohe Sorten bei Windlage ggf. stützen.
- Kranke oder stark geschwächte Pflanzen frühzeitig entfernen, um Krankheiten vorzubeugen.
Die schönsten Levkojen-Sorten für den Garten
Das Angebot an Levkojen-Sorten ist groß; es reicht von kompakten Beet- und Balkonformen bis zu hochgewachsenen Schnittsorten. Je nach Gartensituation lohnt sich die Wahl unterschiedlicher Wuchshöhen und Blütenformen. Besonders beliebt sind dicht gefüllte Sorten, aber auch einfach blühende Duftlevkojen haben ihren ganz eigenen Reiz.
Zur Orientierung hilft eine kleine Auswahl beliebter Sorten und Gruppen:
| Sorte / Gruppe | Wuchshöhe ca. | Blütenfarbe(n) | Besonderheiten / Verwendung |
|---|---|---|---|
| ‘Cinderella’-Serie | 20–25 cm | viele Farben, oft pastellig | kompakt, ideal für Balkon & Topf |
| ‘Vintage’-Serie | 40–50 cm | creme, rosa, altrosa, violett | nostalgischer Look, duftstark |
| Hohe Schnittlevkojen (Mix) | 60–80 cm | bunt gemischt | lange Stiele, perfekt für Vasen |
| Nachtlevkoje (M. longipetala) | 30–50 cm | zartviolett bis rosa | besonders starker Abendduft |
| Weißblühende Sorten (z. B. ‘White Excelsior’) | 50–70 cm | reinweiß | elegante Akzente, gut für Hochzeiten |
Bei der Sortenwahl spielt auch der Verwendungszweck eine Rolle:
Für Beete und Rabatten
- Mittelhohe Sorten (40–60 cm) in harmonischen Farbmischungen.
- Kombination mit Rosen, Frauenmantel, Katzenminze oder Zierlauch.
- In Reihen oder Gruppen pflanzen, um dichte Blütenteppiche zu erzeugen.
Für Balkon und Kübel
- Kompakte Serien wie ‘Cinderella’ oder niedrige Duftlevkojen.
- In größere Töpfe mit guter Drainage setzen.
- Mit anderen Sommerblumen wie Lobelien, Petunien oder Verbenen kombinieren.
Für die Vase / Schnittblumenbeet
- Hohe, standfeste Schnittsorten mit langen Blütenrispen.
- In Reihen im Gemüsegarten oder separaten Schnittbeeten kultivieren.
- Früh morgens schneiden, Stiele schräg anschneiden und sofort ins Wasser stellen.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zu Levkojen
Levkojen sorgen im Garten nicht nur für Duft und Farbe, sondern wecken oft auch Neugier. Viele Hobbygärtner fragen sich, ob Levkojen winterhart sind, wie man sie richtig überwintert oder warum manche Pflanzen statt gefüllter nur einfache Blüten entwickeln. Die wichtigsten Punkte lassen sich gut in einer kompakten Übersicht darstellen – so haben Sie die Antworten schnell zur Hand. 🌸
Die folgenden Fragen tauchen besonders oft auf und helfen bei der praktischen Pflege im Alltag:
| Frage | Kurze Antwort |
|---|---|
| Sind Levkojen winterhart? | Meist nur bedingt; oft als einjährige Kultur |
| Wie lange blühen Levkojen? | Je nach Aussaat 6–10 Wochen, bei Nachsaat länger |
| Eignen sie sich für den Balkon? | Ja, kompakte Sorten sehr gut |
| Warum blüht meine Levkoje nur einfach? | Genetisch bedingt, aus Samen immer Anteil einfach |
| Sind Levkojen bienenfreundlich? | Einfache Blüten ja, stark gefüllte weniger |
Zum Abschluss noch einige typische Fragen ausführlicher beantwortet:
Kann man Levkojen überwintern?
In milden Regionen und gut geschützten Lagen können einige Levkojen den Winter überstehen, vor allem wenn sie im Spätsommer gesät wurden. Ein sicherer Winterschutz aus Reisig oder Vlies ist empfehlenswert. In rauen Lagen behandelt man sie besser konsequent als einjährige Sommerblume und sät jedes Jahr neu.
Warum sehen meine Levkojen so „schlaksig“ aus?
Oft liegt das an zu warmer oder zu dunkler Anzucht. Levkojen mögen es zur Keimung und Jungpflanzenphase eher kühl und sehr hell. Werden sie am warmen Südfenster über der Heizung gezogen, vergeilen sie leicht. Besser ist ein kühler, heller Platz und ggf. rechtzeitiges Auspflanzen ins Freie.
Sind Levkojen für Insekten geeignet?
Einfach blühende Levkojen und die Nachtlevkoje bieten Nektar und Pollen und werden gerne von Nachtfaltern und teils auch von Bienen besucht. Stark gefüllte Sorten sind zwar optisch beeindruckend, bieten aber wenig Nahrung. Wer also etwas für Insekten tun möchte, kombiniert im Beet am besten gefüllte und einfache Sorten miteinander. 🐝
Levkojen verbinden nostalgischen Charme mit intensiven Düften und einer erstaunlichen Farbvielfalt. Mit der richtigen Aussaat, einem gut gewählten Standort und etwas Pflegeaufwand lassen sie sich jedes Jahr zuverlässig im Garten oder auf dem Balkon kultivieren. Wer unterschiedliche Sorten ausprobiert und mit Blühzeiten spielt, kann sich über viele Wochen hinweg an frischen Blüten – im Beet wie in der Vase – erfreuen und den Sommer mit allen Sinnen genießen.

