Im August läuft der Garten zur Hochform auf – gleichzeitig fordert er uns mit Hitze, Trockenheit und üppigem Wachstum ordentlich heraus. Jetzt entscheidet sich, wie gut Gemüseernte, Blütenpracht und ein gesunder Rasen durch den Spätsommer kommen. Mit etwas Planung lassen sich Pflege, Ernte und die Vorbereitung für den Herbst geschickt miteinander verbinden. Dieser Überblick zeigt, worauf Sie jetzt besonders achten sollten und welche Arbeiten sich im August besonders lohnen.
Beete im August: Was jetzt besonders wichtig ist
Im August stehen die Beete im Vollsaft: Viele Sommerblumen blühen, Stauden erreichen ihren Höhepunkt, und das Gemüsebeet liefert täglich frische Ernte. Gleichzeitig beginnen erste Pflanzen schon zu ermüden, Samen reifen aus, und Lücken entstehen. Jetzt lohnt es sich, einen prüfenden Blick über alle Beete zu werfen und gezielt zu entscheiden, was bleibt, was gestützt und was entfernt werden muss. So behalten Sie Struktur und Ordnung im Garten, ohne die natürliche Fülle zu stören.
Ein wichtiger Punkt ist das regelmäßige Entfernen von Verblühtem. Bei Stauden und Sommerblumen fördert das das Durchblühen bis in den Herbst hinein, bei Einjährigen beugt es der unkontrollierten Selbstaussaat vor. Besonders im Staudenbeet kann man aber auch bewusst einige Samenstände stehen lassen – etwa von Zierlauch, Sonnenhut oder Gräsern –, die später im Jahr eine dekorative Struktur bieten und zugleich Nahrung für Vögel liefern. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: nicht alles radikal abschneiden, sondern bewusst auswählen.
Auch der Bodenpflege kommt jetzt eine besondere Bedeutung zu. Durch die Sommerhitze trocknen die oberen Bodenschichten schnell aus und verkrusten, was die Wasseraufnahme verschlechtert. Ein vorsichtiges Auflockern mit der Hacke oder einer Kralle hilft, die Kruste zu brechen und Sauerstoff in den Boden zu bringen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, gehäckseltem Strauchschnitt oder Laub sorgt dafür, dass Feuchtigkeit besser gehalten und Unkrautwachstum gebremst wird. Gleichzeitig verbessert sie auf Dauer die Bodenstruktur.
Nicht zuletzt ist im August die beste Zeit, um Beete für die Herbst- und Winterjahreszeit zu planen. Wo Lücken entstanden sind, können Sie bereits an spätere Pflanzungen denken – zum Beispiel für Herbstastern, Chrysanthemen oder zweijährige Blumen. Wer jetzt bewusst gestaltet, sorgt dafür, dass der Garten nicht abrupt „abfällt“, sondern Schritt für Schritt in seine Herbstschönheit übergeht. So bleibt der Garten auch in den kommenden Monaten attraktiv und vital.
Gemüseernte planen: Was reif ist und nachgesät wird
Im Gemüsegarten ist der August Ernte-Hochzeit und Planungssaison in einem. Viele Kulturen erreichen jetzt ihren Reifehöhepunkt: Tomaten, Zucchini, Bohnen, Gurken und zahlreiche Kräuter stehen in voller Pracht. Gleichzeitig ist es wichtig, laufend zu überlegen, welche Beete bald frei werden und womit sie nachbelegt werden können. So nutzen Sie die Saison optimal aus und sichern frische Ernte bis spät in den Herbst.
Eine Übersicht über typische Gemüse, die im August reif sind und über ihre Nachfolgekulturen, hilft bei der Planung:
| Gemüse (jetzt ernten) | Reifezeichen | Geeignete Nachsaat im August |
|---|---|---|
| Buschbohnen | Volle Schoten, noch zart, glänzende Farbe | Feldsalat, Spinat, Radieschen |
| Erbsen | Gut gefüllte, aber noch nicht harte Körner | Gründüngung, Herbstsalate |
| Frühkartoffeln | Abgeknicktes, eingetrocknetes Laub | Kohlrabi, Chinakohl, Pflücksalat |
| Knoblauch | Gelbliches, umgelegtes Laub | Spinat, Winterzwiebeln |
| Zucchini | 15–25 cm lange Früchte, glänzende Schale | Schnelle Salate, Rucola |
| Zwiebeln | Umgeknicktes, trocknendes Laub | Feldsalat, Wintersalat |
Neben der Tabelle ist eine Liste der wichtigsten August-Arbeiten im Gemüsegarten hilfreich:
- Reife Früchte zeitnah ernten, um die Pflanzen zur Nachbildung neuer Früchte anzuregen (z. B. bei Bohnen, Gurken, Zucchini).
- Nach der Ernte Beete nur leicht lockern, grobe Pflanzenreste entfernen und bei Bedarf etwas Kompost einarbeiten.
- Schnellwachsende Kulturen wie Radieschen, Rucola oder Pflücksalate nachsäen, um Erntelücken im September/Oktober zu überbrücken.
- An Wintergemüse denken: jetzt Wintersalat, Feldsalat, Spinat oder Winterzwiebeln einplanen und rechtzeitig aussäen bzw. pflanzen.
Wichtig ist, bei der Nachsaat die unterschiedlichen Kulturzeiten zu beachten. Späte Aussaaten haben weniger Zeit, daher eignen sich vor allem schnell wachsende Gemüse und Sorten, die speziell für Herbst- oder Überwinterungsanbau gezüchtet wurden. Achten Sie auf die Angaben auf den Samentüten. Wer rechtzeitig mit der Planung beginnt, kann vielerorts bis in den November hinein eigenes Gemüse ernten – insbesondere in milden Lagen oder mit einfachem Witterungsschutz wie Vlies oder Folientunnel.
Ein weiterer Punkt: Fruchtfolge und Mischkultur nicht vergessen. Nach stark zehrenden Kulturen wie Kohl, Kartoffeln oder Tomaten sollten eher Mittel- oder Schwachzehrer folgen, etwa Salate, Spinat oder Leguminosen. So bleibt der Boden langfristig gesund, und Sie reduzieren das Risiko von Krankheiten und Ertragseinbußen. Der August ist der ideale Monat, um die Spät- und Wintersaison im Gemüsegarten bewusst zu gestalten.
Rasenpflege im Hochsommer: Mähen, Wässern, Düngen
Der Rasen leidet im August schnell unter Hitze und Trockenheit – braune Stellen, Trittspuren und lückige Bereiche sind typische Symptome. Dennoch lässt sich mit der richtigen Pflege ein ansehnlicher, belastbarer Rasenteppich erhalten. Wichtig ist vor allem, die Pflege an die Witterung anzupassen und den Rasen nicht wie im Frühjahr zu behandeln. Hochsommerpflege bedeutet vor allem: schonend mähen, richtig wässern und sparsam düngen.
Beim Mähen gilt die Faustregel: lieber seltener und höher schneiden als zu kurz und zu häufig. Eine Schnitthöhe von etwa 4–5 cm ist im Sommer ideal, bei extremer Hitze auch etwas höher. Das Gras beschattet dann den Boden besser und reduziert die Verdunstung. Vermeiden Sie Mähen in praller Mittagssonne; besser sind die Morgen- oder Abendstunden. Stumpfe Messer sollten geschärft werden, damit die Halme sauber geschnitten werden und nicht ausfransen.
Richtiges Wässern ist im Hochsommer entscheidend. Statt täglich oberflächlich zu sprengen, sollte lieber durchdringend, aber seltener gewässert werden. Ein bis zwei Mal pro Woche, dafür jeweils 10–20 Liter pro Quadratmeter, fördern tiefes Wurzelwachstum und damit die Trockenheitsresistenz. Am besten gießen Sie in den frühen Morgenstunden, damit das Wasser gut einsickern kann und Pilzkrankheiten durch lange Blattnässe in der Nacht vermieden werden.
Beim Düngen ist Zurückhaltung angesagt. Eine leichte Sommerdüngung mit einem kaliumbetonten Rasendünger kann sinnvoll sein, um die Widerstandskraft der Gräser zu stärken. Stark stickstoffbetonte Dünger sind jetzt eher ungünstig, sie fördern weiches, anfälliges Wachstum und können bei Trockenheit zu Verbrennungen führen. Wer im Frühjahr düngt, kommt oft mit einer moderaten Sommergabe aus. Gezielte Nachsaaten in lückigen Bereichen können gegen Ende August/Anfang September vorbereitet werden, wenn die Hitze nachlässt.
Obstbäume und Beerensträucher richtig versorgen
Obstbäume und Beerensträucher schenken uns im August eine Fülle an Früchten – von frühen Äpfeln und Birnen bis zu Brombeeren und den letzten Johannisbeeren. Damit die Pflanzen langfristig gesund bleiben und regelmäßige Erträge liefern, ist jetzt eine gezielte Pflege wichtig. Dazu gehören Ernte, Wasserversorgung, leichter Schnitt sowie das Beobachten auf Krankheiten und Schädlinge.
Bei Kernobst wie Äpfeln und Birnen ist der August vielerorts der Monat der sogenannten „Pflückreife“ erster Sorten. Reife Früchte erkennt man daran, dass sie sich leicht vom Ast lösen und die Kerne dunkel gefärbt sind. Wer zu lange wartet, riskiert Fallobst, das schnell verdirbt. Auch Pflaumen und Zwetschgen sollten regelmäßig kontrolliert werden: Reife Früchte lassen sich leicht ablösen und duften intensiv. Eine kontinuierliche Ernte entlastet die Äste und beugt Astbruch vor.
Beerensträucher wie Himbeeren, Brombeeren und späte Johannisbeeren profitieren nach der Ernte von einem leichten Rückschnitt. Bei Sommerhimbeeren werden die abgeernteten Ruten direkt an der Basis entfernt, um Platz und Licht für die jungen Triebe zu schaffen, die im nächsten Jahr fruchten. Brombeeren sollten ausgelichtet werden, indem überalterte und zu dicht stehende Ruten entfernt und die verbleibenden an Spalieren angebunden werden. Das verbessert die Durchlüftung und reduziert Pilzkrankheiten.
Wasser ist auch im Obstgarten ein zentrales Thema. Besonders junge Bäume und flach wurzelnde Beerensträucher reagieren empfindlich auf Trockenheit. Ein seltener, dafür gründlicher Gießgang ist wirksamer als häufiges, oberflächliches Wässern. Mulchscheiben aus Grasschnitt, Laub oder Rindenmulch im Bereich der Baumscheiben helfen, die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken. Auf starke Düngergaben sollte im August weitgehend verzichtet werden, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen und besser durch den Winter kommen.
Ziergarten im August: Stauden, Rosen und Sommerblüher
Der Ziergarten zeigt sich im August von seiner farbenprächtigsten Seite. Staudenbeete, Rosen und einjährige Sommerblumen liefern ein Feuerwerk an Farben und Formen. Gleichzeitig beginnt hier und da das Verblühen, und manche Pflanzen wirken etwas müde. Mit gezielter Pflege können Sie die Blühdauer deutlich verlängern und den Garten bis in den Herbst attraktiv halten.
Zur Orientierung hilft eine kleine Übersicht typischer Zierpflanzen und ihrer August-Pflege:
| Pflanzengruppe | Typische Vertreter | Wichtige Pflege im August |
|---|---|---|
| Sommerstauden | Sonnenhut, Phlox, Rittersporn | Verblühtes schneiden, ggf. stützen, moderat gießen |
| Rosen | Beet- und Edelrosen, Strauchrosen | Verblühtes entfernen, leicht nachdüngen, gießen |
| Sommerblüher | Petunien, Tagetes, Zinnien | Ausputzen, regelmäßig wässern und flüssig düngen |
| Gräser | Lampenputzergras, Miscanthus | Nur bei Trockenheit gießen, nicht zurückschneiden |
| Herbstvorboten | Herbstastern, Sonnenbraut | Gießen, ggf. stützen, Unkraut zwischen den Horsten |
Neben der Tabelle gibt es einige grundlegende Arbeiten, die im August im Ziergarten anstehen:
- Verblühte Blütenstände von Stauden, Rosen und Sommerblumen regelmäßig ausputzen.
- Stauden mit langen Blütenstielen (z. B. Rittersporn, Sonnenhut) bei Bedarf stützen oder neu anbinden.
- Auf ausreichende, aber nicht übermäßige Bewässerung achten, besonders bei jungen und neu gepflanzten Stauden.
- Auf ersten Mehltau oder Rosenkrankheiten achten und befallene Pflanzenteile entfernen.
Rosen freuen sich im August über eine letzte moderate Düngergabe, idealerweise mit einem kaliumbetonten Rosendünger, der das Gewebe festigt. Späte, stark stickstoffbetonte Düngungen sollten vermieden werden, damit die Triebe vor dem Winter gut ausreifen. Verblühte Rosenblüten werden bis über ein nach außen gerichtetes Blatt zurückgeschnitten, um die Bildung neuer Blüten zu fördern und die Pflanze in Form zu halten.
Stauden- und Sommerblumenbeete profitieren von einer aufmerksamen Bewässerung. Besonders flach wurzelnde Arten und Kübelstauden benötigen bei Hitze regelmäßige Gießgänge. Gleichzeitig ist es sinnvoll, den Boden leicht zu mulchen, um die Feuchtigkeit zu halten. Wo Stauden ausgelaugt oder überaltert wirken, können Sie schon mental die Teilung oder Erneuerung im Herbst planen; manche früh blühende Stauden lassen sich sogar bereits im Spätsommer teilen.
Balkon- und Kübelpflanzen vor Hitze schützen
Balkon- und Kübelpflanzen sind im August oft besonders belastet, denn sie haben nur begrenztes Erdvolumen zur Verfügung und trocknen entsprechend schnell aus. Hitzestaus an Fassaden, auf Terrassen und Balkonen setzen ihnen zusätzlich zu. Damit Geranien, Petunien, Fuchsien, Oleander und Co. durchhalten, sollten Sie jetzt ein besonderes Augenmerk auf Wasserversorgung, Beschattung und Nährstoffzufuhr legen.
Wichtig ist, Staunässe genauso zu vermeiden wie extremes Austrocknen. Am besten gießen Sie in den frühen Morgenstunden und – bei sehr heißem Wetter – zusätzlich in den späten Abendstunden. Beim Gießen sollte die Erde gut durchfeuchtet werden, überschüssiges Wasser in Untersetzern aber nach einigen Minuten abgekippt werden, damit die Wurzeln nicht im Wasser stehen. Helle Übertöpfe oder Pflanzenroller mit etwas Abstand zum Boden können helfen, die Hitzeeinwirkung zu reduzieren.
Beschattung ist vor allem an Süd- und Westbalkonen ein Thema. Markisen, Sonnensegel, Schilfmatten oder einfache Tücher schaffen Schatten und senken die Temperatur deutlich. Empfindlichere Pflanzen können in die zweite Reihe rücken, während robustere Arten die Plätze direkt an der Brüstung einnehmen. Bei extremen Hitzeperioden ist es oft sinnvoll, sensible Kübelpflanzen vorübergehend etwas geschützter zu platzieren, etwa näher an die Hauswand oder in den Halbschatten.
Düngung sollte bei stark wachsenden Balkonpflanzen im August nicht vernachlässigt werden. Ein- bis zweimal pro Woche ein flüssiger Balkondünger im Gießwasser sichert eine anhaltende Blüte. Gleichzeitig ist regelmäßiges Ausputzen verwelkter Blüten unerlässlich, um die Bildung neuer Knospen anzuregen. Kontrollieren Sie außerdem die Unterseiten der Blätter auf Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben oder Weiße Fliege – in Kübeln können sie sich besonders schnell ausbreiten.
Gießen mit System: Wasser sparen trotz Trockenheit
Im August ist Wasser häufig der begrenzende Faktor im Garten. Längere Trockenperioden, gelegentliche Gießverbote oder hohe Wasserpreise machen einen effizienten Umgang mit der Ressource notwendig. Mit einem durchdachten Gießsystem können Sie den Wasserverbrauch deutlich reduzieren, ohne dass die Pflanzen leiden. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, die passende Methode und eine kluge Priorisierung.
Gießen Sie möglichst früh am Morgen. Dann ist der Boden noch kühl, die Verdunstung gering und die Pflanzen können das Wasser optimal aufnehmen. Abendliches Gießen ist die zweitbeste Lösung, birgt aber ein etwas höheres Risiko für Pilzkrankheiten, weil die Blätter länger feucht bleiben. Mittags oder in der prallen Sonne sollten Sie nur im Notfall gießen – ein Großteil des Wassers verdunstet ungenutzt.
Setzen Sie, wo möglich, auf punktgenaue Bewässerung. Tropfschläuche, Perlschläuche oder Gießröhren im Wurzelbereich bringen das Wasser dahin, wo es gebraucht wird, und vermeiden Verluste durch Verdunstung oder Wind. Auch einfache Maßnahmen wie Gießrinnen im Beet oder das Einlassen von Gießmulden rund um Jungpflanzen können helfen, das Wasser zu bündeln. Auf große Rasensprenger sollte man in Trockenphasen möglichst verzichten, da hier viel Wasser in Bereichen landet, die es nicht unbedingt brauchen.
Priorisieren Sie beim Gießen: Kübelpflanzen, frisch gesetzte Gehölze, Jungpflanzen und Gemüsekulturen mit hoher Wasserabhängigkeit (z. B. Gurken, Zucchini) haben Vorrang. Etablierte Gehölze, Stauden mit tief reichenden Wurzeln oder Teile des Rasens überstehen auch mal eine Trockenphase, sofern diese nicht extrem ist. Mulchschichten in Beeten und Baumscheiben sind eine der einfachsten und wirksamsten Methoden, um den Wasserbedarf insgesamt zu senken.
Schädlings- und Krankheitskontrolle im Spätsommer
Im Spätsommer haben viele Schädlinge und Pilzkrankheiten ihren Höhepunkt erreicht. Warme Tage und kühlere, feuchtere Nächte begünstigen Mehltau, Rostpilze und Blattfleckenkrankheiten. Gleichzeitig vermehren sich Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliegen oder Kohlweißlingsraupen oft noch einmal kräftig. Eine regelmäßige Kontrolle ist jetzt wichtig, um rechtzeitig eingreifen zu können und größere Schäden zu verhindern.
Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam: gelbe, braune oder fleckige Blätter, eingerollte Triebe, Gespinste oder klebrige Honigtauausscheidungen sind Warnsignale. Je früher Sie Befall entdecken, desto eher reichen einfache, mechanische Maßnahmen aus – etwa das Entfernen befallener Blätter, das Abduschen von Schädlingen mit Wasser oder das Absammeln von Raupen. Diese sanften Methoden schonen Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen, die im natürlichen Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen.
Wo nötig, können auch Hausmittel oder zugelassene, möglichst nützlingsschonende Präparate zum Einsatz kommen. Gegen Pilzkrankheiten hilft teilweise ein verbesserter Standplatz (luftiger, nicht zu dicht), weniger Blattnässe und ein durchdachter Schnitt. Gegen saugende Insekten können Schmierseifenlösungen, Rapsölpräparate oder bestimmte Pflanzenstärkungsmittel helfen. Chemische Breitbandmittel sollten im Hobbygarten die letzte Option sein und immer sehr gezielt und sparsam verwendet werden.
Vorbeugung bleibt die beste Strategie: luftige Pflanzabstände, standortgerechte Arten und Sorten, gesunde Böden und maßvolle Düngung machen Pflanzen robuster. Überdüngung mit Stickstoff fördert weiches, anfälliges Gewebe. Auch Mischkulturen, Blühstreifen und eine vielfältige Bepflanzung tragen dazu bei, dass sich ein stabiles Nützlings-Schädlings-Gleichgewicht entwickeln kann. Der August ist ein guter Monat, um diese Zusammenhänge im eigenen Garten bewusst zu beobachten.
Garten für den Herbst vorbereiten: Erste Schritte
Auch wenn der Sommer auf seinem Höhepunkt ist, lohnt sich im August der Blick nach vorn. Wer jetzt an den Herbst denkt, erspart sich Hektik in den späteren Monaten und sorgt für einen harmonischen Übergang. Das beginnt bei einfachen Ordnungsarbeiten wie dem Wegräumen nicht mehr benötigter Stützen oder dem Auslichten überbordender Beete und reicht bis hin zur Planung von Herbstbepflanzungen und Blumenzwiebeln.
Im Gemüsegarten können erste Beete, die abgeerntet sind und nicht sofort neu belegt werden, mit Gründüngung eingesät werden. Pflanzen wie Phacelia, Senf (nur, wenn keine Kreuzblütler-Rotation problematisch ist), Buchweizen oder Klee lockern den Boden, schützen ihn vor Erosion und bringen organische Masse ein. Gleichzeitig lassen sich jetzt bereits die Flächen planen, auf denen im Herbst Wintergemüse, Knoblauch oder Erdbeeren einziehen sollen.
Im Ziergarten kann man sich überlegen, wo Herbstblüher wie Astern, Chrysanthemen, Anemonen oder Herbst-Sonnenhut für Farbe sorgen sollen. August und September sind außerdem eine gute Zeit, um Blumenzwiebeln für das nächste Frühjahr zu bestellen oder zu besorgen: Krokusse, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Allium. Gepflanzt werden sie später im Herbst, doch wer früh plant, hat die größte Auswahl an Sorten und Farben.
Nicht zuletzt lohnt es sich, Werkzeug, Regenwasserspeicher und Lagermöglichkeiten zu überprüfen. Sind Regentonnen und Zisternen noch gut in Schuss, bevor der Herbstregen kommt? Passen Aufbewahrungsmöglichkeiten für Ernten wie Äpfel, Kartoffeln oder Kürbisse? Wenn im August bereits Strukturen geschaffen werden, verläuft der Übergang in die ruhigere Jahreszeit deutlich entspannter – und Sie können den Spätsommer im Garten umso gelassener genießen.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Augustgarten
Zum Abschluss einige kurze Fragen und Antworten, die im Zusammenhang mit Gartenarbeit im August häufig auftauchen – und ein paar motivierende Eindrücke, warum sich die Mühe lohnt. Der August belohnt konsequente Pflege mit üppiger Ernte, intensiven Düften und farbenprächtigen Beeten. Gleichzeitig schaffen Sie mit jeder Arbeit jetzt die Basis für einen starken Herbst- und Wintergarten. 🌿
1. Wie oft sollte ich im August meinen Rasen gießen?
Etablierter Rasen kommt mit 1–2 durchdringenden Bewässerungen pro Woche aus (je 10–20 l/m²), wenn es längere Zeit trocken ist. In kühleren, regenreichen Phasen reicht oft der Niederschlag. Wichtig ist, lieber seltener und dafür gründlich zu wässern.
2. Kann ich im August noch Salat aussäen?
Ja, insbesondere Pflücksalat, Rucola, Spinat für den Herbst und Feldsalat für den Spätherbst/Winter sind jetzt gut möglich. Achten Sie auf hitzetolerante bzw. Herbstsorten und halten Sie die Saatreihen nach der Aussaat gleichmäßig feucht.
3. Darf ich Obst mit leichten Flecken noch essen?
Leicht fleckige, aber nicht faulige Früchte können Sie in der Regel problemlos verwenden, zum Beispiel zum Kochen, Backen oder Einkochen. Faulige Stellen sollten großzügig entfernt oder die Frucht entsorgt werden, um Lagerprobleme zu vermeiden.
4. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Stauden zu teilen?
Viele früh blühende Stauden (z. B. Phlox, Taglilien) können ab Spätsommer bis Herbst geteilt werden, wenn die große Hitze nachlässt und der Boden wieder feuchter ist. Sommer- und spätblühende Stauden teilt man eher im Frühling. Wählen Sie einen bedeckten Tag und wässern Sie gut nach.
5. Soll ich im August noch Rosen düngen?
Ja, eine letzte, zurückhaltende Düngergabe Anfang/Mitte August ist sinnvoll, idealerweise kaliumbetont. Später sollten Rosen nicht mehr gedüngt werden, damit die Triebe ausreifen und besser frosthart werden.
6. Wie erkenne ich, ob ich zu viel gieße?
Dauerhaft nasse Erde, moderiger Geruch, gelbliche Blätter und Wachstumsstopp können Hinweise auf Staunässe sein. Prüfen Sie vor dem Gießen immer mit dem Finger, ob die obere Erdschicht wirklich abgetrocknet ist, und sorgen Sie für ausreichend Drainage, vor allem in Kübeln.
7. Ist es sinnvoll, im August noch neue Stauden zu pflanzen?
Bei moderater Witterung und ausreichender Bewässerung ist das möglich, vor allem gegen Ende August. In sehr heißen, trockenen Phasen ist es aber besser, mit größeren Pflanzaktionen bis in den frühen Herbst zu warten, wenn der Boden wieder feuchter und die Hitze vorbei ist.
8. Wie schütze ich Kübelpflanzen vor dem Umkippen bei Sommergewittern?
Schwere Töpfe stabilisieren Sie mit Untersetzern auf Pflanzenrollern oder durch Anlehnen an Wände/Geländer. Hohe Kübel können zusätzlich mit Steinen im Boden beschwert werden. Locker stehende, hochwüchsige Pflanzen sollten Sie gegebenenfalls an Stäben befestigen oder etwas geschützter platzieren. 🌸🌱
Der August ist ein arbeitsreicher, aber dankbarer Monat im Garten: Was Sie jetzt an Pflege, Ernteplanung und Vorbereitung investieren, spüren Sie unmittelbar in Form von reicher Ernte, gesunden Pflanzen und einem stimmungsvollen Spätsommergarten. Mit kluger Bewässerung, gezielter Pflege und einem wachen Blick auf Schädlinge und Krankheiten meistern Sie auch Hitze- und Trockenperioden souverän. Gleichzeitig legen Sie die Grundlage dafür, dass Ihr Garten auch im Herbst und Winter vital bleibt – und Sie noch lange Freude an ihm haben.
